1:1 Nebukadnezar besiegt Arphaxad Arphaxad, der Knig der Meder, hatte viele Vlker unter seine Herrschaft gebracht und baute eine groe, gewaltige Stadt; die nannte er Ekbatana.
1:2 Ihre Mauern machte er aus Quadersteinen, siebzig Ellen hoch und dreiig Ellen dick.
1:3 Ihre Trme aber machte er hundert Ellen hoch
1:4 und zwanzig Fu im Geviert.
1:5 Und die Stadttore machte er so hoch wie die Trme. Und er rhmte sich seines mchtigen Heeres und seiner gefrchteten Kriegswagen.
1:6 Nebukadnezar aber, der Knig von Assyrien, regierte in der groen Stadt Ninive und kmpfte im zwlften Jahr seiner Herrschaft gegen Arphaxad. Und die Vlker, die am Euphrat, Tigris und Choaspes wohnten, halfen ihm; und er schlug ihn in der groen Ebene, Ragau genannt, die vorzeiten Arjoch, dem Knig von Ellasar, gehrt hatte.
1:7 Da wurde das Reich des Nebukadnezar mchtig und sein Herz stolz. Er hatte aber auch Boten zu allen gesandt, die in Zilizien, Damaskus und am Libanon wohnten,
1:8 und zu den Vlkern am Karmel und von Kedar, auch zu den Bewohnern Galilas und der groen Ebene Jesrel,
1:9 und zu allen, die in Samarien wohnten und jenseits des Jordans bis hin nach Jerusalem; auch ins ganze Land Goschen bis an die Grenzen des Landes Kusch.
1:10 Zu ihnen allen hatte Nebukadnezar, der Knig von Assyrien, Boten gesandt. Aber sie hatten sie alle einmtig abgewiesen und hatten die Boten mit leeren Hnden schndlich zurckgeschickt.
1:11 Da war der Knig Nebukadnezar ber alle diese Lnder sehr zornig geworden, und er hatte bei seinem Thron und seiner Knigsmacht geschworen, da er sich an allen diesen Lndern rchen wollte.
2:1 Im dreizehnten Jahr des Knigs Nebukadnezar, am zweiundzwanzigsten Tag des ersten Monats, wurde im Hause Nebukadnezars, des Knigs von Assyrien, der Beschlu gefat, sich zu rchen.
2:2 Und er rief alle seine ltesten, Frsten und Hauptleute
2:3 und beriet sich heimlich mit ihnen und erffnete ihnen, da er daran dchte, die ganze Erde unter seine Herrschaft zu bringen.
2:4 Da das ihnen allen gefiel, rief der Knig Nebukadnezar seinen Feldhauptmann Holofernes und befahl ihm:
2:5 Zieh aus gegen alle Reiche, die im Westen liegen, und besonders gegen die, die mein Gebot verachtet haben.
2:6 Du sollst kein Reich verschonen, und alle befestigten Stdte sollst du mir unterwerfen.
2:7 Da rief Holofernes die Obersten und Amtleute des assyrischen Heeres zusammen und whlte fr den Kriegszug aus, wie ihm der Knig befohlen hatte, hundertzwanzigtausend Mann zu Fu und zwlftausend Bogenschtzen zu Pferde.
2:8 Und er lie sein ganzes Heer aufbrechen mit unzhligen Kamelen, die mit reichen Vorrten fr sein Heer beladen waren, und mit Herden von Rindern und Schafen ohne Zahl.
2:9 Aus ganz Syrien lie er Korn herbeifahren fr seinen Durchzug.
2:10 Gold und Silber aber aus der kniglichen Schatzkammer nahm er unermelich viel mit sich.
2:11 Und so zog er aus mit dem ganzen Heer, mit Wagen, Reitern und Bogenschtzen, die den Erdboden bedeckten wie Heuschrecken.
2:12 Als er nun ber die Grenze des assyrischen Landes gezogen war, kam er zu dem groen Gebirge Ange im Norden Ziliziens. Dort erstrmte er alle ihre Burgen, eroberte alle befestigten Stdte,
2:13 zerstrte die stolze Stadt Melitene und beraubte alle Leute von Tarsis und alle Ismaeliter, die am Rande der Wste und im Sden des Landes der Cheleer wohnten.
2:14 Er zog auch ber den Euphrat und kam nach Mesopotamien und zerstrte alle wichtigen Stdte, die dort waren, zwischen dem Lauf des Mambre und dem Meer.
2:15 Er nahm die Gebiete ein von Zilizien bis an die Grenzen Jafets im Sden.
2:16 Und er fhrte auch alle Midianiter weg und raubte ihren ganzen Reichtum und schlug alle, die Widerstand leisteten, mit der Schrfe des Schwerts.
2:17 Danach zog er hinab in die Ebene von Damaskus zur Erntezeit und verbrannte all ihr Getreide und lie alle Bume und Weinstcke umhauen.
2:18 Und das ganze Land frchtete sich vor ihm.
3:1 Da schickten die Knige und Frsten von allen Stdten und Lndern, von Syrien-Mesopotamien, Syrien-Zoba, Libyen und Zilizien ihre Boten. Die kamen zu Holofernes und sagten:
3:2 Wende deinen Zorn von uns ab!
3:3 Es ist doch besser, da wir am Leben bleiben und dem Groknig Nebukadnezar dienen und dir gehorsam sind, als da wir umkommen, ohne unser Land dadurch vor schmhlicher Knechtschaft zu bewahren.
3:4 Unsre ganze Herrschaft und all unser Besitz, alle Berge, Hgel, cker, Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde und Kamele und alles, was wir haben, dazu auch unsere Familien, gehren dir; verfge darber, wie du willst.
3:5 Ja, auch wir mit unsern Shnen sind deine Knechte. Nahe dich uns, gewhre uns Frieden, und verlange von uns alle Dienste, wie dir's gefllt.
3:6 Da zog Holofernes vom Gebirge herab mit seinen Reitern und dem groen Heer und unterwarf alle Stdte und alle Bewohner des Landes.
3:7 Aus allen Stdten whlte er die Tapfersten aus und nahm sie in seine Hilfstruppen auf.
3:8 Da gerieten diese Lnder so sehr in Furcht, da die Frsten und Vornehmen samt dem Volk ihm entgegenkamen und ihn aufnahmen mit Krnzen und Fackeln, im Reigentanz mit Pauken und Pfeifen.
3:9 Aber sie konnten ihn dennoch mit solchen Ehrungen nicht milde stimmen;
3:10 denn er zerstrte ihre Stdte und lie ihre heiligen Haine umhauen.
3:11 Denn der Knig Nebukadnezar hatte ihm befohlen, alle Gtterbilder des Landes zu entfernen, damit er allein als Gott gepriesen werde von den Vlkern, die Holofernes unter seine Herrschaft bringen wrde.
3:12 Als er nun Syrien-Zoba, ganz Apamea und ganz Mesopotamien durchzogen hatte, kam er zu den Edomitern ins Land Gabaa, nahm ihre Stdte ein und lagerte dort dreiig Tage lang. Unterdessen sammelte er seine ganze Heeresmacht.
4:1 Als die Israeliten, die im Lande Juda wohnten, dies hrten, frchteten sie sich sehr vor ihm,
4:2 und es befiel sie Angst und Zittern, da er Jerusalem und dem Tempel des Herrn das gleiche antun knnte, was er den andern Stdten und ihren Gtzentempeln angetan hatte.
4:3 Darum sandten sie Leute durch ganz Samarien bis nach Jericho und besetzten alle Berghhen
4:4 und bauten Mauern um ihre Drfer und legten Vorrte fr den Krieg an.
4:5 Und der Priester Jojakim schrieb an alle, die bei Jesrel wohnten, der groen Ebene in der Nhe von Dotan, und an alle, bei denen die Feinde durchziehen konnten, da sie die Zugnge ins Gebirge, die nach Jerusalem fhren, besetzen und an den Stellen, wo der Weg durch Engpsse zwischen den Bergen geht, bewachen sollten.
4:6 Und die Israeliten taten, was ihnen Jojakim, der Priester des Herrn, befohlen hatte.
4:7 Das ganze Volk schrie instndig und anhaltend zum Herrn, und sie und ihre Frauen demtigten sich mit Fasten und Beten.
4:8 Die Priester zogen Bugewnder an, die Kinder warfen sich vor dem Tempel des Herrn nieder, und den Altar des Herrn verhllte man mit einer Budecke.
4:9 Und sie schrien einmtig zum Gott Israels, da ihre Kinder und Frauen nicht den Feinden zum Raub und zur Beute gegeben, ihre Stdte nicht zerstrt werden sollten und da ihr Heiligtum nicht entweiht und von den Heiden nicht geschmht und verspottet werden sollte.
4:10 Und Jojakim, der Hohepriester des Herrn, ging umher, ermutigte ganz Israel
4:11 und sprach: Das sollt ihr wissen, da der Herr euer Gebet erhren wird, wenn ihr nicht ablat vom Fasten und Beten vor dem Herrn.
4:12 Denkt an Mose, den Diener des Herrn, der nicht mit dem Schwert, sondern mit heiligem Gebet die Amalekiter schlug, die sich auf ihre Kraft und Macht, auf ihr Heer, auf Schild, Wagen und Reiter verlieen.
4:13 So soll es auch allen Feinden Israels ergehen, wenn ihr so fortfahrt, wie ihr angefangen habt.
4:14 Nach dieser Ermahnung blieben sie weiterhin im Gebet vor dem Herrn. Auch die Priester trugen Bugewnder und hatten Asche auf dem Haupt, wenn sie dem Herrn Brandopfer darbrachten. Und sie beteten alle zum Herrn von ganzem Herzen, er mge sein Volk Israel gndig heimsuchen.
5:1 Und es wurde dem Holofernes, dem Feldhauptmann von Assyrien, gesagt, da die Israeliten sich rsteten und sich wehren wollten und die Wege im Gebirge gesperrt htten. Da entbrannte sein grimmiger Zorn, und er rief alle Obersten und Hauptleute der Moabiter und Ammoniter zu sich und fragte sie:
5:2 Sagt mir: Was ist das denn fr ein Volk, das im Gebirge wohnt? Wieviel Stdte haben sie? Was haben sie fr ein Heer, und wie gro ist es? Welcher Knig fhrt ihr Heer? Warum sind sie die einzigen im Morgenland, die uns verachten und uns nicht entgegengekommen sind, um uns in Frieden zu empfangen?
5:3 Da antwortete Achior, der Oberste aller Ammoniter, und sagte:
5:4 Will mein Herr mich anhren, so will ich dir die Wahrheit sagen ber dies Volk, das im Gebirge wohnt, und dich nicht belgen.
5:5 Dies Volk stammt von den Chaldern ab.
5:6 Es hat zuerst in Mesopotamien gewohnt. Weil sie aber nicht den Gttern ihrer Vter in Chalda folgen wollten,
5:7 verlieen sie die Bruche ihrer Vter, die viele Gtter verehrten, um dem einzigen Gott des Himmels zu dienen, der ihnen auch gebot, fortzuziehen und in Kanaan zu wohnen.
5:8 Als nun ber das ganze Land eine Hungersnot kam, zogen sie nach gypten hinab. Dort sind sie in vierhundert Jahren so viele geworden, da man sie nicht mehr zhlen konnte.
5:9 Als aber der Knig von gypten ihnen die Zwangsarbeit auferlegte, aus Ton Ziegel zu streichen, um seine Stdte zu bauen, schrien sie zu ihrem Gott. Der schlug ganz gypten mit vielen Plagen.
5:10 Als nun die gypter sie aus ihrem Land gestoen hatten und die Plage von ihnen ablie und man sie wieder fangen und zu ihrem Dienst zurckholen wollte, tat ihnen der Gott des Himmels auf ihrer Flucht das Meer auf, so da das Wasser auf beiden Seiten stand wie eine Mauer und sie trockenen Fues auf dem Grund des Meeres gingen und hindurchkamen.
5:11 Als aber die gypter ihnen mit einem unzhlbaren Heer nacheilten, wurden sie im Meer ersuft, so da kein einziger brigblieb, der es den Nachkommen htte sagen knnen.
5:12 Und als dies Volk aus dem Roten Meer kam, lagerte es sich in der Wste des Berges Sinai, wo vorher kein Mensch wohnen noch sich aufhalten konnte.
5:13 Dort wurde das bittre Wasser s, so da sie es trinken konnten, und sie bekamen Brot vom Himmel vierzig Jahre lang;
5:14 und wohin sie auch zogen ohne Bogen, Pfeil, Schild und Schwert, da stritt ihr Gott fr sie und siegte.
5:15 Niemand konnte diesem Volk Schaden tun, auer wenn es vom Dienst des Herrn, seines Gottes, abwich.
5:16 Sooft sie aber auer ihrem Gott einen andern anbeteten, wurden sie weggefhrt, erschlagen oder in Schande gebracht.
5:17 Sooft sie es aber bereuten, vom Dienst ihres Gottes abgefallen zu sein, gab ihnen der Gott des Himmels wieder die Kraft, ihren Feinden zu widerstehen.
5:18 So erschlugen sie die Knige der Kanaaniter, der Jebusiter, der Perisiter, der Hetiter, der Hiwiter, der Amoriter und alle Mchtigen von Heschbon und nahmen ihr Land und ihre Stdte ein.
5:19 Und es ging ihnen gut, solange sie sich nicht an ihrem Gott versndigten; denn ihr Gott hat das Unrecht.
5:20 Weil sie in frheren Zeiten von dem Weg abgewichen waren, auf dem sie gehen sollten, wie Gott ihnen geboten hatte, darum wurden sie von vielen Vlkern im Kampf besiegt, und die meisten von ihnen wurden gefangen in ein fremdes Land gefhrt.
5:21 Aber nachdem sie sich zu ihrem Gott bekehrt hatten, sind sie jngst aus den Lndern heimgekehrt, in die sie zerstreut waren, und sind in dies Gebirge hinaufgezogen und wohnen jetzt wieder in Jerusalem, wo ihr Heiligtum steht.
5:22 Darum, mein Herr, versuche zu erfahren, ob sie sich an ihrem Gott versndigt haben; dann wollen wir hinaufziehen, und ihr Gott wird sie dir gewi in die Hnde geben, so da du sie bezwingst.
5:23 Haben sie sich aber nicht an ihrem Gott versndigt, so richten wir nichts gegen sie aus; denn ihr Gott wird sie beschirmen, und wir werden vor aller Welt zum Gesptt werden.
5:24 Als Achior seine Rede beendet hatte, wurden alle Hauptleute des Holofernes zornig und dachten daran, ihn zu tten, und sagten zueinander:
5:25 Wer wagt zu sagen, da die Israeliten sich wehren knnten gegen den Knig Nebukadnezar und sein Heer? Das sind doch nur waffenlose Leute ohne Macht und Kriegserfahrung!
5:26 Damit aber Achior sieht, da er gelogen hat, wollen wir ins Gebirge hinaufziehen; und wenn wir ihre besten Leute gefangennehmen, so werden wir mit ihnen auch Achior erstechen, damit alle Vlker erkennen, da Nebukadnezar der Gott des Landes ist und sonst keiner.
6:1 Nun wurde auch Holofernes sehr unwillig und sagte zu Achior:
6:2 Wie kannst du uns weissagen, da das Volk Israel von seinem Gott beschtzt wird? Ich werde dir zeigen, da nur Nebukadnezar Gott ist und sonst keiner. Wenn wir sie nun alle schlagen wie einen Mann, so sollst auch du mit ihnen durch das Schwert der Assyrer sterben, und ganz Israel soll mit dir umkommen. Dann wirst auch du erkennen, da Nebukadnezar der Herr aller Welt ist.
6:3 Und das Schwert meiner Leute soll dich durchbohren, und du wirst unter den Verwundeten Israels liegen und mut sterben und verderben.
6:4 Meinst du aber, da deine Weissagung gewi ist, so brauchst du nicht zu erschrecken; und wenn du glaubst, da diese meine Worte nicht erfllt werden knnen, so brauchst du nicht so bla zu werden.
6:5 Du sollst aber wissen: Wie es ihnen ergeht, so wird es dir auch ergehen; denn ich will dich jetzt zu ihnen schicken, damit du mit ihnen die verdiente Strafe durch mein Schwert empfngst.
6:6 Da befahl Holofernes seinen Knechten, da sie Achior ergreifen, nach Betulia fhren und in die Hnde Israels geben sollten.
6:7 Und die Knechte des Holofernes ergriffen ihn und fhrten ihn ber die Ebene. Als sie ins Gebirge kamen, zogen die Schleuderer ihnen entgegen.
6:8 Da wichen sie vom Abhang des Berges zurck und banden Achior mit Hnden und Fen an einen Baum; so gefesselt verlieen sie ihn und zogen wieder zu ihrem Herrn.
6:9 Aber die Israeliten kamen von Betulia zu ihm herunter, banden ihn los und brachten ihn nach Betulia hinein; dort stellten sie ihn mitten unter das Volk und fragten ihn, was geschehen wre, da die Assyrer ihn gebunden zurckgelassen htten.
6:10 Zu dieser Zeit waren Usija, der Sohn Michas, vom Stamm Simeon, und Karmi, der auch Otnl hie, die Obersten in der Stadt.
6:11 Vor diesen ltesten und vor dem ganzen Volk sagte Achior alles, was ihn Holofernes gefragt und was er geantwortet hatte, und da ihn die Leute des Holofernes wegen seiner Antwort tten wollten; aber Holofernes habe voll Zorn befohlen, man sollte ihn aus diesem Grunde den Israeliten bergeben. Sobald er Israel geschlagen htte, wollte er ihn, den Achior, auch martern und umbringen lassen,
6:12 weil er gesagt hatte, der Gott des Himmels wrde ihr Schutz sein.
6:13 Als Achior dies alles berichtet hatte, fiel das ganze Volk aufs Angesicht; sie beteten den Herrn an, klagten und weinten alle zugleich und beteten instndig zum Herrn:
6:14 Herr, Gott des Himmels und der Erde, blicke auf ihren Hochmut und sieh unser Elend an, sei deinen Heiligen gndig und zeige, da du nicht verlt, die auf dich trauen, aber die strzt, die auf sich vertrauen und auf ihre Macht.
6:15 So weinten und beteten sie den ganzen Tag. Und sie trsteten Achior und sagten:
6:16 Der Gott unsrer Vter, dessen Macht du gepriesen hast, wird dir's vergelten, so da nicht sie auf dich herabsehen, sondern da du siehst, wie sie geschlagen und vernichtet werden.
6:17 Und wenn uns der Herr, unser Gott, errettet, so sei Gott auch mit dir unter uns. Und willst du, so sollst du mit all den Deinen bei uns wohnen.
6:18 Als nun das Volk wieder auseinanderging, fhrte ihn Usija mit sich in sein Haus, bereitete ein groes Gastmahl fr ihn
6:19 und lud alle ltesten dazu ein. Sie lieen sich's wohl sein, nachdem sie so lange gefastet hatten.
6:20 Danach wurde das ganze Volk wieder zusammengerufen, und die ganze Nacht waren sie versammelt und beteten um Hilfe von dem Gott Israels.
7:1 Am nchsten Tag befahl Holofernes seinem Heer, gegen Betulia hinaufzuziehen.
7:2 Und er hatte hundertzwanzigtausend Mann zu Fu und zwlftausend Reiter, dazu die Hilfstruppen, die er in den unterworfenen Gebieten ausgehoben und die man ihm aus der gesamten waffenfhigen Jugend der Lnder und Stdte zugefhrt hatte.
7:3 Dies ganze Heer rstete sich zum Kampf gegen Israel; sie zogen am Abhang des Gebirges entlang bis zu einer Anhhe; von dort sieht man Dotan und blickt von Belma bis Chelmon, das gegenber Jesrel liegt.
7:4 Als nun die Israeliten das groe Heer der Assyrer sahen, warfen sie sich auf die Erde, streuten sich Asche aufs Haupt und beteten alle miteinander, da der Gott Israels seine Barmherzigkeit beweisen wolle an seinem Volk.
7:5 Dann nahmen sie ihre Waffen und besetzten die Engpsse der Gebirgswege und bewachten sie Tag und Nacht.
7:6 Als aber Holofernes um die Stadt herumzog, entdeckte er sdlich davon eine Quelle, die durch eine Wasserleitung in die Stadt flo. Diese Wasserleitung lie er zerstren.
7:7 Sie hatten jedoch unweit der Mauer kleine Quellen, aus denen sie heimlich Wasser holen wollten; doch war es nicht genug, um den Durst damit zu stillen.
7:8 Doch die Ammoniter und Moabiter kamen zu Holofernes und sagten:
7:9 Die Israeliten wagen nicht, offen zum Kampf anzutreten, sondern sie verteidigen das Gebirge und befestigen die Hgel, an deren Steilhang sie sitzen.
7:10 Damit du sie aber kampflos berwinden kannst, la nur die Quellen bewachen, so da sie kein Wasser holen knnen; dann mssen sie ohne Schwertstreich sterben, oder die Not bringt sie dazu, ihre Stadt zu bergeben, von der sie meinen, da man sie nicht erobern kann, weil sie in den Bergen liegt.
7:11 Dieser Rat gefiel Holofernes und seinem Gefolge, und er legte hundert Mann an jede Quelle.
7:12 Als man nun zwanzig Tage die Quellen bewacht hatte, hatten alle Bewohner von Betulia kein Wasser mehr, weder in Zisternen noch anderswo, so da es nicht mehr ausreichte, um auch nur einen Tag den Durst richtig zu stillen; denn man hatte ja tglich den Leuten das Wasser zugemessen.
7:13 Da kamen alle, Mann und Frau, jung und alt, zu Usija und den ltesten und klagten: Gott sei Richter zwischen euch und uns. Ihr habt uns in diese groe Not gebracht, weil ihr nicht mit den Assyrern Frieden schlieen wolltet; darum hat uns Gott nun in ihre Hnde gegeben,
7:14 und wir haben keine Hilfe zu erwarten, sondern mssen vor ihren Augen vor Durst verschmachten und jmmerlich umkommen. Darum ruft die ganze Stadt zusammen, damit wir uns alle den Leuten des Holofernes freiwillig ergeben.
7:15 
7:16 Denn es ist besser, da wir uns ergeben und am Leben bleiben und darin Gott loben, als da wir umkommen und vor aller Welt zuschanden werden und sehen mssen, wie unsre Frauen und Kinder so jmmerlich vor unsern Augen sterben.
7:17 Wir bezeugen heute vor Himmel und Erde und vor dem Gott unsrer Vter, der uns jetzt um unsrer Snden willen bestraft, da wir euch gebeten haben, die Stadt dem Heer des Holofernes zu bergeben, und da wir lieber rasch durchs Schwert umkommen, als langsam vor Durst verschmachten.
7:18 Darauf weinte und heulte das ganze Volk viele Stunden lang, und sie schrien zu Gott:
7:19 Wir haben gesndigt samt unsern Vtern; wir haben unrecht getan und sind gottlos gewesen.
7:20 Aber du bist barmherzig, darum sei uns gndig, oder bestrafe du selbst uns; und weil wir dich bekennen, bergib uns nicht den Heiden, die dich nicht kennen, damit sie nicht sagen: Wo ist nun ihr Gott?
7:21 Als sie sich nun mde geschrien und geweint hatten und es ein wenig still geworden war, stand Usija auf und sagte unter Trnen:
7:22 Liebe Brder, habt doch Geduld und lat uns noch fnf Tage auf Hilfe von Gott warten,
7:23 ob er uns nicht seine Gnade erweisen und seinen Namen herrlich machen will.
7:24 Wird uns in diesen fnf Tagen nicht geholfen, so wollen wir tun, was ihr erbeten habt.
8:1 Davon hrte Judit. Sie war eine Witwe, eine Tochter Meraris, des Sohnes des Uz, des Sohnes Josefs, des Sohnes Usijas, des Sohnes Hilkijas, des Sohnes Jamnors, des Sohnes Gideons, des Sohnes Rafains, des Sohnes Ahitubs, des Sohnes Malkias, des Sohnes Enans, des Sohnes Natanjas, des Sohnes Schealtls, des Sohnes Simeons, des Sohnes Rubens.
8:2 Ihr Mann hatte Manasse geheien und war zur Zeit der Gerstenernte gestorben.
8:3 Denn als er auf dem Felde die Arbeiter beim Garbenbinden beaufsichtigte, machte ihn die Hitze krank, und er starb in seiner Stadt Betulia und wurde dort bei seinen Vtern begraben.
8:4 Der hinterlie Judit; die war nun seit drei Jahren und sechs Monaten eine Witwe.
8:5 Sie hatte sich oben in ihrem Hause einen besonderen Raum hergerichtet, in dem sie sich mit ihren Mgden eingeschlossen hielt.
8:6 Sie war bekleidet mit einem Trauergewand und fastete tglich, auer am Sabbat, am Neumond und an den andern Festen des Hauses Israel. Sie war wunderschn, und ihr Mann hatte ihr groen Reichtum und einen stattlichen Hausstand und ausgedehnten Besitz mit Rinder- und Schafherden hinterlassen.
8:7 Auch hatte sie bei allen einen guten Ruf, da sie den Herrn frchtete; und niemand konnte etwas Schlechtes ber sie sagen.
8:8 Als Judit nun hrte, da Usija zugesagt hatte, die Stadt nach fnf Tagen den Assyrern zu bergeben, sandte sie eine Botschaft an die ltesten Kabri und Karmi.
8:9 Als diese zu ihr kamen, sagte sie zu ihnen: Was soll das sein? Hat Usija eingewilligt, die Stadt den Assyrern zu bergeben, wenn euch in fnf Tagen nicht geholfen wird?
8:10 Wer seid ihr, da ihr den Herrn versucht? Das dient nicht dazu, Gnade zu finden, sondern vielmehr Zorn und Ungnade.
8:11 Wollt ihr dem Herrn nach eurem Gefallen Zeit und Tag bestimmen, wann er helfen soll?
8:12 Doch der Herr ist geduldig; darum wollen wir das bereuen und seine Gnade suchen mit Trnen.
8:13 Denn Gott zrnt nicht wie ein Mensch, der sich nicht vershnen lt.
8:14 Darum wollen wir uns von Herzen vor ihm demtigen und ihm dienen und mit Trnen zum Herrn beten, da er nach seinem Gefallen Barmherzigkeit an uns erweisen wolle.
8:15 Und wie wir jetzt trauern mssen wegen des Hochmuts der Assyrer, so wollen wir beten, da wir uns nach diesem Jammer wieder freuen knnen, weil wir nicht der Snde unsrer Vter gefolgt sind, die ihren Gott verlieen und fremde Gtter anbeteten; darum wurden sie ihren Feinden bergeben und von ihnen erschlagen, gefangen und mihandelt.
8:16 Wir aber kennen keinen andern Gott als ihn allein und wollen mit Demut von ihm Hilfe und Trost erwarten.
8:17 So wird er, der Herr, unser Gott, uns das Leben retten vor unsern Feinden und alle Heiden, die sich gegen uns erheben, demtigen und zuschanden machen.
8:18 Und weil ihr, liebe Brder, die ltesten des Volkes Gottes seid und ihr Leben in eurer Hand ist, trstet das Volk mit eurem Wort, da sie bedenken, wie unsre Vter auch versucht wurden, damit sie sich darin bewhrten, da sie Gott von Herzen dienten.
8:19 Erinnert sie, wie unser Vater Abraham versucht und Gottes Freund geworden ist, nachdem er sich durch viele Anfechtungen bewhrt hatte.
8:20 Ebenso sind Isaak, Jakob, Mose und alle, die Gott lieb gewesen sind, standhaft geblieben und haben viel Trbsal berwinden mssen.
8:21 Andere aber wollten die Trbsal nicht mit Gottesfurcht annehmen, sondern haben in ihrem Leiden gegen Gott geklagt und gelstert und sind darum vom Verderber und durch die Schlangen umgebracht worden.
8:22 Darum lat uns nicht ungeduldig werden in diesem Leiden, sondern erkennen, da es eine viel geringere Strafe ist, als wir mit unsern Snden verdienen, und glauben, da wir wie Knechte vom Herrn gezchtigt werden zur Besserung und nicht zum Verderben.
8:23 Darauf antworteten Usija und die ltesten: Es ist alles wahr, was du gesagt hast, und an deinen Worten ist nichts zu tadeln.
8:24 Darum bete fr uns; denn du bist eine heilige Frau, die den Herrn frchtet.
8:25 Und Judit sagte: Wenn ihr erkennt, da von Gott kommt, was ich gesagt habe, so prft nun, ob auch das von Gott kommt, was ich vorhabe, und betet, da Gott es gelingen lt.
8:26 In dieser Nacht wartet am Tor, wenn ich mit meiner Magd hinausgehe, und betet, da der Herr in diesen fnf Tagen, wie ihr gesagt habt, sich seinem Volk Israel zuwendet.
8:27 Ihr sollt aber nicht dem nachforschen, was ich vorhabe, sondern nur fr mich beten zum Herrn, unserm Gott; unternehmt sonst nichts, bis ihr wieder von mir hrt.
8:28 Und Usija, der Frst Judas, sagte zu ihr: Geh hin in Frieden; der Herr sei mit dir und bestrafe unsre Feinde! Und sie gingen wieder von ihr weg.
9:1 Danach ging Judit in ihre Kammer und zog ein Bugewand an, streute Asche auf ihr Haupt und fiel nieder vor dem Herrn, schrie zu ihm und sprach:
9:2 Herr, du Gott meines Vaters Simeon, du hast ihm das Schwert gegeben, die Heiden zu bestrafen, die seine Schwester vergewaltigt und geschndet hatten, du hast ihre Frauen und Tchter gefangennehmen und ihre Habe plndern lassen durch deine Knechte, die der Eifer um dich getrieben hat. Hilf mir armen Witwe, Herr, mein Gott!
9:3 Denn alle Hilfe, vorzeiten und immer wieder, hast du erdacht und gebracht, und was du willst, das mu geschehen.
9:4 Wenn du helfen willst, so kann's nicht fehlgehen; und du weit gut, wie du die Feinde bestrafen sollst.
9:5 Schau jetzt auf das Heer der Assyrer, wie du vorzeiten auf das Heer der gypter geschaut hast, als sie schwer bewaffnet deinen Knechten nachjagten und sich auf ihre Wagen, Reiter und ihr groes Kriegsvolk verlieen.
9:6 Als du sie aber ansahst, wurde es finster um sie, und sie wurden verzagt,
9:7 die Tiefe des Meeres hielt sie fest, und das Wasser ersufte sie.
9:8 So geschehe jetzt auch denen, Herr, die auf ihre groe Zahl vertrauen und auf ihre Wagen, Spiee, Pfeile und Lanzen pochen, aber nicht wissen, da du selbst, Herr, unser Gott, es bist, der den Kriegen wehrt von Anfang an, und da du mit Recht Herr heit.
9:9 Strecke deinen Arm aus wie vorzeiten, und zerschmettere die Feinde durch deine Macht; la sie umkommen durch deinen Zorn, die damit drohen, dein Heiligtum zu zerstren und den Ort, wo deine Ehre wohnt, zu entheiligen und mit ihrem Schwert das Horn deines Altars abzuhauen.
9:10 Herr, bestrafe ihn, den Hochmtigen, durch sein eignes Schwert; la ihn durch seine eignen Augen gefangen werden, wenn er mich ansieht, und la ihn durch meine freundlichen Worte betrogen werden.
9:11 Gib mir die Festigkeit, keinen Ekel zu zeigen, und die Kraft, ihn zu strzen.
9:12 Das wird deinem Namen Ehre bringen, da ihn eine Frau gettet hat.
9:13 Denn du, Herr, bist stark auch ohne Heeresmacht, und du hast keine Freude an der Strke der Rosse; die Hoffrtigen haben dir noch nie gefallen; aber allezeit hat dir gefallen das Gebet der Elenden und Demtigen.
9:14 Du Gott des Himmels, Schpfer der Wasser und Herr aller Dinge, erhre das Gebet einer armseligen Frau, die allein auf deine Barmherzigkeit vertraut.
9:15 Denke, Herr, an deinen Bund, und gib mir ein, was ich reden und wie ich vorgehen soll, und gib mir Glck dazu, damit dein Haus nicht entweiht wird und alle Heiden erkennen, da du Gott bist und sonst keiner.
10:1 Als sie ihr Gebet beendet hatte, stand sie auf von dem Ort, an dem sie sich vor dem Herrn niedergeworfen hatte,
10:2 rief ihre Magd und ging hinunter ins Haus, legte das Bugewand ab und zog ihre Witwenkleider aus,
10:3 wusch sich und salbte sich mit kostbarem Balsam, flocht ihr Haar und setzte sich einen Kopfputz auf, zog ihre schnen Kleider an und tat Schuhe an ihre Fe,
10:4 schmckte sich mit Armbndern und Spangen, Ohrringen und Fingerringen und legte all ihren Schmuck an.
10:5 Dazu gab ihr der Herr noch besondere Anmut; denn sie schmckte sich nicht aus bser Lust, sondern aus Gottesfurcht. Und der Herr machte ihre Schnheit so gro, da sie allen unsagbar lieblich schien.
10:6 Und sie gab ihrer Magd einen Schlauch voll Wein und einen Krug mit l und einen Sack, in dem sie Feigenkuchen, Mehl und Brot hatte; so ging sie fort.
10:7 Und am Tor trafen die beiden Usija und die ltesten der Stadt, die auf sie warteten.
10:8 Sie bewunderten sie sehr, weil sie so schn war.
10:9 Doch fragten sie nicht, was sie vorhtte, sondern lieen sie hinaus und sprachen: Der Gott unsrer Vter gebe dir Gnade und lasse dir gelingen, was du dir vorgenommen hast, damit Israel sich ber dich freut und dein Name zu den Heiligen und Gerechten gezhlt wird.
10:10 Und alle, die dort waren, sagten laut: Amen, Amen.
10:11 Aber Judit betete und ging mit ihrer Magd zum Tor hinaus.
10:12 Und als sie frhmorgens den Berg hinabging, begegneten ihr die Wchter der Assyrer, hielten sie an und fragten sie, woher sie kme und wohin sie wollte.
10:13 Da antwortete sie: Ich bin eine hebrische Frau und bin vor ihnen geflohen; denn ich wei, da sie euch in die Hnde fallen werden, weil sie euch verachtet haben und nicht um Gnade bitten und sich freiwillig ergeben wollen.
10:14 Darum hab ich mir vorgenommen, zum Frsten Holofernes zu gehen, um ihm ihre Geheimnisse zu offenbaren und ihm zu sagen, wie er sie leicht berwltigen kann, so da er nicht einen einzigen Mann verliert.
10:15 Als die Mnner das hrten, betrachteten sie die Frau nher und waren ganz betroffen, da sie so wunderschn war,
10:16 und sagten zu ihr: Das rettet dir das Leben, da du dich entschlossen hast, zu unserm Herrn herabzukommen.
10:17 Denn wenn du vor ihn trittst, wird er dich gewi gut behandeln, und du wirst seinem Herzen sehr gefallen.
10:18 Sie fhrten sie zum Zelt des Holofernes und sagten ihm von ihr.
10:19 Als sie vor ihn trat, war Holofernes sogleich von ihr eingenommen.
10:20 Und seine Diener sagten zueinander: Die Hebrer sind gewi nicht zu verachten, wenn sie so schne Frauen haben. Lohnte es sich fr uns nicht schon um ihretwillen, diesen Krieg zu fhren?
10:21 Als nun Judit den Holofernes unter seinem Mckennetz sitzen sah, das aus Purpur- und Goldfden gewirkt und mit Smaragden und Edelsteinen verziert war, verneigte sie sich und fiel vor ihm nieder. Aber Holofernes befahl seinen Dienern, sie wieder aufzurichten.
11:1 Darauf sagte Holofernes zu ihr: Sei getrost und frchte dich nicht; denn ich habe nie einem Menschen etwas zuleide getan, der sich dem Knig Nebukadnezar ergeben hat.
11:2 Htte mich dein Volk nicht verachtet, so htte ich nie meinen Spie gegen sie erhoben.
11:3 Aber nun sage mir, warum du von ihnen weggegangen und zu uns gekommen bist.
11:4 Judit antwortete ihm: Hre deine Magd gndig an. Wirst du tun, was deine Magd dir vorschlgt, so wird sicherlich gelingen, was der Herr mit dir vorhat.
11:5 So wahr Nebukadnezar lebt, der Knig ber die ganze Erde, und so wahr er dir seine Macht gegeben hat, alle Ungehorsamen zu bestrafen: nicht nur die Menschen werden ihm durch dich unterworfen, sondern auch alle Tiere auf dem Felde werden ihm gehorchen.
11:6 Deine mutigen Taten sind hochberhmt in aller Welt, und jeder wei, da du der mchtigste Frst in seinem ganzen Knigreich bist und deine Kriegskunst berall gepriesen wird.
11:7 Wir wissen auch, was Achior geredet und wie du ihn behandelt hast.
11:8 Denn es ist wahr: unser Gott ist so erzrnt ber unsre Snden, da er durch seine Propheten verkndet hat, er wolle das Volk um seiner Snden willen dahingeben.
11:9 Weil nun das Volk Israel wei, da sie ihren Gott erzrnt haben, sind sie voll Furcht vor dir.
11:10 Dazu leiden sie groen Hunger und mssen vor Durst verschmachten
11:11 und haben jetzt vor, ihr Vieh zu schlachten und sein Blut zu trinken. Sie wollen sogar Korn, Wein und l, das dem Herrn geweiht ist, fr sich verwenden und das essen, was sie nicht einmal berhren drfen. Weil sie das tun, mssen sie ganz gewi umkommen.
11:12 Als ich, deine Magd, das erkannte, bin ich von ihnen geflohen. So hat mich der Herr zu dir gesandt, um es dir zu berichten.
11:13 Denn obwohl ich zu dir gekommen bin, so bin ich doch nicht von Gott abgefallen, sondern will meinem Gott auch jetzt bei dir dienen. Darum wird deine Magd hinausgehen und zu Gott beten; der wird mir offenbaren, wann er die Strafe fr ihre Snde an ihnen vollziehen will. Dann will ich kommen und dir's berichten. Mitten durch Jerusalem will ich dich fhren, und das ganze Volk Israel wird dir gehren wie Schafe, die keinen Hirten haben, und kein Hund wird dich anbellen. Denn das ist mir durch Gottes Vorsehung offenbart,
11:14 und weil er ber sie erzrnt ist, hat er mich gesandt, da ich dir's berichte.
11:15 Diese Rede gefiel Holofernes und seinen Knechten; sie bewunderten ihre Klugheit und sagten zueinander:
11:16 Diese Frau hat auf Erden nicht ihresgleichen an Schnheit und Klugheit.
11:17 Und Holofernes sagte zu ihr: Das hat Gott gut gefgt, da er dich vorausgesandt hat, um durch dich das Volk in meine Hand zu geben. Wenn dein Gott tut, was du versprichst, so soll er auch mein Gott sein; du sollst hoch angesehen sein im Hause Nebukadnezars, und dein Name soll berhmt werden in aller Welt.
12:1 Da lie er sie in seine Schatzkammer hineinfhren und bestimmte, da sie dort bleiben sollte, und ordnete an, was man ihr von seinem Tisch auftragen sollte.
12:2 Aber Judit antwortete ihm: Ich darf noch nichts von deiner Speise essen, damit ich mich nicht versndige; ich habe aber ein wenig mit mir genommen; davon will ich essen.
12:3 Da sagte Holofernes zu ihr: Wenn das aufgegessen ist, was du mitgebracht hast, woher sollen wir dir dann anderes beschaffen?
12:4 Judit antwortete: So gewi mein Herr lebt: bevor deine Magd alles verzehren wird, so wird Gott durch mich ausrichten, was er vorhat.
12:5 Als die Knechte sie in das Gemach fhren wollten, wie er befohlen hatte,
12:6 bat sie, da man ihr erlaubte, nachts, ehe es hell wird, hinauszugehen und zum Herrn zu beten.
12:7 Da befahl Holofernes seinen Kammerdienern, da man sie drei Tage frei aus- und eingehen lassen sollte, um zu ihrem Gott zu beten.
12:8 So ging sie nachts hinaus in das Tal vor Betulia und wusch sich in einer Quelle.
12:9 Danach betete sie zum Herrn, dem Gott Israels, er mge sie so fhren, da ihrem Volk die Freiheit geschenkt werde.
12:10 Dann ging sie wieder in das Zelt, vermied, sich unrein zu machen, und a nichts bis zum Abend.
12:11 Am vierten Tage machte Holofernes ein Festmahl fr sein Gefolge und sagte zu seinem Kmmerer Bagoas: Geh hin und berrede die Hebrerin, zu mir zu kommen;
12:12 denn es gilt als Schande bei den Assyrern, wenn eine solche Frau uns unberhrt entgehen und einen Mann zum Narren gehalten haben sollte.
12:13 Da kam Bagoas zu Judit und sagte: Schne Frau, mein Herr will dich ehren; verweigere es ihm nicht und komm, um mit ihm zu essen, zu trinken und frhlich zu sein.
12:14 Da sagte Judit: Wie drfte ich meinem Herrn das abschlagen?
12:15 Alles, was ihm lieb ist, das will ich von Herzen gern tun mein ganzes Leben lang.
12:16 Sie stand auf und schmckte sich, ging hinein und trat vor ihn.
12:17 Da schlug das Herz des Holofernes schneller, und er entbrannte vor Begierde nach ihr.
12:18 Darum sagte er zu ihr: La dich nieder, trink und sei frhlich; denn du hast bei mir Gnade gefunden.
12:19 Und Judit antwortete: Ja, Herr, ich will frhlich sein, denn ich bin in meinem ganzen Leben nicht so hoch geehrt worden.
12:20 Und sie a und trank mit ihm, aber nur, was ihre Magd ihr bereitet hatte.
12:21 Und Holofernes war frhlich mit ihr und trank so viel, wie er in seinem Leben noch nie getrunken hatte.
13:1 Als es nun sehr spt geworden war, ging sein Gefolge fort in seine Zelte; und sie waren alle betrunken.
13:2 Bagoas aber machte die Kammer des Holofernes zu und ging auch fort. Und Judit blieb allein bei ihm in der Kammer.
13:3 Als nun Holofernes auf seinem Bett lag, betrunken war und schlief,
13:4 sagte Judit zu ihrer Magd, sie sollte drauen vor der Kammer warten.
13:5 Und Judit trat vor das Bett und betete im stillen unter Trnen:
13:6 Herr, Gott Israels, strke mich; blick in dieser Stunde gndig auf das Tun meiner Hnde und la gelingen, was ich mir im Vertrauen auf dich vorgenommen habe, damit du deine Stadt Jerusalem erhhst, wie du zugesagt hast.
13:7 Nach diesem Gebet trat sie zu der Sule oben an seinem Bett und griff nach seinem Schwert, das dort hing,
13:8 zog es heraus, ergriff ihn beim Schopf und betete abermals:
13:9 Herr, Gott Israels, strke mich in dieser Stunde! Darauf stach sie ihn zweimal mit ganzer Kraft in den Hals und schnitt ihm den Kopf ab. Danach wlzte sie den Krper aus dem Bett und nahm das Netz von den Sulen herunter.
13:10 Kurz darauf ging sie hinaus und gab das Haupt des Holofernes ihrer Magd, damit sie es in ihren Sack steckte.
13:11 Und sie gingen miteinander hinaus und durch das Lager hindurch, wie es ihre Gewohnheit war, als wollten sie zum Beten gehen, bogen dann aber ab durchs Tal und kamen ans Tor der Stadt.
13:12 Judit kehrt heim Judit rief den Wchtern auf der Mauer schon von weitem zu: Macht die Tore auf; denn Gott ist mit uns; er hat an Israel Groes getan!
13:13 Als nun die Wchter ihre Stimme hrten, riefen sie die ltesten der Stadt.
13:14 Da kamen alle herbei, klein und gro; denn sie hatten schon die Hoffnung aufgegeben, da sie wiederkommen wrde.
13:15 Sie zndeten Fackeln an, und alle umringten sie.
13:16 Sie aber trat auf einen erhhten Platz und forderte sie auf zu schweigen. Und als alle still waren, sprach Judit:
13:17 Dankt dem Herrn, unserm Gott, der die nicht verlt, die auf ihn trauen. Er hat uns durch mich, seine Magd, Barmherzigkeit erwiesen, wie er dem Hause Israel verheien hatte, und hat in dieser Nacht den Feind seines Volkes durch meine Hand umgebracht.
13:18 Dann zog sie das Haupt des Holofernes aus dem Sack, zeigte es ihnen und sagte:
13:19 Seht, dies ist das Haupt des Holofernes, des Feldhauptmanns der Assyrer; und seht, das ist das Netz, unter dem er lag, als er betrunken war. Da hat ihn der Herr, unser Gott, durch Frauenhand umgebracht.
13:20 So wahr der Herr lebt, hat er mich durch seinen Engel behtet, als ich hinging, als ich dort war und als ich zurckkam; der Herr hat nicht zugelassen, da seine Magd unrein wurde, und er hat mich ohne sndige Befleckung zu euch zurckgebracht mit groer Freude, da er gesiegt, mich herausgefhrt und euch befreit hat.
13:21 Wir wollen ihm alle danken; denn er ist freundlich, und seine Gte whret ewiglich.
13:22 Da dankten sie alle dem Herrn und sprachen zu ihr: Gelobt sei der Herr, der heute durch dich unsre Feinde zuschanden gemacht hat.
13:23 Und Usija, der Frst des Volkes Israel, sprach zu ihr: Gesegnet bist du, Tochter, vom Herrn, dem hchsten Gott, mehr als alle Frauen auf Erden;
13:24 und gelobt sei der Herr, der Himmel und Erde geschaffen hat! Er hat dir Glck gegeben, da du dem Feldhauptmann unsrer Feinde den Kopf abschlagen konntest. Er hat heute deinen Namen so herrlich gemacht, da dich jederzeit alle preisen werden, die an die Macht des Herrn denken; denn du hast dein Leben nicht geschont in der Trbsal und Not deines Volks, sondern es im Angesicht Gottes vor dem Untergang gerettet.
13:25 Und alles Volk sprach: Amen, Amen.
13:26 Danach rief man Achior herbei, und Judit sagte zu ihm: Der Gott Israels, von dem du bezeugt hast, da er sich an seinen Feinden rchen wird, hat heute nacht das Oberhaupt aller Unglubigen durch meine Hand umgebracht.
13:27 Damit du siehst, da es so ist - sieh hier den Kopf des Holofernes, der den Gott Israels in trotzigem Hochmut verachtet und dir den Tod angedroht hatte, als er sagte:
13:28 wenn das Volk Israel gefangen wrde, so wollte er mit ihnen auch dich erstechen lassen.
13:29 Als Achior den Kopf des Holofernes sah, entsetzte er sich, wurde bleich vor Schrecken und strzte vornber zu Boden.
13:30 Als er wieder zu sich kam, fiel er ehrfrchtig ihr zu Fen und sprach:
13:31 Gepriesen seist du zur Ehre deines Gottes in allen Htten Jakobs; denn der Gott Israels wird deinetwegen verherrlicht werden bei allen Vlkern, die deinen Namen hren.
14:1 Danach sagte Judit zum ganzen Volk: Liebe Brder, hrt mich!
14:2 Hngt diesen Kopf ber die Mauer und nehmt, sobald der Tag anbricht, eure Waffen und macht einen Ausfall, aber nur zum Schein; steigt nicht ins Tal hinunter!
14:3 Dann werden ihre Wachen fliehen, um den Feldherrn zur Schlacht zu wecken.
14:4 Wenn ihre Hauptleute ins Zelt des Holofernes kommen und den Leichnam in seinem Blut liegen sehen, werden sie erschrecken.
14:5 Und wenn ihr merkt, da sie fliehen, so jagt ihnen zuversichtlich nach; denn der Herr wird sie unter euren Fen sterben lassen.
14:6 Als nun Achior sah, wie mchtig der Gott Israels geholfen hatte, verlie er die heidnischen Bruche, glaubte an Gott und lie sich beschneiden. Er wurde in das Volk Israel aufgenommen, er und alle seine Nachkommen, bis auf den heutigen Tag.
14:7 Die Assyrer entdecken den Tod des Holofernes Als der Tag anbrach, hngten sie den Kopf des Holofernes ber die Mauer, nahmen ihre Waffen und machten einen Ausfall mit groem Lrm und Geschrei.
14:8 Als die Wachen das sahen, liefen sie zum Zelt des Holofernes. Und die darin waren, fingen an, vor der Tr seiner Kammer zu poltern, damit er durch den Lrm und nicht durch Weckrufe aufwachen sollte.
14:9 Denn niemand wagte es, an der Kammer des assyrischen Frsten anzuklopfen oder gar hineinzugehen.
14:10 Als aber die Heerfhrer, Obersten und alle Hauptleute des assyrischen Heeres kamen, befahlen sie den Kammerdienern:
14:11 Geht hinein und weckt ihn auf! Denn die Muse sind aus ihren Lchern hervorgekommen und wagen, uns zum Kampf herauszufordern.
14:12 Da ging Bagoas hinein in die Kammer, trat vor den Vorhang und klatschte in die Hnde; denn er meinte, er schliefe bei Judit.
14:13 Er horchte, ob sich etwas regte, und als er nichts vernahm, trat er nher an den Vorhang, hob ihn auf und sah den Leichnam des Holofernes ohne Kopf in seinem Blut auf der Erde liegen. Da schrie und heulte er laut und zerri seine Kleider
14:14 und sah in Judits Kammer nach. Als er sie dort nicht fand, lief er hinaus zu den Kriegsleuten und rief: Eine einzige hebrische Frau hat das Haus des Knigs Nebukadnezar zu Spott und Hohn gemacht vor aller Welt; denn Holofernes liegt tot auf der Erde, und der Kopf ist ihm abgehauen.
14:15 Als das die assyrischen Hauptleute hrten, zerrissen sie ihre Kleider, und eine schreckliche Angst befiel sie;
14:16 und es erhob sich ein groes Wehgeschrei in ihrem Lager.
15:1 Als nun das ganze Kriegsvolk hrte, da Holofernes der Kopf abgehauen war, erschraken sie und wurden ganz verwirrt und konnten sich nicht entscheiden, was sie tun sollten; denn keiner hrte mehr auf den andern. So sehr war ihnen der Mut entfallen.
15:2 Darum suchten sie ihr Heil in der Flucht und lieen alles im Stich. Auf allen Wegen in der Ebene und im Gebirge flohen sie, um den Hebrern zu entrinnen; denn sie hatten gehrt, da diese gegen sie heranrckten.
15:3 Als die Israeliten sahen, da die Feinde flohen,
15:4 eilten sie ihnen nach, bliesen die Trompeten und erhoben ein groes Geschrei.
15:5 Weil die Assyrer in ungeordneter Flucht davonjagten, die Israeliten ihnen aber in geschlossener Ordnung nachsetzten, erschlugen sie alle, die sie einholen konnten.
15:6 Und Usija sandte Boten in alle Stdte und Landschaften Israels,
15:7 und diese bewaffneten ihre auserlesene junge Mannschaft und schickten sie hinter den Feinden her. Sie verfolgten sie mit dem Schwert bis zu den Grenzen des Landes.
15:8 Aber die Bewohner von Betulia fielen ber das Lager der Assyrer her, schleppten weg, was die Assyrer zurckgelassen hatten, und machten reiche Beute.
15:9 Als die andern siegreich nach Betulia zurckkamen, brachten sie alles, was jene mitgefhrt hatten, mit sich, zahlloses Vieh und andere Habe, und das ganze Land wurde reich von dieser Beute.
15:10 Danach kam der Hohepriester Jojakim von Jerusalem nach Betulia mit allen seinen Priestern, um Judit zu sehen.
15:11 Und sie kam zu ihnen heraus. Da priesen sie sie alle mit lauter Stimme und sprachen:
15:12 Du bist die Krone Jerusalems, du bist die Wonne Israels, du bist die Ehre unsres Volks! Mit eigner Hand hast du alles getan und Israel eine so groe Heilstat erwiesen, und Gott hatte sein Gefallen daran. Gepriesen seist du vor Gott in Ewigkeit!
15:13 Und alles Volk sprach: Amen, Amen.
15:14 Nachdem man nun dreiig Tage lang die Beute eingesammelt hatte,
15:15 schenkten sie Judit alles, was Holofernes gehrt hatte, an Gold, Silber, Kleidern, Edelsteinen und andern Schtzen; alles wurde ihr vom Volk bergeben.
15:16 Und alle waren frhlich, sangen und sprangen, Mann und Frau, jung und alt.
16:1 Da sang Judit dem Herrn dies Lied:
16:2 Spielt dem Herrn mit Pauken und jubelt ihm mit Zimbeln; singt ihm ein neues Lied, preist seinen Namen und ruft ihn an!
16:3 Der Herr ist's, der den Kriegen wehren kann; Herr ist sein Name.
16:4 Er schlug sein Lager auf in seinem Volk, damit er uns errettet von allen unsern Feinden.
16:5 Assur kam von den Bergen im Norden mit groer Heeresmacht; die Schar seiner Krieger verstopfte die Bche, und seine Pferde bedeckten das Land.
16:6 Er drohte mir an, mein Land zu verbrennen und meine Mannschaft mit dem Schwert zu tten, meine Kinder zur Beute zu machen und meine jungen Mdchen hinwegzufhren.
16:7 Der Herr, der allmchtige Gott, aber hat ihn bestraft, ihn in die Hand einer Frau gegeben und ihn zuschanden gemacht.
16:8 Denn kein Mann, kein Krieger hat ihn umgebracht, und auch kein Riese hat ihn angegriffen, sondern Judit, die Tochter Meraris, hat ihn mit ihrer Schnheit berwunden.
16:9 Denn sie legte ihre Witwenkleider ab und zog ihre Feierkleider an zur Freude Israels.
16:10 Sie salbte sich ihr Angesicht und flocht ihr Haar, um ihn zu betrgen.
16:11 Ihre zierlichen Schuhe blendeten ihn, und ihre Schnheit fing sein Herz, aber sie schlug ihm den Kopf ab,
16:12 so da sich die Perser und Meder entsetzten vor ihrer khnen Tat.
16:13 Das ganze Heer der Assyrer heulte, als meine Leute elend herauskamen, die vor Durst fast verschmacht waren.
16:14 Unmndige Knaben erstachen die Assyrer und erschlugen sie auf der Flucht wie Kinder. Sie kamen um im Kampf vor meinem Herrn.
16:15 Lat uns singen ein neues Lied dem Herrn, unserm Gott!
16:16 Herr, Gott, du bist der mchtige Gott, der groe Taten tut, und niemand kann dir widerstehen.
16:17 Die ganze Schpfung mu dir dienen; denn was du sprichst, das mu geschehen; du sendest deinen Geist, und alles wird geschaffen; und deinem Wort kann niemand widerstehen.
16:18 Die Berge mssen beben, und die Felsen zerschmelzen wie Wachs vor dir.
16:19 Aber denen, die dich frchten, schenkst du groe Gnade. Denn alles Opfer und Fett ist viel zu gering vor dir; aber den Herrn frchten, das bertrifft alles.
16:20 Weh den Heiden, die mein Volk verfolgen! Denn der allmchtige Herr bestraft sie und sucht sie heim am Tage des Gerichts.
16:21 Er wird ihren Leib plagen mit Feuer und mit Wrmern, und sie werden brennen und es fhlen in alle Ewigkeit.
16:22 Nach diesem Sieg zog das ganze Volk von Betulia nach Jerusalem, um den Herrn anzubeten. Sie reinigten sich und opferten Brandopfer und was sie gelobt und versprochen hatten.
16:23 Und Judit hngte alle Waffen des Holofernes, die das Volk ihr gegeben hatte, als Weihgeschenk im Tempel auf, dazu das Netz, das sie mitgenommen hatte.
16:24 Und das Volk war frhlich in Jerusalem bei dem Heiligtum und feierte mit Judit drei Monate lang den Sieg.
16:25 Danach zog jeder wieder heim. Und auch Judit kehrte nach Betulia zurck
16:26 und wurde hoch geehrt im ganzen Land Israel.
16:27 Und sie nahm, solange sie lebte, keinen Mann nach dem Tode ihres ersten Mannes Manasse.
16:28 Sie wurde sehr alt und lebte im Hause ihres Mannes, bis sie hundertfnf Jahre alt war. Und sie hatte ihre Magd freigelassen. Danach starb sie in Betulia, und man begrub sie bei ihrem Mann Manasse.
16:29 Das ganze Volk trauerte um sie sieben Tage lang. Und vor ihrem Tod hatte sie ihr Hab und Gut unter ihre und ihres Mannes Verwandte verteilt.
16:30 Whrend sie lebte und noch lange danach, wagte niemand, Israel anzugreifen.
16:31 Der Tag dieses Sieges wurde von den Hebrern als ein groes Fest gefeiert und unter die heiligen Tage aufgenommen. So halten es die Juden bis auf den heutigen Tag.
1:1 Alexander, der Sohn Philipps, Knig von Mazedonien, der zuerst ber Griechenland herrschte, ist aus dem Lande Kittim ausgezogen und hat Darius, den Knig der Perser und Meder, geschlagen.
1:2 Er hat viele Kriege gefhrt, befestigte Stdte erobert und die andern Knige der Erde umgebracht
1:3 und ist immer weiter gezogen bis an die Enden der Erde und hat Beute bei vielen Vlkern gemacht; aber die Erde mute still sein vor ihm.
1:4 Er brachte eine gewaltige Heeresmacht zusammen, und sein Herz wurde hochmtig.
1:5 Denn er hatte alle Lnder und Knigreiche eingenommen, und sie muten ihm Tribut zahlen.
1:6 Als er aber krank wurde und merkte, da er sterben wrde,
1:7 rief er seine Frsten zu sich, die mit ihm von Jugend auf erzogen worden waren, und teilte sein Reich noch zu seinen Lebzeiten unter sie auf.
1:8 Darauf ist Alexander gestorben, nachdem er zwlf Jahre regiert hatte.
1:9 Dann bernahmen die Frsten das Reich, jeder in seinem Gebiet,
1:10 machten sich nach seinem Tode zu Knigen, und sie und ihre Nachkommen regierten lange Zeit. Und die Schlechtigkeit nahm immer mehr zu auf der Erde.
1:11 Aus ihnen scho eine bse Wurzel auf, Antiochus Epiphanes, der in Rom als Geisel fr seinen Vater Antiochus den Groen gewesen war. Er fing an zu regieren im 137. Jahr der griechischen Herrschaft.
1:12 Zu dieser Zeit traten in Israel gottlose Leute auf; die berredeten viele und sagten: Lat uns ein Bndnis mit den Heiden ringsum schlieen; denn wir haben viel leiden mssen seit der Zeit, da wir uns von den Heiden abgesondert haben.
1:13 Diese Meinung gefiel ihnen gut.
1:14 Und einige aus dem Volk entschlossen sich, zum Knig zu gehen; der gestattete ihnen, heidnische Lebensweise einzufhren.
1:15 Da richteten sie in Jerusalem eine Kampfbahn her, wie sie auch die Heiden hatten,
1:16 stellten knstlich ihre Vorhaut wieder her und fielen vom heiligen Bund ab, paten sich den andern Vlkern an und gaben sich dazu her, allen Lastern zu frnen.
1:17 Als nun Antiochus seine Herrschaft gefestigt hatte, gedachte er, auch das Knigreich gypten an sich zu bringen, damit er ber beide Knigreiche herrschte,
1:18 und zog nach gypten, gut gerstet mit groem Heer, mit Wagen, Elefanten, Reitern und vielen Schiffen
1:19 und fhrte Krieg mit Ptolemus, dem Knig von gypten. Aber Ptolemus wandte sich vor ihm zur Flucht, und viele gypter sind umgekommen.
1:20 Und Antiochus hat die befestigten Stdte in gypten eingenommen und groe Beute gemacht.
1:21 Als aber Antiochus in gypten gesiegt hatte und wieder heimzog im 143. Jahr, zog er hinauf gegen Israel
1:22 und kam nach Jerusalem mit einem groen Heer,
1:23 ging frech und ohne Scheu in das Heiligtum und lie wegnehmen den goldenen Altar, den Leuchter und alle Gerte, die dazu gehren, den Tisch, auf dem die Schaubrote lagen, die Kannen, die Schalen, die goldenen Lffel, den Vorhang, die Kronen und den goldenen Schmuck vorn am Tempel und lie den Goldberzug abreien.
1:24 Er nahm das Silber und Gold, die kostbaren Gefe und die verborgenen Schtze, die er fand, und fhrte alles mit sich in sein Land.
1:25 Und er lie viele Leute tten und fhrte lsterliche Reden.
1:26 Da herrschte berall in ganz Israel groes Herzeleid:
1:27 die Oberen und ltesten trauerten, die jungen Mdchen und jungen Mnner wurden kraftlos,
1:28 die Schnheit der Frauen verfiel, jeder Brutigam wehklagte, und die im Brautgemach saen, trauerten;
1:29 und das ganze Land war tief bewegt ber die Unterdrckung seiner Bewohner; und das ganze Haus Jakob war mit Schmach bedeckt.
1:30 Nach zwei Jahren sandte der Knig den obersten Steuereinnehmer in die Stdte Judas; der kam mit einer groen Schar Bewaffneter nach Jerusalem
1:31 und redete voll Hinterlist friedliche Worte zu ihnen.
1:32 Als sie ihm nun glaubten, berfiel er die Stadt unversehens, hauste bel in ihr und brachte viele aus Israel um,
1:33 plnderte die Stadt, verbrannte sie und ri die Huser und Mauern ringsum nieder.
1:34 Die Feinde fhrten Frauen und Kinder und Vieh weg,
1:35 befestigten die Stadt Davids mit starken Mauern und Trmen, und sie wurde ihre Burg.
1:36 Dann legten sie eine heidnische Besatzung dorthin, gottlose Leute, deren Zahl immer grer wurde.
1:37 Sie brachten Waffen und Nahrung hinein, und was sie aus der Stadt Jerusalem raubten, schafften sie auf die Burg; damit wurden sie zu einer stndigen Gefahr.
1:38 So entstand eine Bedrohung fr das Heiligtum und eine schlimme Gefahr fr Israel.
1:39 Sie vergossen viel unschuldiges Blut bei dem Heiligtum und entheiligten es.
1:40 So flohen die Brger Jerusalems ihretwegen, aber die Fremden blieben in Jerusalem, so da die Stadt denen fremd wurde, die in ihr geboren worden waren, und ihre Kinder sie verlieen.
1:41 Das Heiligtum wurde de wie die Wste, die Feiertage wurden zu Trauertagen, die Sabbate zur Schmach, und alle ihre Herrlichkeit wurde zunichte.
1:42 So herrlich und hoch Jerusalem einst gewesen war, so verachtet und elend mute es jetzt sein.
1:43 Antiochus lie ein Gebot an sein ganzes Knigreich ausgehen, da nur noch ein einziges Volk sein sollte.
1:44 Da gaben alle Vlker ihre Gesetze auf und willigten in das Wort des Knigs Antiochus ein.
1:45 Und auch viele aus Israel willigten ein und opferten den Gtzen und entheiligten den Sabbat.
1:46 Antiochus sandte auch Briefe nach Jerusalem und in alle Stdte Judas; in ihnen gebot er, da sie die Gebruche der Heiden annehmen,
1:47 die Brandopfer, Speisopfer und Sndopfer im Heiligtum einstellen,
1:48 Sabbate und andere Feste abschaffen,
1:49 das Heiligtum und das heilige Volk Israel entheiligen,
1:50 Altre, Tempel und Gtzenbilder errichten, Schweinefleisch und andere unreine Tiere opfern sollten.
1:51 Auch die Beschneidung verbot er und gebot, die Leute an alle Unreinheiten und heidnischen Bruche zu gewhnen, damit sie Gottes Gesetz vergessen und seine Rechtsordnungen abschaffen sollten.
1:52 Und wer dem Knig Antiochus nicht gehorsam sein wrde, den sollte man tten.
1:53 Dies Gebot lie er ausgehen durch sein ganzes Knigreich und setzte Amtleute ein, die das ganze Volk zwingen sollten, dies zu halten.
1:54 Die befahlen den Stdten Judas zu opfern.
1:55 Viele aus dem Volk schlossen sich denen an, die Gottes Gesetz verlassen hatten.
1:56 Lauter gottlosen Frevel trieben sie im Lande und verjagten das Volk Israel, so da es sich an verborgenen Fluchtorten verstecken mute.
1:57 Im 145. Jahr, am fnfzehnten Tage des Monats Kislew, lie Knig Antiochus das Greuelbild der Verwstung auf Gottes Altar setzen und in allen Stdten Judas Altre errichten,
1:58 damit man ffentlich auf dem Markt und jeder vor seinem Haus rucherte und opferte;
1:59 auch lie er die Bcher des Gesetzes Gottes zerreien und verbrennen
1:60 und alle, bei denen man die Bcher des Bundes Gottes fand, und alle, die Gottes Gesetz hielten, totschlagen.
1:61 So lieen sie Monat fr Monat ihre Kraft an den Israeliten aus, die in den Stdten entdeckt wurden.
1:62 Am fnfundzwanzigsten Tage des Monats opferten sie auf dem Altar, der auf dem Altar des Herrn stand.
1:63 Die Frauen, die ihre Shne hatten beschneiden lassen, wurden gettet, wie Antiochus befohlen hatte;
1:64 man hngte ihnen die Knblein an den Hals berall in ihren Husern und ttete auch die, die sie beschnitten hatten.
1:65 Aber viele vom Volk Israel blieben standhaft und wollten nichts Unreines essen
1:66 und lieen sich lieber tten, als sich durch Speisen unrein zu machen,
1:67 und wollten nicht vom heiligen Gesetz Gottes abfallen; darum wurden sie umgebracht.
1:68 So lag Gottes Zorn auf Israel.
2:1 Zu dieser Zeit trat der Priester Mattatias auf, der Sohn des Johannes, des Sohns Simeons, aus dem Geschlecht Jojaribs von Jerusalem; der wohnte in Moden
2:2 und hatte fnf Shne: Johannes mit dem Zunamen Gaddi,
2:3 Simon mit dem Zunamen Tassi,
2:4 Judas mit dem Zunamen Makkabus,
2:5 Eleasar mit dem Zunamen Awaran und Jonatan mit dem Zunamen Aphus.
2:6 Die sahen das schreckliche Elend in Juda und Jerusalem.
2:7 Und Mattatias klagte: Ach, da ich dazu geboren bin, die Zerstrung meines Volks und der heiligen Stadt mit ansehen zu mssen; ich aber mu stillsitzen und die Feinde ihren Mutwillen treiben lassen!
2:8 Das Heiligtum ist in die Hnde der Fremden gekommen, und der Tempel Gottes ist wie ein Mensch, dem die Ehre genommen ist.
2:9 Seine kostbaren Gerte hat man weggefhrt. Die Kinder sind auf den Gassen erschlagen, und die junge Mannschaft ist von den Feinden erstochen worden.
2:10 Welches Volk hat uns nicht unterjocht, und wer hat unser Land nicht ausgeplndert?
2:11 Alle seine Herrlichkeit ist weg. Es war eine Knigin, nun ist's eine Magd.
2:12 Siehe, unser Heiligtum, unser Ruhm und Preis, ist verwstet! Die Heiden haben's entweiht.
2:13 Wer sollte da noch Lust haben zu leben?
2:14 Und Mattatias zerri seine Kleider, er und seine Shne, und zogen Scke an und trauerten sehr.
2:15 Als nun die Abgesandten des Antiochus auch in die Stadt Moden kamen, um sie zu drngen, von Gottes Gesetz abzufallen und zu opfern und zu ruchern,
2:16 da fielen ihnen viele vom Volk Israel zu. Aber Mattatias und seine Shne blieben standhaft.
2:17 Da sagten die Abgesandten des Antiochus zu Mattatias: Du bist der Vornehmste und Angesehenste in dieser Stadt und hast viele Shne und eine groe Verwandtschaft.
2:18 Darum tritt du zuerst hin und tu, was der Knig befohlen hat, wie alle Vlker getan haben und die Mnner von Juda und die, die noch in Jerusalem sind; also werden du und deine Shne zu den Freunden des Knigs gezhlt werden und Gold und Silber und groe Gaben bekommen.
2:19 Da sagte Mattatias frei heraus: Wenn auch alle Vlker dem Knig Antiochus gehorsam wren und alle von dem Glauben ihrer Vter abfielen und in das Gebot des Knigs einwilligten,
2:20 so wollen doch ich und meine Shne und Brder nicht vom Gesetz unsrer Vter abfallen.
2:21 Davor bewahre uns Gott! Das wre fr uns nicht gut, da wir von Gottes Gesetz und Recht abfielen.
2:22 Wir wollen nicht in den Befehl des Antiochus einwilligen und wollen nicht opfern und von unserm Gesetz abfallen und damit einen andern Weg einschlagen.
2:23 Als er das gesagt hatte, trat ein Jude hin vor aller Augen, um den Gtzen zu opfern auf dem Altar in Moden, wie der Knig befohlen hatte.
2:24 Das sah Mattatias, und es ging ihm durchs Herz, und er entbrannte voll Eifer fr das Gesetz,
2:25 und er lief hinzu und ttete am Altar den Juden und auch den Mann, den der Knig Antiochus gesandt hatte, um zum Opfern zu zwingen, und warf den Altar um.
2:26 So trat er voll Eifer fr das Gesetz ein wie Pinhas, als er Simri ttete, den Sohn Salus.
2:27 Und Mattatias schrie laut: Wer voll Eifer fr das Gesetz eintritt und den Bund halten will, der ziehe mit mir aus der Stadt!
2:28 So flohen er und seine Shne aufs Gebirge und verlieen alles, was sie in der Stadt besaen.
2:29 Und viele, die nach Recht und Gerechtigkeit verlangten, zogen in die Wste hinaus
2:30 und blieben dort mit Frauen und Kindern und ihrem Vieh; denn die Unterdrckung war ihnen allzu schwer geworden.
2:31 Als aber den Amtleuten des Knigs und seinem Kriegsvolk in der Stadt Davids in Jerusalem gemeldet wurde, da einige sich dem Befehl des Knigs widersetzt hatten und hinabgezogen waren, um sich heimlich in der Wste zu verstecken, und da viel Volk ihnen nachgezogen war,
2:32 da zogen sie eilends hinter ihnen her und schickten sich an, sie am Sabbat zu berfallen,
2:33 und lieen ihnen sagen: Wollt ihr noch nicht gehorsam sein? Kommt heraus und tut, was der Knig befohlen hat, so werdet ihr am Leben bleiben.
2:34 Darauf antworteten sie: Wir wollen nicht herauskommen, auch den Sabbat nicht entheiligen, wie der Knig befiehlt.
2:35 Da strmten die Feinde gegen sie an;
2:36 aber sie wehrten sich nicht, verschanzten auch die Hhlen nicht
2:37 und sagten: Wir alle wollen lieber schuldlos sterben; Himmel und Erde werden Zeuge sein, da ihr uns mit Gewalt und Unrecht umbringt.
2:38 So wurden sie am Sabbat berfallen und sie und ihre Frauen und Kinder samt dem Vieh umgebracht, an die tausend Personen.
2:39 Als Mattatias und seine Freunde das hrten, hielten sie die Totenklage ber sie
2:40 und sagten zueinander: Wenn wir alle wie unsre Brder tun und uns nicht gegen die Heiden wehren, um unser Leben und das Gesetz zu retten, so haben sie uns bald von der Erde vertilgt.
2:41 Und am selben Tag beschlossen sie: Wenn man uns am Sabbat angreift, so wollen wir uns wehren, damit wir nicht alle umkommen, wie unsere Brder in den Hhlen ermordet worden sind.
2:42 Da schlossen sich ihnen tapfere Mnner aus Israel an, die Gruppe der Hasider, alle treue Anhnger des Gesetzes,
2:43 und zu ihnen kamen alle, die vor der Unterdrckung flohen, und verstrkten sie.
2:44 So sammelten sie ein Heer und erschlugen in ihrem Glaubenseifer und ihrem Zorn viele Gottlose und Abtrnnige; die brigen aber flohen und entkamen zu den Heiden.
2:45 Danach zogen Mattatias und seine Freunde im Lande Israel umher und rissen die Altre wieder nieder
2:46 und beschnitten mit Gewalt die Kinder, die sie noch unbeschnitten fanden,
2:47 und verfolgten die Partei der Abtrnnigen; und es ist ihnen gelungen,
2:48 das Gesetz gegen alle Macht der Heiden und Knige zu erhalten, so da die Gottlosen nicht ber sie Herr wurden.
2:49 Als aber Mattatias sehr alt war, sagte er vor seinem Tod zu seinen Shnen: Es ist groe Unterdrckung und schwere Strafe und Verfolgung und groer Zorn ber uns gekommen.
2:50 Darum, liebe Shne, setzt euch voll Eifer fr das Gesetz ein und wagt euer Leben fr den Bund unsrer Vter;
2:51 und denkt daran, welche Taten unsre Vter zu ihren Zeiten getan haben; so werdet ihr rechte Ehre und einen ewigen Namen erlangen.
2:52 Abraham wurde versucht und blieb im Glauben fest; das ist ihm zur Gerechtigkeit angerechnet worden.
2:53 Josef hielt das Gebot, als er bedrngt wurde, und ist Herr in gypten geworden.
2:54 Unser Vater Pinhas setzte sich voll Eifer fr die Ehre Gottes ein und erlangte die Zusage, da das Priestertum ewig bei ihm bleiben sollte.
2:55 Josua fhrte den Befehl aus, der ihm gegeben war; darum wurde er der oberste Frst in Israel.
2:56 Kaleb legte in der Gemeinde Zeugnis ab; darum hat er einen Erbanteil erlangt.
2:57 David bte Barmherzigkeit; darum erbte er den Knigsthron fr immer.
2:58 Elia setzte sich voll Eifer fr das Gesetz ein und wurde in den Himmel geholt.
2:59 Hananja, Asarja und Mischal glaubten und wurden aus dem Feuer errettet.
2:60 Daniel war ohne Schuld und wurde von den Lwen errettet.
2:61 So denkt daran, was von Geschlecht zu Geschlecht geschehen ist, und ihr werdet finden, da alle, die auf Gott vertrauen, erhalten werden.
2:62 Darum frchtet euch nicht vor den Drohungen des Gottlosen: denn seine Herrlichkeit wird zu Dreck und von den Wrmern gefressen.
2:63 Heute wird er erhht, und morgen ist er nichts mehr, wenn er wieder zu Erde geworden ist; und sein Vorhaben ist zunichte geworden.
2:64 Darum, liebe Kinder, seid unerschrocken und haltet fest am Gesetz, so wird euch Gott wieder herrlich machen.
2:65 Ich wei: euer Bruder Simon ist weise im Rat; dem gehorcht allezeit als eurem Vater.
2:66 Judas Makkabus ist ein starker Held von Jugend auf; der soll euer Feldhauptmann sein und den Krieg fhren.
2:67 Sammelt alle um euch, die das Gesetz halten. Rcht die Gewalttat, die an eurem Volk verbt wurde,
2:68 und zahlt den Heiden heim, was sie verdient haben; und haltet fest am Gesetz!
2:69 Danach segnete er sie und wurde zu seinen Vtern versammelt
2:70 und starb im 146. Jahr. Und seine Shne begruben ihn im Grab seiner Vter in Moden, und ganz Israel trauerte sehr um ihn.
3:1 Judas Makkabus trat nun an die Stelle seines Vaters.
3:2 Und seine Brder und alle, die sich zu seinem Vater gehalten hatten, halfen ihm und kmpften fr Israel mit Freuden.
3:3 Judas gewann seinem Volk groes Ansehen. Er legte den Harnisch an wie ein Held und grtete sich mit seinen Waffen und schtzte sein Heerlager mit seinem Schwert.
3:4 Er war mutig wie ein Lwe, khn wie ein junger brllender Lwe, wenn er etwas jagt.
3:5 Er sprte die Abtrnnigen auf und verfolgte sie, und die, die das Volk verfhrten, bestrafte er mit Feuer,
3:6 so da berall die Feinde vor ihm erschraken und alle Abtrnnigen niedergeworfen wurden; und er hatte Glck und Sieg.
3:7 Das verdro viele Knige; aber Jakob war es eine Freude und ewiger Ruhm und Ehre.
3:8 Er zog durch die Stdte Judas und erschlug die Gottlosen, um den Zorn von Israel abzuwenden.
3:9 So wurde sein Name berhmt bis an die Enden der Erde, so da alle Unterdrckten ihm zuliefen.
3:10 Da brachte Apollonius ein groes Heer zusammen von Heiden und Leuten aus Samarien, um gegen Israel zu kmpfen.
3:11 Als Judas das hrte, zog er ihm entgegen, kmpfte mit ihm und erschlug ihn, und viele Feinde wurden verwundet und gettet; die brigen aber flohen.
3:12 Judas machte groe Beute und nahm sich das Schwert des Apollonius; das fhrte er fortan sein Leben lang.
3:13 Als dann Seron, der Befehlshaber des syrischen Heeres, hrte, da die Partei und Gemeinde der Frommen sich zu Judas hielt, sagte er:
3:14 Ich will mir einen Namen machen, damit ich im ganzen Knigreich gepriesen werde, und will Judas und seinen Haufen, der den Befehl des Knigs verachtet, schlagen.
3:15 Darum rstete er sich, und mit ihm zog ein groes Heer der Gottlosen, um ihm zu helfen und sich an Israel zu rchen. Und sie kamen bis nach Bet-Horon.
3:16 Da zog Judas ihm mit einer kleinen Schar entgegen.
3:17 Als sie aber das Heer sahen, das ihnen entgegenkam, sagten sie zu Judas: Wir sind nur wenige; auch sind wir heute matt vom Fasten; wie sollen wir gegen ein so groes und starkes Heer kmpfen?
3:18 Aber Judas sagte: Es kann leicht geschehen, da wenige ein groes Heer berwinden; denn Gott kann ebensogut durch wenige den Sieg verleihen wie durch viele.
3:19 Denn der Sieg kommt vom Himmel und wird nicht durch eine groe Zahl errungen.
3:20 Sie ziehen gegen uns voller Frevel und Bosheit und wollen uns, unsre Frauen und Kinder ermorden und berauben.
3:21 Wir aber mssen uns wehren und fr unser Leben und Gesetz kmpfen.
3:22 Darum wird sie Gott vor unsern Augen vernichten; ihr sollt sie nicht frchten.
3:23 Als er das gesagt hatte, griff er die Feinde an, ehe sie sich's versahen, und schlug den Seron und sein Heer in die Flucht
3:24 und jagte sie von Bet-Horon hinunter in die Ebene und erschlug achthundert Mann; die brigen flohen ins Philisterland.
3:25 So legte sich Furcht und Schrecken vor Judas und seinen Brdern auf alle Vlker ringsum.
3:26 Und in allen Lndern sprach man von Judas und seinen Taten, und es kam auch vor den Knig.
3:27 Als nun Knig Antiochus das alles hrte, wurde er sehr zornig und lie aus seinem ganzen Knigreich ein groes Heer zusammenbringen,
3:28 ffnete seine Schatzkammer, gab dem Heer den Sold fr ein Jahr und befahl, da man auf alles gerstet sein sollte.
3:29 Als er aber sah, da er nicht mehr genug Geld in der Schatzkammer hatte und da aus dem Land wegen des Aufruhrs und des Kriegs, den er gegen die althergebrachten Gesetze fhrte, nicht viel Tribut einging,
3:30 wurde er besorgt, da er, wie bisher schon fter, nichts mehr brigbehalten knnte fr die Kosten seines Hofes und fr die Geschenke, die er frher mit freigebiger Hand mehr als alle Knige vor ihm ausgegeben hatte.
3:31 Darber war er sehr bestrzt und beschlo, nach Persien zu ziehen, von den Provinzen Tribut zu erheben und dadurch viel Geld zusammenzubringen.
3:32 Und er lie im Lande einen Frsten aus kniglichem Stamm zurck mit Namen Lysias; den machte er zum Statthalter ber das ganze Knigreich vom Euphrat bis an die Grenze gyptens
3:33 und vertraute ihm seinen Sohn, den jungen Antiochus, zur Erziehung an, solange er auer Landes sein wrde.
3:34 Er berlie ihm die Hlfte des Kriegsvolks und die Elefanten und gab ihm den Befehl, alles auszufhren, was er gegen die Bewohner von Juda und Jerusalem vorhatte:
3:35 er sollte ein Heer gegen sie schicken, um das Heer Israels und die berlebenden in Jerusalem auszurotten und die Erinnerung an diesen Ort auszutilgen;
3:36 auch sollte er in ihrem ganzen Gebiet Leute aus fremdem Stamm ansiedeln und das Land durchs Los an sie verteilen.
3:37 Im 147. Jahr nahm der Knig selbst das brige Kriegsvolk und zog von seiner Stadt Antiochia aus ber den Euphrat hinauf in die oberen Lnder.
3:38 Aber Lysias bestimmte einige mchtige Mnner von den Freunden des Knigs zu Hauptleuten, nmlich Ptolemus, den Sohn des Dorymenes, Nikanor und Gorgias,
3:39 und gab ihnen vierzigtausend Mann zu Fu und siebentausend Reiter, damit sie das Land Juda berfallen und es verheeren sollten, wie der Knig befohlen hatte.
3:40 Nachdem sie nun mit diesem Heer ausgezogen waren, lagerten sie sich bei Emmaus in der Ebene.
3:41 Als die Kaufleute in der Umgegend davon hrten, kamen sie in das Lager und brachten sehr viel Silber und Gold und Fesseln mit sich, um die Israeliten als Sklaven zu kaufen. Auch aus Syrien und andern fremden Lndern stie viel Kriegsvolk zu ihnen.
3:42 Als nun Judas und seine Brder sahen, da die Verfolgung immer schlimmer wurde und da die Feinde an der Grenze lagen, und erfuhren, da der Knig befohlen hatte, ganz Juda zu vertilgen,
3:43 sagten sie zueinander: Wir wollen der Erniedrigung unsres Volks ein Ende machen und fr unser Volk und fr das Heiligtum kmpfen.
3:44 Und die Gemeinde kam zusammen, um zum Kampf bereit zu sein und um miteinander zu beten und Gnade und Hilfe von Gott zu erflehen.
3:45 Aber zu dieser Zeit wohnte niemand mehr in Jerusalem, sondern es war wie eine Wste, und keiner von ihren Brgern ging mehr aus und ein; das, Heiligtum war zertreten, Fremde hatten die Burg inne, und dort war ein Versammlungsort der Heiden; die Freude war von Jakob weggenommen, und man hrte dort weder Flte noch Harfe.
3:46 Darum kam das Volk zusammen in Mizpa, gegenber von Jerusalem; denn Israel hatte vorzeiten in Mizpa angebetet.
3:47 An diesem Tag fasteten sie und zogen Trauergewnder an, streuten Asche auf ihr Haupt und zerrissen ihre Kleider
3:48 und entrollten die Schriftrolle des Gesetzes, der die Heiden nachgesprt hatten, um ihre Gtzen darauf zu malen.
3:49 Sie brachten auch dorthin die priesterlichen Kleider, die Erstlinge und Zehnten und lieen die Gottgeweihten herbeikommen, bei denen die Zeit ihres Gelbdes vorber war,
3:50 und schrien laut zum Himmel: Was sollen wir mit diesen machen, und wo sollen wir sie hinfhren?
3:51 Denn dein Heiligtum ist zertreten und entweiht, deine Priester leben in Trauer und Niedrigkeit.
3:52 Und siehe, die Heiden haben sich gegen uns versammelt, um uns ganz zu vertilgen. Du weit, was sie gegen uns im Sinn haben.
3:53 Wie knnen wir ihnen standhalten, wenn nicht du uns hilfst?
3:54 Und sie bliesen die Trompeten und schrien mit lauter Stimme.
3:55 Danach setzte Judas Anfhrer fr das Kriegsvolk ein, Oberste ber tausend, ber hundert, ber fnfzig und ber zehn.
3:56 Auch lie er ausrufen, da alle, die Huser gebaut oder geheiratet oder Weinberge gepflanzt hatten oder alle, die voll Furcht waren, wieder heimziehen mchten, wie das Gesetz es ihnen erlaubt.
3:57 Danach zogen sie fort und schlugen ihr Lager im Sden von Emmaus auf.
3:58 Und Judas sagte: Rstet euch und seid unerschrocken, damit ihr morgen frh bereit seid, gegen diese Heiden zu kmpfen, die zusammengekommen sind, um uns und unser Heiligtum zu vernichten!
3:59 Denn fr uns ist es besser, im Krieg zu fallen, als das Unglck unsres Volks und unsres Heiligtums zu sehen.
3:60 Aber was Gott im Himmel will, das geschehe!
4:1 Und Gorgias nahm fnftausend Mann zu Fu und tausend auserlesene Reiter und rckte bei Nacht gegen das Lager der Juden vor,
4:2 um sie unversehens zu vernichten; als Fhrer dienten ihnen einige Leute von der Burg.
4:3 Als Judas davon hrte, zog auch er mit den besten Leuten aus, um das Heer des Knigs, das bei Emmaus lag, zu schlagen,
4:4 solange es noch auerhalb des Lagers zerstreut war.
4:5 Als nun Gorgias bei Nacht an das Lager des Judas kam und dort niemand fand, suchte er sie im Gebirge und meinte, sie wren vor ihm geflohen.
4:6 Aber Judas kam morgens frh in die Ebene mit dreitausend Mann; doch hatten sie keine Harnische und Schwerter.
4:7 Als sie nun sahen, da das Heer der Feinde gut gerstet und von starker Reiterei umgeben war und da sie erfahrene Kriegsleute waren,
4:8 sagte Judas zu seinem Volk: Frchtet euch nicht vor ihrer groen Menge, und vor ihrem Ansturm erschreckt nicht!
4:9 Denkt daran, wie unsre Vter im Roten Meer errettet worden sind, als ihnen der Pharao mit einem groen Heer nacheilte.
4:10 Lat uns zum Himmel rufen, so wird uns der Herr auch gndig sein und an den Bund denken, den er mit unsern Vtern geschlossen hat, und wird unsre Feinde heute vor unsern Augen vernichten.
4:11 Und alle Heiden sollen erkennen, da einer ist, der sich Israels annimmt, hilft und errettet.
4:12 Als nun die Fremden aufblickten und sahen, da Judas gegen sie heranrckte,
4:13 zogen auch sie aus dem Lager, um Judas anzugreifen. Und die Leute des Judas bliesen die Trompeten
4:14 und griffen die Feinde an; und die Heiden wurden geschlagen, so da sie alle in die Ebene hinausflohen und die letzten erstochen wurden.
4:15 Denn Judas jagte ihnen nach bis nach Geser und bis ins Gebiet von Iduma, bis Aschdod und Jamnia, und es fielen von ihnen an die dreitausend Mann.
4:16 Als aber Judas und sein Heer von der Verfolgung zurckgekehrt waren, gebot er seinem Volk:
4:17 Ihr sollt nicht plndern; denn es steht uns noch eine Schlacht bevor.
4:18 Gorgias und sein Heer sind nahe vor uns im Gebirge; darum tretet nun unsern Feinden entgegen und schlagt sie. Danach knnt ihr plndern.
4:19 Whrend Judas noch redete, erschien eine Schar, die vom Gebirge herabsphte.
4:20 Und sie sahen, da ihre Leute geschlagen und das Lager angezndet war; denn sie sahen den Rauch; daraus konnten sie entnehmen, was geschehen war.
4:21 Dazu sahen sie Judas und sein Kriegsvolk in der Ebene, gerstet zur Schlacht; darber erschraken sie sehr
4:22 und flohen alle ins Gebiet der Fremden.
4:23 Dann kehrte Judas wieder zurck, um das Lager zu plndern, und sie eroberten viel Gold, Silber, blauen und roten Purpur und viele andere Schtze.
4:24 Danach zogen sie heim, dankten und lobten Gott mit Gesang und sprachen: Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Gte whret ewiglich.
4:25 An diesem Tag ist Israel groes Heil widerfahren.
4:26 Die Heiden aber, die entronnen waren, kamen zu Lysias und sagten ihm, wie es ihnen ergangen war.
4:27 Als Lysias das hrte, war er bestrzt und niedergeschlagen, weil nicht gelungen war, was er Israel hatte antun wollen und was der Knig befohlen hatte.
4:28 Darum brachte Lysias im folgenden Jahr wiederum viel auserlesenes Kriegsvolk zusammen, sechzigtausend Mann zu Fu und fnftausend Reiter, um die Juden zu vernichten.
4:29 Dies Heer zog nach Iduma und lagerte sich bei Bet-Zur. Doch Judas trat ihnen entgegen mit zehntausend Mann.
4:30 Als er aber sah, da die Feinde ein so groes Heer hatten, betete er und sprach: Lob sei dir, du Heiland Israels, der du durch die Hand deines Knechts David den Angriff des Starken zunichte gemacht und das ganze Heer der Heiden in die Hnde Jonatans, des Sohnes Sauls, und seines Waffentrgers gegeben hast.
4:31 Ich bitte dich, du wollest diese unsre Feinde auch in die Hnde deines Volks Israel geben, da sie mit ihrer Macht und ihren Reitern zuschanden werden.
4:32 Gib ihnen ein erschrockenes und verzagtes Herz, da sie wanken und geschlagen werden;
4:33 schlage sie nieder mit dem Schwert derer, die dich lieben, da dich alle loben und preisen, die deinen Namen kennen!
4:34 Als sie nun zusammenstieen, fielen vom Heer des Lysias fnftausend Mann.
4:35 Als aber Lysias sah, da die Seinen flohen, die Juden dagegen unerschrocken und bereit waren, in Ehren zu leben oder in Ehren zu sterben, zog er ab nach Antiochia, um Kriegsvolk anzuwerben und mit noch strkerer Heeresmacht wieder nach Juda zu ziehen.
4:36 Judas aber und seine Brder sagten: Weil unsre Feinde verjagt sind, lat uns hinaufziehen und das Heiligtum wieder reinigen und weihen!
4:37 Darum kam das ganze Kriegsvolk zusammen, und sie zogen miteinander auf den Berg Zion.
4:38 Und als sie sahen, wie das Heiligtum verwstet, der Altar entheiligt, die Tore verbrannt waren, und da der Platz umher mit Unkraut bewachsen war wie ein Wald oder Gebirge und die Priesterzellen zerfallen waren:
4:39 da zerrissen sie ihre Kleider und hielten eine groe Klage, streuten Asche auf ihr Haupt,
4:40 fielen nieder auf ihr Angesicht und bliesen die Trompeten und schrien zum Himmel.
4:41 Und Judas stellte Mnner auf, die die Leute in der Burg abwehren sollten, bis man das Heiligtum gereinigt hatte.
4:42 Und er nahm dazu Priester, die nicht unrein geworden und bestndig im Gesetz geblieben waren.
4:43 Die reinigten das Heiligtum und trugen die unreinen Steine weg an einen unheiligen Ort.
4:44 Weil nun der Brandopferaltar entheiligt war, berlegten sie, was sie mit ihm machen sollten.
4:45 Und sie hatten einen guten Einfall, nmlich, da man ihn ganz einreien sollte, damit kein rgernis von ihm kme, weil ihn die Heiden entheiligt hatten. Darum wurde er ganz eingerissen.
4:46 Und sie verwahrten die Steine auf dem Berge bei dem Tempel an einem geeigneten Ort, bis ein Prophet kommen und verknden wrde, was man damit tun sollte.
4:47 Sie nahmen aber unbehauene Steine, wie das Gesetz lehrt, und bauten einen neuen Altar ganz so, wie der frhere gewesen war.
4:48 Und sie bauten das Heiligtum wieder auf und das Innere des Hauses und weihten den Bau und die Vorhfe.
4:49 Und sie lieen neue heilige Gefe machen und brachten den goldenen Leuchter, den Rucheraltar und den Tisch in den Tempel.
4:50 Und sie legten Weihrauch auf den Altar und zndeten die Lampen auf dem Leuchter an, damit sie im Tempel leuchteten.
4:51 Auf den Tisch legten sie die Brote und hngten die Vorhnge auf und richteten den Tempel vollstndig wieder her.
4:52 Und am fnfundzwanzigsten Tage des neunten Monats, der Kislew heit, im 148. Jahr,
4:53 standen sie frh auf und opferten nach dem Gesetz auf dem neuen Brandopferaltar, den sie aufgerichtet hatten.
4:54 Zur gleichen Zeit und am gleichen Tage, an dem die Heiden das Heiligtum entweiht hatten, wurde es wieder geweiht mit Gesang und mit Zithern, Harfen und Zimbeln.
4:55 Und alles Volk fiel nieder auf das Angesicht, betete an und lobte den Herrn im Himmel, der ihnen Glck und Sieg gegeben hatte.
4:56 Und sie hielten das Fest der Weihe des neuen Altars acht Tage lang und opferten mit Freuden Brandopfer, Dankopfer und Lobopfer;
4:57 und sie schmckten die Vorderseite des Tempels mit goldenen Krnzen und Schilden und machten neue Tore und Zellen und setzten die Tren ein.
4:58 Und es herrschte sehr groe Freude im Volk, da die Schande von ihnen genommen war, die ihnen die Heiden angetan hatten.
4:59 Und Judas und seine Brder und die ganze Gemeinde Israel beschlossen, da man jhrlich vom fnfundzwanzigsten Tage des Monats Kislew an acht Tage lang das Fest der Weihe des neuen Altars mit Freude und Frhlichkeit halten sollte.
4:60 Zu derselben Zeit bauten sie hohe Mauern und feste Trme um das Heiligtum auf dem Berge Zion, damit die Heiden das Heiligtum nicht einnehmen und zertreten knnten, wie sie es kurz zuvor getan hatten.
4:61 Und Judas legte Kriegsvolk hinein, um das Heiligtum zu schtzen. Er befestigte auch Bet-Zur, damit das Volk eine Festung gegen Iduma htte, in der sie sich aufhalten und verteidigen konnten.
5:1 Als aber die Heiden ringsum hrten, da der Altar wieder aufgerichtet und das Heiligtum erneuert war, so wie es frher gewesen war, wurden sie sehr zornig
5:2 und nahmen sich vor, das Geschlecht Jakobs, das unter ihnen wohnte, auszurotten, und fingen an, die Juden zu tten und zu vernichten.
5:3 Aber Judas zog gegen das Geschlecht Esaus in Iduma und in Akrabattene, wo sie die Israeliten belagerten, schlug viele Idumer tot und demtigte sie und plnderte sie aus.
5:4 Weil auch die Beoniter auf den Straen zu einer stndigen Gefahr und zu einem rgernis fr das Volk durch ihre Nachstellungen geworden waren,
5:5 dachte Judas an ihre Niedertracht, schlo sie in ihren Burgen ein, belagerte sie und vollstreckte den Bann an ihnen und verbrannte ihre Burgen mit allen, die darin waren.
5:6 Danach zog er gegen die Ammoniter; die waren gut gerstet und hatten viel Kriegsvolk und einen Hauptmann Timotheus.
5:7 Darum hatte Judas viele Kmpfe mit ihnen zu bestehen, und sie wurden von ihm besiegt und geschlagen.
5:8 Und er eroberte die Stadt Jaser mit ihren umliegenden Ortschaften. Danach zog er wieder heim nach Juda.
5:9 Es versammelten sich aber die Heiden auch in Gilead gegen die Israeliten, die unter ihnen wohnten, um sie auszurotten; aber das Volk floh auf die Burg Datema.
5:10 Und sie schrieben an Judas und seine Brder:
5:11 Die Heiden ringsum haben sich gegen uns versammelt, um uns alle umzubringen. Sie wollen kommen und unsre Burg strmen, in die wir geflohen sind; und ihr Hauptmann ist Timotheus.
5:12 Darum bitten wir dich, uns zu Hilfe zu kommen und uns aus ihrer Hand zu retten; denn wir sind wenige, weil die Feinde viele umgebracht haben;
5:13 und im Lande Tob sind alle unsre Brder, gegen tausend Mann, gettet und ihre Frauen, Kinder und ihr Hab und Gut weggefhrt worden.
5:14 Als man diesen Brief las, kamen andere Boten aus Galila; die hatten ihre Kleider zerrissen und meldeten hnliches
5:15 und sagten, die Heiden aus Ptolemais, Tyrus und Sidon und ganz Galila seien zusammengekommen, um die Israeliten auszurotten.
5:16 Als Judas und das Volk das hrten, hielten sie eine groe Versammlung ab, um zu berlegen, wie sie ihren Brdern helfen knnten, die in solcher Not waren und vom Feinde bedrngt wurden.
5:17 Und Judas befahl seinem Bruder Simon: Whle dir Mnner aus, zieh hin und rette deine Brder in Galila; ich aber und mein Bruder Jonatan wollen nach Gilead ziehen.
5:18 Und er machte Josef, den Sohn Secharjas, und Asarja zu Hauptleuten ber das brige Kriegsvolk daheim, um Juda zu beschtzen,
5:19 und befahl ihnen, sie sollten das Volk regieren und sich nicht in einen Krieg mit den Heiden einlassen, bis er zurckkme.
5:20 Und Simon zog nach Galila mit dreitausend Mann, Judas nach Gilead mit achttausend.
5:21 Als nun Simon nach Galila kam, bestand er viele Kmpfe mit den Heiden, siegte und verfolgte sie bis zum Tor von Ptolemais.
5:22 So kamen gegen dreitausend Heiden um, und Simon machte groe Beute.
5:23 Danach nahm er die Juden aus Galila und Arbatta mit Weib und Kind und all ihr Hab und Gut mit und fhrte sie mit groer Freude nach Juda.
5:24 Aber Judas Makkabus und sein Bruder Jonatan zogen ber den Jordan in die Wste drei Tagereisen weit.
5:25 Da trafen sie auf die Nabater. Die empfingen sie freundlich und erzhlten ihnen, wie es ihren Brdern in Gilead ging
5:26 und da viele eingeschlossen waren in Bosora, Bosor, Alema, Kaspin, Maked und Karnajim, alles groe und befestigte Stdte;
5:27 da auch viele in andern Stdten in Gilead eingeschlossen waren und die Feinde beschlossen hatten, am andern Tage die Befestigungen zu berfallen, zu strmen und alle Juden an einem Tage umzubringen.
5:28 Da kehrte Judas mit seinem Heer sogleich um in die Wste von Bosora, eroberte die Stadt und erschlug alles, was mnnlich war, mit der Schrfe des Schwerts und plnderte und verbrannte die Stadt.
5:29 Danach zogen sie bei Nacht fort zu der Burg, wo seine Brder belagert wurden.
5:30 Und als sie am Morgen aufblickten, sahen sie eine groe Menge Kriegsvolk, die nicht zu zhlen war, Leitern und Sturmbcke tragen, um die Festung im Sturm zu nehmen.
5:31 Und als Judas sah, da der Kampf anfing und in der Stadt Trompeten und lautes Geschrei zum Himmel schallten,
5:32 da ermahnte Judas sein Heer, fr ihre Brder zu kmpfen, um sie zu retten.
5:33 Und er teilte es in drei Heerhaufen ein und griff von hinten an und lie die Trompeten blasen; und das Volk schrie laut im Gebet zu Gott.
5:34 Als aber das Heer des Timotheus sah, da der Makkaber hinter ihnen war, flohen sie vor ihm und wurden vernichtend geschlagen, so da von ihnen an diesem Tag gegen achttausend fielen.
5:35 Danach zog Judas nach Alema, strmte und eroberte es und lie alles, was mnnlich war, tten und plnderte und verbrannte die Stadt.
5:36 Von dort zog er weiter und eroberte Kaspin, Maked, Bosor und die andern Stdte in Gilead.
5:37 Aber Timotheus brachte ein neues Heer zusammen und lagerte sich gegenber von Rafon jenseits des Bachs.
5:38 Da schickte Judas Leute aus, die das Lager erkunden sollten. Die meldeten ihm, da es eine sehr groe Menge aus allen Heiden ringsum wre,
5:39 da sie auch Kriegsleute aus Arabien bei sich htten, denen sie Sold geben mten, und da sich das Heer jenseits des Bachs gelagert htte und zur Schlacht gerstet wre. Darum zog Judas ihnen entgegen.
5:40 Und Timotheus sagte zu seinen Hauptleuten: Wenn Judas mit seinem Heer an den Bach kommt und so mutig ist, da er zuerst zu uns herberzieht, so knnen wir ihm nicht widerstehen, sondern er wird uns schlagen.
5:41 Wenn er sich aber frchtet und nicht ber den Bach wagt, so wollen wir ber das Wasser und ihn angreifen und schlagen.
5:42 Als nun Judas an den Bach kam, stellte er die Amtleute an das Wasser und befahl ihnen, dafr zu sorgen, da keiner zurckblieb, sondern da alle in den Kampf zogen.
5:43 Als nun Judas und sein Heer als erste ber das Wasser kamen, wurden die Feinde alle von ihnen geschlagen und warfen ihre Waffen weg und flohen in einen Tempel in der Stadt Karnajim.
5:44 Aber Judas eroberte die Stadt und verbrannte den Tempel und alle, die darin waren; so wurde Karnajim unterworfen und konnte Judas nicht widerstehen.
5:45 Danach lie Judas alle Israeliten, die in Gilead waren, klein und gro, Frauen und Kinder, eine sehr groe Zahl, zusammenkommen, damit sie nach Juda zogen.
5:46 Und auf dem Wege kamen sie zu einer groen, gut befestigten Stadt, Efron, die an der Strae lag, durch die man hindurch mute und nicht rechts oder links vorbeiziehen konnte.
5:47 Nun wollten die Leute von Efron Judas nicht durchlassen,
5:48 sondern zogen sich in die Stadt zurck, verschlossen die Tore und wlzten Steine davor.
5:49 Aber Judas sandte zu ihnen, sagte ihnen Frieden zu und bat freundlich,
5:50 da man sie durchliee, damit sie in ihr Land kommen knnten; denn keiner von seinen Leuten wrde ihnen Schaden antun; er begehre nichts anderes, als durch die Stadt zu ziehen. Aber die Leute von Efron wollten sie nicht einlassen.
5:51 Da lie Judas im ganzen Heer ausrufen, da das Kriegsvolk sich in Schlachtordnung aufstellen sollte. So stellten sie sich in Schlachtordnung auf, strmten den ganzen Tag und die ganze Nacht gegen die Stadt an und eroberten sie.
5:52 Und Judas lie alles, was mnnlich war, erstechen und plnderte und zerstrte die Stadt und zog ber die toten Krper hinweg. Und sie kamen ber den Jordan in die Ebene gegenber von Bet-Schean.
5:53 Und Judas sammelte die Zurckbleibenden und sprach dem Volk auf dem ganzen Wege Mut zu, bis sie ins Land Juda kamen.
5:54 Da zogen sie mit groer Freude auf den Berg Zion und opferten Brandopfer, weil keiner von ihnen gefallen und sie mit Frieden wieder heimgekommen waren.
5:55 Whrend aber Judas und Jonatan in Gilead waren und ihr Bruder Simon in Galila vor Ptolemais,
5:56 hrten die beiden Hauptleute Josef, der Sohn Secharjas, und Asarja von ihren Siegen und groen Taten und sagten:
5:57 Auch wir wollen Ehre einlegen und die Heiden um uns her angreifen.
5:58 Und sie befahlen ihrem Kriegsvolk, nach Jamnia zu ziehen.
5:59 Da zog Gorgias mit seinem Heer aus der Stadt, um gegen sie zu kmpfen,
5:60 und schlug Josef und Asarja in die Flucht und jagte sie bis ins Land Juda. Und Israel verlor an diesem Tag gegen zweitausend Mann.
5:61 So erlitt das Volk eine schwere Niederlage, weil sie Judas und seinem Bruder nicht gehorcht und gemeint hatten, sie knnten sich Ruhm erringen,
5:62 obwohl sie doch nicht aus dem Geschlecht der Mnner waren, denen Gott verliehen hatte, Israel die Rettung zu bringen.
5:63 Aber Judas und seine Brder wurden sehr hoch geachtet in ganz Israel und bei allen Heiden,
5:64 wo man sie auch nannte. Und viele kamen und huldigten ihnen.
5:65 Und Judas zog aus mit seinen Brdern gegen das Geschlecht Esaus im Sdland und eroberte Hebron und die Orte ringsum und ri ihre Mauern nieder und verbrannte ihre Trme
5:66 und kehrte um ins Philisterland und zog durch Marescha.
5:67 Damals sind viele Priester gefallen, die allzu khn gewesen waren und die Feinde ohne Rat und Befehl angegriffen hatten.
5:68 Darauf zog Judas nach Aschdod ins Philisterland und ri ihre Gtzenaltre ein und verbrannte ihre Gtzen und plnderte die Stdte und kam wieder heim ins Land Juda.
6:1 Als aber Knig Antiochus durch die oberen Lnder zog, hrte er von einer berhmten Stadt in Elymais in Persien, da dort viel Gold und Silber und groer Reichtum war
6:2 und da im Tempel reiche Schtze und die goldenen Kleider, Harnische und Schilde aufbewahrt wurden, die Alexander, der Sohn Philipps, der Knig von Mazedonien, der zuerst ber Griechenland herrschte, dorthin geschenkt hatte.
6:3 Darum zog Antiochus vor die Stadt, um sie zu erobern und zu plndern; aber es gelang ihm nicht, weil die Einwohner der Stadt gewarnt worden waren
6:4 und sich ihm zum Kampf entgegenstellten. Und Antiochus mute fliehen und zog mit groem Unmut wieder ab und kehrte nach Babylon um.
6:5 Da kam ein Bote zu ihm nach Persien und meldete, da sein Heer, das er in das Land Juda gesandt hatte, geschlagen worden wre
6:6 und da Lysias an der Spitze eines starken Heeres ausgezogen wre, aber vor den Juden htte fliehen mssen, und da die Juden in seinem Lager viele Waffen und groe Beute erobert htten, mit der sie sich dann besser gerstet htten und mchtiger geworden wren;
6:7 und sie htten das Greuelbild der Verwstung, das er auf den Altar in Jerusalem gesetzt hatte, zerstrt und das Heiligtum wieder mit hohen Mauern umgeben wie frher, dazu auch seine Stadt Bet-Zur befestigt.
6:8 Als Antiochus das hrte, erschrak er heftig und wurde sehr bestrzt, legte sich nieder und wurde krank vor Kummer, weil sein Vorhaben nicht gelungen war.
6:9 Und er blieb lange dort; denn der Kummer wurde je lnger umso grer und machte ihn so schwach, da er meinte, er mte sterben.
6:10 Darum rief er alle seine Freunde zu sich und sagte zu ihnen: Ich kann keinen Schlaf mehr finden vor lauter Kummer und Herzeleid.
6:11 Ich dachte bei mir selbst: In welche Trbsal und in was fr Fluten von Trauer bin ich jetzt geraten, whrend ich doch gtig und beliebt war, solange ich regiert habe!
6:12 Aber nun denke ich an das Bse, das ich in Jerusalem getan habe, als ich alle goldenen und silbernen Gerte aus dem Tempel wegfhrte und die Bewohner Judas ohne Grund ausrotten wollte.
6:13 Jetzt wei ich, woher dies Unglck ber mich kommt; und darum mu ich in einem fremden Land in groer Traurigkeit sterben.
6:14 Und er rief einen seiner Freunde, Philippus, zu sich; den setzte er zum Statthalter ber das ganze Knigreich ein,
6:15 bergab ihm Krone, Mantel und Ring und befahl ihm, seinen Sohn, den jungen Antiochus, zu erziehen und zum Herrscher heranzubilden.
6:16 Danach starb Knig Antiochus dort im 149. Jahr.
6:17 Als nun Lysias hrte, da der Knig tot war, machte er den Sohn des Antiochus Epiphanes, den jungen Antiochus, den er erzogen hatte, zum Knig und nannte ihn Eupator.
6:18 Nun verwehrten die Feinde, die die Burg besetzt hielten, dem Volk Israel den Zugang zum Heiligtum von allen Seiten; sie trachteten danach, ihm berall Schaden zu tun, und waren den Heiden eine starke Sttze.
6:19 Darum nahm Judas sich vor, sie zu vernichten, und rief das ganze Kriegsvolk zusammen, um sie zu belagern.
6:20 Und sie kamen zusammen und belagerten die Burg im 150. Jahr und stellten Geschtze und Sturmbcke auf.
6:21 Aber einige von den Belagerten entkamen. Zu ihnen stieen Abtrnnige aus Israel; die zogen mit ihnen zum Knig und sagten:
6:22 Wie lange willst du sie ohne Strafe lassen und unsre Brder nicht rchen?
6:23 Wir nmlich haben beschlossen, deinem Vater untertan zu sein und seinen Befehlen zu folgen und seinen Geboten gehorsam zu sein.
6:24 Darum wurden unsere Landsleute uns feind, und wenn sie einen von uns fanden, tteten sie ihn und verteilten unser Erbe unter sich;
6:25 und sie streckten nicht allein gegen uns ihre Hand aus, sondern auch gegen alle Nachbarlnder.
6:26 Und jetzt belagern sie die Burg von Jerusalem, um sie zu erobern, und haben das Heiligtum und Bet-Zur befestigt.
6:27 Wenn du dich nicht beeilst, sie abzuwehren, werden sie strker werden und noch mehr Schaden tun, und du wirst sie nicht mehr bezwingen knnen.
6:28 Als der Knig das hrte, wurde er sehr zornig und lie alle seine Frsten zusammenrufen und die Hauptleute ber das Fuvolk und ber die Reiter
6:29 und nahm fremde Sldner an aus andern Knigreichen und von den Inseln
6:30 und brachte zusammen hunderttausend Mann zu Fu, zwanzigtausend Reiter und zweiunddreiig kriegsgewohnte Elefanten.
6:31 Dies Heer zog durch Iduma und belagerte Bet-Zur und kmpfte viele Tage lang und stellte Sturmbcke auf; aber die Juden machten einen Ausfall und verbrannten die Sturmbcke und kmpften tapfer.
6:32 Und Judas zog von der Burg ab und lagerte mit dem Heer bei Bet-Sacharja gegenber dem Lager des Knigs.
6:33 Da brach der Knig morgens frh vor Tag auf und fhrte das Heer zum Angriff an die Strae nach Bet-Sacharja, stellte es in Schlachtordnung auf und lie die Trompeten blasen
6:34 und den Elefanten roten Wein und Maulbeersaft vorhalten, um sie zum Kampf anzureizen und wild zu machen;
6:35 und sie verteilten die Elefanten auf die Abteilungen, so da jedem Elefanten tausend Mann zu Fu in Harnischen und eisernen Helmen und fnfhundert Reiter zugeordnet wurden.
6:36 Diese standen schon vorher an der Stelle, wohin der Elefant gefhrt wurde; und wohin er ging, da gingen sie auch hin und wichen nicht von ihm.
6:37 Und jeder Elefant trug einen starken hlzernen Turm, der ihm kunstvoll angegrtet war; darin standen je vier Krieger, die auf ihm kmpften, und der Inder, der das Tier leitete.
6:38 Die brige Reiterei ordnete er auf beiden Seiten des Heeres an, um das feindliche Heer ins Wanken zu bringen und geschlossen in ihre Reihen einzudringen.
6:39 Und als die Sonne aufging und auf die goldenen und ehernen Schilde schien, glnzte das ganze Gebirge davon und leuchtete, als wre es lauter Feuer.
6:40 Und ein Teil des kniglichen Heeres verbreitete sich ber die hohen Berge, ein anderer unten in der Ebene, und sie zogen vorsichtig und in guter Ordnung heran.
6:41 Und wer sie hrte, der geriet in Angst vor dem Lrm der groen Menge, dem Aufmarsch der Truppen und dem Klirren der Waffen; denn es war ein sehr groes und gut gerstetes Heer.
6:42 Und auch Judas zog gegen sie in seiner Ordnung, und es fielen sechshundert Mann vom kniglichen Heer.
6:43 Und Eleasar Awaran bemerkte einen Elefanten; der war grer als die andern und mit kniglichem Panzer angetan; und er dachte, der Knig wre darauf,
6:44 und wollte sich opfern, um das Volk Israel zu erretten und einen ewigen Namen zu erlangen.
6:45 Er lief mit groer Khnheit herbei, drang durch die Feinde hindurch und ttete viele von ihnen auf beiden Seiten, so da sie vor ihm auseinanderwichen,
6:46 kroch unter den Elefanten und erstach ihn, so da der Elefant auf ihn fiel und auch ihn totschlug.
6:47 Weil aber die Juden sahen, da das Heer des Knigs mit so groer Macht angriff, wichen sie vor ihnen zurck.
6:48 Darum zog das Heer des Knigs gegen sie nach Jerusalem und schlug in Juda am Berg Zion das Lager auf.
6:49 Aber die Leute von Bet-Zur konnten vor Hunger nicht lnger in ihrer Festung bleiben; denn es war das siebente Jahr, in dem man die Felder im ganzen Lande brach liegen lassen mute; und sie erlangten Geleit vom Knig, damit sie sicher herauskommen konnten.
6:50 Da nahm der Knig Bet-Zur ein und legte eine Besatzung hinein, um die Festung zu bewachen.
6:51 Er belagerte das Heiligtum lange Zeit und stellte die verschiedensten Geschtze dagegen auf.
6:52 Aber das Volk Israel im Heiligtum wehrte sich viele Tage und stellte auch Geschtze gegen die Feinde auf.
6:53 Aber auch sie hatten nichts mehr zu essen, weil es das siebente Jahr war; denn die auswrtigen Juden, die vor den Heiden nach Juda geflchtet waren, hatten den gesamten Vorrat aufgezehrt.
6:54 Und es blieben sehr wenige im Heiligtum, denn der Hunger nahm berhand. Darum hatten sich die meisten zerstreuen und auf andere Stdte verteilen mssen.
6:55 Mittlerweile hrte Lysias, da Philippus, dem Knig Antiochus noch zu seinen Lebzeiten seinen Sohn Antiochus zur Erziehung anvertraut hatte, damit er Knig wrde,
6:56 aus Persien und Medien zurckgekommen war mit dem Kriegsvolk, das der Knig dorthin gefhrt hatte, und da er nach der Herrschaft trachtete.
6:57 Darum beeilte er sich, zum Knig und zu den Hauptleuten zu sagen: Wir verlieren tglich viele Leute und haben kaum zu essen, und der Ort, den wir belagern, ist stark befestigt; wir haben aber daheim Ntigeres zu tun, nmlich den Frieden im Knigreich zu erhalten.
6:58 Lat uns Frieden mit den Leuten hier und mit ihrem ganzen Volk schlieen
6:59 und gestatten, da sie ihr Gesetz halten wie frher; denn sie grollen und kmpfen allein deswegen, weil wir ihnen ihr Gesetz nehmen wollen.
6:60 Diese Meinung gefiel dem Knig und den Frsten gut. Und der Knig schickte zu den Juden, um mit ihnen Frieden zu schlieen; und sie nahmen ihn an.
6:61 Und als der Knig und die Frsten ihnen einen Eid geleistet hatten, kamen sie aus ihrer Festung heraus, und der Knig zog hinein auf den Berg Zion.
6:62 Als er aber sah, da der Ort so stark befestigt war, hielt er seinen Eid nicht, den er geschworen hatte, sondern befahl, die Mauer ringsum niederzureien.
6:63 Danach zog er eilends weg nach Antiochia. Da erfuhr er, da sich Philippus zum Herrn der Stadt gemacht hatte. Mit dem kmpfte er und eroberte die Stadt.
7:1 Im 151. Jahr floh Demetrius, der Sohn des Seleukus, aus Rom und kam mit einem kleinen Gefolge in eine Stadt am Meer und regierte dort als Knig.
7:2 Und als er in den Palast seiner Vorfahren kam, nahm das Kriegsvolk Antiochus und Lysias gefangen, um sie Demetrius zu bergeben.
7:3 Als das aber Demetrius gemeldet wurde, befahl er, sie nicht vor seine Augen kommen zu lassen.
7:4 Darum ttete sie das Kriegsvolk. Als nun Demetrius auf den Thron gelangt war,
7:5 kamen zu ihm gottlose und abtrnnige Leute aus Israel; ihr Anfhrer war Alkimus; der wre gern Hoherpriester geworden.
7:6 Diese verklagten Judas und ihr eigenes Volk beim Knig und sagten: Judas und seine Brder haben alle, die dir gehorsam sein wollten, umgebracht und uns aus unserm Lande verjagt.
7:7 Darum sende jemand, dem du vertraust, dorthin; er soll sich ansehen, welche Zerstrung Judas ber uns und das Land des Knigs gebracht hat, und soll ihn und seinen ganzen Anhang bestrafen.
7:8 Darum whlte der Knig aus seinen Freunden Bakchides aus, der Statthalter ber das Land jenseits des Euphrat war und ein Mchtiger im Reich und dem Knig treu.
7:9 Und er schickte mit ihm den abtrnnigen Alkimus, den er zum Hohenpriester gemacht hatte, und befahl ihm, das Volk Israel zu bestrafen.
7:10 Und sie zogen ins Land Juda mit einem groen Heer und schickten Boten zu Judas und seinen Brdern, um ber den Frieden zu verhandeln, und taten so, als wollten sie Frieden mit ihnen halten.
7:11 Aber es war nichts als Betrug. Darum glaubte ihnen Judas nicht; denn er sah, da sie gut gerstet waren und ein groes Heer mit sich fhrten.
7:12 Aber viele Schriftgelehrte kamen zu Alkimus und Bakchides, um zu fragen, was nun Recht sein sollte. Und die Hasider waren die ersten in Israel,
7:13 die Frieden begehrten.
7:14 Und sie sagten: Ein Priester aus dem Geschlecht Aaron ist mit dem Heer gekommen; er wird uns nicht hintergehen.
7:15 Und Alkimus sagte ihnen Frieden zu und schwor einen Eid: Wir wollen euch und euren Freunden kein Leid antun.
7:16 Und sie glaubten ihm. Er aber lie sechzig Mann von ihnen gefangennehmen und ttete sie alle an einem einzigen Tag, wie die Schrift sagt:
7:17 Das Fleisch deiner Heiligen haben sie den Tieren gegeben; sie haben Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser; und da war niemand, der sie begrub.
7:18 Darum kam Furcht und Schrecken ber das ganze Volk, und es klagte, da Alkimus nicht nach Treu und Glauben gehandelt htte; denn er hielt den Vertrag und seinen Eid nicht.
7:19 Und Bakchides zog weg von Jerusalem und belagerte Bet-Sajit und lie viele gefangennehmen, die ihn vorher anerkannt, aber wegen seiner Untreue sich wieder von ihm abgewendet hatten; einige vom Volk lie er tten und in eine groe Grube werfen.
7:20 Danach bergab Bakchides das Land dem Alkimus und lie Kriegsvolk bei ihm, um ihm zu helfen; er aber zog wieder zum Knig.
7:21 Und Alkimus nahm sich vor, mit aller Gewalt Hoherpriester zu werden.
7:22 Und zu ihm stieen alle, die ihr Volk verwirrten; und sie unterwarfen sich das Land Juda mit Gewalt und unterdrckten das Volk Israel schwer.
7:23 Als nun Judas sah, da Alkimus und die Abtrnnigen aus Israel viel greren Schaden im Lande anrichteten als die Heiden,
7:24 durchzog er abermals das ganze Land Juda, bestrafte die Abtrnnigen und hinderte sie, aufs Land hinauszugehen.
7:25 Als aber Alkimus sah, da Judas und sein Volk wieder stark waren, und erkannte, da er ihnen nicht widerstehen konnte, zog er wieder zum Knig und klagte sie vieler Verbrechen an.
7:26 Darum sandte der Knig einen hohen Frsten, Nikanor, der dem Volk Israel feindlich gesonnen war, und befahl ihm, das Volk Israel auszurotten.
7:27 Und Nikanor zog mit einem groen Heer nach Jerusalem und schickte Boten zu Judas und seinen Brdern, die so tun sollten, als ob er Frieden mit ihnen schlieen wollte, und sie sollten sagen:
7:28 Wir wollen Frieden miteinander halten, ich und ihr, und ich will mit wenigen Leuten kommen, um friedlich mit euch zu reden.
7:29 So kam Nikanor zu Judas, und sie begrten sich friedlich; aber die Feinde wollten Judas gefangennehmen.
7:30 Es wurde aber Judas berichtet, da Nikanor zu ihm gekommen war, um ihn durch diesen Betrug gefangenzunehmen; darum htete er sich vor ihm und wollte nicht mehr zu ihm kommen.
7:31 Und als Nikanor merkte, da sein Vorhaben bekannt geworden war, zog er gegen Judas und kmpfte mit ihm bei Kafar-Salama.
7:32 Da verlor Nikanor an die fnfhundert Mann, und sein Heer mute auf die Davidsburg fliehen.
7:33 Danach kam Nikanor auch zum Heiligtum auf den Berg Zion. Und einige von den Priestern und den ltesten des Volks kamen heraus, um ihn friedlich zu empfangen und ihm das Brandopfer zu zeigen, das sie fr den Knig darbrachten.
7:34 Aber Nikanor verspottete sie mit ihrem Gottesdienst und lsterte und entweihte ihre Opfer
7:35 und schwor voller Zorn einen Eid: Werdet ihr mir Judas und sein Heer nicht in meine Hand bergeben, so will ich dieses Haus verbrennen, sobald ich glcklich wieder herkomme. Und er zog weg in heftigem Zorn.
7:36 Aber die Priester gingen hinein und traten vor den Altar und den Tempel und weinten und sprachen:
7:37 Ach Herr, weil du dieses Haus erwhlt hast, damit man dich dort anrufen und zu dir beten soll,
7:38 so bitten wir, du wollest diesen Nikanor und sein Heer bestrafen und sie durchs Schwert umkommen lassen; denke daran, da sie dein Heiligtum und dich gelstert haben, und verjage sie aus dem Lande.
7:39 Und Nikanor zog von Jerusalem weg und schlug sein Lager bei Bet-Horon auf. Da kam noch ein Heer aus Syrien zu ihm, um ihm zu helfen.
7:40 Aber Judas lagerte bei Adasa mit dreitausend Mann und betete zu Gott und sprach:
7:41 Herr, Gott, als dich die Boten des Knigs Sanherib lsterten, schicktest du einen Engel; der ttete von ihnen hundertfnfundachtzigtausend Mann.
7:42 So schlage diese unsre Feinde heute vor unsern Augen und richte diesen Nikanor wegen seiner schweren Untat, damit die andern erkennen, da du ihn bestraft hast, weil er dein Heiligtum gelstert hat.
7:43 Und am dreizehnten Tag des Monats Adar kmpften sie miteinander. Da wurde das Heer Nikanors geschlagen, und Nikanor kam als allererster in der Schlacht um.
7:44 Und als sein Heer das sah, warfen sie die Waffen weg und flohen.
7:45 Aber Judas jagte ihnen eine Tagereise nach von Adasa bis Geser und lie hinter ihnen die Kriegstrompeten blasen,
7:46 damit das Volk aus allen Ortschaften ringsum herbeikommen und die Fliehenden von allen Seiten angreifen sollte; und sie strzten sich auf die Feinde, so da alle durchs Schwert fielen und niemand davonkam.
7:47 Und Judas plnderte sie aus und nahm die Beute mit sich weg. Dem Nikanor aber lie er den Kopf abhauen und die rechte Hand, die er zum Eid ausgestreckt hatte, als er lsterte und dem Heiligtum drohte; und er lie Kopf und Hand mitnehmen und in Jerusalem aufhngen.
7:48 Da wurde das Volk sehr frhlich, und sie feierten diesen Tag mit groer Freude
7:49 und ordneten an, da man jhrlich diesen Tag, nmlich den dreizehnten Tag des Monats Adar, feiern sollte.
7:50 So wurde wieder Friede im Lande Juda fr kurze Zeit.
8:1 Es hrte aber Judas von den Rmern, da sie sehr mchtig waren und fremde Vlker gern in Schutz nahmen, die Hilfe bei ihnen suchten, und da sie Treu und Glauben hielten.
8:2 Und er hatte auch gehrt, welch tapfere Taten sie bei den Galatern getan, die sie bezwungen und tributpflichtig gemacht hatten;
8:3 auch, welche schweren Kriege sie in Spanien gefhrt und wie sie die Bergwerke erobert hatten, in denen man nach Gold und Silber grbt, und da sie viele Lnder fern von Rom durch ihre Klugheit und Beharrlichkeit gewonnen hatten;
8:4 da sie auch viele Knige, die von weither in ihr Land gezogen waren, besiegt und schwer geschlagen hatten, whrend die andern ihnen jhrlich Tribut zahlen muten;
8:5 und da sie den Knig von Kittim, Philippus, und seinen Sohn Perseus samt denen, die sich sonst noch gegen sie aufgelehnt, im Krieg berwunden und unterjocht hatten.
8:6 Auch hatte Judas von dem groen Antiochus gehrt, dem Knig in Vorderasien, der gegen die Rmer gezogen war mit hundertzwanzig Elefanten, mit Reitern und Wagen und sehr viel Kriegsvolk; aber die Rmer hatten sein Heer geschlagen
8:7 und ihn gefangen; und sie hatten ihm und seinen Erben einen groen Tribut auferlegt, den sie jhrlich den Rmern zahlen muten; dazu mute er den Rmern Geiseln schicken.
8:8 Sie nahmen ihm auch Indien, Medien und Lydien, seine besten Lnder, und gaben sie dem Knig Eumenes.
8:9 Auch beschlossen die Griechen, in ihr Land einzufallen und sie zu vernichten.
8:10 Als die Rmer davon hrten, schickten sie einen Feldhauptmann gegen die Griechen; der schlug sie, so da viele von ihnen fielen, fhrte ihre Frauen und Kinder gefangen fort, plnderte sie aus und nahm das Land ein, lie in den Stdten die Mauern niederreien und unterwarf sie bis auf den heutigen Tag.
8:11 Auch die andern Knigreiche und die Inseln, die sich ihnen jemals widersetzt hatten, verheerten und unterwarfen sie.
8:12 Aber mit den Freunden und Bundesgenossen hielten sie Frieden. Sie herrschten ber die Knige nah und fern, und von allen, die nur ihren Namen hrten, waren sie gefrchtet.
8:13 Wem sie nmlich helfen wollen, der wird geschtzt und erhalten in seinem Knigreich; wenn sie aber wollen, wird er von Land und Leuten verjagt. Auf diese Weise wurden sie sehr mchtig.
8:14 Aber bei all dem hat sich niemand von ihnen eine Krone aufgesetzt und sich in Purpur gekleidet, um damit zu prangen,
8:15 sondern einen Rat hatten sie eingesetzt; der bestand aus dreihundertzwanzig Mnnern; die berieten sich tglich, um das Volk immer gut zu regieren.
8:16 Und jhrlich whlte man einen Mann, der in allen ihren Lndern zu gebieten hatte; dem muten sie alle gehorsam sein. Und es herrschte weder Neid noch Zwietracht bei ihnen.
8:17 Und Judas whlte Eupolemus, den Sohn des Johannes, des Sohnes Jakobs, und Jason, den Sohn Eleasars, und sandte sie nach Rom, um mit den Rmern Freundschaft und ein Bndnis zu schlieen,
8:18 damit die Rmer ihnen helfen sollten, da Israel nicht von dem Knigreich der Griechen unterdrckt wrde.
8:19 Die Abgesandten machten den weiten Weg nach Rom, traten vor den Rat und sagten:
8:20 Judas Makkabus und seine Brder und das jdische Volk haben uns zu euch gesandt, um Frieden und ein Bndnis mit euch zu schlieen, da wir als eure Freunde und Bundesgenossen eingeschrieben werden.
8:21 Das hieen die Rmer gut,
8:22 und sie lieen den Vertrag auf eherne Tafeln schreiben und schickten die Abschrift nach Jerusalem zur Erinnerung an den Frieden und das Bndnis, das sie geschlossen hatten. Und sie lautete so:
8:23 Gott gebe den Rmern und den Juden Glck und Frieden zu Wasser und zu Lande und behte sie vor Krieg und Feinden auf ewig!
8:24 Wenn aber die Rmer zuerst in Krieg verwickelt wrden oder irgendeiner ihrer Bundesgenossen in ihrem ganzen Gebiet,
8:25 so sollen die Juden den Rmern treue Hilfe leisten, wie es die Not erfordert;
8:26 doch brauchen die Juden den Kmpfenden nicht Nahrung, Waffen, Geld oder Schiffe zu liefern oder zu verschaffen; dies heien die Rmer gut und werden diese Abmachungen halten, ohne Ersatz zu verlangen.
8:27 Dagegen auch, wenn die Juden zuerst in Krieg verwickelt wrden, sollen ihnen die Rmer treue Hilfe leisten, wie es die Not erfordert;
8:28 doch brauchen ihren Hilfstruppen von den Juden nicht Nahrung, Waffen, Geld oder Schiffe geliefert zu werden; dies heien die Rmer gut und wollen diese Abmachungen ohne Betrug halten.
8:29 Mit diesen Worten ist das Bndnis zwischen den Rmern und den Juden festgelegt.
8:30 Wenn aber spter einer von beiden Teilen etwas hinzufgen oder streichen will, so sollen beide sich darber einigen. Und was sie hinzufgen oder streichen, soll eingehalten werden.
8:31 Weil nun Knig Demetrius an den Juden Gewalttaten verbt, haben wir ihm geschrieben: Warum unterdrckst du unsre Freunde und Bundesgenossen, die Juden?
8:32 Wenn sie weiter ber dich klagen, so mssen wir sie schtzen und wollen dich zu Wasser und zu Lande angreifen.
9:1 Als Demetrius mittlerweile hrte, da Nikanor mit seinem Heer geschlagen und umgekommen war, sandte er Bakchides und Alkimus wieder nach Juda und mit ihnen die besten Truppen, die auf dem rechten Flgel zu kmpfen pflegten.
9:2 Sie zogen nach Gilgal und sperrten und eroberten die Zuwege in der Arbela und tteten viele.
9:3 Darauf zogen sie nach Jerusalem im 152. Jahr, im ersten Monat,
9:4 und von dort nach Berea mit zwanzigtausend Mann zu Fu und zweitausend Reitern.
9:5 Und Judas hatte sein Lager bei Elasa aufgeschlagen mit dreitausend auserlesenen Mnnern.
9:6 Als aber sein Kriegsvolk sah, da die Feinde so zahlreich waren, erschraken sie sehr, und viele liefen vom Heer weg, so da nicht mehr als achthundert Mann bei Judas blieben.
9:7 Als Judas sah, da sein Heer nicht beieinander blieb und es doch zum Kampf kommen mute, wurde ihm angst und bange; denn er hatte keine Zeit, sein Kriegsvolk wieder zusammenzubringen.
9:8 In dieser Angst sagte er zu den briggebliebenen: Auf, lat uns versuchen, ob wir die Feinde angreifen und schlagen knnen!
9:9 Aber sie wollten nicht, wehrten ab und sagten: Es ist nicht mglich, da wir etwas erreichen; lat uns diesmal unser Leben retten; dann wollen wir spter zurckkehren und mit unsern Brdern gegen die Feinde ziehen und sie angreifen; jetzt sind wir viel zu wenige.
9:10 Aber Judas sagte: Das sei ferne, da wir vor ihnen fliehen! Ist unsre Zeit gekommen, so wollen wir ritterlich sterben fr unsre Brder und unsrer Ehre keine Schande machen.
9:11 Und die Feinde zogen aus dem Lager und stellten sich in Schlachtordnung auf. In der ersten Reihe waren die Schleuderer und Bogenschtzen, und die besten Krieger standen alle vorn an der Spitze; die Reiterei war in zwei Abteilungen geteilt, auf jedem Flgel eine.
9:12 Der Feldhauptmann Bakchides war beim rechten Flgel. Und die Schlachtreihe rckte von beiden Seiten mit Kriegsgeschrei und Trompeten vor.
9:13 Da lie auch Judas die Trompeten blasen und zog gegen sie, und die Schlacht dauerte vom Morgen bis zum Abend, und die Erde erbebte von dem groen Getmmel.
9:14 Als nun Judas sah, da auf dem rechten Flgel Bakchides selbst samt der grten Heeresmacht war, da griff er dort an, er und die andern alle, die ihr Leben wagten,
9:15 und sie schlugen das Heer auf der rechten Seite in die Flucht und jagten ihnen nach bis an den Berg bei Aschdod.
9:16 Als aber die auf dem linken Flgel sahen, da der rechte Flgel geschlagen war, eilten sie ihrerseits Judas und seinen Leuten nach.
9:17 Da mute sich Judas gegen sie wenden, und es kam zu einer blutigen Schlacht, so da viele von beiden Heeren verwundet wurden und umkamen,
9:18 bis auch Judas zuletzt umkam. Da flohen die brigen.
9:19 Und Jonatan und Simon nahmen den Leichnam ihres Bruders Judas und begruben ihn im Grab seiner Vter in Moden.
9:20 Und das ganze Volk Israel weinte und klagte um Judas sehr und trauerte um ihn lange Zeit und sprach:
9:21 Ach, da der Held umgekommen ist, der Israel geschtzt und errettet hat!
9:22 Dies ist die Geschichte von Judas. Er hat aber sonst noch viele groe Taten getan, die nicht alle beschrieben werden knnen, weil es zu viele sind.
9:23 Nach dem Tode des Judas wurden die gottlosen und abtrnnigen Leute wieder mchtig im ganzen Land Israel.
9:24 Und zu dieser Zeit herrschte sehr groer Hunger im Lande, so da sich das Volk dem Bakchides unterwarf.
9:25 Da whlte Bakchides gottlose Mnner aus, die machte er zu Amtleuten.
9:26 Und er lie berall die Anhnger und Freunde des Judas suchen und sich vorfhren, um sich an ihnen zu rchen und seinen Mutwillen an ihnen auszulassen.
9:27 Und in Israel war so viel Jammer, wie nicht gewesen ist, seitdem man keine Propheten mehr gehabt hatte.
9:28 Darum kamen alle Anhnger des Judas zusammen und sagten zu Jonatan:
9:29 Nach dem Tod deines Bruders Judas haben wir niemand mehr, der ihm gleich ist und uns schtzen kann gegen unsre Feinde und Bakchides und die, die unserm Volk feindlich gesonnen sind.
9:30 Darum whlen wir dich heute an seiner Statt zum Frsten und Feldherrn, damit du diesen Krieg fr uns fhrst.
9:31 So wurde Jonatan ihr Frst und regierte anstelle seines Bruders.
9:32 Als das Bakchides erfuhr, lie er ihn suchen, um ihn umzubringen.
9:33 Als aber Jonatan und sein Bruder Simon und alle, die bei ihnen waren, das merkten, flohen sie in die Wste Tekoa und schlugen ein Lager auf am Wasser des Brunnens Asfar.
9:34 Das hrte Bakchides und zog am Sabbat mit seinem ganzen Heer ber den Jordan.
9:35 Nun hatte Jonatan seinen Bruder Johannes, der Feldhauptmann war, zu seinen Freunden, den Nabatern, gesandt, um sie zu bitten, da sie ihr ganzes Hab und Gut bei ihnen aufbewahren drften.
9:36 Aber die Mnner von Jambri zogen aus Medeba und berfielen den Johannes, nahmen ihn gefangen und raubten alles, was er mit sich fhrte, und zogen damit ab.
9:37 Danach wurde Jonatan und seinem Bruder Simon hinterbracht, da die Leute von Jambri eine groe Hochzeit feiern und die Braut mit groer Pracht aus Nadabat abholen wrden; denn sie war die Tochter eines Frsten aus Kanaan.
9:38 Nun dachten Jonatan und Simon daran, da diese ihren Bruder Johannes gettet hatten; darum zogen sie hinauf und versteckten sich hinter dem Berg und lauerten den Leuten von Jambri auf.
9:39 Und sie blickten auf, und siehe, da kam mit Geschrei ein groer Zug daher, und der Brutigam zog ihnen entgegen mit seinen Freunden und mit viel Volk und Gtern, mit Pauken und Pfeifen und mit vielen Waffen.
9:40 Da machten Jonatan und Simon aus dem Gebirge heraus einen Ausfall und griffen sie an und erschlugen viele, so da die briggebliebenen ins Gebirge fliehen muten, und raubten all ihr Hab und Gut.
9:41 Da wurde aus der Hochzeit Herzeleid und aus dem Pfeifen Heulen.
9:42 So rchten sie den Mord an ihrem Bruder und kehrten wieder um und zogen an das Ufer des Jordan.
9:43 Als Bakchides das hrte, kam auch er an den Jordan mit einem groen Heer am Sabbat.
9:44 Da sagte Jonatan zu seinem Volk: Auf, rstet euch zur Schlacht! Denn heute ist es nicht wie gestern und vorgestern.
9:45 Denn die Feinde sind da, und wir mssen uns wehren, weil wir doch nicht entkommen knnen. Denn wir haben Feinde vor uns und hinter uns, und auf der einen Seite wie auf der andern sind das Wasser des Jordans und Sumpf und Wald.
9:46 Darum sollt ihr zum Himmel schreien, damit ihr von den Feinden errettet werdet.
9:47 Und sie griffen an, und Jonatan streckte seine Hand aus und schlug nach Bakchides; aber Bakchides wich vor ihm zurck.
9:48 Da sprangen Jonatan und sein Kriegsvolk in den Jordan und kamen ber das Wasser; aber die Leute des Bakchides waren nicht so khn, da sie durchs Wasser gegangen wren.
9:49 An diesem Tage sind aus dem Heer des Bakchides tausend Mann umgekommen.
9:50 Darum zog Bakchides wieder ab und kam nach Jerusalem und fing an, die Stdte in Juda zu befestigen. Er lie hohe Mauern mit Toren und Riegeln um Jericho, Emmaus, Bet-Horon, Bethel, Timna, Piraton, Tefon bauen
9:51 und legte als Besatzung Kriegsvolk hinein, das Israel niederhalten sollte.
9:52 Ebenso lie er Bet-Zur, Geser und die Burg von Jerusalem befestigen und legte auch Kriegsvolk hinein und versorgte sie mit Nahrung.
9:53 Und er nahm die Kinder der vornehmsten Mnner des Landes als Geiseln und behielt sie auf der Burg von Jerusalem.
9:54 Im 153. Jahr, im zweiten Monat, befahl Alkimus, auch die Mauer des inneren Vorhofs am Tempel, die die heiligen Propheten hatten bauen lassen, einzureien.
9:55 Und als man damit begonnen hatte, bestrafte Gott den Alkimus, so da die angefangene Arbeit wieder abgebrochen und sein Mund gestopft wurde; denn der Schlag rhrte ihn, so da er nicht mehr reden oder sein Haus bestellen konnte.
9:56 Und Alkimus starb mit groen Schmerzen.
9:57 Als aber Bakchides sah, da Alkimus gestorben war, zog er wieder weg zum Knig. Da herrschte Friede und Ruhe im Lande zwei Jahre lang.
9:58 Aber die Abtrnnigen im Lande hielten Rat und sagten: Jonatan und seine Anhnger leben jetzt in Frieden. Lat uns Bakchides wieder rufen, der knnte sie jetzt in einer einzigen Nacht alle gefangennehmen.
9:59 So zogen sie zu Bakchides und sagten ihm ihren Plan.
9:60 Da machte sich Bakchides mit einem groen Heer auf und schickte heimlich Schreiben an alle seine Anhnger im Lande Juda, da sie Jonatan und alle, die bei ihm waren, gefangennehmen sollten. Aber ihr Plan wurde Jonatan hinterbracht; darum erreichten sie nichts,
9:61 sondern Jonatan nahm fnfzig Mnner vom Volk des Landes, die die Anfhrer der Abtrnnigen waren, gefangen und lie sie tten.
9:62 Darauf zogen sich Jonatan und Simon mit ihrem Kriegsvolk zurck in einen zerstrten Ort in der Wste, Bet-Basi; den baute er wieder auf und befestigte ihn.
9:63 Als nun Bakchides das erfuhr, sammelte er sein ganzes Heer und bot auch seine Leute in Juda auf.
9:64 Dann zog er vor Bet-Basi, belagerte es lange und stellte Sturmbcke davor auf.
9:65 Aber Jonatan bergab seinem Bruder Simon den Befehl ber die Stadt und zog mit einer kleinen Schar ins offene Land
9:66 und schlug Odomera und dessen Brder und die Shne Fasiron an ihrem Wohnplatz. Weil ihm aber das geglckt war, liefen ihm noch mehr Leute zu, so da er strker wurde.
9:67 Mittlerweile machte Simon mit seinen Leuten einen Ausfall aus der Stadt und verbrannte die Sturmbcke
9:68 und schlug Bakchides in die Flucht. Bakchides aber war sehr erbittert, weil sein Plan und sein Feldzug vergeblich gewesen waren,
9:69 und er wurde sehr zornig auf die Abtrnnigen unter den Juden, die ihm geraten hatten, wieder in ihr Land zu kommen, und lie viele von ihnen tten und beschlo, wieder in sein Land zu ziehen.
9:70 Als Jonatan das erfuhr, schickte er Boten zu ihm, um den Frieden mit ihm herzustellen und die Herausgabe der Gefangenen zu erreichen.
9:71 Hierin willigte Bakchides gern ein und tat, was Jonatan begehrte, und schwor ihm einen Eid, ihm sein Leben lang kein Leid mehr anzutun.
9:72 Und er gab ihm die Gefangenen wieder heraus, die er aus Juda weggefhrt hatte, und kehrte um und zog in sein Land und kam nicht wieder in das Land Juda.
9:73 So wurde wieder Friede in Israel. Und Jonatan wohnte in Michmas und regierte dort ber das Volk und vernichtete die Abtrnnigen in Israel.
10:1 Im 160. Jahr kam Alexander, der Sohn des Antiochus Epiphanes, und besetzte die Stadt Ptolemais; und sie nahmen ihn auf, und er regierte dort.
10:2 Als aber Knig Demetrius das erfuhr, brachte er ein sehr groes Heer zusammen und zog gegen Alexander, um mit ihm zu kmpfen.
10:3 Darum schrieb Demetrius an Jonatan und sagte ihm zu, er wollte Frieden mit ihm halten und ihm nur Gutes tun.
10:4 Denn er dachte: Es ist besser, da wir verabreden, Frieden mit ihm zu halten, ehe er sich auf Alexanders Seite schlgt;
10:5 denn er wird an all das Bse denken, das wir ihm, seinem Bruder und seinem Volk angetan haben.
10:6 Und Demetrius schrieb an Jonatan, da er ihm das Recht zugestehen wollte, ein Heer zu unterhalten und Waffen herzustellen, und da er sein Bundesgenosse sein sollte; und er befahl, da man die Geiseln auf der Burg dem Jonatan wieder freigeben sollte.
10:7 Darum kam Jonatan nach Jerusalem und lie diese Schreiben ffentlich dem ganzen Volk und der Besatzung der Burg vorlesen.
10:8 Als sie nun hrten, da der Knig ihm das Recht zugestand, ein Heer zu unterhalten, und ihn als Bundesgenossen anerkannt hatte, frchteten sie sich sehr vor ihm
10:9 und gaben ihm die Geiseln frei; und Jonatan gab sie ihren Eltern zurck.
10:10 Von jetzt an wohnte Jonatan in Jerusalem und begann, die Stadt wieder aufzubauen und auszubessern,
10:11 und er sagte den Handwerkern, sie sollten die Mauern wieder aufrichten und den Berg Zion ringsum mit Quadersteinen wieder befestigen;
10:12 und sie machten es so.
10:13 Und die Heiden in den Ortschaften, die Bakchides hatte befestigen lassen, flchteten in ihr Land.
10:14 Nur in Bet-Zur blieben einige von den Abtrnnigen; denn dort hatten sie eine Freistadt.
10:15 Als nun Knig Alexander hrte, was Demetrius dem Jonatan versprochen hatte, und man ihm von den Kriegen und Heldentaten erzhlte, die Jonatan und seine Brder vollbracht, und von den Mhen, die sie auf sich genommen hatten, sagte er:
10:16 Solch einen tchtigen Mann findet man nur einmal; darum wollen wir ihm schreiben, damit er unser Freund und Bundesgenosse wird.
10:17 Und er schrieb ihm:
10:18 Knig Alexander entbietet seinem Bruder Jonatan seinen Gru.
10:19 Wir hren von dir, da du ein tchtiger Mann bist und halten dich fr wert, unser Freund zu sein.
10:20 Darum setzen wir dich heute zum Hohenpriester ber dein Volk ein. Du sollst Freund des Knigs heien; und wir schicken dir ein Purpurgewand und eine goldene Krone. Du sollst dich darum treu zu uns halten und uns Freundschaft bewahren.
10:21 So zog Jonatan das priesterliche Gewand an im 160. Jahr, im siebenten Monat, am Laubhttenfest. Und er sammelte ein Heer und lie viele Waffen herstellen.
10:22 Als aber Demetrius das hrte, war er sehr niedergeschlagen
10:23 und dachte: Was haben wir da falsch gemacht, da Alexander uns zuvorgekommen ist und die Freundschaft der Juden gewonnen hat und dadurch strker geworden ist!
10:24 Auch ich will ihnen freundlich schreiben und ihnen Ehrungen und Geschenke versprechen, damit sie mir Hilfe zusagen.
10:25 Und er schrieb ihnen: Knig Demetrius entbietet dem Volk der Juden seinen Gru.
10:26 Wir haben gern gehrt, und es ist uns eine groe Freude, da ihr nicht von uns abfallt zu unsern Feinden, sondern den Vertrag mit uns haltet und in Freundschaft mit uns bleibt.
10:27 Darum bitten wir euch, auch weiterhin treu zu uns zu halten und euch nicht von uns abzuwenden.
10:28 Diese eure Treue wollen wir vergelten, euch Gutes erweisen und viele Abgaben erlassen und mehr Freiheiten gewhren.
10:29 Und ich erlasse jetzt allen Juden den Tribut, die Steuer auf Salz, die Beitrge zum Ehrenkranz, den dritten Teil vom Getreide, die Hlfte, die mir vom Obst zusteht.
10:30 Von diesen Abgaben sollen nun das Land Juda und die drei Bezirke, die ihm von Samarien zugeteilt sind, fr alle Zeit befreit sein.
10:31 Und Jerusalem mit seiner Umgebung soll heiliges Gebiet und frei sein, und die Zehnten und Abgaben sollen ihm gehren.
10:32 Ich will auch die Burg in Jerusalem wieder rumen und dem Hohenpriester bergeben, da er Leute hineinlegt, die er selbst ausgewhlt hat, damit sie die Burg bewachen.
10:33 Und alle Juden, die man aus Juda weggefhrt hat, sollen in meinem ganzen Knigreich ohne Lsegeld freigelassen werden, und man soll ihnen die Abgaben fr sich und ihr Vieh erlassen.
10:34 Und an allen Festen, Sabbaten, Neumonden und andern Feiertagen
10:35 und drei Tage vor und nach einem Fest sollen die Juden in meinem Reich frei von Zoll und Abgaben sein, und niemand soll gestattet sein, von ihnen etwas einzutreiben oder sie wegen einer Forderung zu belstigen.
10:36 Und man soll dreiigtausend Mann von den Juden fr das Heer des Knigs ausheben; denen will ich Sold geben wie meinem andern Kriegsvolk, und ein Teil von ihnen soll in die groen Festungen des Knigs gelegt werden.
10:37 Und von ihnen sollen einige eingesetzt werden, die der Knig in seinen Staatsgeschften als Mnner seines Vertrauens zu Rate ziehen wird. Die Juden sollen auch nicht fremde, sondern eigne Hauptleute haben, aus ihrer Mitte gewhlt, damit sie ihre Gesetze halten knnen, wie es der Knig fr das Land Juda zugestanden hat.
10:38 Und die drei Bezirke, die Juda vom Lande Samarien zugeteilt sind, sollen zu einem Gebiet mit Juda verbunden werden, so da sie niemand untertan sind als nur dem Hohenpriester.
10:39 Die Stadt Ptolemais und die Landschaft, die dazu gehrt, schenke ich dem Tempel in Jerusalem, damit aus ihren Einknften die Kosten, die fr das Opfer ntig sind, bezahlt werden.
10:40 Ich will auch jhrlich fnfzehntausend Lot Silber von meinem eignen Einkommen dazu geben.
10:41 Und was meine Amtleute in den frheren Jahren mir nicht abgeliefert haben, sondern schuldig geblieben sind, das soll jetzt fr die Bauarbeiten am Tempel verwendet werden.
10:42 Und auch die fnftausend Lot Silber, die aus dem jhrlichen Einkommen des Tempels abgegeben werden muten, sollen nicht mehr erhoben werden, sondern den Priestern zustehen, die den Tempeldienst tun.
10:43 Auch soll der Tempel dies Recht haben: wer beim Knig in irgendeiner Sache eine Strafe verwirkt hat und in den Tempel von Jerusalem oder in sein Gebiet flieht, der soll dort sicher sein mit allem, was ihm in meinem ganzen Knigreich gehrt.
10:44 Zum Bau und zur Ausbesserung des Tempels und der Mauern und Trme in Jerusalem
10:45 und sonst in Juda will der Knig auch die Kosten bezahlen aus seinem eignen Einkommen.
10:46 Als man aber dies Schreiben Jonatan und dem Volk vorlas, wollten sie ihm nicht trauen und nahmen's nicht an; denn sie wuten genau, wieviel bse und grausame Taten Demetrius in Israel verbt hatte.
10:47 Und sie wollten es lieber mit Alexander halten, der schon frher ihre Freundschaft gesucht und Frieden zugesagt hatte; ihm leisteten sie Hilfe sein Leben lang.
10:48 Knig Alexander sammelte ein groes Heer und schlug ein Lager Demetrius gegenber auf.
10:49 Und als die beiden Knige angriffen, da floh das Heer des Alexander, und Demetrius verfolgte ihn und gewann die Oberhand;
10:50 und die Schlacht tobte erbittert vom Morgen bis zum Abend; doch Demetrius wurde an diesem Tag erschlagen.
10:51 Darauf sandte Alexander Boten zu Ptolemus, dem Knig von gypten, mit der Botschaft:
10:52 Ich bin wieder in mein Reich gekommen und sitze auf dem Thron meiner Vter und habe die Herrschaft an mich gebracht und habe Demetrius vernichtet und mein Erbland wieder erobert und habe gegen ihn gekmpft, und er samt seinem Heer wurde von mir berwunden, und ich habe mich auf seinen Knigsthron gesetzt.
10:53 Und nun begehre ich, Freundschaft mit dir zu schlieen, und bitte dich, du wollest mir deine Tochter zur Ehe geben.
10:54 Dann will ich mich gegen dich als dein Schwiegersohn verhalten und dir und ihr Geschenke geben, die deiner wrdig sind.
10:55 Darauf antwortete Knig Ptolemus: Glcklich der Tag, an dem du wieder in das Land deiner Vter gekommen bist und dich auf ihren Knigsthron gesetzt hast!
10:56 Und nun will ich gern tun, was du geschrieben hast. Aber komm mir entgegen nach Ptolemais, damit wir uns selbst sehen und ich dir meine Tochter zur Frau geben kann, wie du gewnscht hast.
10:57 Im 162. Jahr zog Ptolemus mit seiner Tochter Kleopatra aus gypten, und sie kamen nach Ptolemais.
10:58 Dahin kam auch Knig Alexander. Und Kleopatra wurde mit Alexander vermhlt, und die Hochzeit wurde in Ptolemais mit groer kniglicher Pracht gefeiert.
10:59 Knig Alexander schrieb auch an Jonatan und lud ihn zu sich ein.
10:60 Da kam Jonatan mit groer Pracht nach Ptolemais zu den beiden Knigen und schenkte ihnen und ihren Freunden Gold und Silber und viele kostbare Gaben und fand Gnade bei ihnen.
10:61 Doch einige Abtrnnige aus Israel, ruchlose Gesellen, kamen zum Knig, um ihn zu verklagen; aber der wollte sie nicht anhren,
10:62 sondern befahl, da Jonatan seine Kleider ablegen und man ihm ein Purpurgewand anziehen sollte; und so geschah es.
10:63 Da setzte ihn der Knig neben sich und befahl seinen obersten Amtleuten, ihn mitten durch die Stadt zu fhren und ausrufen zu lassen, da niemand ihn verklagen oder ihm sonst Schaden zufgen sollte, aus welchem Anla es auch sei.
10:64 Als aber seine Anklger sahen, da ihn der Knig so hoch ehrte, da er das von ihm ausrufen lie, und ihn mit einem Purpurgewand bekleidet hatte, flohen sie alle davon.
10:65 Und der Knig ehrte ihn hoch und lie ihn unter seine ersten Freunde aufnehmen und machte ihn zum Feldherrn und zum Vierfrsten.
10:66 Danach zog Jonatan wieder nach Jerusalem in Frieden und mit Freuden.
10:67 Im 165. Jahr kam Demetrius, der Sohn des gefallenen Demetrius, aus Kreta in sein Erbknigreich.
10:68 Als Knig Alexander das hrte, da erschrak er sehr und begab sich nach Antiochia.
10:69 Aber Demetrius gewann den Apollonius, den Befehlshaber von Zlesyrien, als Feldherrn; der brachte ihm ein groes Kriegsvolk zusammen, schlug ein Lager bei Jamnia auf und sandte zu Jonatan, dem Hohenpriester, und lie ihm sagen:
10:70 Niemand leistet uns Widerstand als du allein, so da man mich deinetwegen verlacht und schmht. Du bist ja nur stark im Gebirge;
10:71 aber wenn du auf dein Kriegsvolk vertraust, so zieh herunter in die Ebene, damit wir uns dort miteinander messen; denn mit mir ist die Heeresmacht der Stdte.
10:72 Wenn du fragen wirst, wie stark wir sind, ich und die andern, die mir helfen, so wird man dir sagen: Ihr werdet diesen Leuten nicht standhalten knnen, von denen eure Vter zweimal in ihrem eignen Lande geschlagen worden sind.
10:73 Noch viel weniger kannst du vor einem so groen Heer an Reiterei und Fuvolk in der Ebene bestehen, wo keine Berge und Felsen sind oder sonst ein Ort, wohin man fliehen knne.
10:74 Als Jonatan diese Prahlerei des Apollonius hrte, wurde er zornig und whlte zehntausend Mann aus und brach von Jerusalem auf; und sein Bruder Simon kam ihm entgegen, um ihm zu helfen; und sie schlugen ihr Lager vor Joppe auf.
10:75 Aber die Einwohner der Stadt Joppe lieen ihn nicht ein, denn Apollonius hatte Kriegsvolk als Besatzung hineingelegt; darum griff Jonatan die Stadt an.
10:76 Da erschraken die Einwohner in der Stadt und ffneten die Tore. So eroberte Jonatan die Stadt Joppe.
10:77 Als Apollonius das hrte, rckte er mit dreitausend Reitern und viel Fuvolk in Richtung auf Aschdod vor und tat so, als ob er an Joppe vorbeiziehen wollte. Doch er stie in die Ebene vor; denn er hatte viel Reiterei, auf die er sich verlie.
10:78 Jonatan drngte ihn nach Aschdod ab, und beide Heere gerieten aneinander.
10:79 Aber Apollonius hatte im Lager heimlich tausend Reiter zurckgelassen.
10:80 Nun merkte Jonatan, da Leute hinter ihm heimlich versteckt waren; und sie griffen von allen Seiten sein Heer an
10:81 und schossen Pfeile auf das Kriegsvolk den ganzen Tag vom Morgen bis zum Abend; das Kriegsvolk aber hielt stand, wie Jonatan es aufgestellt hatte, bis die Pferde der Feinde mde wurden.
10:82 Darauf warf Simon sein Heer in den Kampf und griff die Feinde an. Da wurden die Reiter von ihm geschlagen und flohen, denn sie waren mde;
10:83 und sie wurden zerstreut ber die Ebene hin und flohen nach Aschdod und eilten in den Tempel des Gtzen Dagon, um dort ihr Leben zu retten.
10:84 Aber Jonatan plnderte die Stadt Aschdod und die Orte ringsum und zndete sie an. Er brannte auch den Gtzentempel nieder mit allen, die hineingeflohen waren.
10:85 Und die Zahl der Erschlagenen und Verbrannten betrug gegen achttausend Mann.
10:86 Von dort zog Jonatan mit dem Heer vor Aschkelon. Da gingen ihm die Brger aus der Stadt heraus entgegen und empfingen ihn mit groer Pracht.
10:87 So zog Jonatan wieder nach Jerusalem mit seinem Heer und groer Beute.
10:88 Und als Knig Alexander dies hrte, ehrte er Jonatan noch mehr
10:89 und sandte ihm eine goldene Spange, wie man sie nur den Verwandten des Knigs gibt; dazu schenkte er ihm Ekron und sein Gebiet zum Eigentum.
11:1 Und der Knig von gypten brachte so viel Kriegsvolk wie Sand am Meer zusammen und viele Schiffe; und er wollte das Reich Alexanders durch Betrug an sich bringen, um beide Knigreiche zu besitzen.
11:2 Darum zog er nach Syrien unter dem Anschein, er kme als Freund. Da ffnete man ihm alle Tore und zog ihm entgegen und empfing ihn ehrenvoll, wie Knig Alexander befohlen hatte, weil er sein Schwiegervater war.
11:3 Aber wohin Ptolemus kam, lie er eine Schar wachsamer Kriegsleute in der Stadt zurck.
11:4 Und als er nach Aschdod kam, zeigten sie ihm den Tempel Dagons, den Jonatan niedergebrannt hatte, dazu die Stadt Aschdod und die Orte ringsum, die er verwstet hatte, und die Leichname, die berall verstreut umherlagen, und die, die im Krieg verbrannt waren; denn sie hatten sie in Haufen an seinen Weg gelegt;
11:5 und sie sagten dem Knig, da Jonatan dies alles getan hatte, um ihn beim Knig verhat zu machen. Aber der Knig schwieg dazu still.
11:6 Und auch Jonatan zog dem Knig mit groer Pracht entgegen nach Joppe; da begrten sie sich und blieben dort ber Nacht.
11:7 Und Jonatan geleitete den Knig bis an den Flu, genannt Eleutherus. Dann zog er wieder heim nach Jerusalem.
11:8 Und Knig Ptolemus brachte die Stdte an der Kste an sich bis Seleuzia am Meer und plante, Alexander zu vertreiben.
11:9 Und er schickte Boten zu Knig Demetrius, er sollte zu ihm kommen, um ein Bndnis mit ihm zu schlieen. Dann wollte er ihm seine Tochter geben, die jetzt Alexander hatte, und wollte ihm helfen, Knig im Reich seines Vaters zu werden.
11:10 Und er sagte, es htte ihn gereut, da er Alexander seine Tochter gegeben htte,
11:11 und beschuldigte Alexander, er htte ihm nach Leben und Knigreich getrachtet.
11:12 Er zeigte seinen Ha auch ffentlich und wandte sich von Alexander ab und nahm ihm die Tochter weg und gab sie Demetrius.
11:13 Und als Ptolemus nach Antiochia kam, setzte er sich die Krone Vorderasiens auf; so trug er beide Kronen: die des Reichs gypten und die des Reichs Vorderasien.
11:14 Aber Knig Alexander war damals in Zilizien; denn einige Stdte waren dort von ihm abgefallen.
11:15 Als er nun von Ptolemus hrte, zog er gegen ihn, um mit ihm zu kmpfen. Aber Knig Ptolemus war stark gerstet, zog ihm entgegen und verjagte ihn.
11:16 Und Alexander floh nach Arabien, um dort sicher zu sein. Aber Knig Ptolemus war sehr mchtig geworden;
11:17 darum lie Sabdl, der Araber, seinem Gast Alexander den Kopf abhauen und schickte ihn an Ptolemus.
11:18 Und Ptolemus starb am dritten Tag danach. Da wurden auch die Kriegsleute, die Ptolemus in den befestigten Stdten zurckgelassen hatte, vom Volk dort umgebracht.
11:19 So fing Demetrius an zu regieren im 167. Jahr.
11:20 Zu dieser Zeit brachte Jonatan das Volk im Land Juda zusammen, um die Burg in Jerusalem zurckzuerobern, und lie viele Geschtze davor aufstellen.
11:21 Da zogen einige Abtrnnige, die ihr Volk haten, zu Knig Demetrius und verklagten Jonatan und sagten, da er die Burg belagerte.
11:22 Und als der Knig das hrte, wurde er sehr zornig und zog sogleich nach Ptolemais und schrieb an Jonatan, da er die Burg nicht belagern, sondern eilends zu ihm nach Ptolemais kommen sollte; da wollte er mit ihm darber sprechen.
11:23 Als aber Jonatan diese Botschaft bekam, lie er nicht ab von der Belagerung und whlte einige von den ltesten in Israel und den Priestern aus, die mit ihm ziehen sollten, und machte sich auf und wagte sein Leben.
11:24 Und er nahm Gold, Silber und Gewnder mit und viele andere Geschenke und zog nach Ptolemais zum Knig und fand Gnade bei ihm.
11:25 Als ihn nun die Abtrnnigen seines Volks verklagten,
11:26 hielt der Knig zu ihm, wie seine Vorgnger zu ihm gehalten hatten, und erwies ihm groe Ehre vor allen seinen Frsten
11:27 und besttigte ihn in seinem Hohepriesteramt und in allen andern Ehren, die er bisher gehabt hatte, und machte ihn zu einem seiner ersten Freunde.
11:28 Jonatan bat auch den Knig, da er ganz Juda und den drei Bezirken in Samarien die Steuer erlassen sollte, und erbot sich, fr diese Freiheit dreihundert Zentner Silber zu geben.
11:29 Das bewilligte der Knig und gab Jonatan Schreiben darber; die lauteten:
11:30 Knig Demetrius entbietet seinem Bruder Jonatan und dem jdischen Volk seinen Gru.
11:31 Wir senden euch eine Abschrift des Briefs, den wir an unsern Verwandten, den Lasthenes, euretwegen geschrieben haben, damit ihr es auch wit.
11:32 Knig Demetrius entbietet Lasthenes, seinem Verwandten, seinen Gru.
11:33 Wir haben beschlossen, unsern Freunden und treuen Bundesgenossen, den Juden, Gutes zu tun wegen ihrer Treue und Freundschaft gegen uns.
11:34 Darum besttigen wir, da ganz Juda und die drei Stdte Ephraim, Lydda und Ramatajim zu ihrem Land gehren sollen; sie und ihr Gebiet sollen von Samarien an Juda bergehen.
11:35 Wir erlassen auch allen, die in Jerusalem opfern, alles, was sie frher dem Knig jhrlich haben geben mssen: vom Getreide und Obst, und ebenso von jetzt an alles andere, was uns zusteht vom Zehnten und Zoll, von der Salzgewinnung, und die Beitrge zum Ehrenkranz.
11:36 Von diesen allen sollen sie in Zukunft befreit sein, und diese Freiheit soll ihnen fr alle Zeit bewahrt bleiben.
11:37 Lat nun eine Abschrift dieses Briefs anfertigen; die soll man Jonatan geben, damit man sie auf dem heiligen Berg auf einem ffentlichen Platz ausstellt.
11:38 Als nun Knig Demetrius sah, da im ganzen Knigreich Friede herrschte und sich niemand mehr ihm widersetzte, da entlie er sein ganzes Kriegsvolk, das im Knigreich daheim war, jeden in seine Stadt. Aber das fremde Kriegsvolk, das er auf den Inseln der Heiden angeworben hatte, behielt er bei sich; das zog ihm die Feindschaft des ganzen einheimischen Kriegsvolks zu.
11:39 Als aber Tryphon, der frher Alexanders Freund gewesen war, sah, da das ganze Kriegsvolk Ha gegen Knig Demetrius empfand, zog er zu dem Araber Jamliku, der den jungen Antiochus, den Sohn Alexanders, erzog.
11:40 Den drngte er, ihm den Knaben zu bergeben, damit er ihn auf den Thron seines Vaters setzen knnte. Und er sagte dem Araber, wie und warum das Kriegsvolk den Knig Demetrius hate, und blieb eine Zeitlang bei dem Araber.
11:41 Inzwischen schrieb Jonatan an Knig Demetrius, er sollte denen, die auf der Burg von Jerusalem und in den Festungen lagen, befehlen, sie zu rumen und ihm zu bergeben; denn sie fgten Israel viel Schaden zu.
11:42 Da schrieb Demetrius an Jonatan: Nicht allein das, was du begehrst, sondern viel mehr Ehre und Gutes will ich dir und deinem Volk erweisen, sobald ich kann.
11:43 Aber jetzt bin ich in groer Gefahr. Darum kannst du mir helfen, wenn du mir Kriegsleute schickst, die mich untersttzen; denn mein ganzes Kriegsvolk ist von mir abgefallen.
11:44 Darum schickte ihm Jonatan dreitausend tchtige Kriegsleute; die kamen nach Antiochia zum Knig, und der Knig war ber ihre Ankunft sehr erfreut.
11:45 Nun machte das Volk in der Stadt einen Aufruhr, etwa hundertzwanzigtausend Mann, und man wollte den Knig totschlagen.
11:46 Aber der Knig floh in seine Burg. Da besetzte das Volk die Straen und wollte die Burg strmen.
11:47 Darum forderte der Knig die Juden auf, ihn zu schtzen. Da sammelten sich die Juden alle um ihn und verteilten sich ber die Stadt
11:48 und erschlugen an diesem Tag hunderttausend Mann und zndeten die Stadt an und plnderten sie. So retteten sie den Knig.
11:49 Als nun das Volk in der Stadt sah, da die Juden sich der Stadt bemchtigt hatten, so wie sie wollten, verzagte es, schrie zum Knig und bat um Frieden,
11:50 damit die Juden aufhrten, das Volk zu tten, und die Stadt nicht ganz zerstrten.
11:51 Da legte es die Waffen nieder und machte Frieden; die Juden aber wurden hoch geehrt vom Knig und berhmt in seinem ganzen Reich und zogen wieder heim nach Jerusalem und brachten groe Beute mit, die sie im Krieg gewonnen hatten.
11:52 Als nun Knig Demetrius wieder sicher auf seinem Knigsthron sa und im ganzen Reich Friede herrschte,
11:53 hielt er nichts von dem, was er Jonatan versprochen hatte, und wandte sich ganz von ihm ab und war ihm undankbar fr seine Wohltaten und unterdrckte ihn sehr.
11:54 Nicht lange danach kam Tryphon mit dem jungen Antiochus zurck. Dieser Antiochus wurde Knig und setzte sich die Krone auf.
11:55 Und zu ihm kam alles Kriegsvolk, das Demetrius entlassen hatte. Als sie nun gegen Demetrius kmpften, schlugen sie ihn in die Flucht und verjagten ihn.
11:56 Und Tryphon bemchtigte sich der Elefanten und eroberte Antiochia.
11:57 Der junge Antiochus schrieb an Jonatan und besttigte ihn in seinem Hohepriesteramt und bewilligte, da er die vier Bezirke behalten und Freund des Knigs sein sollte,
11:58 und sandte ihm goldenes Tafelgeschirr und erlaubte ihm, aus goldenen Gefen zu trinken und ein Purpurgewand und eine goldene Spange zu tragen.
11:59 Und Simon, den Bruder Jonatans, machte er zum Feldherrn ber das Land von der tyrischen Leiter bis gypten.
11:60 Als nun Jonatan auszog und durch die Stdte im Gebiet jenseits des Euphrat kam, sammelte sich bei ihm alles Kriegsvolk aus Syrien, um ihm zu helfen. Und als er vor Aschkelon kam, gingen ihm die Brger entgegen und empfingen ihn mit Ehren.
11:61 Danach zog er vor Gaza; aber die Einwohner von Gaza wollten ihn nicht einlassen; darum belagerte er die Stadt und brannte die Ortschaften ringsum nieder und plnderte sie.
11:62 Da baten die Einwohner von Gaza um Frieden. Und Jonatan schlo Frieden mit ihnen und nahm die Shne ihrer Vornehmen als Geiseln und schickte sie nach Jerusalem; er aber zog weiter durchs Land bis Damaskus.
11:63 Als er aber hrte, da die Hauptleute des Demetrius mit einem groen Heer nach Kedesch in Galila gekommen waren, um ihn an seinem Vorhaben zu hindern,
11:64 da zog er gegen sie. Er hatte aber seinen Bruder Simon im Lande zurckgelassen.
11:65 Der zog vor Bet-Zur und belagerte es lange Zeit und schlo es ein.
11:66 Darum baten sie um Frieden; und Simon schlo Frieden mit ihnen; dennoch vertrieb er die Bewohner aus der Stadt und nahm sie ein und legte Kriegsvolk als Besatzung hinein.
11:67 Aber Jonatan schlug sein Lager am See Genezareth auf und brach morgens frh auf und kam in die Ebene bei Hazor.
11:68 Da zogen die Heiden ihm in der Ebene entgegen und hatten einen Hinterhalt im Gebirge gelegt; sie selbst aber rckten von vorn an.
11:69 Als nun die Schar aus dem Hinterhalt hervorbrach und angriff,
11:70 floh das ganze Heer Jonatans, und niemand blieb zurck als die Hauptleute Mattatias, der Sohn Abschaloms, und Judas, der Sohn Halfis.
11:71 Da zerri Jonatan seine Kleider und streute Erde auf sein Haupt und betete
11:72 und griff die Feinde wieder an und schlug sie in die Flucht.
11:73 Als nun sein Kriegsvolk, das vorher geflohen war, das sah, kehrte es wieder um, um Jonatan zu helfen, und jagte den Feinden nach bis Kedesch in ihr Lager; dort schlugen sie auch ein Lager auf.
11:74 An diesem Tag sind gegen dreitausend Heiden umgekommen. Darauf zog Jonatan wieder nach Jerusalem.
12:1 Als aber Jonatan sah, da die Zeit ihm half, whlte er einige aus, die er nach Rom sandte, um das Bndnis mit den Rmern zu erneuern und wieder zu besttigen.
12:2 Er schrieb auch nach Sparta und an andere Orte.
12:3 Als nun die Boten nach Rom kamen, traten sie vor den Rat und sagten: Der Hohepriester Jonatan und das jdische Volk haben uns gesandt, um die Freundschaft und das Bndnis, das zwischen uns frher einmal geschlossen worden ist, wieder zu erneuern.
12:4 Und die Rmer gaben ihnen Geleitbriefe fr jeden Ort, damit sie wieder sicher heimziehen konnten.
12:5 Und dies ist die Abschrift des Briefs, den Jonatan an die Spartaner schrieb:
12:6 Der Hohepriester Jonatan und die ltesten des Volks und die Priester und das jdische Volk entbieten ihren Brdern, den Spartanern, ihren Gru.
12:7 Schon frher hat euer Knig Arus an unsern Hohenpriester Onias geschrieben, da ihr unsre Brder seid, wie die Abschrift seines Briefs lautet.
12:8 Und Onias empfing euren Boten mit Ehren und nahm die Freundschaft und das Bndnis an, von denen im Brief geschrieben war.
12:9 Obwohl wir jetzt keine fremde Hilfe brauchen und Trost haben an den heiligen Schriften in unsern Hnden,
12:10 so senden wir dennoch die Botschaft an euch, da wir die Bruderschaft und Freundschaft zwischen uns erneuern und besttigen wollen, um sie nicht zu vergessen; denn es ist schon lange Zeit her, da ihr zu uns geschickt habt.
12:11 Darum wit, da wir allezeit an Feiertagen und an allen andern Tagen, an denen man opfert, bei unserm Opfer und Gebet an euch denken, so wie sich's gebhrt, an die Brder zu denken.
12:12 Und eure Ehre und euer Wohlergehen sind uns eine Freude.
12:13 Aber wir haben groe Not gelitten und viele schwere Kriege gehabt mit den Knigen ringsum.
12:14 Wir haben aber euch und unsre andern Freunde und Bundesgenossen in diesen unsern Kriegen nicht um Hilfe bitten wollen.
12:15 Denn wir haben Hilfe vom Himmel gehabt; und Gott hat uns befreit und die Feinde unterdrckt.
12:16 Weil wir aber jetzt Numenius, den Sohn des Antiochus, und Antipater, den Sohn Jasons, ausgewhlt haben und als unsre Boten zu den Rmern senden, um die Freundschaft und das Bndnis mit ihnen wieder zu erneuern,
12:17 haben wir ihnen dabei befohlen, da sie auch zu euch reisen, euch unsern Gru sagen und diesen Brief bergeben sollen, um unsre Bruderschaft zu erneuern,
12:18 und bitten um Antwort.
12:19 Dies aber ist die Abschrift des Briefs, den Arus, der Knig von Sparta, dem Onias vorher gesandt hatte:
12:20 Arus, Knig von Sparta, entbietet dem Hohenpriester Onias seinen Gru.
12:21 Wir finden in unsern alten Schriften, da die Spartaner und die Juden Brder sind, weil beide Vlker von Abraham herkommen.
12:22 Nachdem wir das nun wissen, bitten wir, uns zu schreiben, wie es euch geht.
12:23 Wir aber schreiben euch hiermit: Unser Vieh und unser Hab und Gut soll sein, als wre es euer eignes; und das eure soll sein, als wre es unser eignes. Das lassen wir euch mitteilen.
12:24 Danach hrte Jonatan, da die Hauptleute des Demetrius wieder mit einem greren Heer als vorher kamen und gegen ihn kmpfen wollten.
12:25 Darum zog er von Jerusalem gegen sie in das Land Hamat; denn er wollte nicht warten, da sie zuerst in sein Land einfielen.
12:26 Als er nun Kundschafter in das Lager der Feinde sandte, kamen sie zurck und sagten, da die Feinde beschlossen htten, ihn diese Nacht zu berfallen.
12:27 Darum befahl Jonatan abends seinem Heer, da sie wachen und die ganze Nacht unter Waffen zum Kampf bereit sein sollten, und stellte Wachen rings um das Lager.
12:28 Als aber die Feinde sahen, da Jonatan und sein Heer zur Schlacht gerstet waren, packte sie die Angst, so da sie aufbrachen und wegzogen. Und damit man es ja nicht merken sollte, lieen sie berall im Lager viele Feuer machen.
12:29 Darum dachten Jonatan und sein Heer bis zum frhen Morgen nicht, da sie weggezogen waren; denn sie sahen die Feuer berall im Lager brennen.
12:30 Morgens aber jagte Jonatan ihnen nach, doch konnte er sie nicht mehr erreichen; denn sie hatten bereits den Flu Eleutherus berschritten.
12:31 Da wandte sich Jonatan gegen die Araber, die Sabader heien, schlug sie und machte groe Beute;
12:32 und er kam nach Damaskus und durchzog das ganze Land.
12:33 Simon aber brach auf und zog durch das Land bis Aschkelon und zu den befestigten Stdten in der Nhe; danach wandte er sich gegen Joppe.
12:34 Denn er hatte gehrt, da sie die Festung den Hauptleuten des Demetrius bergeben wollten. Darum kam er ihnen zuvor, nahm Joppe ein und legte Kriegsvolk hinein, um die Stadt zu schtzen.
12:35 Danach kam Jonatan wieder heim und versammelte die ltesten des Volks und hielt mit ihnen darber Rat, da man einige Stdte in Juda befestigen sollte.
12:36 Man sollte auch die Mauern von Jerusalem hher machen und zwischen der Burg und der Stadt eine hohe Mauer bauen, die die Burg von der Stadt trennen sollte, so da die Leute auf der Burg keinen Ausfall in die Stadt machen und auch nichts kaufen und verkaufen knnten.
12:37 Da kam das Volk zusammen und fing an zu bauen, und weil die Mauer am Bach im Osten verfallen war, bauten sie das Stck wieder auf, das Kafnata heit.
12:38 Und Simon baute die Burg Hadid im Hgelland und befestigte sie und schtzte sie mit starken Toren und Riegeln.
12:39 Nun hatte Tryphon vor, das Knigreich Vorderasien an sich zu bringen und sich die Krone aufzusetzen und den jungen Knig Antiochus zu tten.
12:40 Weil er aber befrchtete, Jonatan wrde es verhindern und gegen ihn ziehen, trachtete er auch danach, Jonatan gefangenzunehmen und umzubringen. Darum zog er nach Bet-Schean.
12:41 Da zog Jonatan ihn mit vierzigtausend ausgesuchten Mnnern entgegen und kam auch nach Bet-Schean.
12:42 Als aber Tryphon sah, da Jonatan ein so groes Heer bei sich hatte, frchtete er sich, offen etwas gegen ihn zu unternehmen;
12:43 darum empfing er ihn mit Ehren und empfahl ihn allen seinen Freunden und gab ihm Geschenke und gebot seinen Freunden und seinem Heer, Jonatan gehorsam zu sein wie ihm selbst.
12:44 Und er sagte zu Jonatan: Warum bemhst du dein ganzes Kriegsvolk, da wir doch keinen Krieg haben?
12:45 La sie wieder heimziehen. Doch whle dir einige Leute aus, die bei dir bleiben, und zieh mit mir nach Ptolemais. Diese Stadt und die andern befestigten Stdte und das brige Kriegsvolk und alle Amtleute will ich dir bergeben; denn ich mu wieder wegziehen. Deshalb bin ich auch hierher gekommen; darum zieh doch mit mir.
12:46 Jonatan glaubte ihm und tat, wie er gesagt hatte, und lie sein Kriegsvolk heimziehen ins Land Juda
12:47 und behielt nur dreitausend Mann; davon lie er zweitausend in Galila, tausend aber zogen mit ihm.
12:48 Als nun Jonatan in die Stadt Ptolemais kam, schlossen die Einwohner von Ptolemais die Tore und nahmen Jonatan gefangen, und alle, die mit ihm gekommen waren, erstachen sie.
12:49 Und Tryphon schickte Fuvolk und Reiterei nach Galila und in die groe Ebene, um das brige Kriegsvolk Jonatans auch umzubringen.
12:50 Als sie aber erfuhren, da Jonatan gefangen und umgekommen war samt seinen Leuten, sprachen sie sich Mut zu und rsteten sich zur Schlacht und zogen getrost gegen die Feinde.
12:51 Als aber die Feinde sahen, da es ihnen ans Leben ging, weil jene sich wehren wollten,
12:52 kehrten sie wieder um und zogen weg. Da zog das ganze Kriegsvolk auch wieder heim ins Land Juda mit Frieden und hielt Totenklage um Jonatan und die andern, die mit ihm umgekommen waren; und ganz Israel trauerte sehr um Jonatan.
12:53 Und alle Heiden ringsum fingen an, das Volk zu bedrngen, und sagten:
12:54 Sie haben kein Haupt und keinen Schutz mehr; nun wollen wir sie bekmpfen und ausrotten und ihren Namen auf Erden vertilgen.
13:1 Als nun Simon hrte, da Tryphon ein groes Heer beieinander hatte, um das Land Juda anzugreifen und zugrunde zu richten,
13:2 und sah, da dem Volk sehr angst und bange war, kam er nach Jerusalem und versammelte das Volk
13:3 und trstete sie und sagte zu ihnen: Ihr wit, welche schweren Kriege ich und meine Brder und das ganze Haus meines Vaters fr das Gesetz und das Heiligtum gefhrt haben, und habt die Not gesehen, in der ganz Israel gewesen ist;
13:4 in ihr sind alle meine Brder fr Israel umgekommen, und es lebt keiner mehr auer mir.
13:5 Nun mchte ich in dieser Trbsal mein Leben gewi nicht schonen; denn ich bin nicht besser als meine Brder und mchte es nicht besser haben als sie;
13:6 sondern ich will mein Volk, unser Heiligtum und eure Frauen und Kinder rchen. Denn alle Heiden ringsum hassen uns und rotten sich zusammen, um uns zu vernichten.
13:7 Als das Volk diese trstlichen Worte hrte, fate es neuen Mut
13:8 und antwortete darauf: Du sollst unser Hauptmann sein wie vorher deine Brder Judas und Jonatan und unsern Krieg fhren.
13:9 Und wir wollen dir gehorsam sein in allem, was du uns gebietest.
13:10 Da rief Simon das ganze Kriegsvolk zusammen. Auch sorgte er dafr, da man eilends die Mauern von Jerusalem ausbaute, damit die Stadt ringsumher gut geschtzt und befestigt wre.
13:11 Und er schickte Jonatan, den Sohn Abschaloms, mit einem neuen Heer nach Joppe. Und Jonatan vertrieb die Feinde aus Joppe und blieb dort in der Stadt.
13:12 Da zog Tryphon von Ptolemais aus mit einem groen Heer, um ins Land Juda einzufallen, und fhrte Jonatan gefangen mit.
13:13 Aber Simon zog gegen ihn und lagerte sich bei Hadid am Hgelland.
13:14 Als aber Tryphon erfuhr, da Simon anstelle seines Bruders Jonatan Hauptmann geworden war und mit ihm kmpfen wollte, sandte er Boten zu Simon und lie ihm sagen:
13:15 Ich habe deinen Bruder Jonatan wegen des Geldes, das er dem Knig aus seinen mtern schuldig geblieben ist, gefangengenommen;
13:16 willst du mir nun hundert Zentner Silber schicken und zwei seiner Shne als Geiseln geben, damit er nicht von uns abfllt und sich dann gegen uns stellt, wenn er frei geworden ist, so will ich ihn dir losgeben.
13:17 Obwohl aber Simon genau merkte, da es nichts als Betrug war, lie er dennoch das Geld und die Kinder holen, damit das Volk ihn nicht anklagte,
13:18 Jonatan htte umkommen mssen, weil er ihn nicht htte auslsen wollen.
13:19 Darum schickte er dem Tryphon die Kinder samt den hundert Zentnern. Aber Tryphon hielt nicht Wort und wollte Jonatan nicht losgeben.
13:20 Danach kam Tryphon, um das Land zu verheeren, und umging es auf der Strae, die nach Adora fhrt. Aber Simon war ihm mit seinem Heer stets an der Seite; und wohin er auch zog, da stellte sich ihm Simon in den Weg.
13:21 Es schickten auch die Leute auf der Burg Boten zu Tryphon, er sollte, ehe sich's Simon vershe, durch die Wste zu ihnen ziehen und ihnen Nahrung bringen.
13:22 Darum wollte Tryphon mit seiner ganzen Reiterei sich eilends aufmachen und zu ihnen kommen. Aber in dieser Nacht fiel ein sehr tiefer Schnee; und er kam deswegen nicht durch. Deshalb brach er auf und zog nach Gilead,
13:23 und bei Baskama lie er Jonatan mit seinen Shnen tten; die wurden dort begraben.
13:24 Darauf zog Tryphon wieder in sein Land.
13:25 Da schickte Simon dorthin und lie den Leichnam seines Bruders Jonatan holen und legte ihn ins Grab in Moden, der Stadt seiner Vter.
13:26 Und ganz Israel trauerte und klagte um Jonatan lange Zeit.
13:27 Und Simon lie ber dem Grab seines Vaters und seiner Brder ein Denkmal bauen, hoch und weithin sichtbar, hinten und vorn aus gehauenen Steinen,
13:28 und darauf lie er sieben Pyramiden setzen, eine der andern gegenber: dem Vater, der Mutter und den vier Brdern.
13:29 Und er lie um sie herum groe Sulen setzen und an den Sulen Harnische anbringen zum ewigen Gedchtnis und neben den Harnischen in Stein gehauene Schiffe, so da es alle, die auf dem Meer fahren, sehen konnten.
13:30 Dies Grab in Moden steht noch bis auf den heutigen Tag.
13:31 Aber Tryphon fhrte den jungen Knig Antiochus im Land herum und ttete ihn hinterlistig.
13:32 Darauf wurde er selbst Knig an seiner Statt und setzte sich die Krone Vorderasiens auf; und er bedrckte das Land schwer.
13:33 Aber Simon baute und befestigte viele Stdte im Lande Juda mit hohen Trmen und dicken Mauern und starken Toren und schaffte Nahrung in die befestigten Stdte;
13:34 und er schickte Boten zu Knig Demetrius und bat um Erleichterung der Lasten, die ihm Tryphon auferlegt hatte; denn Tryphon hatte lauter Raub und Mord im Lande verbt.
13:35 Darauf antwortete Demetrius und schrieb:
13:36 Knig Demetrius entbietet dem Hohenpriester Simon, dem Freund der Knige, und den ltesten und dem jdischen Volk seinen Gru.
13:37 Die goldene Krone samt der Palme, die ihr mir geschickt habt, haben wir empfangen und sind bereit, einen guten Frieden mit euch zu schlieen und den Amtleuten zu schreiben, da sie euch die Lasten erleichtern, wie wir zugestanden haben.
13:38 Und was wir euch versprochen haben, das soll treu, stetig und fest gehalten werden. Alle Festungen, die ihr gebaut habt, sollt ihr behalten.
13:39 Und wir rechnen euch nicht an, was ihr aus Versehen oder mit Absicht inzwischen gegen uns getan habt. Die Beitrge zum Ehrenkranz und andere Abgaben, die Jerusalem hat geben mssen, erlassen wir euch.
13:40 Und wer unter euch geeignet ist, in unserm Heer zu dienen, der soll bei uns eintreten. Und es soll zwischen uns Friede und Einigkeit herrschen.
13:41 Im 170. Jahr wurde Israel befreit vom Joch der Heiden,
13:42 und das Volk schrieb von jetzt an in Briefen und Vertrgen: Im ersten Jahr Simons, des groen Hohenpriesters und Feldhauptmanns und Frsten der Juden.
13:43 Zu dieser Zeit belagerte Simon die Stadt Geser und schlo sie ein; er stellte Sturmbcke auf und fhrte sie an die Stadt heran und eroberte einen Turm.
13:44 Und die, die auf den Turm kamen, sprangen in die Stadt. Da erschrak das Volk in der Stadt und verzagte vllig,
13:45 und sie liefen mit Frauen und Kindern auf die Mauer und zerrissen ihre Kleider und schrien laut und baten Simon um Gnade und sagten:
13:46 Bestrafe uns nicht fr unsern Widerstand, sondern sei uns gndig, so wollen wir gern gehorsam sein!
13:47 Das jammerte Simon, so da er sie nicht ttete. Aber er befahl ihnen, aus der Stadt wegzuziehen, und lie die Huser wieder reinigen, in denen sie Gtzen aufgestellt hatten.
13:48 Darauf zog er hinein in die Stadt und dankte und lobte Gott und lie alles wegtun und ausrotten, was unrein macht, und setzte Leute hinein, die Gottes Gesetz hielten, und befestigte die Stadt und baute sich selbst ein Haus darin.
13:49 Und die Leute auf der Burg von Jerusalem wurden belagert, so da niemand heraus- oder hineinkommen und weder kaufen noch verkaufen konnte; und sie litten so groen Hunger, da viele vor Hunger sterben muten.
13:50 Darum schrien sie zu Simon und baten um Frieden. Da erwies ihnen Simon Gnade und lie sie leben, aber sie muten aus der Burg wegziehen. Und Simon lie die Burg wieder reinigen von allem, was unrein macht,
13:51 und nahm sie ein am dreiundzwanzigsten Tage des zweiten Monats im 171. Jahr und zog hinein mit Lobgesang und Palmenzweigen und Saitenspiel und dankte Gott, da Israel diesen starken Feind endlich losgeworden war.
13:52 Und er gebot, da man diesen Tag jhrlich mit Freuden begehen sollte.
13:53 Auch befestigte er den Berg des Tempels neben der Burg noch mehr und wohnte dort oben, er und die er bei sich hatte.
13:54 Und weil Simon sah, da sein Sohn Johannes ein tchtiger Mann war, setzte er ihn zum Hauptmann ber das ganze Kriegsvolk ein und lie ihn in Geser wohnen.
14:1 Im 172. Jahr rstete sich Knig Demetrius und zog nach Medien, um Hilfe zum Kampf gegen Tryphon zu holen.
14:2 Als aber Arsakes, der Knig von Persien und Medien, hrte, da Demetrius in sein Knigreich eingefallen war, lie er einen seiner Hauptleute gegen ihn ziehen und befahl ihm, ihn gefangenzunehmen und lebendig zu ihm zu bringen.
14:3 Dieser Hauptmann zog hin, schlug das Heer des Demetrius, nahm ihn gefangen und brachte ihn seinem Knig Arsakes. Da hielt ihn Arsakes gefangen und lie ihn bewachen.
14:4 Da kam das Land Juda zur Ruhe, und es blieb Friede, solange Simon lebte. Und Simon regierte sehr gut und tat dem Lande viel Gutes, so da sie ihn gern zum Herrn hatten sein Leben lang.
14:5 Zu dem, was er sonst Rhmliches tat, machte er die Stadt Joppe zum Hafen und schuf eine Zufahrt fr die Schiffe nach den Inseln des Meeres.
14:6 Und er erwarb seinem Volk mehr Land und erweiterte seine Grenzen und befreite und holte viele zusammen, die vorher unterdrckt und gefangen waren.
14:7 Er besetzte Geser und Bet-Zur und die Burg von Jerusalem und reinigte sie; und niemand wagte sich ihm zu widersetzen.
14:8 Jeder bebaute sein Feld in Frieden; und das Land gab sein Gewchs, und die Bume auf dem Felde brachten ihre Frchte.
14:9 Die ltesten saen im Rat und hielten auf gute Ordnung, und die jungen Mnner gingen im Schmuck ihrer Kriegsrstung einher.
14:10 Simon beschaffte auch fr die Stdte Vorrat von Korn und rstete sie mit Bollwerken aus, und er war berhmt in aller Welt.
14:11 Er hielt den Frieden im Lande aufrecht, so da lauter Freude in Israel herrschte.
14:12 Und jeder sa unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und niemand brauchte sich zu frchten, denn niemand auf Erden wagte sie anzugreifen.
14:13 Und die Knige von Syrien konnten ihnen zu der Zeit keinen Schaden mehr antun.
14:14 Und er sprach Recht im Land und schtzte alle Armen unter seinem Volk gegen Gewalt und bestrafte alles Unrecht und vernichtete die Gottlosen.
14:15 Dem Heiligtum gab er neuen Glanz und lie noch mehr heilige Gerte anfertigen.
14:16 Und als man in Rom und in Sparta hrte, wie Jonatan umgekommen war, waren alle tief betrbt.
14:17 Als aber die Rmer hrten, da sein Bruder Simon an seiner Stelle Hoherpriester geworden war und ber das Land und seine Stdte herrschte und die Feinde verjagt hatte,
14:18 erneuerten sie die Freundschaft und das Bndnis, das sie frher mit seinen Brdern Judas und Jonatan geschlossen hatten, und schrieben das auf eherne Tafeln und schickten sie ihm.
14:19 Diese Schrift las man in Jerusalem dem Volk vor.
14:20 Auch die Spartaner schrieben an Simon: Der Rat und die Brger von Sparta entbieten dem Hohenpriester Simon und den ltesten und den Priestern und dem brigen jdischen Volk, ihren Brdern, ihren Gru.
14:21 Eure Boten sind zu uns gekommen und haben uns berichtet, da ihr eure Feinde ehrenvoll berwunden habt und nun in Frieden lebt; das ist uns eine groe Freude.
14:22 Wir haben auch in unser ffentliches Stadtbuch schreiben lassen, was sie gesagt haben: Die Boten der Juden, Numenius, der Sohn des Antiochus, und Antipater, der Sohn Jasons, sind zu uns gekommen, um die Freundschaft zwischen den Juden und uns zu erneuern.
14:23 Und wir haben beschlossen, da man diese Boten mit Ehren empfangen und ihre Rede in unser Stadtbuch schreiben lassen sollte dem Volk der Spartaner zum Gedchtnis. Die Abschrift davon schicken wir dem Hohenpriester Simon.
14:24 Darauf sandte Simon den Numenius wieder nach Rom, um einen groen goldenen Schild dorthin zu bringen, tausend Pfund schwer, und das Bndnis mit ihnen zu erneuern.
14:25 Als nun das Volk davon hrte, sagte es: Wie knnen wir Simon und seinen Shnen Dank erweisen?
14:26 Denn er und seine Brder haben sich tapfer gehalten und Israels Feinde vertrieben und ihm die Freiheit verschafft. Und das alles lieen sie auf eherne Tafeln schreiben, damit man sie an den Pfeilern auf dem Berge Zion anbrachte.
14:27 Und die Schrift lautete: Am achtzehnten Tag des Monats Elul im 172. Jahr, im dritten Jahr des groen Hohenpriesters Simon,
14:28 des Frsten des Volkes Gottes, ist in der groen Versammlung der Priester und des Volks und der Oberen des Volks und der ltesten aus dem ganzen Lande Juda jedem kund und offenbar gemacht worden: In den groen, schweren Kriegen, die in unserm Lande gewesen sind,
14:29 haben Simon, der Sohn des Mattatias, aus dem Geschlecht Jojaribs, und seine Brder ihr Leben gewagt und den Feinden ihres Volks Widerstand geleistet, damit das Heiligtum und Gottes Gesetz nicht vernichtet wrden, und haben ihrem Volk - groen Ruhm erworben.
14:30 Denn Jonatan brachte das Volk wieder zusammen und ergriff die Herrschaft und wurde Hoherpriester. Als er aber starb,
14:31 da kamen die Feinde wieder und wollten das Land zugrunde richten und das Heiligtum verwsten.
14:32 Da setzte sich Simon zur Wehr und fhrte den Krieg fr sein Volk und verschaffte den Kriegsleuten seines Volks Waffen und gab ihnen Sold von seinem eignen Geld und Gut;
14:33 und er befestigte die Stdte im Lande Juda und Bet-Zur an der Grenze Judas, wo die Feinde vorher ihre Waffen und Kriegsrstung verwahrt hatten, und legte Juden als Besatzung hinein.
14:34 Er befestigte auch Joppe am Meer und Geser an den Grenzen von Aschdod; denn Geser war vorher eine Festung der Feinde gewesen; aber Simon eroberte es und legte Juden hinein, und was fr ihren Unterhalt ntig war, gab er ihnen.
14:35 Weil nun das Volk Simons groe Treue erfahren hatte und wute, welchen Ruhm er seinem Volk verschaffen wollte, whlten sie ihn zu ihrem Frsten und Hohenpriester wegen all dieser Taten und seiner Frmmigkeit und der Treue, die er seinem Volk erwiesen hatte, und weil er auf jede Weise darum bemht gewesen war, sein Volk zu erhhen.
14:36 Denn in seiner Zeit gab Gott Glck, da durch seine Hand die Heiden aus unserm Lande vertrieben wurden, die sich auf der Burg von Jerusalem, der Stadt Davids, aufhielten, aus der sie Ausflle unternahmen und alles rings um das Heiligtum unrein machten und den reinen Gottesdienst strten.
14:37 Aber Simon eroberte die Burg und legte Juden hinein, um das Land und die Stadt zu schtzen, und baute die Mauern Jerusalems noch weiter aus.
14:38 Und Knig Demetrius besttigte ihn im Hohepriesteramt
14:39 und ernannte ihn zu seinem Freund und erwies ihm groe Ehre.
14:40 Denn er hatte gehrt, da die Rmer die Juden Freunde, Bundesgenossen und Brder genannt und Simons Boten mit Ehren aufgenommen hatten.
14:41 Darum haben das jdische Volk und ihre Priester eingewilligt, da Simon fr immer ihr Frst und Hoherpriester sein sollte, so lange, bis ihnen Gott einen rechten Propheten erwecken wrde;
14:42 er sollte auch ihr Feldhauptmann sein, fr das Heiligtum sorgen und Amtleute einsetzen ber die ffentlichen Arbeiten, ber das Land und alle Kriegsrstungen und Festungen.
14:43 Und alle sollten ihm gehorsam sein, und alle Erlasse sollten in seinem Namen ausgehen; und er sollte Purpur und Gold tragen drfen.
14:44 Das alles sollte treu und fest gehalten werden vom ganzen Volk und allen Priestern, und niemand drfte sich dem widersetzen, was er geboten hatte. Es sollte auch niemand Macht haben, ohne seinen Willen das Volk im Lande zusammenzurufen oder Purpur und eine goldene Spange zu tragen, als er allein.
14:45 Wer aber dagegen handeln oder sich unterstehen wrde, diese Ordnung zu brechen, der machte sich schuldig. -
14:46 So gelobte das ganze Volk, Simon gehorsam zu sein.
14:47 Und Simon willigte ein, da er Hoherpriester und Feldhauptmann und Frst der Juden mit ihren Priestern sein und alles regieren wollte.
14:48 Und das Volk beschlo, da man diese Entscheidung auf eherne Tafeln schreiben, diese sichtbar im Vorhof des Tempels anbringen
14:49 und eine Abschrift in die Schatzkammer legen sollte, damit sie Simon und seine Nachkommen allezeit zu finden wten.
15:1 Es schrieb auch Knig Antiochus, der Sohn des Demetrius, von den Inseln aus an Simon, den Hohenpriester und Frsten der Juden, und das ganze jdische Volk:
15:2 Knig Antiochus entbietet dem Hohenpriester und Frsten Simon und dem jdischen Volk seinen Gru.
15:3 Nachdem mir einige Aufrhrer mein Erbknigtum genommen haben,
15:4 gedenke ich es wieder einzunehmen und so wiederherzustellen, wie es frher war. Und darum habe ich fremdes Kriegsvolk angenommen und Kriegsschiffe bauen lassen und will in das Knigreich ziehen, um die Aufrhrer zu bestrafen, die groen Schaden in meinem Knigreich angerichtet und viele Stdte verwstet haben.
15:5 Darum erlasse auch ich dir alle Abgaben, die dir die Knige frher erlassen haben, und was sie dir sonst an Geschenken erlassen haben,
15:6 und gebe dir das Recht, eigne Mnze in deinem Lande zu schlagen.
15:7 Und Jerusalem und das Heiligtum sollen frei sein. Du sollst auch alle Kriegsrstung behalten, die du hergestellt hast, und alle Festungen, die du gebaut und bisher besetzt gehalten hast.
15:8 Und ich erlasse dir alles, was man dem Knig schuldig ist oder knftig dem Knig schulden wird, von jetzt an fr alle Zeiten.
15:9 Und wenn wir unser Knigreich wieder erobern, wollen wir dir und deinem Volk und dem Tempel noch grere Ehre erweisen, so da ihr im ganzen Knigreich gerhmt werden sollt.
15:10 Im 174. Jahr kam Antiochus wieder in sein Erbland. Und alles Kriegsvolk lief von Tryphon zu ihm ber, so da nur sehr wenige bei Tryphon blieben.
15:11 Als ihm nun Knig Antiochus nachzog, flchtete er nach Dor ans Meer;
15:12 denn er sah, da es mit ihm zu Ende war und da das Kriegsvolk von ihm abfiel.
15:13 Aber Antiochus belagerte Dor mit hundertzwanzigtausend Mann zu Fu und achttausend Reitern
15:14 und schlo die Stadt ringsum ein, und die Schiffe griffen vom Meer aus an, und er bedrngte die Stadt zu Land und zu Wasser, so da niemand heraus- oder hineinkommen konnte.
15:15 Um diese Zeit kamen Numenius und die andern, die mit ihm gesandt waren, von Rom zurck und brachten Schreiben an die Knige und Lnder, die so lauteten:
15:16 Luzius, Konsul der Rmer, entbietet dem Knig Ptolemus seinen Gru.
15:17 Simon, der Hohepriester, und das jdische Volk, unsre Freunde, haben Boten zu uns gesandt, um die Freundschaft und das Bndnis zwischen uns zu erneuern,
15:18 und haben uns dabei einen goldenen Schild von tausend Pfund geschickt.
15:19 Darum schreiben wir an die Knige und Lnder, da sie nichts gegen die Juden unternehmen, auch nicht gegen sie und ihre Stdte und ihr Land kmpfen sollen; da sie auch niemand gegen sie untersttzen sollen;
15:20 denn wir haben den Schild von ihnen angenommen.
15:21 Wenn etwa einige Aufrhrer aus ihrem Lande zu euch geflohen sind, so sollt ihr sie dem Hohenpriester Simon ausliefern, damit er sie nach seinem Gesetz bestraft.
15:22 So schrieb Luzius auch an Knig Demetrius, an Attalus, an Ariarathes, an Arsakes
15:23 und in alle Lnder, auch nach Sampsame und an die Spartaner, nach Delos, Myndos, Sikyon, Karien, Samos, Pamphylien, Lyzien, Halikarna, Rhodos, Phaselis, Kos, Side, Arados, Gortyna, Knidos, Zypern und Kyrene.
15:24 Und Abschriften von diesen Schreiben sandten sie dem Hohenpriester Simon und dem jdischen Volk.
15:25 Knig Antiochus aber begann die Belagerung von Dor am zweiten Tage; er fhrte immerfort Kriegsleute heran und machte Sturmbcke und schlo Tryphon ein, so da niemand heraus- und hineinkommen konnte.
15:26 Und Simon schickte Antiochus zweitausend Mann zu Hilfe, gutes, auserlesenes Kriegsvolk, und viel Gold und Silber und Waffen.
15:27 Aber Antiochus wollte das nicht annehmen und hielt nicht, was er ihm frher zugesagt hatte, und wandte sich ganz von Simon ab
15:28 und sandte einen seiner Freunde, der Athenobius hie, zu ihm, um mit ihm zu verhandeln. Der sollte ihm sagen: Ihr habt Joppe und Geser und die Burg von Jerusalem eingenommen, was alles zu meinem Knigreich gehrt,
15:29 und habt das Land ringsum verheert und groen Schaden in meinem Knigreich angerichtet und viele Orte in meinem Erbland eingenommen.
15:30 Darum fordere ich die Stdte von euch zurck, die ihr mir weggenommen habt, und den Tribut der Orte, die ihr auerhalb des Landes Juda besetzt haltet.
15:31 Wenn ihr mir aber das nicht wieder zurckgeben wollt, so gebt mir fr die Stdte fnfhundert Zentner Silber und fr den Schaden, den ihr angerichtet habt, und fr den Tribut der Stdte noch fnfhundert Zentner dazu. Wenn ihr aber auch das nicht tun wollt, so werden wir kommen und gegen euch Krieg fhren.
15:32 Als nun Athenobius, der Freund des Knigs, nach Jerusalem kam und die glnzende Hofhaltung Simons und die prchtige Tafel mit den goldenen und silbernen Gerten und die zahlreiche Dienerschaft sah, wunderte er sich sehr und richtete aus, was ihm der Knig befohlen hatte.
15:33 Darauf gab ihm Simon diese Antwort: Das Land, das wir wieder erobert haben, ist unser vterliches Erbe und gehrt sonst niemand. Unsre Feinde haben es aber eine Zeitlang mit Gewalt und Unrecht besetzt gehalten.
15:34 Wir aber haben das Unsere wieder an uns gebracht, weil die Zeit fr uns gnstig war, und haben niemand das Seine genommen.
15:35 Wenn du aber darber Klage fhrst, da wir Joppe und Geser eingenommen haben, so war der Grund fr unser Handeln dieser: Man richtete von dort in unserm Volk und unserm Lande groen Schaden an. Doch wollen wir fr beide Stdte hundert Zentner bezahlen. Darauf gab Athenobius keine Antwort,
15:36 sondern wurde zornig und zog wieder davon zum Knig und sagte ihm Simons Antwort und berichtete ihm von seiner Pracht und von allem, was er gesehen hatte. Da wurde der Knig sehr zornig.
15:37 Tryphon aber flchtete auf einem Schiff nach Orthosia.
15:38 Da machte der Knig den Kendebus zum Hauptmann ber das Land am Meer und gab ihm Reiter und Fuvolk
15:39 und befahl ihm, sich an der Grenze Judas zu lagern und die Stadt Kedron zu befestigen und ihre Tore zu verstrken und von dort Einflle ins Land der Juden zu machen. Der Knig aber jagte Tryphon nach, um ihn gefangenzunehmen.
15:40 Als nun Kendebus nach Jamnia kam, griff er die Juden an, verheerte ihr Land und lie eine Menge Menschen umbringen und viele Leute gefangennehmen und fhrte sie weg; und er befestigte die Stadt Kedron
15:41 und legte Reiter und Fuvolk hinein, damit sie von dort an der Grenze Ausflle machen und auf den Straen Judas umherstreifen sollten, wie der Knig befohlen hatte.
16:1 Darum zog Johannes von Geser zu seinem Vater Simon hinauf und berichtete ihm, da Kendebus Einflle in ihr Land gemacht und Schaden angerichtet htte.
16:2 Da rief Simon seine zwei ltesten Shne zu sich, Judas und Johannes, und sagte zu ihnen: Ich und meine Brder und das ganze Haus meines Vaters haben von Jugend auf bis zu dieser Zeit gegen die Feinde des Volks Israel Kriege gefhrt, und Gott hat uns das Glck gegeben, da Israel oft durch unsre Hnde errettet worden ist.
16:3 Weil ich aber nun alt und schwach bin, so sollt ihr an meine Stelle und an die Stelle meiner Brder treten und sollt ausziehen und fr unser Volk kmpfen. Gott mge euch vom Himmel helfen und bei euch sein!
16:4 Und er lie im Lande zwanzigtausend Kriegsleute und Reiter auswhlen. Mit diesem Heer zogen Johannes und Judas gegen Kendebus und lagerten ber Nacht in Moden.
16:5 Morgens aber, als sie von Moden in die Ebene kamen, zog ihnen ein groes Heer zu Fu und zu Ro entgegen. Nun war ein reiender Bach zwischen beiden Heeren.
16:6 Da zog Johannes mit seinem Kriegsvolk an den Bach und wandte sich gegen die Feinde. Als er aber sah, da das Kriegsvolk Angst hatte, in das Wasser zu gehen, da wagte er sich zuerst hinein und kam durch das Wasser. Als seine Leute das sahen, folgten sie ihm.
16:7 Danach stellte Johannes die Schlachtordnung auf und ordnete die Reiter zwischen dem Fuvolk an. Aber die Feinde hatten eine viel strkere Reiterei.
16:8 Als aber Johannes die Posaunen der Priester blasen lie und die Feinde angriff, da wandte sich Kendebus zur Flucht mit seinem Heer, und viele wurden verwundet und erstochen; die brigen aber flohen in die Festung.
16:9 In dieser Schlacht wurde Judas, der Bruder des Johannes, verwundet; aber Johannes jagte den Feinden nach bis zur Festung Kedron.
16:10 Und die Feinde flohen in die Trme im Gebiet von Aschdod. Da verbrannte Johannes die Trme, so da zweitausend Mann von den Feinden umkamen. Danach zog Johannes wieder heim ins Land Juda mit Frieden.
16:11 Es war aber ein Amtmann im Lande Jericho, mit Namen Ptolemus, der Sohn Abubs; der war sehr reich,
16:12 und der Hohepriester Simon hatte ihm eine Tochter zur Frau gegeben.
16:13 Darum war er stolz und trachtete danach, Herr im Lande zu werden, und er fate einen Plan, wie er Simon und seine Shne hinterlistig umbringen knnte.
16:14 Als nun Simon im Lande Juda umherzog, um nach den Stdten zu sehen und fr ihre Ordnung zu sorgen, und nach Jericho kam mit zwei Shnen, Mattatias und Judas, im 177. Jahr, im elften Monat, der Sebat heit,
16:15 da empfing sie der Sohn Abubs in seiner Burg mit Namen Dok, die er sich gebaut hatte, und richtete ihnen ein herrliches Mahl zu; aber es war nichts als Betrug, denn heimlich versteckte er dort Kriegsvolk.
16:16 Und als Simon und seine Shne frhlich waren und viel getrunken hatten, stand Ptolemus mit seinen Leuten auf, und sie nahmen ihre Waffen und kamen hinein zu Simon beim Mahl und schlugen ihn samt beiden Shnen und einigen von seinen Leuten tot.
16:17 So eine schndliche Tat verbte Ptolemus in Israel und vergalt Gutes mit Bsem.
16:18 Danach schrieb Ptolemus dies an Knig Antiochus und bat ihn, da er ihm Kriegsvolk zu Hilfe schicken und ihm das Land und die Stdte mit allen Abgaben bertragen mchte.
16:19 Und er sandte Leute nach Geser, um Johannes umzubringen, und schrieb an die Hauptleute, da sie zu ihm kommen sollten; dann wollte er ihnen viel Sold und Geschenke geben.
16:20 Auch schickte er Kriegsvolk, um Jerusalem und das Heiligtum einzunehmen.
16:21 Aber ein Bote kam vorher nach Geser; der sagte Johannes, da sein Vater und seine Brder umgekommen waren und da Leute unterwegs wren, um auch ihn umzubringen.
16:22 Als Johannes das hrte, entsetzte er sich sehr und lie die Leute gefangennehmen, die geschickt worden waren, um ihn umzubringen. Und als er feststellte, da sie ihn wirklich hatten ermorden wollen, lie er sie tten.
16:23 Was aber Johannes danach weiter getan hat und die Kriege, die er gefhrt, und wie er regiert und wie er die Mauern gebaut und was er sonst getan hat,
16:24 das ist alles beschrieben in einem eignen Buch ber seine Regierung, von der Zeit an, als er nach seinem Vater Hoherpriester geworden war.
1:1 Wir Juden, eure Brder, die in Jerusalem und im jdischen Lande sind, gren und wnschen euch Juden, unsern Brdern, die in gypten wohnen, Glck und Heil.
1:2 Gott segne euch und denke an seinen Bund, den er Abraham, Isaak und Jakob, seinen treuen Knechten, zugesagt hat,
1:3 und gebe euch allen ein Herz, das bereit ist, ihn zu frchten und seinen Weisungen gern und willig zu folgen;
1:4 er tue euer Herz auf durch sein Gesetz und seine Gebote und schaffe Frieden;
1:5 er erhre euer Gebet und sei euch gndig und verlasse euch nicht in der Not!
1:6 Das alles erbitten wir hier jetzt fr euch.
1:7 Zur Zeit des Knigs Demetrius, im 169. Jahr, haben wir in Juda an euch geschrieben in unsrer hchsten Not, die uns in jenen Jahren betroffen hatte, als Jason und sein Anhang von dem heiligen Lande und von dem Knigtum abtrnnig geworden waren,
1:8 unsre Tore verbrannt und unschuldiges Blut vergossen hatten. Damals beteten wir, und der Herr erhrte uns. Und wir brachten ihm Opfer und feinstes Mehl dar und zndeten die Lampen an und legten die Schaubrote auf.
1:9 Und nun mchten wir, da ihr das Tempelweihfest im Monat Kislew haltet wie wir. Gegeben im 188. Jahr.
1:10 Wir in Jerusalem und in Juda, die ltesten und Judas Makkabus wnschen dem Aristobulus, der ein Lehrer des Knigs Ptolemus und von hohepriesterlichem Stamme ist, und den andern Juden, die in gypten wohnen, Glck und Gesundheit.
1:11 Wir danken Gott sehr, da er uns, die wir uns gegen einen so mchtigen Knig wehren muten, aus groer Not erlst hat.
1:12 Denn Gott selbst hat unsere Feinde aus der heiligen Stadt weggetrieben.
1:13 Als nmlich der Frst mit seinem scheinbar unberwindlichen Heer nach Persien gekommen war, wurde er im Tempel der Nana durch List der Priester der Nana erschlagen.
1:14 Denn Antiochus kam dorthin samt seinen Freunden, als wollte er die Gttin freien, dachte aber nur daran, die reichen Schtze aus dem Tempel als Mitgift zu nehmen.
1:15 Als die Priester der Nana sie hervortrugen und er mit wenigen Freunden in das Heiligtum gegangen war, schlossen sie den Tempel zu.
1:16 Dann ffneten sie die geheime Tr in der Decke und warfen den Frsten mit Steinen zu Tode. Danach hieben sie alle in Stcke, schlugen ihnen die Kpfe ab und warfen sie denen zu, die drauen standen.
1:17 Unser Gott sei fr alles gelobt, der die Gottlosen so dahingegeben hat!
1:18 Weil wir nun gedenken, am 25. Tag des Monats Kislew die Reinigung des Tempels zu begehen, haben wir's fr unsere Pflicht gehalten, euch das mitzuteilen, damit auch ihr dies Fest so begeht, wie man das Laubhttenfest und den Tag begeht, an dem Nehemia das Feuer gefunden hat, als er den Tempel und den Altar baute und wieder opferte.
1:19 Denn als unsre Vter nach Persien weggefhrt wurden, haben die frommen Priester jener Zeit Feuer vom Altar genommen und es heimlich in der Hhlung eines Brunnens versteckt, der eine wasserfreie Stelle besa; dort verwahrten sie es so, da niemand den Ort erfuhr.
1:20 Als nun nach vielen Jahren Nehemia nach dem Willen Gottes vom Knig von Persien heimgesandt wurde, schickte er Nachkommen der Priester, die das Feuer verborgen hatten, damit sie es wieder suchten. Aber wie sie uns berichtet haben, haben sie kein Feuer, sondern dickflssiges Wasser gefunden.
1:21 Das gebot er ihnen zu schpfen und zu bringen. Als nun alles zum Opfer zugerstet war, hat Nehemia den Priestern befohlen, sie sollten das Wasser ber das Holz und das Opfer, das auf dem Holz lag, gieen.
1:22 Als sie das getan hatten und nach einiger Zeit die Wolken vergangen waren und die Sonne aufleuchtete, da entzndete sich ein groes Feuer. Darber verwunderten sich alle.
1:23 Die Priester und das Volk aber beteten, bis das Opfer verbrannt war. Und Jonatan stimmte an, die andern aber antworteten ihm mit Nehemia.
1:24 Dies aber war das Gebet: Herr, Herr, Gott, der du alle Dinge geschaffen hast und furchterregend, stark und gerecht bist und barmherzig und allein der rechte Knig und Wohltter,
1:25 der du allein alle Gaben gibst, der du allein gerecht, allmchtig und ewig bist, der du Israel erlst aus allem bel, der du unsere Vter erwhlt und sie geheiligt hast;
1:26 nimm das Opfer an fr dein ganzes Volk Israel und bewahre und heilige dein Erbe.
1:27 Bring unsere Zerstreuten wieder zusammen, erlse, die den Heiden dienen mssen, und sieh die Verachteten an, vor denen alle ein Grauen haben: damit die Heiden erfahren, da du unser Gott bist.
1:28 Bestrafe, die uns unterdrcken und mit groem bermut uns alle Schande antun.
1:29 Pflanze dein Volk wieder ein an deinem heiligen Ort, wie Mose gesagt hat.
1:30 Die Priester aber sangen die Lobgesnge dazu. Als aber das Opfer verzehrt war,
1:31 lie Nehemia das brige Wasser auf groe Steine gieen.
1:32 Auch da ging eine Flamme auf; aber sie wurde berstrahlt vom Leuchten des Feuers auf dem Altar. -
1:33 Dies alles ist bekannt geworden und vor den Knig der Perser gekommen, da man nmlich an dem Ort, wo die weggefhrten Priester das Feuer versteckt hatten, Wasser gefunden htte, mit dem dann die Leute Nehemias die Opfer geheiligt htten.
1:34 Da prfte es der Knig nach und lie den Ort einfriedigen und zum Heiligtum erklren;
1:35 und denen der Knig gndig war, denen gab er viele kostbare Geschenke aus seinem Schatz.
1:36 Und die Leute Nehemias nannten dies Wasser Neftar, auf deutsch: Reinigung; die meisten aber nennen es Neftai.
2:1 Man findet auch in den Schriften, da der Prophet Jeremia denen, die weggefhrt wurden, geboten habe, sie sollten vom Feuer etwas verstecken, wie oben berichtet,
2:2 und da er ihnen das Gesetz mitgegeben und befohlen habe, sie sollten die Gebote des Herrn ja nicht vergessen und sich nicht verfhren lassen, wenn sie die goldenen und silbernen Gtzen und ihren Schmuck sehen wrden;
2:3 und er habe ihnen noch anderes dieser Art gesagt und sie ermahnt, sie sollten das Gesetz nicht aus ihrem Herzen lassen.
2:4 Auch stand in derselben Schrift, der Prophet habe auf gttlichen Befehl hin geboten, die Stiftshtte und die Bundeslade sollten mit ihm kommen,
2:5 als er auszog an den Berg, auf den Mose gestiegen war und von dem aus er das Erbland des Herrn gesehen hatte. Als Jeremia dorthin kam, fand er eine Hhle; darin versteckte er die Stiftshtte und die Lade und den Rucheraltar und verschlo den Eingang.
2:6 Aber einige Mnner, die ihm nachgegangen waren, traten hinzu und wollten sich an dem Zugang ein Zeichen machen; sie konnten ihn aber nicht finden.
2:7 Als das Jeremia erfuhr, tadelte er sie und sagte: Diese Sttte soll kein Mensch kennen, bis Gott sein Volk wieder zusammenbringen und ihm gndig sein wird.
2:8 Dann wird der Herr dies alles wieder ans Licht bringen; und dann wird die Herrlichkeit des Herrn und die Wolke erscheinen, wie sie sich zu Moses Zeiten gezeigt hat und damals, als Salomo bat, da die Sttte ber die Maen geheiligt wrde.
2:9 In dieser Schrift wird auch erzhlt, wie weise Salomo gewesen ist und, wie er zur Einweihung und Vollendung des Tempels geopfert hat.
2:10 Und ebenso, wie Mose den Herrn gebeten hatte und Feuer vom Himmel fiel und die Opfer verzehrte, so betete auch Salomo, und das Feuer fiel herab und verzehrte die Brandopfer.
2:11 Und Mose sagte, das Sndopfer sei vom Feuer verzehrt worden, weil man's nicht gegessen habe.
2:12 Ebenso hat auch Salomo die acht Tage gefeiert.
2:13 Das alles findet man auch in den Schriften und den Denkwrdigkeiten, die zu Nehemias Zeiten geschrieben worden sind; ferner, wie Nehemia die Bcher ber die Knige und Propheten, auch die von David und die Briefe der Knige ber Weihgeschenke zusammengebracht und eine Bibliothek eingerichtet hat.
2:14 Ebenso hat aber auch Judas die Bcher, die verlorengegangen waren, weil Kriege im Lande gewesen sind, alle wieder zusammengebracht;
2:15 und wir haben sie hier. Solltet ihr sie also brauchen, so lat sie bei uns holen!
2:16 Weil wir nun die Tempelreinigung begehen wollen, schreiben wir es euch hiermit; ihr werdet also gut daran tun, die Tage auch zu begehen.
2:17 Wir hoffen aber zu Gott, der seinem ganzen Volk geholfen und allen das Erbe verliehen hat, nmlich das Knigtum und das Priestertum und die Heiligkeit,
2:18 wie er's im Gesetz verheien hat: er wolle sich unser bald erbarmen und uns aus der weiten Welt an den heiligen Ort wieder zusammenbringen,
2:19 wie er uns ja bereits aus groem Unglck errettet und die heilige Sttte gereinigt hat.
2:20 Die Geschichten aber von Judas, dem Makkaber, und seinen Brdern und von der Reinigung des erhabenen Tempels und der Weihe des Altars;
2:21 von den Kriegen gegen Antiochus Epiphanes und seinen Sohn Eupator;
2:22 von den Erscheinungen vom Himmel her, die denen widerfuhren, die fr das Judentum redlich gekmpft haben, so da ihre kleine Schar das ganze Land wieder erobert und eine groe Menge der Heiden in die Flucht geschlagen und verfolgt hat;
2:23 und weiter davon, wie sie den Tempel, der in aller Welt berhmt ist, wieder gewonnen und die Stadt befreit haben und wie sie die Gesetze, die man auflsen wollte, wieder aufgerichtet haben, weil der Herr ihnen wohlwollte und gndig war:
2:24 dies alles, das Jason von Kyrene in fnf Bchern aufgezeichnet hat, gedenken wir, hier in eins zusammenzuziehen.
2:25 Denn wir sehen, um wieviel Zahlen es geht und wie schwer es wegen der Flle des Stoffs sein wird, wenn sich jemand in die Erzhlungen und Berichte einarbeiten will.
2:26 Wir haben uns also vorgenommen, denen, die gerne lesen, Anregung zu verschaffen, denen, die ihrem Gedchtnis etwas einprgen mchten, leichtere bersicht zu geben, allen aber, die das Buch in die Hand nehmen, Gewinn zu bringen.
2:27 Und wir merken wohl, da es uns nicht eben leicht werden wird, uns der Mhe dieser Krzung zu unterziehen; denn es gehrt viel Arbeit und groer Flei dazu,
2:28 wie es auch ohne Arbeit nicht zugeht, wenn man eine Mahlzeit bereiten und den Gsten etwas zugute tun will. Dennoch wollen wir diese Mhe gern auf uns nehmen, um vielen damit zu dienen,
2:29 dabei allerdings die genaue Erforschung des einzelnen dem Geschichtsschreiber berlassen, uns selbst aber darum bemhen, die Vorlagen fr unsere Zusammenfassung durchzugehen.
2:30 Denn wie ein Baumeister, der ein neues Haus baut, sich um den gesamten Bau zu kmmern hat, der aber, der es bernimmt, das Haus auszumalen, nichts weiter zu bedenken hat, als was man zur Ausschmckung braucht, so, meine ich, steht es auch bei uns.
2:31 In die Dinge einzudringen und sie zu durchforschen und sich mit den Einzelheiten genau zu beschftigen, das kommt dem Geschichtsschreiber zu;
2:32 wer aber nur nacherzhlen will, der darf sich krzer fassen und sich von der eingehenden Darstellung der Geschichte freimachen.
2:33 Und nun wollen wir mit der Erzhlung beginnen, nachdem wir so viel dem Voraufgeschickten hinzugefgt haben; es wre ja tricht, wenn die Vorrede lnger wrde als die ganze Erzhlung.
3:1 Als man in gutem Frieden in Jerusalem wohnte und die Gesetze aufs beste gehalten wurden, weil der Hohepriester Onias fromm war und das Bse hate,
3:2 wurden sogar die Knige bewogen, die Stadt zu ehren und herrliche Geschenke in den Tempel zu schicken.
3:3 So gewhrte auch Seleukus, der Knig in Vorderasien, aus seinen eignen Einknften alle Kosten, die der Opferdienst mit sich brachte.
3:4 Nun lebte damals ein Vorsteher des Tempels, der hie Simon und war ein Benjaminiter; der war mit dem Hohenpriester verfeindet wegen der Amtsfhrung des Marktvorstehers in der Stadt.
3:5 Weil ihm aber Onias zu mchtig war, zog er zu Apollonius, dem Sohn des Tharseas, der damals Befehlshaber in Zlesyrien und Phnizien war,
3:6 und meldete ihm, da der Tempelschatz in Jerusalem unermelich reich sei, so da man die Hhe der Gelder nicht errechnen knne; man bedrfe ihrer auch nicht zum Opfer; es sei mglich, da diese Gelder unter das Verfgungsrecht des Knigs fielen.
3:7 Als nun Apollonius zum Knig kam, berichtete er ihm, was ihm ber die Gelder bekannt war. Da bestimmte der Knig seinen Kanzler Heliodor, entsandte ihn und gab ihm den Befehl, sich die erwhnten Gelder ausliefern zu lassen.
3:8 Der machte sich sogleich auf und gab an, er mte die Stdte in Zlesyrien und Phnizien bereisen. Seine Absicht aber war, den Befehl des Knigs auszufhren.
3:9 Als Heliodor nun nach Jerusalem kam und der Hohepriester und die Stadt ihn freundlich empfangen hatten, erzhlte er, was seinem Herrn berichtet worden war, und teilte mit, wozu er da wre, und fragte, ob es in Wahrheit so wre oder nicht.
3:10 Da antwortete ihm der Hohepriester: Es ist Geld, das Witwen und Waisen gehrt, hinterlegt zu treuer Hand.
3:11 Anderes aber gehrt dem Hyrkanus, dem Sohn des Tobias, einem sehr bedeutenden Mann. Und es verhlt sich gar nicht so, wie der Verrter Simon gesagt hat; denn es sind nicht mehr als vierhundert Zentner Silber und zweihundert Zentner Gold.
3:12 So wrde es ein groer Frevel sein, wenn man die betrgen wollte, die auf die Heiligkeit der Sttte vertraut haben und auf die Wrde des Tempels, der in aller Welt so hoch geehrt wird, und auf seine Unverletzlichkeit.
3:13 Aber Heliodor bestand auf dem Befehl des Knigs und sagte, er mte die Gelder fr den kniglichen Schatz nehmen,
3:14 und bestimmte einen Tag und kam in den Tempel, um sie zu besichtigen. Da erhob sich groer Jammer in der ganzen Stadt.
3:15 Die Priester warfen sich in ihrem heiligen Schmuck vor den Altar und riefen Gott im Himmel an, der zum Schutz dessen, was hinterlegt worden war, geboten hat, den Leuten das Ihre unversehrt zu erhalten.
3:16 Den Hohenpriester aber konnte niemand ohne groes Mitleid anblicken; denn sein Aussehen und seine Gesichtsfarbe lieen erkennen, da er in groen ngsten war.
3:17 Denn er war so tief erschrocken und zitterte am ganzen Leibe, da alle, die ihn sahen, verspren muten, welches Leid sein Herz erfllte.
3:18 Die Leute aber liefen in Scharen aus den Husern und beteten miteinander, weil sie sahen, da die heilige Sttte in Schmach und Schande gebracht werden sollte.
3:19 Und die Frauen legten Scke an, entblten die Brust und liefen auf die Gassen; und sogar jene Jungfrauen, die sonst nicht unter die Leute gingen, liefen unter die Tore und auf die Mauern oder schauten wenigstens aus den Fenstern;
3:20 alle aber hoben ihre Hnde auf zum Himmel und hielten das Bittgebet.
3:21 Es war zum Erbarmen, wie das Volk in einem groen Durcheinander niederfiel und dem Hohenpriester so angst und bange vor dem Kommenden war.
3:22 Whrend sie so den allmchtigen Herrn anriefen, da er das anvertraute Gut denen, die es hinterlegt hatten, unversehrt und sicher erhalten wollte,
3:23 suchte Heliodor sein Vorhaben auszufhren. Und als er schon mit den Kriegsleuten in der Schatzkammer stand,
3:24 tat der Herrscher ber die Geister und alle Mchte ein gewaltiges Zeichen, so da alle, die einzudringen sich erdreistet hatten, von der Macht Gottes geschlagen in lhmende Furcht und Verzagtheit fielen.
3:25 Denn es erschien ihnen ein Pferd, das mit prchtigem Geschirr geschmckt war, darauf sa ein furchterregender Reiter; das rannte mit aller Macht auf Heliodor zu und drang mit den Vorderfen auf ihn ein. Und der Reiter zeigte sich in einer goldenen Rstung.
3:26 Auch erschienen dem Heliodor zwei junge Mnner, die stark und schn waren und prchtig gekleidet; die traten auf beiden Seiten neben ihn hin und geielten ihn unablssig mit vielen Schlgen,
3:27 so da er im Nu zu Boden fiel und in Ohnmacht sank.
3:28 Da nahm man ihn, der eben noch mit groem Gefolge und allen seinen Kriegsleuten in die Schatzkammer gegangen war, und trug ihn in einer Snfte davon, weil er sich selbst nicht mehr helfen konnte,
3:29 so da man deutlich die Macht Gottes erkennen mute. So lag er durch Gottes Wirken stumm da und war jeder Hoffnung und Hilfe beraubt;
3:30 die Juden aber lobten den Herrn, der seine heilige Sttte so geehrt hatte. Und den Tempel, der kurz zuvor voll Furcht und Schrecken gewesen war, erfllte Freude und Wonne nach diesem Zeichen des allmchtigen Herrn.
3:31 Aber einige Freunde des Heliodor kamen eilends und baten Onias, da er doch den Hchsten anrufen und dem Heliodor, der jetzt in den letzten Zgen lag, das Leben gndig erwirken sollte.
3:32 Weil aber der Hohepriester die Sorge hatte, der Knig knnte den Argwohn haben, die Juden htten dem Heliodor schndlich mitgespielt, opferte er fr ihn, damit er gesund wrde.
3:33 Und als der Hohepriester das Shnopfer darbrachte, erschienen die beiden jungen Mnner wieder in derselben Kleidung und sagten zu Heliodor: Dem Hohenpriester Onias hast du viel zu verdanken, denn um seinetwillen hat dir der Herr das Leben geschenkt;
3:34 doch weil du vom Himmel gegeielt worden bist, so verkndige allen, wie gro die Gewalt Gottes ist. Und als sie dies gesagt hatten, entschwanden sie.
3:35 Heliodor aber lie dem Herrn opfern und tat ihm sehr groe Gelbde, weil er ihm das Leben wiedergegeben hatte, und empfing den Onias und kehrte danach mit der Streitmacht zum Knig zurck
3:36 und bezeugte allen, wie er mit eignen Augen die Taten des hchsten Gottes gesehen htte.
3:37 Als ihn aber der Knig fragte, welchen geeigneten Mann er sonst noch einmal nach Jerusalem schicken knnte, antwortete ihm Heliodor:
3:38 Wenn du einen Feind hast oder einen, der dich zu strzen gedenkt, den schicke hin! Du wirst ihn dann zurckbekommen, nachdem er gegeielt worden ist, wenn er berhaupt mit dem Leben davonkommt.
3:39 Denn es wirkt wahrhaftig eine Kraft Gottes an jener Sttte; der seine Wohnung im Himmel hat, wacht darber und hilft ihr; und alle, die ihr in bser Absicht nahen, schlgt und vernichtet er.
3:40 Dies ist die Geschichte von Heliodor und der Bewahrung der Schatzkammer.
4:1 Jener Simon aber, der den Schatz und sein Vaterland verraten hatte, verleumdete den Onias, kein anderer als er habe dem Heliodor bel mitgespielt und sein Unglck angestiftet;
4:2 ja, er beschuldigte ihn sogar, ein Feind von Land und Leuten zu sein, obwohl er doch der Stadt alles Gute tat und es mit seinem Volk treu meinte und voll Eifer an Gottes Geboten festhielt.
4:3 Als nun die Feindschaft so gro geworden war, da einer von Simons Vertrauten mehrere Morde verbte,
4:4 und als Onias sah, da viel Unheil aus solcher Uneinigkeit kommen wrde, weil Apollonius, der Sohn des Menestheus, der Befehlshaber in Zlesyrien und Phnizien, den Simon in seiner Bosheit noch bestrkte, da machte Onias sich auf zum Knig,
4:5 nicht, um seine Mitbrger zu verklagen, sondern weil er in allem auf das Wohl des ganzen Volkes bedacht war.
4:6 Denn er sah: wenn der Knig nicht Vorsorge treffen wrde, so wre es nicht mglich, im ffentlichen Leben noch zum Frieden zu kommen und Simon von seiner Torheit abzubringen.
4:7 Als aber Seleukus gestorben und die Herrschaft an Antiochus mit dem Beinamen Epiphanes gekommen war, erschlich Jason, der Bruder des Onias, sich das Hohepriesteramt.
4:8 Er versprach dem Knig, als er mit ihm zusammentraf, dreihundertsechzig Zentner Silber und aus anderm Einkommen achtzig Zentner.
4:9 Und darber hinaus versprach er, ihm noch hundertfnfzig Zentner zu berschreiben, wenn man gestatten wollte, da er aus eigner Vollmacht eine Kampfbahn und einen bungsplatz fr junge Leute herrichtete und die Jerusalemer als Antiochener einschrieb.
4:10 Als der Knig zustimmte und Jason die Macht ergriffen hatte, gewhnte er sogleich seine Mitbrger an die griechische Lebensart.
4:11 Und die Vorrechte, die der Knig aus Menschenfreundlichkeit den Juden durch Vermittlung des Johannes verliehen hatte, den Vater jenes Eupolemus, der als Gesandter nach Rom gegangen war, um ber Freundschaft und Waffenhilfe zu verhandeln, die gab er auf, schaffte die alten gesetzmigen Einrichtungen ab und fhrte Sitten ein, die dem Gesetz widersprachen.
4:12 Ganz bewut nmlich baute er unter der Burg eine Kampfbahn und brachte die besten der jungen Leute dazu, dort als Wettkmpfer aufzutreten.
4:13 Und das griechische Wesen und die Aneignung fremder Sitten nahmen durch die bergroe Ruchlosigkeit des gottlosen falschen Hohenpriesters Jason so berhand,
4:14 da die Priester nicht mehr eifrig im Dienst am Altar waren, vielmehr den Tempel verachteten und die Opfer vernachlssigten und nach dem Aufruf zum Diskuswerfen zur Kampfbahn liefen und an den gesetzwidrigen Spielen teilnahmen;
4:15 und was den Vtern eine Ehre war, galt ihnen nichts, aber die griechischen Auszeichnungen hielten sie fr ungemein wertvoll.
4:16 Das wurde ihnen freilich bse heimgezahlt; denn Gott machte eben die, denen sie in ihren Spielen und auch sonst ganz gleich werden wollten, zu ihren Feinden, die sie bestrafen muten.
4:17 Denn mit Gottes Wort ist nicht zu scherzen - das wird sich in der Folge zeigen.
4:18 Als man nun in Tyrus das Kampfspiel hielt, das alle fnf Jahre gefeiert wurde, und der Knig selbst dabei war,
4:19 schickte der ruchlose Jason einige Jerusalemer, die Antiochener waren, als Zuschauer und durch sie dreihundert Drachmen Silber, um dem Herakles davon zu opfern. Als sie das berbrachten, baten sie darum, es nicht zum Opfer zu verwenden, weil sich das nicht schicken wrde, sondern es fr etwas anderes zurckzulegen.
4:20 Obgleich er also das Geld zum Opfer fr Herakles gesendet hatte, verwandte man es der Mnner wegen, die es berbracht hatten, zur Ausrstung von Kriegsschiffen.
4:21 Antiochus sandte Apollonius, den Sohn des Menestheus, wegen der Thronbesteigung des Knigs Philometor nach gypten. So erfuhr Antiochus, da ihm Philometor abgeneigt geworden war, und daher war er auf seine Sicherheit bedacht; deshalb kam er nach Joppe und begab sich nach Jerusalem.
4:22 Er wurde von Jason und der ganzen Stadt prchtig empfangen und mit Fackeln in groem Triumph hineingeleitet. Danach zog er mit seinem Heer wieder nach Phnizien.
4:23 Aber nach drei Jahren schickte Jason den Menelaus, den Bruder des oben genannten Simon, um dem Knig das Geld zu berbringen und notwendige Regierungsgeschfte schriftlich abzuschlieen.
4:24 Und als er bei dem Knig zu Gnaden kam, huldigte er ihm angesichts seiner Macht und brachte das Hohepriesteramt dadurch an sich selber, da er dem Knig dreihundert Zentner Silber mehr gab als Jason.
4:25 Und nachdem er die knigliche Beauftragung empfangen hatte, kam er nach Jerusalem; aber er hatte nichts von einem Hohenpriester an sich, sondern die Leidenschaften eines rohen Tyrannen und die Wut eines wilden Tieres.
4:26 So wurde Jason, der seinen Bruder aus dem Amt gestoen hatte, wieder durch einen andern fortgestoen und mute in das Land der Ammoniter fliehen;
4:27 und Menelaus bemchtigte sich der Herrschaft. Als er aber das Geld, das er dem Knig versprochen hatte, nicht entrichten konnte, obwohl es Sostratus, der Burghauptmann, an den das Geld zu zahlen war, von ihm forderte,
4:28 lie der Knig die beiden vor sich laden.
4:29 Und Menelaus lie als seinen Stellvertreter im Hohenpriesteramt seinen Bruder Lysimachus zurck, Sostratus aber als seinen Stellvertreter den Krates, den Hauptmann ber die Kriegsleute aus Zypern.
4:30 Als die Dinge so standen, machten die Leute von Tarsus und Mallus einen Aufruhr, weil der Knig sie seiner Nebenfrau Antiochis geschenkt hatte.
4:31 Da machte sich der Knig eilends auf, die Angelegenheit in Ordnung zu bringen, und lie den Andronikus, einen seiner angesehensten Wrdentrger, als Statthalter zurck.
4:32 Menelaus aber dachte, da er diese gute Gelegenheit ntzen mte: er stahl einige goldene Gerte aus dem Tempel und schenkte sie dem Andronikus; andere konnte er nach Tyrus und in die umliegenden Stdte verkaufen.
4:33 Als das Onias erfuhr, begab er sich an eine Freistatt in Daphne, das bei Antiochia liegt, und tadelte ihn scharf.
4:34 Daher nahm Menelaus den Andronikus beiseite und forderte ihn auf, Hand an Onias zu legen. Der ging zu Onias, beredete ihn mit List, gab ihm Handschlag und Eid, und obwohl Onias Verdacht hegte, berredete Andronikus ihn, aus der Freistatt herauszukommen. Dann aber brachte er ihn sogleich um ohne alle Scheu vor dem Recht.
4:35 Das fanden nicht allein die Juden entsetzlich, sondern auch viele Heiden; sie waren entrstet ber den ruchlosen Mord an diesem Mann.
4:36 Als nun der Knig aus Zilizien wieder heimkehrte, wandten sich die Juden in allen Stdten an ihn, und auch die Griechen zeigten sich mit ihnen darber emprt, da Onias gewissenlos ermordet worden war.
4:37 Und Antiochus war in tiefster Seele betrbt und von Mitleid ergriffen und weinte, da ein Mann von so edler Gesinnung und so untadeliger Haltung umgekommen war;
4:38 und er ergrimmte voll Zorn und lie dem Andronikus sogleich das Purpurkleid abnehmen und die Kleider zerreien, ihn so in der ganzen Stadt umherfhren und zuletzt den Meuchelmrder an dem Ort aus der Welt schaffen, wo er Onias freventlich umgebracht hatte. So hat Gott ihn nach seinem Verdienst bestraft.
4:39 Als aber Lysimachus in der Stadt mit Wissen seines Bruders Menelaus viel aus dem Tempel gestohlen hatte und die Kunde davon unter die Leute gekommen war, versammelte sich die Gemeinde gegen Lysimachus, als schon viele goldene Gerte weggebracht worden waren.
4:40 Als nun die Massen sich erregten und sehr zornig waren, bewaffnete Lysimachus an die dreitausend Mann und begann mit Gewalttaten; dabei war der Anfhrer ein gewisser Auranus, der zwar schon ein lterer Mann, aber keineswegs schon vernnftig war.
4:41 Als die Brger sahen, da Lysimachus sie angreifen lie, nahmen die einen Steine, die andern dicke Holzstcke, wieder andre rafften etwas von der daliegenden Asche zusammen und warfen alles miteinander auf die Leute des Lysimachus,
4:42 so da viele von ihnen verwundet, andre zu Boden geschlagen wurden, alle aber davonliefen. Den Tempelruber selbst aber erschlugen sie bei der Schatzkammer.
4:43 Wegen dieser Vorgnge wurde Menelaus vor Gericht gezogen.
4:44 Und sobald der Knig nach Tyrus gekommen war, trugen drei Gesandte des Hohen Rats ihm die Klage vor.
4:45 Als aber Menelaus schon unterlegen war, versprach er Ptolemus, dem Sohn des Dorymenes, viel Geld, damit er den Knig bereden sollte.
4:46 Da nahm Ptolemus den Knig beiseite und ging mit ihm in einen Sulengang, als wollte er ihm Khlung verschaffen, und stimmte ihn um,
4:47 so da er den Menelaus, der doch alles Unglck angerichtet hatte, von der Anklage freisprach, aber die armen Leute zum Tode verurteilte, die doch sogar bei den Skythen als unschuldig erkannt und freigelassen worden wren.
4:48 Sogleich muten die, die fr die Stadt, das Volk und die heiligen Gerte eingetreten waren, unschuldig sterben.
4:49 Darber waren sogar Leute von Tyrus emprt, und sie bereiteten ihnen ein groartiges Begrbnis.
4:50 Menelaus aber blieb an der Macht dank der Habsucht der Herrschenden und trieb es je lnger desto rger und tat den Brgern alles Unrecht an.
5:1 Um diese Zeit zog Antiochus zum zweitenmal gegen gypten.
5:2 Man sah aber in der ganzen Stadt fast vierzig Tage lang, wie Reiter in golddurchwirkten Gewndern mit Lanzen und gezckten Schwertern in Zgen geordnet durch die Lfte einhersprengten;
5:3 und man sah Reiterscharen in Schlachtordnung aufeinandertreffen und gegeneinander anrennen, eine Bewegung von Schilden, eine Menge von Speeren, das Fliegen von Geschossen, das Schimmern von goldenen Rstungen und Harnische von vielerlei Art.
5:4 Da beteten alle, da dies doch ja nichts Bses bedeuten sollte.
5:5 Nun kam das falsche Gercht auf, da Antiochus tot sei. Da nahm Jason nicht weniger als tausend Mann und griff unversehens die Stadt an. Als aber die Verteidiger der Mauer zurckgetrieben worden waren und die Stadt gerade erobert wurde,
5:6 floh Menelaus auf die Burg. Jason aber schlachtete seine Mitbrger schonungslos ab und bedachte nicht, da Kriegsglck gegen Blutsverwandte das grte Unglck ist, sondern er meinte, er siegte gegen Feinde und nicht gegen Landsleute.
5:7 Er konnte aber gleichwohl die Macht nicht erlangen, sondern erntete Schande fr seinen Anschlag und floh wieder ins Land der Ammoniter.
5:8 Schlielich kam es mit ihm zu einem bsen Ende. Er wurde bei Aretas, dem Knig der Araber, angeklagt und mute von einer Stadt in die andere fliehen, von allen verfolgt; er wurde gehat, weil er von den Gesetzen abtrnnig war, und verabscheut als Verrter seines Vaterlands und Henker seiner Mitbrger, so da man ihn nach gypten verstie.
5:9 Und wie er viele Leute aus ihrem Vaterland vertrieben hatte, so mute er auch selbst in der Fremde sterben, in Lazedmon, wo er um der Verwandtschaft willen Sicherheit zu finden gehofft hatte.
5:10 Und wie er viele unbegraben hatte liegen lassen, so ist er auch hingestorben, ohne da jemand um ihn Leid getragen htte; er hat nicht nur das Glck entbehren mssen, bei seinen Vtern begraben zu werden, sondern hat berhaupt kein ehrliches Grab gefunden.
5:11 Als diese Vorflle dem Knig zu Ohren kamen, dachte er, ganz Juda wrde von ihm abfallen. Und er zog in wildem Grimm von gypten herauf und nahm Jerusalem mit Gewalt ein
5:12 und befahl den Kriegsleuten, ohne Erbarmen alle zu erschlagen, die ihnen in die Hnde fielen, und auch die abzuschlachten, die sich auf die Huser hinaufflchteten.
5:13 Da mordete man hin Junge und Alte, Jnglinge, Frauen und Kinder, Jungfrauen und auch die Kinder in der Wiege,
5:14 so da in drei Tagen achtzigtausend Menschen zugrunde gingen, von denen vierzigtausend gettet und ebenso viele verkauft wurden.
5:15 Aber dem Antiochus gengte selbst das nicht, sondern er wagte sogar, in die heiligste Sttte auf Erden einzudringen; und Menelaus, der Verrter der Gesetze und des Vaterlands, fhrte ihn hinein.
5:16 Da raubte er mit seinen unreinen Hnden die heiligen Gerte; und alles, was andere Knige zu Mehrung, Glanz und Ehre der Sttte gegeben hatten, das raffte er mit seinen sndigen Hnden hinweg
5:17 und berhob sich sehr und sah nicht, da der Herr um der Snden derer willen, die in der Stadt wohnten, fr kurze Zeit erzrnt war. Das war der Grund, da Gott dem Schicksal der heiligen Sttte gegenber so gleichgltig blieb.
5:18 Wre das Volk nicht in so viele Snden verstrickt gewesen, so wrde es dem Antiochus ebenso ergangen sein wie dem Heliodor, der vom Knig Seleukus gesandt worden war, um die Schatzkammer zu besichtigen; der wurde, als er eindrang, alsbald gegeielt, so da er von seinem frevelhaften Vorgehen ablassen mute.
5:19 Denn der Herr hat das Volk nicht auserwhlt um der Sttte willen, sondern die Sttte um des Volkes willen.
5:20 Darum mute die heilige Sttte auch mit leiden, als das Volk im Unglck war, wie sie auch an den Wohltaten teilhatte, die dem Volk spter erwiesen wurden. Denn wie die Sttte im Stich gelassen wurde, als der Allmchtige zrnte, so ist sie mit aller Herrlichkeit wieder zu Ehren gebracht worden, als Gott, der groe Herrscher, seinem Volk wieder gndig wurde.
5:21 Als Antiochus nun achtzehnhundert Zentner Silber aus dem Tempel geraubt hatte, zog er eilends nach Antiochia; aus Hoffart und berheblichkeit dachte er, er knnte schaffen, da man auf dem Land mit Schiffen fahren knnte wie auf dem Meer und auf dem Meer gehen wie auf dem Land.
5:22 Und er lie Vgte zurck, die das Volk qulen sollten: in Jerusalem den Philippus, einen Phrygier, der noch rger und wilder war als sein Herr;
5:23 auf dem Garizim den Andronikus; neben den beiden aber Menelaus, der noch rger als die andern sich ber die Brger erhob und gegen seine jdischen Mitbrger feindselig gesinnt war.
5:24 Antiochus aber schickte den Erzbsewicht Apollonius mit zweiundzwanzigtausend Mann ins Land und gebot ihm, er sollte alle erwachsenen Mnner erschlagen, die Frauen aber und die jungen Leute verkaufen.
5:25 Als er nun nach Jerusalem kam, stellte er sich friedlich bis zum heiligen Sabbattag; sobald er aber sah, da die Juden nicht arbeiteten, befahl er seinen Leuten, sich zu rsten.
5:26 Als nun alle herauskamen, um zu sehen, was da werden wrde, lie er sie alle erstechen; dann strmte er mit seinem Heer in die Stadt und erschlug eine groe Zahl.
5:27 Aber Judas, der auch Makkabus heit, machte sich mit neun andern davon in die Wildnis und ernhrte sich im Gebirge mit seinen Gefhrten nach Art der Tiere von Krutern, um nicht unter Unreinen leben zu mssen.
6:1 Nicht lange danach sandte der Knig einen alten Mann von Athen, damit er die Juden dazu bringen sollte, da sie von den Gesetzen ihrer Vter abfielen und nicht mehr nach Gottes Gesetzen lebten.
6:2 Auch sollte er den Tempel zu Jerusalem entweihen und ihn Tempel des Zeus Olympios nennen und den auf dem Garizim Tempel des Zeus Xenios, weil gastfreie Leute dort wohnten.
6:3 Aber das wste Treiben nahm so berhand, da es allen sehr weh tat.
6:4 Denn die Heiden schwelgten und praten im Tempel, gaben sich leichtfertig mit Dirnen ab, und sogar im heiligen Bezirk wohnten sie Frauen bei; auch trugen sie viel hinein, was sich nicht gehrte.
6:5 Man opferte auf dem Altar Opfer, die in den Gesetzen verboten sind;
6:6 es war nicht mehr mglich, den Sabbat oder andere altgewohnte Feiertage zu halten, und niemand durfte bekennen, da er ein Jude wre;
6:7 vielmehr trieb man die Juden mit roher Gewalt alle Monate zum Opferschmaus, wenn der Knig seinen Geburtstag feierte. Wenn man aber das Fest des Dionysos beging, zwang man sie, da sie mit Krnzen von Efeu dem Dionysos zu Ehren einherziehen muten.
6:8 Man hatte auch auf Anraten des Ptolemus an die benachbarten griechischen Stdte ein Gebot ausgehen lassen, sie sollten die Juden ebenso zum Opferschmaus zwingen;
6:9 wenn aber jemand darauf bestehen wrde, nicht zu den griechischen Sitten berzugehen, den sollte man niedermachen. Da sah man, welch groer Jammer sich eingestellt hatte.
6:10 Zwei Frauen nmlich wurden vorgefhrt, weil sie ihre Shne beschnitten hatten. Denen band man die Kindlein an die Brust und fhrte sie ffentlich herum durch die ganze Stadt und warf sie zuletzt ber die Mauer hinab.
6:11 Einige Mnner hatten sich in den nahen Hhlen zusammengefunden, um heimlich den Sabbat zu halten. Als das Philippus angezeigt wurde, verbrannte man sie; denn sie wollten sich nicht wehren, damit sie sich nicht gegen den hochheiligen Tag vergingen.
6:12 Ich mchte aber hier den Leser ermahnen, sich durch diesen Jammer nicht entmutigen zu lassen, sondern zu bedenken, da unserm Volk Strafen nicht zum Verderben, sondern zur Erziehung widerfahren.
6:13 Denn das ist ein Zeichen groer Gnade, wenn Gott die Snder nicht lange Zeit gewhren lt, sondern sie bald der Strafe anheimgibt.
6:14 Denn unser Herrscher sieht uns nicht so langmtig zu wie den andern Vlkern, die er hingehen lt, bis sie das Ma ihrer Snden erfllt haben, und sie dann bestraft; sondern er wehrt uns, da wir's nicht so weit treiben mit unsern Snden und er uns zuletzt vernichtend bestrafen mte.
6:15 Deshalb nimmt er seine Barmherzigkeit nie ganz von uns; und wenn er uns durch ein Unglck erzieht, lt er doch sein Volk nie im Stich.
6:16 Das sei gesagt, damit wir daran denken.
6:17 Nun aber wollen wir rasch wieder auf die Geschichte kommen.
6:18 Eleasar war einer der angesehensten Schriftgelehrten, ein schon betagter und sehr schner Mann; dem sperrte man mit Gewalt den Mund auf, weil er Schweinefleisch essen sollte.
6:19 Aber er wollte lieber in Ehren sterben als in Schande leben, und spie es aus
6:20 und ging freiwillig zur Marter, wie es sich ziemt fr die, die sich standhaft weigern, aus Liebe zum zeitlichen Leben Verbotenes zu essen.
6:21 Weil nun die Mnner, die zur Aufsicht beim gesetzwidrigen Opferschmaus bestellt waren, ihn seit langer Zeit gekannt hatten, nahmen sie ihn beiseite und redeten ihm zu, er sollte sich Fleisch besorgen, das er essen drfte, und es selbst zubereiten; er sollte aber so tun, als wre es das vom Knig befohlene Opferfleisch,
6:22 damit er so am Leben bleiben und wegen der alten Freundschaft mit ihnen Freundlichkeit erfahren knnte.
6:23 Aber er dachte so edel, wie es seinen hohen Jahren, dem Ansehen seines Greisenalters und seinem in Ehren ergrauten Haupt wohl anstand, auch seinem untadeligen Wandel von Jugend auf; und mehr noch: er folgte der heiligen Gesetzgebung Gottes und sagte sogleich gerade heraus: Schickt mich nur immer unter die Erde!
6:24 Denn es will meinem Alter bel anstehen, da ich heuchle, so da viele von den Jungen denken mssen: Eleasar, der nun neunzig Jahre alt ist, sei auch zum Heiden geworden,
6:25 und sie durch mich verfhrt werden, weil ich vor den Leuten heuchle und so mein Leben noch eine winzig kleine Zeit friste. Das wre fr mein Alter Schimpf und Schande.
6:26 Wenn ich auch jetzt der Strafe der Menschen entgehen wrde, so werde ich doch den Hnden des Allmchtigen, ich sei lebendig oder tot, nicht entfliehen knnen.
6:27 Darum will ich jetzt tapfer sterben, wie es mir altem Mann wohl ansteht,
6:28 und den Jungen ein gutes Beispiel hinterlassen, damit auch sie freudig und tapfer um der erhabenen, heiligen Gesetze willen einen guten Tod sterben.
6:29 Als er diese Worte gesagt hatte, ging er sogleich zur Marter. Die ihn aber fhrten und ihm kurz vorher freundlich gewesen waren, wurden ihm jetzt feind um solcher Worte willen; denn sie meinten, er htte sie aus Trotz gesagt.
6:30 Als sie ihn aber geschlagen hatten und er dem Tode nahe war, seufzte er und sprach: Der Herr, der die heilige Erkenntnis hat, der wei, da ich die Schlge und groen Schmerzen, die ich an meinem Leibe ertrage, und den Tod wohl htte umgehen knnen, da ich sie aber der Seele nach gern erleide, weil ich Gott frchte.
6:31 Und so ist er verschieden und hat mit seinem Tod ein Beispiel edler Gesinnung hinterlassen, das nicht allein die Jugend, sondern alle zur Tapferkeit mahnen soll.
7:1 Es wurden auch sieben Brder samt ihrer Mutter gefangen und mit Geieln und Riemen geschlagen und vom Knig bedrngt, sie sollten Schweinefleisch essen, was ihnen im Gesetz verboten war.
7:2 Da sagte der lteste unter ihnen: Was willst du viel fragen und von uns wissen? Wir wollen eher sterben als etwas gegen das Gesetz der Vter tun.
7:3 Da ergrimmte der Knig und gebot, man sollte Pfannen und Kessel ber das Feuer setzen.
7:4 Als man das sogleich getan hatte, gebot er, man sollte dem, der fr sie das Wort gefhrt hatte, die Zunge ausschneiden und die Haut vom Kopf abziehen, wie das die Skythen tun, und Hnde und Fe abhauen, und die andern Brder und die Mutter sollten dabei zusehen.
7:5 Als er nun so verstmmelt war, lie er ihn noch lebend zum Feuer bringen und in der Pfanne braten. Und als der Dampf aus der Pfanne sich weithin verbreitete, ermahnten sie und die Mutter sich untereinander, unverzagt zu sterben, und sprachen:
7:6 Gott der Herr sieht alles und wird sich unser ganz gewi erbarmen, wie Mose in seinem Gesang den Feinden ins Angesicht bezeugt hat, wenn er verkndigt: Und ber seine Knechte wird er sich erbarmen.
7:7 Als der erste so aus dem Leben geschieden war, fhrten sie den zweiten auch hin, um ihren Mutwillen mit ihm zu treiben; und sie zogen ihm vom Kopf Haut und Haar ab und fragten ihn, ob er Saufleisch essen wollte oder den ganzen Leib Glied fr Glied martern lassen.
7:8 Er aber antwortete in seiner Sprache und sagte: Ich will's nicht tun.
7:9 Daher marterten sie ihn weiter wie den ersten. Als er nun in den letzten Zgen lag, sprach er: Du verruchter Mensch, du nimmst uns wohl das zeitliche Leben; aber der Knig der Welt wird uns, die wir um seiner Gesetze willen sterben, wieder erwecken in der Auferstehung zum ewigen Leben.
7:10 Danach nahmen sie den dritten und trieben auch mit ihm ihren Mutwillen. Und als sie es von ihm forderten, streckte er sogleich die Zunge heraus und hielt unerschrocken die Hnde hin und sagte tapfer:
7:11 Diese Glieder sind mir vom Himmel gegeben; darum will ich sie gern gering achten um seiner Gesetze willen; denn ich hoffe, er wird sie mir wiedergeben.
7:12 Der Knig aber und seine Diener wunderten sich darber, da der Jngling so mutig war und die Marter fr nichts achtete.
7:13 Als auch dieser aus dem Leben geschieden war, peinigten sie den vierten ebenso und geielten ihn.
7:14 Als es aber mit ihm zum Sterben ging, sprach er: Das ist fr uns ein groer Trost: die Menschen knnen uns tten, aber wir hoffen auf Gottes Verheiung, da er uns wieder auferwecken wird; du aber wirst nicht auferweckt werden zum Leben.
7:15 Gleich danach brachten sie den fnften und geielten ihn. Der sah Antiochus an und sprach zu ihm:
7:16 Du bist zwar ein Mensch und mut sterben; weil du aber unter den Menschen Gewalt hast, tust du, was du willst. Du sollst aber nicht meinen, da Gott unser Volk im Stich gelassen hat.
7:17 Mach nur so weiter, dann wirst du erfahren, wie mchtig Gott ist, der dich und dein Geschlecht plagen wird.
7:18 Nach diesem fhrten sie den sechsten auch heran. Der sagte, als er sterben sollte: Mach dir nichts vor! Wir haben ja unser Leiden sehr wohl verdient, da wir uns an unserm Gott versndigt haben; und er handelt schrecklich an uns.
7:19 Du aber bilde dir nicht ein, du wrdest ungestraft bleiben, nachdem du gewagt hast, so gegen Gott zu toben.
7:20 beraus bewundernswert aber war die Mutter und wert, da man mit hchstem Lobe an sie denkt. Denn sie sah, wie ihre Shne alle sieben nacheinander an einem einzigen Tag zu Tode gemartert wurden, und durchlitt es tapfer um der Hoffnung willen, die sie zu Gott hatte.
7:21 Dadurch wurde sie so hochgesinnt, da sie einen Sohn nach dem andern in ihrer Sprache trstete, und fate sich, obwohl sie nur eine schwache Frau war, ein mnnliches Herz und sprach zu ihnen:
7:22 Ich wei nicht, wie ihr in meinem Scho entstanden seid, und den Odem und das Leben habe ich euch nicht gegeben, noch habe ich zusammengefgt, woraus jeder von euch besteht.
7:23 Darum wird der, der die Welt geschaffen und alle Menschen gemacht und das Werden aller Dinge erdacht hat, euch den Odem und das Leben gndig zurckgeben, weil ihr jetzt um seiner Gesetze willen keinerlei Rcksicht nehmt auf euch selbst.
7:24 Antiochus meinte voll Argwohn, sie verachtete und schmhte ihn in ihrer Sprache; so redete er dem jngsten Sohn, der noch brig war, nicht allein mit guten Worten zu, sondern verhie ihm sogar mit einem Eide, wenn er sich von den Gesetzen seiner Vter lossagen wrde, so wollte er ihn reich und glcklich machen, ihn unter seine Freunde aufnehmen und ihm mter anvertrauen.
7:25 Als der Jngling sich aber nicht bereden lassen wollte, lie der Knig die Mutter vor sich kommen und ermahnte sie, sie sollte den Sohn doch zu seinem Besten beraten.
7:26 Als er sie mit vielen Worten ermahnt hatte, nahm sie es auf sich, ihren Sohn zu berreden.
7:27 Aber sie spottete nur ber den rohen Tyrannen. Denn sie neigte sich zu ihrem Sohn und redete in ihrer Sprache mit ihm und sagte:
7:28 Mein lieber Sohn, den ich neun Monate unter meinem Herzen getragen und drei Jahre gestillt und grogezogen und bis zu diesem Alter geleitet und gepflegt habe, erbarme dich doch ber mich! Ich bitte dich, mein Kind, sieh Himmel und Erde an und alles, was darin ist, und bedenke: dies hat Gott alles aus nichts gemacht, und wir Menschen sind auch so gemacht.
7:29 Darum frchte dich nicht vor diesem Henker, sondern nimm den Tod auf dich wie deine Brder, damit dich Gott zur Zeit des Erbarmens samt deinen Brdern mir wiedergebe.
7:30 Whrend sie noch redete, sprach der Jngling: Auf wen wartet ihr noch? Ich gehorche dem Gebot des Knigs nicht, sondern ich hre auf das Gebot des Gesetzes, das unsern Vtern durch Mose gegeben ist.
7:31 Du kannst dir zwar gegen die Hebrer alles Leid ausdenken, wirst aber der Hand Gottes gewi nicht entrinnen.
7:32 Wir leiden ja um unsrer Snden willen;
7:33 aber obwohl unser lebendiger Herr eine Zeitlang zornig ist und uns bestraft und zchtigt, so wird er doch seinen Knechten wieder gndig werden.
7:34 Du Gottloser, Verruchtester unter allen Menschen, berhebe dich nicht in eitlen Hoffnungen und lege nicht in deiner Wut Hand an die Kinder Gottes!
7:35 Denn du bist dem Gericht des allmchtigen Gottes, der alle Dinge sieht, noch nicht entronnen.
7:36 Unsere Brder, die eine kurze Zeit sich haben martern lassen, die haben jetzt teil am ewigen Leben nach der Verheiung Gottes: du aber sollst nach dem Urteil Gottes bestraft werden, wie du es mit deinem Hochmut verdient hast.
7:37 Ich will Leib und Leben um der Gesetze meiner Vter willen dahingeben wie meine Brder und zu Gott schreien, da er bald seinem Volk gndig werde, du aber unter groer Marter und Qual bekennen mut, da er allein Gott ist.
7:38 Der Zorn des Allmchtigen aber, der mit Recht ber unser ganzes Volk ergangen ist, mge an mir und meinen Brdern zum Stehen kommen.
7:39 Als dies der Knig hrte, wurde er toll und tricht und lie ihn noch schlimmer martern als die andern; denn es verdro ihn, da er so verchtlich von ihnen behandelt wurde.
7:40 So ist auch dieser, ohne unrein geworden zu sein, gestorben und hat sein ganzes Vertrauen auf den Herrn gestellt.
7:41 Zuletzt, nach den Shnen, wurde auch die Mutter hingerichtet.
7:42 Dies sei genug von den heidnischen Opferschmusen und den grausamen Martern.
8:1 Aber Judas Makkabus und seine Gefhrten gingen auf Schleichwegen heimlich in die Ortschaften und riefen ihre Blutsverwandten zusammen und was sonst noch bei dem Glauben der Juden geblieben war, und brachten an sechstausend Mann zusammen.
8:2 Und sie riefen den Herrn an, er wolle das Volk ansehen, das von allen zu Boden getreten worden war, und sich erbarmen ber den Tempel, den die gottlosen Menschen entheiligt hatten,
8:3 und ber die Stadt, die eben zugrunde ging und ganz dem Erdboden gleichgemacht werden sollte. Auch wolle er doch das unschuldige Blut, das zu ihm rief, hren
8:4 und an die unschuldigen Kindlein denken, die wider alles Recht umgebracht wurden, und sich an die Lsterung seines Namens erinnern und seinen Ha gegen all dies Bse erweisen.
8:5 Dem Makkabus aber mit seiner Heerschar konnten die Heiden schon nicht mehr Widerstand leisten; denn der Herr lie von seinem Zorn ab und war seinem Volk wieder gndig.
8:6 Judas aber berfiel unversehens Stdte und Drfer und steckte sie in Brand und brachte die gnstig gelegenen Orte an sich und schlug nicht wenige Feinde in die Flucht;
8:7 dabei nutzte er besonders die Nchte aus. So sprach man weit und breit von seinen tapferen Taten.
8:8 Als aber Philippus sah, da Judas je lnger desto strker wurde, zumal ihm oft das Glck beistand, schrieb er an Ptolemus, den Befehlshaber in Zlesyrien und Phnizien, er solle der Sache des Knigs zu Hilfe kommen.
8:9 Der aber bestimmte alsbald den Nikanor, den Sohn des Patroklus, der zu den engsten Freunden des Knigs gehrte, und schickte ihn mit nicht weniger als zwanzigtausend Mann aus den verschiedensten Vlkern, um die Juden vollstndig auszurotten; und er gab ihm einen Hauptmann bei, mit Namen Gorgias, der ein erfahrener Krieger war.
8:10 Nikanor aber hatte vor, mit den gefangenen Juden den Betrag hereinzubringen, den der Knig den Rmern jhrlich zahlen mute, nmlich zweitausend Zentner in Silber.
8:11 Darum schickte er alsbald in die Stdte am Meer und forderte dazu auf, jdische Sklaven zu kaufen, neunzig Juden fr einen Zentner. Er dachte aber nicht daran, da ihm die Strafe des Allmchtigen so nahe wre.
8:12 Als nun Judas hrte, da Nikanor heranzog, gab er seinen Leuten bekannt, da ein Heer heranrckte.
8:13 Da liefen alle auseinander, die verzagt waren und nicht darauf vertrauten, da Gott die Feinde bestrafen wrde, und machten sich davon.
8:14 Die andern aber verkauften alles, was sie noch hatten, und baten den Herrn, er wolle sie erretten, die der gottlose Nikanor schon vor dem Kampf verkauft hatte;
8:15 und wenn er sie schon nicht um ihretwillen erretten wolle, so mge er es doch tun um des Bundes willen, den er mit ihren Vtern geschlossen hatte, und um seines heiligen und herrlichen Namens willen, nach dem sie genannt sind.
8:16 Als nun Makkabus seine Leute versammelt hatte, sechstausend Mann, ermahnte er sie, sie sollten sich nicht entsetzen vor den Feinden noch sich frchten vor der groen Zahl der Heiden, die ohne alles Recht gegen sie heranzogen,
8:17 sondern sich tapfer wehren und an die Schmach denken, die die Feinde der heiligen Sttte freventlich angetan, und wie sie die Stadt verhhnt und geplagt und die ererbten Ordnungen zerstrt hatten.
8:18 Sie verlassen sich, sagte er, auf ihre Waffen und auf ihre Khnheit; aber wir verlassen uns auf den allmchtigen Gott, der mit einem einzigen Wink nicht allein die, die jetzt gegen uns ziehen, sondern auch die ganze Welt zu Boden schlagen kann.
8:19 Er zhlte ihnen aber auf, wie Gott so oft ihren Vtern geholfen htte, und wie zur Zeit Sanheribs hundertfnfundachtzigtausend Mann umgekommen wren;
8:20 und wie Gott in Babylon bei der Schlacht gegen die Galater geholfen htte, als im ganzen nur achttausend Juden und viertausend Mazedonier in die Schlacht zogen; als aber die Mazedonier in groe Not gekommen waren, erschlugen die achttausend Juden allein durch die Hilfe vom Himmel her hundertzwanzigtausend Mann und erlangten dadurch groe Beute.
8:21 Als er sie so wieder mutig und sogar bereit gemacht hatte, um der Gesetze und des Vaterlands willen zu sterben,
8:22 teilte er das Heer in vier Abteilungen ein und stellte seine Brder an ihre Spitze, nmlich Simon, Josef und Jonatan, und unterstellte einem jeden tausendfnfhundert Mann
8:23 und auch dem Eleasar. Danach las er das heilige Buch vor, gab ihnen die Losung: Gott unsre Hilfe!, zog selbst der ersten Schar voran und griff Nikanor an.
8:24 Aber der allmchtige Gott stand ihnen bei, so da sie Nikanors ganzes Heer in die Flucht schlugen, nachdem sie den greren Teil verwundet und verstmmelt und ber neuntausend erschlagen hatten.
8:25 Denen aber, die gekommen waren, um die Juden zu kaufen, nahmen sie das Geld ab.
8:26 Und nachdem sie den Feinden lange nachgejagt hatten, muten sie wieder umkehren; denn es war der Abend vor dem Sabbat. Darum hrten sie auf, jenen nachzueilen.
8:27 Sie sammelten die Waffen der Feinde und nahmen ihnen die Rstungen ab; dann hielten sie den Sabbat und lobten und priesen Gott aus vollem Herzen, da er ihnen bis zu diesem Tage durchgeholfen und wieder angefangen hatte, ihnen seine Gnade zu erweisen.
8:28 Nach dem Sabbat teilten sie von der Beute aus unter die Bedrngten, Witwen und Waisen; und das brige behielten sie fr sich und ihre Kinder.
8:29 Als sie dies alles vollbracht hatten, hielten sie ein gemeinsames Gebet und riefen den barmherzigen Herrn an, da er seinen Knechten bis ans Ende gndig bleiben wolle.
8:30 Danach hatten sie viele Kmpfe mit den Leuten des Timotheus und Bakchides, erschlugen ber zwanzigtausend Mann und eroberten starke Festungen; sie teilten die groe Beute gleichmig unter sich und unter die Bedrngten, Waisen, Witwen, aber auch die Alten.
8:31 Und als sie sich mit Waffen versorgt hatten, lagerten sie diese alle sorgfltig an gnstig gelegenen Orten und brachten den Rest der Rstungen nach Jerusalem.
8:32 Sie tteten den Befehlshaber der Leute des Timotheus, einen beraus gottlosen Mann, der die Juden sehr geplagt hatte.
8:33 Sie feierten aber ihren Sieg daheim in Jerusalem. Dabei verbrannten sie die Mnner, die die heiligen Tore angezndet hatten, und Kallisthenes, der in ein kleines Haus geflohen war; so empfing er den verdienten Lohn fr seine Gottlosigkeit.
8:34 Der Erzfrevler Nikanor aber, der die tausend Kaufleute mitgebracht hatte, da sie die Juden kaufen sollten,
8:35 wurde durch die Hilfe des Herrn von denen gedemtigt, die er fr die Allergeringsten gehalten hatte. Und nachdem er sein prchtiges Gewand abgelegt hatte, kam er ganz allein wie ein entlaufener Knecht mitten durchs Land nach Antiochia und konnte darber noch froh sein, da doch sein Heer vernichtet war.
8:36 Und er, der den Rmern versprochen hatte, er werde von dem Erls fr die Gefangenen Jerusalems den Tribut bezahlen, mute jetzt verknden, da ein andrer fr die Juden streite und da die Juden unverwundbar seien, weil sie in den Geboten wandelten, die jener ihnen gegeben habe.
9:1 Um dieselbe Zeit mute Antiochus mit Schanden aus Persien abziehen.
9:2 Denn als er in Persepolis eingerckt war und den Tempel zu plndern und die Stadt fest in die Hand zu bekommen versuchte, machten sich die Einwohner in Scharen auf und suchten Hilfe bei den Waffen; so kam es, da Antiochus von ihnen zurckgeschlagen wurde und mit Schimpf und Schande abziehen mute.
9:3 Als er nun in Ekbatana war, kam ihm zu Ohren, wie es Nikanor und den Leuten des Timotheus ergangen war.
9:4 Zornentbrannt nahm er sich vor, die Schmach, die ihm von denen widerfahren war, die ihn in die Flucht geschlagen hatten, nunmehr an den Juden zu rchen. Darum gebot er dem Wagenlenker, Tag und Nacht zu fahren, um die Reise rasch hinter sich zu bringen. Doch das Gericht vom Himmel her schwebte schon ber ihm. Denn in seiner berheblichkeit hatte er gesagt: Sobald ich nach Jerusalem komme, mache ich aus der Stadt einen Totenacker fr die Juden.
9:5 Darum bestrafte ihn der Herr, der alles sieht, der Gott Israels, mit einem inneren Leiden, das niemand heilen konnte. Denn sobald er das gesagt hatte, kam ihn ein solches Reien im Leib an und ein so groes Grimmen in den Drmen, da man ihm nicht helfen konnte.
9:6 So geschah ihm eben recht, weil er andere Leute mit so vielen und bisher unerhrten Martern geplagt hatte.
9:7 Dennoch lie er von seinem wilden Trotz nicht ab, sondern wurde noch berheblicher und schnaubte Feuer und Flammen gegen die Juden und befahl, noch schneller zu fahren. Da strzte er von dem dahinsausenden Wagen und tat einen so unglcklichen Fall, da ihm alle Glieder seines Leibes verrenkt wurden.
9:8 Da mute er, der soeben noch in bermenschlicher Prahlerei meinte, er knnte den Wogen des Meeres gebieten und die hohen Berge auf die Waagschale legen, nach einem einzigen Fall sich auf einer Snfte tragen lassen, so da alle an ihm die Gewalt Gottes erkannten.
9:9 Es kam soweit, da auch unzhlige Wrmer aus dem Leibe des Gottlosen hervorkrochen und da ihm noch bei lebendigem Leibe unter groen Schmerzen und Qualen ganze Stcke seines Fleisches abfielen und da er so scheulich stank, da das ganze Heer darunter litt.
9:10 Und ihn, der kurz zuvor noch gemeint hatte, er knnte nach den Sternen am Himmel greifen, den konnte niemand mehr tragen wegen des Gestanks, der nicht auszuhalten war.
9:11 Da begann er, schwer getroffen, von seiner berheblichkeit abzulassen und zur Erkenntnis zu kommen, weil er von Gott so gegeielt wurde und die Schmerzen jeden Augenblick grer wurden.
9:12 Und als er zuletzt den Gestank selbst nicht mehr ertragen konnte, da sagte er: Es ist recht, da man sich Gott unterwirft und da ein sterblicher Mensch nicht so vermessen ist, zu meinen, er sei Gott gleich.
9:13 Und der Verruchte hob an und betete zu dem Herrscher, der sich nun freilich nicht mehr ber ihn erbarmen wollte,
9:14 und versprach, da er die heilige Stadt, auf die er eilends zugefahren war, um sie dem Erdboden gleichzumachen und sie in einen Totenacker zu verwandeln, fr frei erklren wollte.
9:15 Und die Juden, die er zuvor nicht wert geachtet hatte, da sie begraben wrden, sondern samt ihren Kindern den Vgeln und wilden Tieren zu fressen geben wollte, die wollte er alle den Brgern von Athen gleichstellen.
9:16 Und den heiligen Tempel, den er zuvor beraubt hatte, wollte er mit den schnsten Weihgeschenken schmcken und viel mehr heilige Gerte dahin erstatten, als zuvor da gewesen wren; und alle Zuwendungen, die man fr Opfer ntig hatte, wollte er von seinen eignen Einknften gewhren.
9:17 Darber hinaus wollte er selber ein Jude werden und an allen Orten die Gewalt Gottes verknden.
9:18 Als aber die Qualen nicht nachlassen wollten - denn es war Gottes gerechtes Gericht ber ihn gekommen -, verzweifelte er an seinem Leben und schrieb an die Juden wie in einer Bittschrift:
9:19 Antiochus, Knig und Feldherr, entbietet seinen Brgern, den redlichen Juden, seinen Gru und wnscht ihnen Gesundheit und Wohlergehen.
9:20 Wenn ihr samt euren Kindern frisch und gesund seid und es euch nach Wunsch geht, will ich dafr Gott danken. Ich aber setze meine Hoffnung auf den Himmel
9:21 und denke in Liebe an eure Ehrerbietung und Freundlichkeit. Weil ich bei der Rckkehr aus Persien schwer krank geworden bin, habe ich es fr ntig gehalten, fr die gemeinsame Sicherheit aller zu sorgen,
9:22 wiewohl ich an meinem Aufkommen nicht verzweifle, sondern fest hoffe, da es besser mit mir werden wird.
9:23 Aber wie mein Vater, als er mit einem Heer in die oberen Lnder zog, seinen knftigen Nachfolger bestimmte,
9:24 damit man wte, falls sich etwas Unerwartetes ereignete oder etwas Schlimmes gemeldet wrde, wer Herr sein sollte, und das Reich nicht in Verwirrung geriete;
9:25 so auch ich: weil ich berdies sehe, wie die angrenzenden Frsten und die Nachbarn des Reiches auf die Gelegenheit lauern und darauf warten, wie es ausgehen wird, habe ich meinen Sohn Antiochus zum Knig bestimmt, den ich den meisten von euch schon oft anvertraut und anbefohlen habe, wenn ich in die oberen Provinzen gezogen bin. Im gleichen Sinn habe ich auch an ihn geschrieben.
9:26 Deshalb ermahne und bitte ich euch, an all die Wohltaten euch zu erinnern, die ich allen gemeinsam wie auch jedem einzelnen erwiesen habe, und mir und meinem Sohn fortan wie bisher freundlich und treu zu sein.
9:27 Denn ich habe das Vertrauen zu ihm, er werde meine Milde und Menschenfreundlichkeit fortsetzen und so mit euch gut auskommen.
9:28 So litt denn der Mrder und Gotteslsterer so groe Schmerzen, wie er sie andern angetan hatte, und starb eines jmmerlichen Todes in fremdem Lande in der Wildnis.
9:29 Philippus aber, der mit ihm erzogen worden war, besorgte seine Bestattung. Das ist der Philippus, der spter, weil er sich vor dem Sohn des Antiochus frchtete, nach gypten zu Ptolemus Philometor geflohen ist.
10:1 Gott aber trieb Makkabus und seine Leute dazu an, den Tempel und die Stadt wieder einzunehmen.
10:2 Und sie zerstrten die Altre, die die Heiden auf dem Marktplatz errichtet hatten, und die Gtzenhaine.
10:3 Und nachdem sie den Tempel gereinigt hatten, bauten sie einen neuen Altar und nahmen Feuersteine, schlugen Feuer und brachten wieder Opfer dar - das war zwei Jahre lang nicht geschehen -, opferten Rucherwerk, zndeten die Lampen an und legten die Schaubrote auf.
10:4 Als nun das alles geschehen war, warfen sie sich mit dem ganzen Krper auf die Erde nieder und baten den Herrn: er wolle sie ja nicht wieder in solchen Jammer kommen lassen, sondern, wenn sie sich auch einmal versndigen wrden, sie in Milde zchtigen und nicht in die Hnde der Gotteslsterer, der grausamen Heiden, geben.
10:5 Und Gott schickte es so, da an dem gleichen Tage, an dem die Fremden den Tempel unrein gemacht hatten, nmlich am fnfundzwanzigsten Tage des Monats Kislew, der Tempel gereinigt wurde.
10:6 Und sie feierten mit Freuden acht Tage lang, wie beim Laubhttenfest, und dachten daran, da sie noch vor kurzer Zeit ihr Laubhttenfest in der Wildnis und in den Hhlen wie wilde Tiere gehalten hatten.
10:7 Sie trugen laubumwundene Stbe und schne Zweige und Palmwedel und priesen mit Lobgesngen den, der es gefgt hatte, da seine heilige Sttte wieder gereinigt wurde.
10:8 Dann stimmten sie in der Gemeinde ab, faten den Beschlu und lieen als Gebot fr das ganze Volk der Juden ausgehen, da man diese Tage jhrlich feiern sollte.
10:9 So ging es zu, als Antiochus mit dem Beinamen Epiphanes starb.
10:10 Nun kommen wir zu Antiochus Eupator, dem Sohn des gottlosen Antiochus, und erzhlen so kurz wie mglich die wichtigsten Kriegsnte.
10:11 Als Eupator Knig wurde, setzte er Lysias, den obersten Befehlshaber in Zlesyrien und Phnizien, zum Kanzler ein.
10:12 Ptolemus Makron nmlich, der die Juden gern in ihrem Recht geschtzt htte, weil sie bisher so viel Unrecht erlitten hatten, arbeitete darauf hin, sie in Frieden leben zu lassen.
10:13 Deshalb verklagten ihn die Freunde des Knigs bei Eupator; auch nannte man ihn bei jeder Gelegenheit einen Verrter, weil er die Insel Zypern, die ihm Philometor anvertraut hatte, verlassen und zu Antiochus Epiphanes bergegangen war; und da er nicht mehr mit Ehren sein Amt fhren konnte, nahm er sich mit Gift das Leben.
10:14 Als nun Gorgias in diesen Gebieten Befehlshaber wurde, nahm er Kriegsleute in Sold und hielt den Krieg mit den Juden bestndig in Gang.
10:15 Gemeinsame Sache mit Gorgias machten auch die Idumer: da sie gnstig gelegene Festungen innehatten, lieen sie die Juden nicht zur Ruhe kommen; auch nahmen sie die bei sich auf, die aus Jerusalem verjagt worden waren, und lieen den Krieg immer wieder aufflammen.
10:16 Da kamen Makkabus und seine Leute zusammen und hielten ein Bittgebet, da ihnen Gott beistehen mchte;
10:17 dann brachen sie gegen die Festungen der Idumer auf, griffen krftig an und eroberten sie; alle, die sich auf den Mauern zur Gegenwehr stellten, vertrieben sie; wer ihnen sonst in die Hnde fiel, den machten sie nieder und tteten nicht weniger als zwanzigtausend Menschen.
10:18 Es entrannen ihnen aber an die neuntausend in zwei beraus starke Burgen, die gegen eine Belagerung mit allem ausgerstet waren.
10:19 Da lie Makkabus den Simon und Josef, dazu Zachus und seine Leute zurck, die zur Belagerung stark genug waren; er selbst aber zog fort vor andere Stdte, wo man ihn notwendig brauchte.
10:20 Gewisse Leute um Simon aber lieen sich, geldgierig wie sie waren, durch einige von den Belagerten bestechen und nahmen siebzigtausend Drachmen von ihnen und lieen sie entkommen.
10:21 Als das nun Makkabus erfuhr, rief er die Hauptleute zusammen und klagte jene an, sie htten ihre Brder fr schndes Geld verkauft, indem sie die Feinde hatten entkommen lassen.
10:22 Er lie sie als Verrter tten und strmte alsbald die beiden Burgen.
10:23 Und weil ihm alles glckte, was er mit den Waffen unternahm, brachte er in den beiden Festungen mehr als zwanzigtausend Menschen ums Leben.
10:24 Timotheus aber, den die Juden einst geschlagen hatten, rstete sich mit einer Menge fremden Kriegsvolks und sammelte viel Reiterei aus Asien und trat mit der Absicht auf, Juda mit Gewalt einzunehmen.
10:25 Und als er sich dem Lande nherte, streuten Makkabus und seine Leute zum gemeinsamen Gebet vor Gott
10:26 Erde auf ihr Haupt und legten Scke an und fielen am Fue des Altars nieder und baten, da Gott ihnen gndig und ihren Feinden ungndig sein wolle und Widersacher ihrer Widersacher, wie es im Gesetz verkndet ist.
10:27 Als sie nun gebetet hatten, nahmen sie ihre Waffen auf und zogen ein gutes Stck vor die Stadt hinaus, bis sie in die Nhe der Feinde kamen; da machten sie halt.
10:28 Und sobald die Sonne aufging, stieen die beiden Heere aufeinander; und die einen hatten neben ihrer Tapferkeit als Brgschaft fr Kriegsglck und Sieg die Zuflucht, die sie zum Herrn genommen hatten; die andern aber lieen sich im Kampf allein von ihrer menschlichen Leidenschaft fhren.
10:29 Als nun die Schlacht am heftigsten war, erschienen den Feinden vom Himmel her fnf strahlende Gestalten auf Pferden mit goldenen Zumen; die zogen vor den Juden her,
10:30 und zwei von ihnen hielten sich zu beiden Seiten neben Makkabus und beschtzten ihn mit ihren Waffen, so da ihn niemand verwunden konnte, und schossen blitzende Pfeile auf die Feinde, so da sie geblendet, verwirrt und niedergeschlagen wurden.
10:31 Und es wurden erschlagen zwanzigtausendfnfhundert Mann zu Fu und sechshundert Reiter.
10:32 Timotheus selbst aber entfloh nach Geser, einem stark befestigten Platz; dort fhrte der Hauptmann Chreas den Befehl.
10:33 Da belagerten Makkabus und seine Leute den festen Platz mit freudigem Mut vier Tage lang.
10:34 Aber die Besatzung verlie sich auf die Strke des Orts und stie ungeheuerliche Lsterungen und Schmhungen aus.
10:35 Aber am fnften Tage wurden zwanzig junge Mnner von den Leuten des Makkabus sehr zornig ber die dauernde Schmhung und liefen mannhaft Sturm gegen die Mauer und erschlugen in wilder Wut jeden, der ihnen in den Weg kam.
10:36 Ebenso erstiegen andere den Ort auf einer andern Seite, legten Feuer an die Trme und verbrannten die Gotteslsterer bei lebendigem Leibe.
10:37 Wieder andere hieben die Tore auf, lieen das brige Heer hinein und eroberten so die Stadt. Sie erschlugen Timotheus, der sich in einer Zisterne versteckt hatte, und seinen Bruder Chreas und Apollophanes.
10:38 Als sie das alles vollbracht hatten, priesen sie mit Lobgesngen und Dankliedern den Herrn, der Israel eine so groe Wohltat erwiesen und ihnen den Sieg gegeben hatte.
11:1 Als nun Lysias, der Vormund und Vetter und Kanzler des Knigs, dies alles erfuhr, ging es ihm sehr nahe.
11:2 Und er zog in ganz kurzer Zeit achtzigtausend Mann und die ganze Reiterei zusammen und wandte sich gegen die Juden in der Absicht, Griechen in der Stadt Jerusalem anzusiedeln,
11:3 den Tempel nach Art der andern Heidentempel abgabepflichtig zu machen und das Hohepriesteramt jhrlich fr Geld zu vergeben.
11:4 Er bedachte aber nicht die Macht Gottes, sondern pochte auf die Zehntausende zu Fu und die Tausende zu Ro und auf die achtzig Elefanten.
11:5 Als er nun nach Juda kam, lagerte er sich vor einen festen Ort, Bet-Zur genannt, der etwa fnf Stunden von Jerusalem entfernt lag, und setzte ihm hart zu.
11:6 Als aber Makkabus und seine Leute hrten, da er die Festungen belagerte, baten sie mit dem ganzen Volk unter Wehklagen und Trnen den Herrn, einen guten Engel zu senden, der Israel helfen sollte.
11:7 Und Makkabus war der erste, der die Waffen aufnahm, und er mahnte die andern, es mit ihm zusammen zu wagen und ihren Brdern Hilfe zu bringen.
11:8 So zogen sie mutig miteinander aus. Sobald sie aber hinaus aus der Stadt Jerusalem kamen, erschien ihnen einer hoch zu Ro in einem weien Gewand und goldene Waffen schwingend und zog vor ihnen her.
11:9 Da lobten sie alle den barmherzigen Gott und wurden in ihrer Zuversicht so gestrkt, da sie bereit waren, nicht nur gegen Menschen, sondern auch gegen die wildesten Tiere und eiserne Mauern anzugehen.
11:10 Sie rckten in bester Ordnung vor; denn sie hatten den Helfer, den ihnen der barmherzige Gott vom Himmel her gesandt hatte.
11:11 Und sie griffen ihre Feinde an wie Lwen und erschlugen von ihnen elftausend zu Fu und sechzehnhundert zu Ro
11:12 und trieben die andern alle in die Flucht. Der grte Teil warf die Waffen fort und kam verwundet davon; Lysias selbst floh auch schimpflich und entkam.
11:13 Lysias aber war kein uneinsichtiger Mann. Als er nun ber die Schlacht nachdachte, die er verloren hatte, sah er ein, da die Hebrer unberwindlich waren, weil ihnen Gott der Allmchtige beistand. Deshalb sandte er zu ihnen und bot ihnen Frieden unter gerechten Bedingungen an
11:14 und versprach ihnen, den Knig dahin zu bringen, da er ihr guter Freund wrde.
11:15 Makkabus ging auf alles ein, was Lysias anbot; denn er erkannte, da es das beste war. Und der Knig bewilligte alles, was Makkabus dem Lysias wegen der Juden schriftlich vorgetragen hatte.
11:16 Denn das Schreiben des Lysias an die Juden lautete: Lysias entbietet dem Volk der Juden seinen Gru.
11:17 Johannes und Abschalom, eure Gesandten, haben das von euch unterzeichnete Schriftstck berbracht und um Antwort auf die darin gemachten Vorschlge gebeten.
11:18 Was nun auch dem Knig vorzulegen gewesen ist, habe ich ihm berichtet, und er hat alles bewilligt, was sich annehmen lie.
11:19 Werdet ihr nun der Regierung Treue und Glauben halten, so will ich auch weiterhin bemht sein, zu eurem Besten mitzuwirken.
11:20 ber dies alles und ber einzelnes haben eure und meine Gesandten Befehl, sich mit euch zu besprechen. Gehabt euch wohl!
11:21 Gegeben im 148. Jahr, am vierundzwanzigsten Tage des Monats Dioskorus.
11:22 Das Schreiben des Knigs lautete: Knig Antiochus entbietet seinem Bruder Lysias seinen Gru.
11:23 Nachdem unser Vater von hinnen geschieden und ein Gott geworden ist, ist uns nichts lieber, als da Friede in unserm Reich herrscht, damit alle sich um das Ihre kmmern knnen.
11:24 Nun hren wir, da die Juden in den bergang zu griechischen Sitten, wie ihn mein Vater forderte, nicht einwilligen, sondern bei ihrer Lebensweise bleiben wollen und deshalb bitten, da man ihnen ihre Gesetze lt.
11:25 Weil wir es nun fr gut ansehen, da auch dies Volk in aller Ruhe lebt, so ist das unsre Meinung, da man ihnen ihren Tempel wiedergibt und sie ihr Gemeinwesen fhren lt, wie es ihre Vorfahren gehalten haben.
11:26 Du wirst also gut daran tun, wenn du Gesandte zu ihnen schickst und einen Vertrag mit ihnen schliet, damit sie unsere Entscheidung erfahren, guten Mutes werden und sich ihrer Angelegenheiten ohne alle Sorge annehmen knnen.
11:27 Das Schreiben des Knigs an die Juden lautete: Knig Antiochus entbietet dem Rat und der Gemeinde der Juden seinen Gru.
11:28 Wenn es euch allen gut ginge, so wre uns das lieb; uns geht es auch gut.
11:29 Menelaus hat uns berichtet, da ihr gern nach Haus und Hof zurckkehren und wieder euer Gewerbe betreiben mchtet.
11:30 Darum soll fr alle, die zwischen heute und dem dreiigsten Tag des Xanthikus zurckkehren werden, die Zusicherung gelten,
11:31 da die Juden unter dem Schutz der Straflosigkeit ihren eignen Tempeldienst und ihre eignen Gesetze ganz wie frher halten drfen und da niemand unter ihnen irgendwie fr Ungesetzlichkeiten belangt werden soll, die er aus Unkenntnis begangen hat.
11:32 Auch sende ich Menelaus, um euch gut zuzureden.
11:33 Gehabt euch wohl! Im 148. Jahr, am fnfzehnten Tage des Xanthikus.
11:34 Es schrieben aber auch die Rmer den Juden wie folgt: Quintus Memmius und Titus Manius, die Botschafter der Rmer, entbieten dem Volk der Juden ihren Gru.
11:35 Allem, was euch Lysias, des Knigs Vetter, zugestanden hat, stimmen auch wir zu.
11:36 ber die Fragen aber, die er dem Knig vorlegen will, beratet euch untereinander und sendet sogleich jemand zu uns, damit wir sie darlegen, wie es fr euch gnstig ist; wir sind nmlich unterwegs nach Antiochia.
11:37 Darum sendet eilends einige Leute, damit auch wir erfahren, was eure Meinung ist.
11:38 Gehabt euch wohl! Im 148. Jahr, am fnfzehnten Tage des Xanthikus.
12:1 Nachdem diese Vertrge abgeschlossen waren, begab sich Lysias zum Knig; die Juden aber wandten sich wieder dem Ackerbau zu.
12:2 Aber von den Unterbefehlshabern lieen Timotheus und Apollonius, der Sohn des Gennus, ferner Hieronymus und Demophon, dazu Nikanor, der Hauptmann ber die Kriegsleute aus Zypern, sie nicht zu Ruhe und friedlicher Arbeit kommen.
12:3 Leute von Joppe aber verbten eine himmelschreiende Tat: sie beredeten die Juden, die bei ihnen wohnten, mit ihren Frauen und Kindern in bereitgestellte Boote zu steigen, als wren sie gut Freund mit ihnen.
12:4 Das geschah aber auf allgemeinen Beschlu der Stadt. Als nun die Juden das annahmen, weil sie mglichst Frieden halten wollten und keinerlei Verdacht hegten, fhrte man sie auf die hohe See und ertrnkte sie, nicht weniger als zweihundert Personen.
12:5 Als nun Judas hrte, wie greulich man an seinen Landsleuten gehandelt hatte, bot er seine Mnner auf
12:6 und rief zu Gott, dem gerechten Richter, und zog gegen die aus, die seine Brder ermordet hatten, und zndete bei Nacht den Hafen an und verbrannte die Boote; und alle, die dahin geflohen waren, ttete er mit dem Schwert.
12:7 Weil aber die Stadt selbst verschlossen war, zog er ab in der Absicht, bald wiederzukommen und die gesamte Brgerschaft von Joppe auszurotten.
12:8 Es wurde ihm aber mitgeteilt, da die Leute von Jamnia das gleiche mit den Juden vorhatten, die bei ihnen wohnten.
12:9 Darum berfiel er auch sie bei Nacht und verbrannte den Hafen und alle Schiffe, so da man das Feuer in Jerusalem sah, das doch zweihundertvierzig Stadien davon entfernt lag.
12:10 Als Judas von dort neun Stadien weitergezogen war, weil er sich gegen Timotheus wenden wollte, warfen sich ihm Araber entgegen, nicht weniger als fnftausend Mann und fnfhundert Reiter.
12:11 Es kam zu einem heftigen Kampf; doch Judas mit seinen Leuten behielt durch Gottes Hilfe den Sieg. Und da die Araber unterlegen waren, baten sie ihn um Frieden und versprachen, sie wollten ihm Vieh liefern und auch sonst Hilfe leisten.
12:12 Judas bedachte, wie sie ihm in der Tat in vielem ntzlich sein knnten, und sagte ihnen Frieden zu. Und als er ihnen das durch Handschlag besiegelt hatte, kehrten sie zu ihren Zelten zurck.
12:13 Auch griff Judas eine Stadt an, die mit Wllen gut gesichert und mit einer Mauer umschlossen war und in der ein bunt gemischtes Volk wohnte; die hie Kaspin.
12:14 Ihre Einwohner verlieen sich auf ihre festen Mauern und den groen Vorrat an Nahrung und benahmen sich unverschmt gegen Judas und seine Leute: sie schmhten sie, ja, sie lsterten und fhrten frevelhafte Reden.
12:15 Da riefen Judas und seine Leute zu dem mchtigen Herrscher aller Welt, der zu Josuas Zeiten ohne Mauerbrecher und Sturmgert Jericho zum Einsturz gebracht hatte.
12:16 Sie strmten in wilder Wut gegen die Mauer an und eroberten nach Gottes Willen die Stadt und tteten unsagbar viele Menschen, so da der Teich, der dabei lag und wohl zwei Stadien breit war, aussah wie lauter Blut.
12:17 Danach zogen sie siebenhundertfnfzig Stadien weiter und kamen nach Charax zu den Juden, die man Tubianer nennt.
12:18 Aber sie fanden Timotheus dort nicht; denn er hatte die Gegend verlassen, nachdem er dort nichts ausgerichtet, sondern nur eine Ortschaft stark besetzt hatte.
12:19 Da machten sich zwei Hauptleute aus der Schar des Makkabus auf, nmlich Dositheus und Sosipater, und brachten alle um, die Timotheus in der Festung zurckgelassen hatte, mehr als zehntausend Mann.
12:20 Makkabus aber stellte sein Kriegsvolk in mehreren Abteilungen auf und setzte jene beiden an ihre Spitze und zog gegen Timotheus, der hundertzwanzigtausend Mann zu Fu und zweitausendfnfhundert Reiter bei sich hatte.
12:21 Als nun Timotheus erfuhr, da Judas gegen ihn heranzog, schickte er Frauen und Kinder und den brigen Tro fort nach Karnajim, einem Ort, der so tief im Gebirge lag, da man ihn nicht belagern und nur schwer erreichen konnte.
12:22 Als aber die Feinde die erste Abteilung des Judas sahen, berfiel sie Furcht und Schrecken, weil zugleich der vor ihnen erschien, der alle Dinge sieht; und sie wandten sich zur Flucht, der eine dahin, der andere dorthin, so da sie sich selbst oft untereinander verwundeten und mit der Spitze des Schwerts durchbohrten.
12:23 Judas aber drckte ungestm nach und schlug die Gottlosen zusammen und brachte an die dreiigtausend von ihnen um.
12:24 Timotheus selbst aber geriet den Leuten des Dositheus und Sosipater in die Hnde und bat sie um Leben und Freiheit; denn er htte viele ihrer Vter und Brder in seiner Gewalt, und diese mten sterben, wie er mit groer bertreibung vorgab, wenn er gettet wrde.
12:25 Nachdem er sich nun feierlich verbrgt hatte, da er sie bis zu einem bestimmten Tag wohlbehalten ihnen bergeben wollte, lieen sie ihn frei, um ihre Brder zu retten.
12:26 Danach zog Makkabus gegen Karnajim und den Tempel der Atargatis und machte fnfundzwanzigtausend Menschen nieder.
12:27 Nachdem sie besiegt und vernichtet waren, brach Judas gegen die feste Stadt Efron auf, in der Lysias und eine Bevlkerung aus mancherlei Stmmen wohnte. Die krftige junge Mannschaft aber, die vor der Stadt stand, wehrte sich tapfer, und drinnen hatten sie Geschtze und Geschosse genug.
12:28 Da riefen die Juden zu dem Herrscher, der mit Gewalt die Strke der Feinde zerbricht, und eroberten die Stadt und erschlugen von denen, die darin waren, an fnfundzwanzigtausend Menschen.
12:29 Von dort brachen sie auf und zogen gegen Skythopolis, das sechshundert Stadien von Jerusalem entfernt liegt.
12:30 Weil aber die Juden, die dort wohnten, den Brgern von Skythopolis bezeugten, da sie ihnen wohlgesinnt gewesen wren und ihnen in den schweren Zeiten alle Freundschaft bewiesen htten,
12:31 so dankten sie den Brgern dafr und legten ihnen ans Herz, auch weiterhin gegen ihr Volk guten Willens zu sein. Dann zogen sie wieder nach Jerusalem, als das Wochenfest nahe bevorstand.
12:32 Nach dem Fest, das auch Pfingsten genannt wird, zogen sie gegen Gorgias, den Befehlshaber von Iduma.
12:33 Der begegnete ihnen mit dreitausend Mann zu Fu und vierhundert Reitern.
12:34 Als man nun handgemein wurde, fielen einige Juden.
12:35 Und Dositheus, ein Reiter aus der Schar des Bakenor, ein mutiger Mann, packte Gorgias und hielt ihn am Mantel und zog ihn mit Gewalt fort und wollte den Verfluchten lebendig gefangennehmen. Aber ein Reiter aus Thrazien sprengte auf ihn zu und hieb ihm den Arm ab. So entkam Gorgias nach Marescha.
12:36 Als nun Esri und seine Schar vom allzu langen Kampf mde wurden, rief Judas zum Herrn, er mge ihnen als Helfer erscheinen und an ihrer Spitze kmpfen,
12:37 stimmte in der Sprache der Vter unter Lobgesngen das Kriegsgeschrei an und strmte auf die Leute des Gorgias unerwartet los und jagte sie in die Flucht.
12:38 Und Judas zog mit dem Heer in die Stadt Adullam; und weil der siebente Tag herbeigekommen war, reinigten sie sich nach dem Gesetz und hielten dort den Sabbat.
12:39 Am Tage danach zogen die Leute des Judas aus, weil es schon hchste Zeit geworden war, um die Toten zu holen und in den Grbern der Vter bei ihren Verwandten zu bestatten.
12:40 Da fanden sie bei jedem der Erschlagenen unter dem Hemd Abbilder der Gtzen von Jamnia, die den Juden im Gesetz verboten sind. Da wurde es allen deutlich, da sie um dieser Schuld willen gefallen waren.
12:41 Da priesen alle den Herrn, den gerechten Richter, der das Verborgene an den Tag bringt.
12:42 Dann wandten sie sich zum gemeinsamen Gebet und flehten, da diese Snde gnzlich getilgt werden mchte. Und der edle Judas ermahnte die Menge, sich fortan vor Snden zu hten, weil sie nun mit eignen Augen sehen knnten, da diese um ihrer Snde willen gefallen wren.
12:43 Danach brachte er durch eine Sammlung an die zweitausend Drachmen in Silber zusammen; die schickte er nach Jerusalem zum Sndopfer. Und er tat gut und lblich daran, weil er an die Auferstehung dachte.
12:44 Wenn er nicht erwartet htte, da die Gefallenen auferstehen wrden, so wre es berflssig, ja tricht gewesen, fr Tote zu bitten.
12:45 Sodann aber bedachte er auch, da denen, die als fromme Leute entschlafen, die herrlichste Gnadengabe bereitet ist; das ist ein frommer und heiliger Gedanke.
12:46 Darum hat er auch fr diese Toten ein Shnopfer dargebracht, damit sie von ihrer Snde erlst wrden.
13:1 Im 149. Jahr kam es Judas und seinen Leuten zu Ohren, da Antiochus Eupator mit einer groen Heeresmacht gegen Juda heranzge
13:2 und Lysias, sein Vormund und Kanzler, mit ihm, und zwar jeder mit einem griechischen Heer von hundertzehntausend Mann zu Fu und fnftausenddreihundert zu Ro und zweiundzwanzig Elefanten und dreihundert Sichelwagen.
13:3 Und Menelaus schlug sich auch auf ihre Seite und redete auf Antiochus ein zum Verderben seines Vaterlands und verschwieg seine Hoffnung, dadurch das Hohepriesteramt wieder zu erlangen.
13:4 Aber der Knig aller Knige erweckte den Zorn des Antiochus gegen diesen Frevler. Denn Lysias legte ihm dar, da Menelaus die Ursache aller dieser Unruhen wre; darum lie der Knig ihn nach Bera fhren und so, wie es dort der Brauch ist, tten.
13:5 Denn es war ein Turm da, fnfzig Ellen hoch, voll glhender Asche; und ber der Asche war eine umlaufende Rampe, die berall zur Asche hin steil abfiel.
13:6 Dorthin trieb die Volksmenge jeden, der des Tempelraubs schuldig war oder andere groe Verbrechen begangen hatte, so da er umkam.
13:7 Eines solchen Todes mute auch der abtrnnige Menelaus sterben und ohne Grab bleiben.
13:8 Und es geschah ihm recht. Denn weil er sich so oft an dem Altar, dessen Feuer und Asche heilig sind, versndigt hatte, mute er auch in der Asche den Tod finden.
13:9 Der Knig aber wurde so zornig wie ein Wilder, zog heran und wollte den Juden noch Schrecklicheres antun, als unter seinem Vater geschehen war.
13:10 Das erfuhr Judas und gebot dem ganzen Volk, sie sollten Tag und Nacht den Herrn anrufen, damit er ihnen jetzt, wie schon oft, gegen die helfen mchte, die ihnen das Gesetz, das Vaterland und den heiligen Tempel rauben wollten,
13:11 und da er das Volk, das sich kaum ein wenig erholt hatte, nicht in die Hnde der ruchlosen Heiden geben mchte.
13:12 Als sie das nun einhellig miteinander taten und den barmherzigen Gott unter Weinen und Fasten baten und drei Tage unaufhrlich auf der Erde lagen, ermunterte sie Judas und befahl ihnen, sich bereit zu halten.
13:13 Und als er und die ltesten beisammen waren, beschlo er mit ihnen, er wollte, ehe der Knig mit seinem Heer nach Juda kommen und die Stadt einnehmen knnte, ihm entgegenziehen und die Sache mit Gottes Hilfe enden.
13:14 Und er vertraute sich dem Schpfer der Welt an und ermahnte seine Leute, sie sollten tapfer bis in den Tod kmpfen, um die Gesetze, den Tempel, die Stadt, das Vaterland und ihre eigne Ordnung zu erhalten.
13:15 Und er lagerte sich bei Moden und gab ihnen diese Worte zur Losung: Gott gibt Sieg! Danach machte er sich bei Nacht auf mit den besten und auserlesensten jungen Kriegsleuten und berfiel die knigliche Befestigung und erschlug im Lager an die zweitausend Mann und den Leitelefanten und den, der mit ihm im Stall war.
13:16 Damit brachten sie zum Schlu groen Schrecken und Verwirrung in das ganze Lager und zogen glcklich davon
13:17 am Morgen, als der Tag anbrach; denn Gott war ihr Helfer gewesen.
13:18 Als aber der Knig versprt hatte, da die Juden so wagemutig waren, suchte er die Orte mit List in seine Gewalt zu bringen
13:19 und zog vor die Festung der Juden Bet-Zur. Aber er wurde in die Flucht geschlagen, griff wieder an und richtete nichts aus;
13:20 denn Judas hatte alles Ntige in die Festung geschickt.
13:21 Es war aber einer unter den Juden, Rhodokus, der verriet den Feinden alles Geheime. Man suchte nach ihm, nahm ihn fest und warf ihn ins Gefngnis.
13:22 Danach verhandelte der Knig wieder und schlo Frieden mit der Besatzung von Bet-Zur und zog davon; dann griff er Judas und seine Leute an und verlor die Schlacht.
13:23 Und als Antiochus erfahren hatte, da Philippus, den er in Antiochia als Statthalter zurckgelassen hatte, abgefallen war, wurde er unsicher und sandte den Juden eine freundliche Botschaft, unterhandelte und schwor einen Eid und einigte sich mit ihnen zu gerechten Bedingungen. Er opferte und ehrte den Tempel und behandelte die Stadt freundlich.
13:24 Er empfing auch Makkabus und machte den Hegemonides zum Befehlshaber ber das Land von Ptolemais bis zum Gebiet der Gerrener.
13:25 Als aber der Knig nach Ptolemais kam, sahen die Ptolemaier den Vertrag nicht gern; denn sie fanden ihn unertrglich und wollten deswegen die Abmachungen aufheben.
13:26 Da trat Lysias ffentlich auf und entschuldigte den Knig soviel als mglich und beredete sie, da sie zufrieden waren, und beruhigte sie; danach kehrte er wieder nach Antiochia zurck. So gingen Anmarsch und Abzug des Knigs vor sich.
14:1 Drei Jahre danach vernahmen Judas und seine Leute, da Demetrius, der Sohn des Seleukus, im Hafen von Tripolis mit starker Heeresmacht und vielen Schiffen angekommen war
14:2 und das Land eingenommen und Antiochus samt seinem Vormund Lysias erschlagen hatte.
14:3 Alkimus aber, der vorher Hoherpriester gewesen war und zur Zeit des Widerstandes schmhlich nachgegeben hatte, dachte nun, da ihm sonst nichts helfen, er auch nicht wieder zum Hohenpriesteramt kommen knnte.
14:4 So zog er im 151. Jahr zu Knig Demetrius, brachte ihm einen goldenen Kranz und einen Palmwedel und dazu lzweige, die im Tempel gebruchlich waren;
14:5 und an diesem Tag verhielt er sich ruhig. Er fand eine gnstige Gelegenheit fr seine Ruchlosigkeit, als ihn Demetrius vor den Kronrat fordern und fragen lie, wie es bei den Juden stnde und was sie vorhtten.
14:6 Da antwortete er: Die unter den Juden, die sich Hasider nennen und die Judas Makkabus anfhrt, halten Krieg und Aufruhr immer in Gang und lassen dein Reich nicht gedeihen,
14:7 haben auch mir meine ererbte Wrde, nmlich das Hohepriesteramt, geraubt. Darum bin ich hierher gekommen:
14:8 zum ersten, weil ich mich dem Knig aufrichtig verpflichtet wei; zum andern, weil ich auch um meine Landsleute Sorge habe; denn durch ihre Unvernunft wird unser ganzes Volk ins Unglck strzen.
14:9 Darum wolle der Knig, weil er dies alles erkannt hat, nach seiner entgegenkommenden Freundlichkeit zu jedermann unserm Lande und unserm bedrngten Volk in dieser Sache raten und helfen.
14:10 Denn solange Judas lebt, ist es nicht mglich, da Friede im Lande wird.
14:11 Als er das gesagt hatte, hetzten auch die andern Freunde des Knigs, die dem Judas feindlich gesinnt waren, Demetrius gegen ihn auf.
14:12 Sogleich rief er Nikanor, den Hauptmann ber die Elefanten, zu sich und machte ihn zum Befehlshaber ber Juda und sandte ihn aus
14:13 mit dem Auftrag, Judas unschdlich zu machen und seine Leute zu zerstreuen und Alkimus zum Hohenpriester des erhabenen Tempels einzusetzen.
14:14 Da schlugen sich alle die scharenweise auf Nikanors Seite, die als Heiden vor Judas aus Juda geflchtet waren, und hofften, das Unglck der Juden sollte ihr Glck sein.
14:15 Als nun die Juden hrten, da Nikanor heranzge und die Heiden ihn untersttzten, bestreuten sie sich mit Erde und riefen Gott an, der sein Volk seit ewigen Zeiten beschtzt hat und den Seinen immer offenkundig hilft.
14:16 Als nun der Anfhrer Befehl gab, machten sie sich sogleich auf und stieen auf die Feinde beim Dorf Dessau.
14:17 Simon aber, der Bruder des Judas, war schon auf Nikanor getroffen und wre fast geschlagen worden, als ihn die Feinde so pltzlich berraschten.
14:18 Doch als Nikanor hrte, da Judas so khne Leute bei sich hatte, die Leib und Gut getrost fr ihr Vaterland wagten, frchtete er sich und wollte keine Schlacht mit ihnen schlagen,
14:19 sondern sandte Posidonius, Theodotus und Mattatias zu ihm, um Frieden zu schlieen.
14:20 Als man nun lange darber beraten und der Anfhrer dem Kriegsvolk die Sache vorgetragen hatte und sie in der Sache einig wurden, willigten sie in den Vertrag
14:21 und bestimmten einen Tag, an dem die beiden allein zusammenkommen sollten. Als nun der Tag kam, stellte man fr jeden einen Stuhl auf.
14:22 Und Judas verteilte einige Bewaffnete auf gnstige Pltze, falls die Feinde doch unerwartet eine Falle stellen wrden. Doch kamen sie zu voller bereinstimmung.
14:23 Nikanor blieb eine Zeitlang in Jerusalem und unternahm nichts Unrechtes gegen sie und entlie die zusammengestrmten Scharen.
14:24 Und er hatte den Judas allezeit bei sich und behandelte ihn freundlich,
14:25 ermahnte ihn auch, da er eine Frau nehmen und Kinder zeugen sollte. So nahm denn Judas eine Frau und hatte guten Frieden und geno das Leben.
14:26 Als nun Alkimus sah, da diese beiden miteinander eins waren, nahm er den Vertrag, ging zu Demetrius und verklagte den Nikanor, er wre untreu geworden; denn er htte den Judas, einen Feind des Reiches, zu seinem Nachfolger als Hohenpriester eingesetzt.
14:27 Da wurde der Knig durch die Lge des Verleumders sehr erregt und zornig und schrieb an Nikanor, es gefiele ihm gar nicht, da er Frieden mit den Juden geschlossen htte, und gebot ihm, er sollte eilends Makkabus gefangennehmen und nach Antiochia schicken.
14:28 Als nun dieser Befehl Nikanor erreichte, wurde er bestrzt und unwillig, da er den Vertrag brechen sollte, obwohl doch Judas nichts verschuldet hatte.
14:29 Aber weil er nicht gegen den Knig zu handeln wagte, wartete er auf eine Gelegenheit, ihn mit List zu fangen.
14:30 Aber Makkabus merkte, da er sich unfreundlicher gegen ihn verhielt und ihm nicht mehr so herzlich begegnete, und erkannte, da sein abweisendes Wesen nichts Gutes bedeutete, und nahm einige von seinen Leuten zu sich und verbarg sich vor Nikanor.
14:31 Als nun Nikanor sah, da ihn Makkabus geschickt berlistet hatte, ging er hinauf zu dem erhabenen und heiligen Tempel und befahl den Priestern, die die gebotenen Opfer darbrachten, sie sollten ihm den Mann herausgeben.
14:32 Als sie aber hoch und heilig schworen, sie wten nicht, wo er wre, streckte er seine rechte Hand gegen den Tempel aus
14:33 und schwor: Werdet ihr mir den Judas nicht gebunden bergeben, so will ich dies Gotteshaus dem Erdboden gleichmachen und den Altar umreien und dem Dionysos einen prchtigen Tempel hinstellen.
14:34 Und als er das gesagt hatte, ging er davon. Die Priester aber hoben ihre Hnde empor zum Himmel und riefen den an, der allezeit unser Volk beschtzt hat,
14:35 und sprachen: Herr, du brauchst kein irdisches Haus; dennoch hat es dir wohlgefallen, da dein Tempel, in dem du wohnst, unter uns ist.
14:36 Darum, du heiliger Gott, der du allein heilig machst, bewahre fortan dein Haus, das wir vor kurzem neu geweiht haben, damit es nicht wieder unrein wird.
14:37 Es wurde aber Nikanor angezeigt, da ein ltester von Jerusalem mit Namen Rasi ein Mann sei, der seine Mitbrger liebte, in hohem Ansehen stand und wegen seiner aufrechten Gesinnung ein Vater der Juden genannt wurde.
14:38 Auch war er frher in der Zeit des Widerstandes wegen seines jdischen Glaubens verklagt worden und hatte Leib und Leben dafr beharrlich gewagt.
14:39 Als nun Nikanor zeigen wollte, wie bitter feind er den Juden war, sandte er ber fnfhundert Kriegsleute, die Rasi gefangennehmen sollten.
14:40 Denn er meinte, wenn er ihn gefangen htte, wrde er den Juden dadurch groen Schaden zufgen.
14:41 Als sie aber den Turm, in dem er wohnte, erobern und das Hoftor strmen wollten, lieen sie Feuer bringen und das Tor anznden. Da merkte er, da er gefangen war, und wollte sich selbst erstechen.
14:42 Denn er wollte lieber ehrenhaft sterben als den Gottlosen in die Hnde fallen und von ihnen erniedrigt und verhhnt werden. Aber in der Hast traf er sich nicht recht.
14:43 Als nun die Menge in die Tren eindrang, zog er sich entschlossen auf die Mauer zurck und strzte sich mutig hinab unter die Leute.
14:44 Sie wichen ihm aber schnell aus, so da ein freier Raum entstand; und er fiel mitten auf den leeren Platz.
14:45 Er lebte aber gleichwohl noch und stand in glhendem Opfermut auf, obwohl er sehr blutete und die Wunden ihn schmerzten, lief durch das Volk hindurch und trat auf einen hohen Felsen.
14:46 Und obwohl er schon fast verblutet war, ri er sich noch die Drme aus dem Leibe, fate sie mit beiden Hnden und warf sie unter die Kriegsleute und rief zu Gott, der ber Leben und Geist Herr ist, dies alles mge er ihm wiedergeben, und starb so.
15:1 Als aber Nikanor hrte, da Judas sich mit seinen Leuten in Samarien aufhielt, dachte er, er knnte sie am Sabbat ohne jede Gefahr angreifen.
15:2 Und als ihn die Juden, die er gezwungen hatte mitzuziehen, baten, er mchte sie nicht so grausam und unmenschlich umbringen, sondern den heiligen Tag achten, den Gott selbst geehrt und geheiligt htte,
15:3 fragte sie der Erzfrevler: Gibt es im Himmel den Herrscher, der den Sabbat geboten hat?
15:4 Und als sie ihm antworteten: Ja, es gibt den lebendigen Herrn; er ist im Himmel der Herrscher, der den siebenten Tag zu feiern geboten hat -,
15:5 sagte er darauf: So bin ich der Herrscher auf Erden und gebiete euch, ihr sollt die Waffen ergreifen und den Befehl des Knigs ausfhren.
15:6 Aber er konnte sein ruchloses Vorhaben trotzdem nicht vollbringen. Und Nikanor prahlte vermessen und hatte sich schon vorgenommen, fr seinen Sieg ber Judas ein Denkmal ffentlich aufzustellen.
15:7 Aber Makkabus hatte unablssig die Zuversicht und Hoffnung, der Herr wrde ihm beistehen,
15:8 und ermunterte seine Mnner, sie sollten sich vor den anrckenden Heiden nicht frchten, sondern an die Hilfe denken, die ihnen frher oft vom Himmel gesandt worden war, und jetzt auch auf den Sieg hoffen, den der Allmchtige ihnen schicken wrde.
15:9 Er sagte ihnen ermutigende Worte aus dem Gesetz und den Propheten und erinnerte sie an die Schlachten, die sie frher gewonnen hatten, und machte ihnen so Mut.
15:10 Als er sie so angefeuert hatte, erzhlte er ihnen auch, wie die Heiden ihre Zusagen nicht gehalten und ihre Eide gebrochen htten.
15:11 Dadurch rstete er sie aus, da sie nicht durch Spie oder Schild sicher waren, sondern durch Gottes Wort Vertrauen gewannen. Er sagte ihnen auch von einer Erscheinung, die glaubwrdig war; davon bekamen alle Mut.
15:12 Und das war die Erscheinung: Onias, der frhere Hohepriester, ein trefflicher, im Umgang bescheidener, gtiger, beredter Mann, der von Jugend auf allem Guten nachgestrebt hatte, der streckte seine Hnde aus und betete fr die ganze Gemeinde der Juden.
15:13 Danach erschien ihm ein wrdiger, alter Mann, und um ihn war ein wunderbarer, herrlicher Glanz.
15:14 Und Onias sagte zu Judas: Dies ist Jeremia, der Prophet Gottes, der deine Brder sehr liebhat und stets fr das Volk und die heilige Stadt betet.
15:15 Danach gab Jeremia mit der Rechten dem Judas ein goldenes Schwert
15:16 und sagte zu ihm: Nimm hin das heilige Schwert, das dir Gott schenkt; damit sollst du die Feinde schlagen!
15:17 Als sie nun Judas mit solchen guten Worten, die zur Tapferkeit anfeuern und den Jungen mnnlichen Mut geben konnten, aufgerufen hatte, beschlossen sie, kein Lager mehr aufzuschlagen, sondern mutig gegen die Feinde zu ziehen und sie mnnlich anzugreifen und die Sache zur Entscheidung zu bringen; denn die Stadt, der Gottesdienst und der Tempel waren in Gefahr.
15:18 Denn sie bangten nicht so sehr um ihre Frauen und Kinder, Brder und Freunde, sondern sie sorgten sich vor allem um den heiligen Tempel.
15:19 Und die in der Stadt blieben, waren in groer Sorge um ihr Kriegsvolk drauen im Felde.
15:20 Als es nun zum Treffen kommen sollte und die Feinde zusammengezogen und in Schlachtordnung angetreten und die Elefanten an einem gnstigen Ort aufgestellt und die Reiter auf beide Flgel verteilt worden waren
15:21 und als Makkabus die Feinde sah und ihre vielfltige Rstung und die schrecklichen Tiere, streckte er seine Hnde zum Himmel empor und betete zum Herrn, der Wunder tut; denn er wute wohl, da der Sieg nicht durch Waffen kommt, sondern Gott ihn denen gibt, die er wrdig findet.
15:22 Und er betete so: Herr, zur Zeit Hiskias, des Knigs von Juda, hast du deinen Engel gesandt; der erschlug in Sanheribs Lager hundertfnfundachtzigtausend Mann.
15:23 So schicke nun auch, du Herrscher im Himmel, einen guten Engel vor uns her, die Feinde zu erschrecken.
15:24 La die erschrecken vor deinem starken Arm, die mit Gotteslsterung gegen dein heiliges Volk ziehen. Und damit hrte Judas auf.
15:25 So zogen Nikanor und sein Heer heran mit Trompeten und Kriegsgeschrei.
15:26 Judas aber und seine Leute griffen die Feinde an mit Gebet und Flehen. Und mit den Hnden fhrten sie das Schwert,
15:27 mit dem Herzen aber schrien sie zu Gott und erschlugen nicht weniger als fnfunddreiigtausend Mann; und sie freuten sich sehr, da Gott sich so mchtig gezeigt hatte.
15:28 Als nun die Schlacht beendet war und sie mit Freuden wieder abzogen, sahen sie, wie Nikanor in seinem Harnisch gefallen dalag.
15:29 Da erhob sich ein Freudengeschrei und Jauchzen, und sie lobten Gott in ihrer Sprache.
15:30 Judas, der Leib und Leben fr sein Volk eingesetzt und von Jugend auf sich zu seinen Landsleuten gehalten hatte, gebot, man sollte dem Nikanor den Kopf und die Hand samt der Schulter abhauen und mit nach Jerusalem bringen.
15:31 Als er nun dorthin kam, rief er seine Landsleute zusammen und stellte die Priester vor den Altar und schickte zu den Feinden auf der Burg
15:32 und zeigte den Kopf des verruchten Nikanor und die Hand des Lsterers, die er gegen das heilige Haus des Allmchtigen ausgestreckt und dabei Lsterworte ausgestoen hatte.
15:33 Er schnitt auch dem gottlosen Nikanor die Zunge aus und lie sie in Stcken den Vgeln vorwerfen und die Hand, mit der er so unsinnig gehandelt hatte, gegenber dem Tempel aufhngen.
15:34 Und das ganze Volk lobte den Herrn, der sichtbar geholfen hatte, und sprach: Gelobt sei, der seine Sttte bewahrt hat, da sie nicht unrein geworden ist!
15:35 Und er steckte Nikanors Kopf auf, so da ihn alle aus der Burg sehen konnten, zu einem ffentlichen Zeichen dafr, da ihnen der Herr geholfen hatte.
15:36 Es wurde auch eintrchtig von allen beschlossen, man sollte diesen Tag niemals vergessen,
15:37 sondern ihn feiern am dreizehnten Tag des zwlften Monats, der auf syrisch Adar heit, einen Tag vor dem Mordechai-Fest.
15:38 So will ich nun hiermit dies Buch beschlieen, nachdem Nikanor umgekommen ist und die Hebrer die Stadt seit jener Zeit wieder in Besitz haben.
15:39 Und wenn es gut gelungen und geschickt geordnet ist, so war das meine Absicht. Ist's aber zu einfach geraten, so habe ich doch getan, soviel ich vermochte.
15:40 Denn immer nur Wein oder nur Wasser trinken wird einem zuwider; wenn aber Wein mit Wasser vermischt erst wirklich Freude macht, so erfreut die Art, wie man die Worte setzt, die Ohren derer, die die Geschichte hren. Damit bin ich am Ende angelangt.
1:1 Habt Gerechtigkeit lieb, die ihr Land und Leute regiert! Denkt ber den Herrn nach in lauterem Sinn und sucht ihn mit aufrichtigem Herzen!
1:2 Denn er lt sich finden von denen, die ihn nicht versuchen, und erscheint denen, die ihm nicht mitrauen.
1:3 Denn verkehrtes Denken scheidet von Gott; und wird seine Macht herausgefordert, so bestraft sie solche Narren.
1:4 Denn die Weisheit kommt nicht in eine arglistige Seele und wohnt nicht in einem Leibe, der der Snde verfallen ist.
1:5 Denn der heilige Geist, der ein Geist der Zucht ist, flieht die Falschheit und weicht von den ruchlosen Gedanken und wird geschmht, wenn Ungerechtigkeit ihm naht.
1:6 Die Weisheit ist ein Geist, der den Menschen liebt; doch lt sie den Lsterer nicht unbestraft fr seine Reden. Denn Gott ist Zeuge seiner heimlichsten Gedanken und erkennt in Wahrheit sein Herz und hrt seine Worte.
1:7 Der Erdkreis ist erfllt vom Geist des Herrn, und der das All umfat, hat Kenntnis von jedem Wort.
1:8 Darum kann keiner verborgen bleiben, der Unrechtes redet; und das Recht, das ihn bestrafen soll, wird ihn nicht verfehlen.
1:9 Denn die Plne des Gottlosen mssen vor Gericht, und seine Reden sollen vor den Herrn kommen, damit seine bertretungen bestraft werden.
1:10 Denn das Ohr des eifernden Gottes hrt alles, und das Gerede der Murrenden bleibt nicht verborgen.
1:11 So htet euch nun vor unntzem Murren und bewahrt die Zunge vor bser Nachrede. Denn was ihr heimlich einander in die Ohren redet, wird nicht unbestraft hingehen, und der Mund, der lgt, bringt sich den Tod.
1:12 Strebt nicht nach dem Tod durch euer verkehrtes Leben, und zieht nicht das Verderben herbei durch das Werk eurer Hnde.
1:13 Denn Gott hat den Tod nicht gemacht und hat kein Gefallen am Untergang der Lebenden;
1:14 sondern er hat alles geschaffen, da es Bestand haben sollte; und was in der Welt geschaffen ist, das ist gut, und es gibt nichts darin, was Verderben wirkt, und der Tod hat auf der Erde kein Recht.
1:15 Denn die Gerechtigkeit kennt keinen Tod;
1:16 aber die Gottlosen zwingen ihn herbei mit Worten und mit Werken. Denn sie halten ihn fr ihren Freund und sehnen sich nach ihm; sie schlieen mit ihm einen Bund, weil sie es wert sind, ihm anzugehren.
2:1 Denn diese Leute, die so verkehrt denken, sagen untereinander: Kurz und voller Leid ist unser Leben, und wenn ein Mensch dahin soll, so gibt es keine Rettung; auch wei man von keinem, der aus dem Totenreich befreit.
2:2 Denn nur zufllig sind wir geworden, und nachher werden wir sein, als wren wir nie gewesen. Denn der Atem in unsrer Nase ist nur Rauch und unser Denken nur ein Funke, der aus dem Pochen unsres Herzens entsteht.
2:3 Wenn er verloschen ist, so geht der Leib dahin wie Asche, und der Geist zerflattert wie Luft.
2:4 Unser Name wird mit der Zeit vergessen, und niemand denkt mehr an unser Wirken. Unser Leben fhrt dahin, als wre nur eine Wolke dagewesen, und zergeht wie Nebel, der von den Strahlen der Sonne verjagt und von ihrer Hitze zu Boden gedrckt wird.
2:5 Unsre Zeit geht vorbei wie ein Schatten, und wenn es mit uns zu Ende ist, gibt es keine Wiederkehr; denn es steht unverbrchlich fest, da niemand wiederkommt.
2:6 Kommt nun und lat uns die Gter genieen, solange sie da sind, und die Welt geschwind noch auskosten, solange wir jung sind.
2:7 Wir wollen mit bestem Wein uns fllen und uns salben, und keine Frhlingsblume soll uns entgehen.
2:8 Lat uns Krnze tragen von Rosenknospen, ehe sie welk werden.
2:9 Keine Wiese bleibe von unserm bermtigen Treiben verschont, damit man berall merkt, wie ausgelassen wir gewesen sind. Denn das ist unser Teil, und das ist unser Los.
2:10 Lat uns den armen Gerechten unterdrcken und keine Witwe verschonen; wir wollen uns nicht scheuen vor dem altersgrauen Haar des Greises.
2:11 Alles, was wir tun, das soll Recht sein; denn es zeigt sich, da Schwche nichts ausrichtet.
2:12 So lat uns dem Gerechten auflauern; denn er ist uns lstig und widersetzt sich unserm Tun und schilt uns, weil wir gegen das Gesetz sndigen, und hlt uns vor, da wir gegen die Zucht verstoen.
2:13 Er behauptet, Erkenntnis Gottes zu haben, und rhmt sich, Gottes Kind zu sein.
2:14 Er wird uns zum Vorwurf bei allem, was wir denken;
2:15 er ist uns unleidlich, wenn er sich nur sehen lt. Denn sein Leben unterscheidet sich von dem der andern, und ganz anders sind seine Wege.
2:16 Als falsche Mnze gelten wir ihm, und er meidet unsre Wege wie Schmutz; er rhmt, wie es die Gerechten zuletzt gut haben werden, und prahlt damit, da Gott sein Vater sei.
2:17 So lat doch sehen, ob sein Wort wahr ist, und prfen, was bei seinem Ende geschehen wird.
2:18 Ist der Gerechte Gottes Sohn, so wird er ihm helfen und ihn erretten aus der Hand der Widersacher.
2:19 Durch Schmach und Qual wollen wir ihn auf die Probe stellen, damit wir erfahren, wieviel er ertragen kann, und prfen, wie geduldig er ist.
2:20 Wir wollen ihn zu schimpflichem Tod verurteilen; denn dann wird ihm gndige Heimsuchung widerfahren, wie er sagt.
2:21 Das alles denken sie - und irren; denn ihre Bosheit hat sie verblendet,
2:22 so da sie Gottes Geheimnisse nicht erkennen; auch haben sie nicht die Hoffnung, da ein frommes Leben belohnt wird, und sie achten die Ehre fr nichts, die untadeligen Seelen gegeben wird.
2:23 Denn Gott hat den Menschen zur Unvergnglichkeit geschaffen und ihn, zum Abbild seines eignen Wesens gemacht.
2:24 Aber durch des Teufels Neid ist der Tod in die Welt gekommen,
2:25 und es mssen ihn erfahren, die ihm angehren.
3:1 Aber die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, und keine Qual rhrt sie an.
3:2 In den Augen der Unverstndigen gelten sie als tot, und ihr Abscheiden wird fr Strafe gehalten
3:3 und ihr Weggehen von uns fr Verderben; aber sie sind im Frieden.
3:4 Denn wenn sie auch nach Meinung der Menschen viel zu leiden haben, so sind sie doch erfllt von Hoffnung auf Unsterblichkeit.
3:5 Sie werden ein wenig gezchtigt, aber viel Gutes wird ihnen widerfahren; denn Gott versucht sie und findet sie seiner wert.
3:6 Er prft sie wie Gold im Schmelzofen und nimmt sie an wie ein Ganzopfer.
3:7 Und zur Zeit ihrer gndigen Heimsuchung werden sie aufleuchten und aufsteigen wie Funken berm Stoppelfeld.
3:8 Sie werden die Heiden richten und ber die Vlker herrschen, und der Herr wird Knig sein ber sie in Ewigkeit.
3:9 Die auf ihn vertrauen, werden seine Zuverlssigkeit erfahren, und die treu sind in der Liebe, werden bei ihm bleiben. Denn Gnade und Barmherzigkeit wohnt bei seinen Heiligen, und er sucht seine Auserwhlten gndig heim.
3:10 Aber die Gottlosen werden die Strafe empfangen, die ihnen nach ihrer Gesinnung zukommt; denn sie beachten den Gerechten nicht und weichen vom Herrn.
3:11 Denn wer Weisheit und Zucht verachtet, ist ein unglckseliger Mensch. Ihre Hoffnung ist nichtig, und ihre Mhe ist umsonst, und ihr Tun ist unntz.
3:12 Ihre Frauen sind tricht und ihre Kinder bse. Verflucht ist, was von ihnen geboren wird.
3:13 Selig ist die Unfruchtbare, wenn sie unbefleckt ist und keine verbotene Ehe kennengelernt hat; sie wird die Frucht dafr genieen zu der Zeit, wenn die Menschen gerichtet werden.
3:14 Selig ist auch ein Entmannter, der nichts Unrechtes tut und nichts Bses gegen den Herrn erdenkt; dem wird fr seine Treue eine auserlesene Gabe und ein besseres Los im Tempel des Herrn gegeben werden.
3:15 Denn wer sich recht mht, empfngt herrliche Frucht, und aus Einsicht wchst hervor, was ohne Tadel ist.
3:16 Aber die Kinder der Ehebrecher geraten nicht, und die Nachkommen aus gesetzwidriger Ehe werden vertilgt.
3:17 Denn wenn sie auch lange leben, werden sie doch nichts gelten, und ihr Alter wird zuletzt doch ohne Ehre sein.
3:18 Sterben sie aber bald, so haben sie nichts zu hoffen und keinen Trost am Tage des Gerichts.
3:19 Denn die Ungerechten nehmen ein schlimmes Ende.
4:1 Besser ist's, keine Kinder zu haben, wenn man dabei in Tugend lebt; denn sie bringt ewigen Ruhm und wird bei Gott und den Menschen anerkannt.
4:2 Ist sie da, nimmt man sie zum Vorbild; ist sie aber nicht da, so sehnt man sich nach ihr, und in der Ewigkeit zieht sie bekrnzt einher; denn sie hat im Ringen um einen herrlichen Kampfpreis gesiegt.
4:3 Aber die kinderreiche Menge der Gottlosen ist nichts ntze, und weil sie aus unechten Schlingen hervorgegangen ist, kann sie nicht tief wurzeln und keinen festen Grund gewinnen.
4:4 Und wenn sie auch eine Zeitlang an den Zweigen grnt, so wird sie doch, weil sie auf lockerem Grund steht, vom Wind geschttelt und vom Sturm entwurzelt.
4:5 Die zu schwach gebliebenen ste werden zerbrochen, und so wird ihre Frucht unbrauchbar, zu unreif zum Essen, und taugt zu nichts.
4:6 Denn die Kinder, die in gesetzwidriger Ehe geboren werden, sind Zeugen fr die Schlechtigkeit ihrer Eltern im Gericht.
4:7 Wenn aber der Gerechte zu frhzeitig stirbt, so ist er doch in der Ruhe.
4:8 Denn ein ehrenvolles Alter mu nicht lange whren und wird nicht nach der Zahl der Jahre gemessen;
4:9 Einsicht ist fr die Menschen das wahre graue Haar und ein unbeflecktes Leben das rechte Greisenalter.
4:10 Der Gott wohlgefiel, wurde ihm lieb, und weil er unter Sndern lebte, wurde er hinweggenommen;
4:11 er wurde entrckt, damit nicht Schlechtigkeit seinen Sinn verkehren und Trug seine Seele verfhren knnte.
4:12 Denn bse Beispiele verderben das Gute, und die lockende Begierde verkehrt den arglosen Sinn.
4:13 Obwohl frh vollendet, hat er doch viele Jahre erfllt.
4:14 Denn seine Seele gefiel dem Herrn; darum eilte sie fort von den bsen Menschen.
4:15 Aber die Leute, die es sahen, beachteten es nicht und nahmen's nicht zu Herzen, da Gnade und Barmherzigkeit bei seinen Auserwhlten wohnt und da er seine Heiligen gndig heimsucht.
4:16 Es verurteilt aber der verstorbene Gerechte die lebenden Gottlosen und der Frhvollendete den Ungerechten mit seinem hohen Alter.
4:17 Sie sehen wohl das Ende des Weisen, aber sie merken nicht, was der Herr ber ihn beschlossen und wofr er ihn bewahrt hat.
4:18 Sie sehen's wohl und achten's nicht. Aber der Herr wird sie verlachen, und sie werden sterben, und man ehrt ihren Leichnam nicht, und, sie werden unter den Toten ewig zum Gesptt.
4:19 Denn er wird sie zum Schweigen bringen und zu Boden strzen und aus ihrem Grund reien, so da sie ganz und gar vernichtet
4:20 und in der Qual sein werden; und die Erinnerung an sie wird verloren gehen. Wenn ihre Snden zusammengerechnet werden, dann werden sie verzagt daherkommen, und ihre Missetaten werden ihnen gegenbertreten und sie berfhren.
5:1 Dann wird der Gerechte in groer Zuversicht dastehen vor denen, die ihn gengstigt haben und seine Mhen nicht gelten lieen.
5:2 Wenn sie ihn dann sehen, werden sie in Furcht und Schrecken geraten und auer sich sein ber seine Rettung, die sie nicht erwartet hatten;
5:3 sie werden voller Reue untereinander sprechen und in Herzensangst seufzen: Das ist der, ber den wir frher gelacht und gespottet haben, wir Narren!
5:4 Wir hielten sein Leben fr unsinnig und sein Ende fr ehrlos.
5:5 Wie konnte er nur zu den Shnen Gottes gezhlt werden, so da sein Erbteil bei den Heiligen ist?
5:6 Dann sind also wir vom Weg der Wahrheit abgeirrt, und das Licht der Gerechtigkeit hat uns nicht geleuchtet, und die Sonne ist uns nicht aufgegangen.
5:7 Wir sind unrechte und verderbliche Wege gegangen und haben unwegsame Wsten durchwandert, aber den Weg des Herrn haben wir nicht erkannt.
5:8 Was hilft uns nun der bermut? Was bringt uns nun der Reichtum samt dem Prahlen ein?
5:9 Es ist alles dahingefahren wie ein Schatten und wie ein Gercht, das vorbergeht,
5:10 wie ein Schiff, das auf den Wasserwogen dahinfhrt: wenn es vorber ist, kann man seine Spur nicht mehr finden und nicht die Bahn seines Kiels in den Wellen.
5:11 Oder wie man bei einem Vogel, der durch die Luft fliegt, keine Spur seines Weges finden kann: denn er regt sich und schlgt in die leichte Luft, peitscht und zerteilt sie mit seinen Flgeln; aber danach findet man in ihr kein Anzeichen seines Fluges mehr.
5:12 Oder wie wenn ein Pfeil abgeschossen wird zum Ziel: die durchschnittene Luft schlgt sogleich wieder zusammen, so da man seine Bahn nicht mehr erkennen kann.
5:13 So haben auch wir, nachdem wir ins Leben gekommen sind und wieder ein Ende genommen haben,
5:14 kein Zeichen der Tugend vorzuweisen; wir haben uns in unsrer Bosheit verzehrt.
5:15 Denn die Hoffnung des Gottlosen ist wie Staub, vom Winde zerstreut, und wie feiner Schnee, vom Sturm getrieben, und wie Rauch, vom Winde verweht, und wie man einen vergit, der nur einen Tag lang Gast gewesen ist.
5:16 Aber die Gerechten werden ewig leben, und der Herr ist ihr Lohn, und der Hchste sorgt fr sie.
5:17 Darum werden sie das Reich der Herrlichkeit und eine schne Krone aus der Hand des Herrn empfangen. Denn er wird sie mit seiner Rechten beschirmen und mit seinem Arm verteidigen.
5:18 Er wird seinen Eifer nehmen als Rstung und die Schpfung bewaffnen zur Abwehr der Feinde.
5:19 Er wird Gerechtigkeit anziehen als Panzer und unbestechliches Gericht sich aufsetzen als Helm.
5:20 Er wird unberwindliche Heiligkeit ergreifen als Schild,
5:21 er wird seinen strengen Zorn schrfen zum Schwert; mit ihm zusammen aber wird die Welt kmpfen gegen die Toren.
5:22 Die Geschosse der Blitze werden gut gezielt dahinfliegen und aus den Wolken wie von einem straff gespannten Bogen ins Ziel treffen.
5:23 Und wie aus einer Steinschleuder werden zornige Hagelschauer herabstrzen. Die Wasser des Meeres werden toben gegen die Toren, und die Strme werden sie wild berfluten.
5:24 Der Geist gttlicher Kraft wird sich gegen sie erheben, und wie ein Wirbelwind wird er sie zerstreuen.
6:1 Gesetzlosigkeit verwstet das ganze Land, und Freveltat strzt die Throne der Herrscher.
6:2 So hrt nun, ihr Knige, und versteht; lernt es, die ihr die ganze Erde richtet;
6:3 horcht auf, die ihr herrscht ber die Menge und die ihr prahlt mit den Scharen eurer Vlker!
6:4 Denn vom Herrn ist euch die Macht gegeben und die Gewalt vom Hchsten, der fragen wird, wie ihr handelt, und erforschen, was ihr plant.
6:5 Denn obwohl ihr Diener seines Reiches seid, habt ihr nicht recht regiert und das Gesetz nicht gehalten und habt nicht nach dem Willen Gottes gehandelt.
6:6 Er wird schrecklich und schnell ber euch kommen, denn es ergeht ein strenges Gericht ber die Machthaber.
6:7 Denn dem Geringsten kann wohl Erbarmen widerfahren, aber die Gewaltigen werden mit Gewalt zur Rechenschaft gezogen werden.
6:8 Denn der Herr des Alls wird niemand begnstigen noch irgendeine Macht scheuen. Er hat die Kleinen und die Groen geschaffen und sorgt fr alle gleich.
6:9 Die Mchtigen aber werden streng verhrt werden.
6:10 An euch nun, ihr Herrscher, ergehen meine Worte, damit ihr Weisheit lernt und nicht in Snde fallt.
6:11 Denn wer das Heilige heilig hlt, der wird geheiligt werden, und wer darin unterwiesen ist, der wird im Gericht bestehen.
6:12 Verlangt also nach meinen Worten; begehrt sie, so werdet ihr Belehrung empfangen!
6:13 Die Weisheit ist strahlend und unvergnglich und lt sich gern erkennen von denen, die sie lieb haben, und lt sich von denen finden, die sie suchen.
6:14 Sie kommt denen entgegen, die sie begehren, und gibt sich ihnen zu erkennen.
6:15 Wer sich frh zu ihr aufmacht, braucht nicht viel Mhe; denn er findet sie vor seiner Tr sitzen.
6:16 Denn ber sie nachdenken, das ist vollkommene Klugheit, und wer ihretwegen sich wachhlt, wird bald ohne Sorge sein.
6:17 Denn sie geht umher und sucht, wer ihrer wert ist, und erscheint ihm freundlich auf seinen Wegen und begegnet ihm immer, wenn er ber sie nachsinnt.
6:18 Denn da ist Anfang der Weisheit, wo einer aufrichtig nach Unterweisung verlangt; wer aber nach Unterweisung trachtet, der hat die Weisheit lieb;
6:19 wer sie lieb hat, der hlt ihre Gebote; wo man aber die Gebote hlt, da ist unvergngliches Leben gewi;
6:20 unvergngliches Leben aber bewirkt, da man Gott nahe ist.
6:21 So fhrt das Verlangen nach Weisheit zu rechter Herrschaft.
6:22 Habt ihr nun Gefallen an Thron und Zepter, ihr Herrscher der Vlker,
6:23 so haltet die Weisheit in Ehren, damit ihr fr immer die Herrschaft behaltet.
6:24 Was aber die Weisheit ist und wie sie entstand, will ich verkndigen und euch ihre Geheimnisse nicht verbergen, sondern nach ihr forschen von Anfang der Schpfung an und will die Kenntnis von ihr ans Licht bringen und will an der Wahrheit nicht vorbeigehen.
6:25 Denn ich will mit dem giftigen Neid nichts zu tun haben; denn er hat nichts gemein mit der Weisheit.
6:26 Viele Weise aber sind Heil fr die Welt, und ein kluger Knig ist das Glck seines Volks.
6:27 Darum lat euch unterweisen durch meine Worte, so werdet ihr Nutzen haben.
7:1 Auch ich bin ein sterblicher Mensch wie alle andern, ein Nachkomme des ersten aus Erde geschaffenen Menschen,
7:2 und bin Fleisch, im Mutterleib zehn Monate lang gebildet, im Blut zusammengeronnen aus Mannessamen und der Lust, die im Beischlaf dazukam.
7:3 Auch ich habe, als ich geboren war, Atem geholt aus der Luft, die allen gemeinsam ist, und bin gefallen auf die Erde, die alle in gleicher Weise trgt; und Weinen ist wie bei den andern mein erster Laut gewesen,
7:4 und bin in Windeln gelegt und voll Frsorge aufgezogen worden.
7:5 Denn auch kein Knig hatte jemals einen andern Anfang seines Lebens,
7:6 sondern sie haben alle denselben Eingang in das Leben und auch den gleichen Ausgang.
7:7 Deshalb betete ich, und mir wurde Einsicht gegeben; ich rief den Herrn an, und der Geist der Weisheit kam zu mir.
7:8 Ich achtete sie hher als Zepter und Throne, und Reichtum hielt ich ihr gegenber fr nichts.
7:9 Im Vergleich zu ihr sah ich jeden Edelstein fr wertlos an; denn alles Gold ist vor ihren Augen nur geringer Sand, und Silber wird vor ihr fr Schmutz gehalten.
7:10 Ich hatte sie lieber als Gesundheit und schne Gestalt und zog sie sogar dem Licht vor; denn der Glanz, der von ihr ausgeht, erlischt nicht.
7:11 Zugleich aber kamen mit ihr alle Gter zu mir, und unermelicher Reichtum war in ihrer Hand.
7:12 Ich wurde ber alle diese Dinge frhlich, weil die Weisheit sie mit sich fhrte; ich wute aber noch nicht, da sie auch ihre Schpferin ist.
7:13 Arglos habe ich sie gelernt, neidlos teile ich sie aus; ich will ihren Reichtum nicht verbergen.
7:14 Denn sie ist fr die Menschen ein unerschpflicher Schatz; die ihn erwarben, erlangten Gottes Freundschaft, weil die Gaben sie empfahlen, die die Unterweisung verleiht.
7:15 Gott aber gebe mir, nach seinem Sinn zu reden und so zu denken, wie es solcher Gaben wrdig ist. Denn er ist's, der auch die Weisheit den Weg fhrt und den Weisen zurechthilft.
7:16 Denn in seiner Hand sind wir selbst und unsre Worte, dazu alle Klugheit und Kenntnisse in mancherlei Fertigkeiten.
7:17 Denn er gab mir sichere Erkenntnis dessen, was ist, so da ich den Bau der Welt begreife und das Wirken der Elemente:
7:18 Anfang, Ende und Mitte der Zeiten; wie die Tage zu- und abnehmen; wie die Jahreszeiten wechseln
7:19 und wie das Jahr umluft und wie die Sterne stehen;
7:20 die Natur der Tiere und die Kraft der Raubtiere; die Macht der Geister und die Gedanken der Menschen; die Vielfalt der Pflanzen und die Krfte der Wurzeln.
7:21 So erkannte ich alles, was verborgen und was sichtbar ist; denn die Weisheit, die alles kunstvoll gebildet hat, lehrte mich's.
7:22 Denn es wohnt in ihr ein Geist, der verstndig ist, heilig, einzigartig, vielfltig, fein, behend, durchdringend, rein, klar, unversehrt, freundlich, scharfsinnig, ungehindert, wohlttig,
7:23 menschenfreundlich, bestndig, gewi, ohne Sorge; sie vermag alles, sieht alles, und durchdringt selbst alle Geister, die verstndig, lauter und sehr fein sind.
7:24 Denn die Weisheit ist regsamer als alles, was sich regt, sie geht und dringt durch alles - so rein ist sie.
7:25 Denn sie ist ein Hauch der gttlichen Kraft und ein reiner Strahl der Herrlichkeit des Allmchtigen; darum kann nichts Unreines in sie hineinkommen.
7:26 Denn sie ist ein Abglanz des ewigen Lichts und ein fleckenloser Spiegel des gttlichen Wirkens und ein Bild seiner Gte.
7:27 Obwohl sie nur eine ist, kann sie doch alles. Und obwohl sie bei sich selbst bleibt, erneuert sie das All, und von Geschlecht zu Geschlecht geht sie in heilige Seelen ein und macht sie zu Freunden Gottes und zu Propheten.
7:28 Denn niemanden liebt Gott auer dem, der mit der Weisheit lebt.
7:29 Denn sie ist herrlicher als die Sonne und bertrifft alle Sternbilder. Verglichen mit dem Licht hat sie den Vorrang.
7:30 Denn das Licht mu der Nacht weichen, aber die Bosheit kann die Weisheit nicht berwltigen.
8:1 Kraftvoll erstreckt sie sich von einem Ende zum andern und regiert das All vortrefflich.
8:2 Die Weisheit hab ich geliebt und gesucht von meiner Jugend an und danach getrachtet, sie mir zur Braut zu nehmen, und ich hab ihre Schnheit liebgewonnen.
8:3 Sie zeigt sich ihrer edlen Herkunft wrdig, indem sie bei Gott lebt; und der Herr aller Dinge hat sie lieb.
8:4 Denn sie ist in Gottes Wissen eingeweiht und whlt aus, was Gott tut.
8:5 Ist aber Reichtum ein Gut, das man im Leben begehrt, was ist dann reicher als die Weisheit, die alles schafft?
8:6 Ist's aber Klugheit, die etwas schafft, wer in aller Welt ist dann ein grerer Meister als die Weisheit?
8:7 Hat aber jemand Gerechtigkeit lieb - so ist es die Weisheit, die die Tugenden wirkt; denn sie lehrt Besonnenheit und Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit, und nichts Ntzlicheres als dies gibt es im Leben fr die Menschen.
8:8 Begehrt aber jemand Erfahrung und Wissen - so ist es die Weisheit, die das Vergangene kennt und das Zuknftige errt. Sie versteht sich auf gewandte Rede und wei, Rtsel zu lsen. Zeichen und Wunder erkennt sie im voraus und was Stunden und Zeiten bringen werden.
8:9 Ich habe daher beschlossen, sie mir zur Gefhrtin zu nehmen, denn ich wute, da sie mir ein Ratgeber zum Guten sein wrde und ein Trost in Sorgen und Traurigkeit.
8:10 Ich werde ihretwegen Ruhm beim Volk und Ehre bei den Alten haben, obwohl ich jung bin.
8:11 Ich werde als scharfsinnig gelten, wenn ich Recht spreche, und Bewunderung finden bei den Mchtigen.
8:12 Wenn ich schweige, werden sie auf mich warten; wenn ich rede, werden sie aufmerken; wenn ich weiterrede, werden sie die Hand auf ihren Mund legen.
8:13 Ich werde ihretwegen Unsterblichkeit empfangen und ein ewiges Andenken bei denen hinterlassen, die nach mir kommen.
8:14 Ich werde Vlker regieren, und Nationen werden mir untertan sein.
8:15 Grausame Tyrannen werden sich frchten, wenn sie von mir hren; in der Volksversammlung zeige ich mich tchtig und im Krieg tapfer. Kehre ich aber heim, so werde ich bei der Weisheit ruhen.
8:16 Denn mit ihr Umgang zu haben, bringt keinen Verdru, und mit ihr zusammenzuleben, keinen Schmerz, sondern Lust und Freude.
8:17 Das bedachte ich bei mir und erwog es in meinem Herzen, da die Verwandten der Weisheit Unsterblichkeit
8:18 und ihre Freunde wahre Freude haben und da durch die Arbeit ihrer Hnde unerschpflicher Reichtum kommt und Klugheit durch steten Umgang mit ihr und guter Ruf durch Teilnahme an ihren Worten; darum ging ich umher und suchte, wie ich sie zu mir nehmen knnte.
8:19 Ich war aber ein wohlgestalteter junger Mann und hatte eine edle Seele empfangen;
8:20 oder vielmehr, da ich edel war, kam ich in einen unbefleckten Leib.
8:21 Als ich aber erkannte, da ich die Weisheit nicht anders erlangen knnte, als da Gott sie mir gibt - und es war schon Klugheit, zu wissen, von wem diese Gnadengabe kommt -, da wandte ich mich an den Herrn, betete zu ihm und sprach von ganzem Herzen:
9:1 Gott meiner Vter und Herr des Erbarmens, der du alle Dinge durch dein Wort geschaffen
9:2 und den Menschen durch deine Weisheit bereitet hast, damit er herrschen soll ber die Geschpfe, die von dir gemacht wurden,
9:3 und die Welt in Heiligkeit und Gerechtigkeit regieren und mit aufrichtigem Herzen Gericht halten soll:
9:4 gib mir die Weisheit, die bei dir auf deinem Thron sitzt, und verwirf mich nicht aus der Schar deiner Kinder.
9:5 Denn ich bin dein Knecht und der Sohn deiner Magd, ein schwacher Mensch, der nur ein kurzes Leben hat und dem es an Einsicht fehlt fr Recht und Gesetz.
9:6 Denn selbst wenn einer unter den Menschenkindern vollkommen wre, so wird er doch nichts gelten, wenn ihm die Weisheit fehlt, die von dir kommt.
9:7 Du hast mich erwhlt zum Knig ber dein Volk und zum Richter ber deine Shne und Tchter;
9:8 du gebotest mir, einen Tempel zu bauen auf deinem heiligen Berge und in der Stadt, in der du wohnst, einen Altar, ein Abbild des heiligen Zeltes, das du schon von Anfang an bereitet hast.
9:9 Und bei dir ist die Weisheit, die deine Werke kennt und die dabei war, als du die Welt schufst, und die wei, was dir wohlgefllig ist und was recht ist nach deinen Geboten.
9:10 Schick sie herab von deinem heiligen Himmel, und sende sie von dem Thron deiner Herrlichkeit, damit sie mir ttig zur Seite stehe, so da ich erkenne, was dir wohlgefllt;
9:11 denn sie wei und versteht alles und wird mich mit Besonnenheit leiten bei meinen Werken und mich behten in ihrer Herrlichkeit.
9:12 Dann werden meine Werke angenehm sein, und ich werde dein Volk gerecht richten und des Thrones meines Vaters wrdig sein.
9:13 Denn welcher Mensch erkennt den Ratschlu Gottes? Oder wer kann ergrnden, was der Herr will?
9:14 Denn die Gedanken der sterblichen Menschen sind armselig und unsre Vorstze hinfllig.
9:15 Denn der vergngliche Leib beschwert die Seele, und die irdische Htte drckt den viel berlegenden Geist nieder.
9:16 Wir erfassen kaum, was auf Erden ist, und begreifen nur schwer, was wir in Hnden haben. Was aber im Himmel ist, wer hat es erforscht?
9:17 Und wer hat deinen Ratschlu erkannt? Es sei denn, du hast Weisheit gegeben und deinen heiligen Geist aus der Hhe gesandt.
9:18 Und so wurden die Erdenbewohner auf den rechten Weg gebracht und die Menschen in dem unterwiesen, was dir gefllt,
9:19 und durch die Weisheit errettet.
10:1 Die Weisheit behtete den Ersterschaffenen, den Vater der Welt, als er noch als einziger geschaffen war,
10:2 und errettete ihn aus seinem Fall und gab ihm Kraft, ber alles zu herrschen.
10:3 Als aber ein Ungerechter in seinem Zorn von ihr abfiel, ging er in brudermrderischem Grimm zugrunde.
10:4 Als die Erde seinetwegen von der Sintflut berschwemmt wurde, rettete die Weisheit sie wieder, indem sie den Gerechten auf einem geringen Holz hindurchsteuerte.
10:5 Sie erwhlte den Gerechten, als die Vlker ihrer einhelligen Bosheit wegen verwirrt worden waren, und bewahrte ihn, so da er vor Gott untadelig blieb, und lie ihn fest bleiben gegenber dem Erbarmen mit seinem Sohn.
10:6 Die Weisheit rettete den Gerechten, als er beim Untergang der Gottlosen vor dem Feuer floh, das auf die fnf Stdte herabfiel;
10:7 von ihrer Bosheit ist als Zeugnis noch rauchendes und des Land vorhanden und Gewchse, die zur Unzeit Frucht bringen, und eine Salzsule, die dasteht als Denkmal einer unglubigen Seele.
10:8 Denn die, die an der Weisheit vorbeigingen, schadeten nicht nur sich selbst dadurch, da sie das Gute nicht erkannten, sondern hinterlieen der Welt auch ein Denkmal ihrer Torheit, damit sie nicht verborgen bleiben knnten in ihrem Irrtum.
10:9 Die Weisheit aber errettete die aus allen Nten, die ihr dienen.
10:10 Sie leitete den Gerechten, der vor dem Zorn seines Bruders fliehen mute, auf geraden Wegen; sie zeigte ihm das Reich Gottes und gab ihm zu erkennen, was heilig ist; sie lie es ihm wohlgehen in seinem mhevollen Dienst und mehrte den Ertrag seiner Arbeit.
10:11 Sie stand ihm bei gegenber denen, die strker waren und ihn bervorteilten, und machte ihn reich;
10:12 sie bewahrte ihn vor seinen Feinden und beschtzte ihn vor denen, die ihm nachstellten; sie entschied einen schweren Kampf fr ihn, damit er erkannte, da die Frmmigkeit mchtiger ist als alles.
10:13 Die Weisheit lie den Gerechten nicht im Stich, als er verkauft wurde, sondern behtete ihn vor der Snde; sie stieg mit ihm hinab in die Grube
10:14 und verlie ihn nicht, als er in Fesseln lag, bis sie ihm das Zepter des Knigreichs brachte und Macht ber die, die ihm Gewalt angetan hatten; sie erwies die als Lgner, die ihn geschmht hatten, und gab ihm ewigen Ruhm.
10:15 Die Weisheit rettete das heilige Volk und die untadelige Nachkommenschaft vor dem Volk, das sie bedrckte.
10:16 Sie ging ein in die Seele des Dieners des Herrn und widerstand den grausamen Knigen durch Wunder und Zeichen.
10:17 Sie belohnte die Heiligen fr ihre Mhe und leitete sie auf wunderbarem Wege und war ihnen am Tage ein Schutz und bei Nacht ein Sternenlicht.
10:18 Sie fhrte sie durchs Rote Meer und leitete sie durch groe Wasser;
10:19 aber ihre Feinde ersufte sie und warf sie wieder herauf aus der Tiefe des Abgrunds.
10:20 Darum nahmen die Gerechten den Gottlosen ihre Waffen ab und priesen, Herr, deinen heiligen Namen und lobten einmtig deine Hand, die fr sie stritt.
10:21 Denn die Weisheit ffnete den Mund der Stummen und machte die Sprache der Unmndigen verstndlich.
11:1 Sie lie ihre Werke gelingen durch einen heiligen Propheten.
11:2 Die Israeliten zogen durch eine unbewohnte Wste und schlugen ihre Zelte auf in der Einde,
11:3 sie widerstanden ihren Feinden und erwehrten sich ihrer Widersacher.
11:4 Als es sie drstete, riefen sie dich an, und ihnen wurde Wasser gegeben aus schroffem Fels, und sie lschten den Durst aus hartem Stein.
11:5 Denn wodurch ihre Feinde bestraft wurden, eben dadurch geschah ihnen Gutes, als sie Not litten.
11:6 Jene nmlich bestraftest du fr den Befehl, die Kinder zu tten, dadurch, da du das immerflieende Wasser des Nils mit Blut vermischtest;
11:7 ihnen aber gabst du ganz unerwartet reichlich Wasser,
11:8 nachdem du ihnen vorher durch ihren Durst gezeigt hattest, wie du die Widersacher bestrafst.
11:9 Denn als sie zwar versucht, dabei aber nur mit Gnaden gezchtigt worden waren, erkannten sie, wie die Gottlosen im Zorn gerichtet und geqult wurden.
11:10 Denn du hast sie wie ein Vater zurechtgewiesen und geprft, jene aber wie ein strenger Knig verhrt und verdammt.
11:11 Und es wurden die, die dabei waren, wie die, die nicht dabei waren, in gleicher Weise geplagt.
11:12 Denn es kam doppeltes Leid ber sie und Seufzen, wenn sie an das Vergangene dachten.
11:13 Denn als sie hrten, da jenen Gutes durch das geschah, wodurch sie selbst bestraft worden waren, sprten sie das Walten des Herrn.
11:14 Denn den sie einst ausgesetzt und ins Wasser geworfen und spter verspottet und abgewiesen hatten, ber den muten sie staunen, als es am Ende so ausging, whrend sie selbst ganz anders als die Gerechten Durst gelitten hatten.
11:15 Zur Strafe fr die trichten Gedanken, die aus ihrer Ungerechtigkeit kamen und durch die sie verfhrt wurden, unvernnftiges Gewrm und Ungeziefer anzubeten, sandtest du unter sie eine Menge unvernnftiger Tiere,
11:16 damit sie erkennen sollten: womit jemand sndigt, damit wird er auch bestraft.
11:17 Denn deiner allmchtigen Hand, die die Welt aus ungestaltetem Stoff geschaffen hat, fehlte es nicht an Macht, ber sie eine Menge von Bren kommen zu lassen oder mutige Lwen
11:18 oder neugeschaffene, grimmige unbekannte Tiere, die Feuer speien oder stinkenden Rauch schnauben oder schreckliche Funken aus den Augen blitzen lieen
11:19 und die ihnen nicht nur durch Verletzungen Verderben bringen, sondern sie auch mit ihrem furchtbaren Anblick vllig vernichten knnen.
11:20 Aber sie knnten auch ohne dies alles durch einen einzigen Hauch fallen, verfolgt von der strafenden Gerechtigkeit und weggerafft von dem Hauch deiner Macht.
11:21 Aber du hast alles nach Ma, Zahl und Gewicht geordnet. Denn deine Kraft gewaltig zu erweisen ist dir allezeit mglich, und wer kann der Macht deines Arms widerstehen?
11:22 Denn die ganze Welt ist vor dir wie ein Stublein an der Waage und wie ein Tropfen des Morgentaus, der auf die Erde fllt.
11:23 Aber du erbarmst dich ber alle; denn du kannst alles, und du bersiehst die Snden der Menschen, damit sie sich bessern sollen.
11:24 Denn du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von dem, was du gemacht hast; denn du hast ja nichts bereitet, gegen das du Ha gehabt httest.
11:25 Wie knnte etwas bleiben, wenn du nicht wolltest? Oder wie knnte erhalten werden, was du nicht gerufen httest?
11:26 Du schonst aber alles; denn es gehrt dir, Herr, du Freund des Lebens,
12:1 und dein unvergnglicher Geist ist in allem.
12:2 Darum bestrafst du die, die fallen, nur leicht und warnst sie, indem du sie an ihre Snden erinnerst, damit sie von ihrer Schlechtigkeit loskommen und an dich, Herr, glauben.
12:3 Denn als du den frheren Bewohnern deines heiligen Landes feind warst,
12:4 weil sie die widerwrtigsten Dinge trieben, Zauberei und gottlose Weihen,
12:5 wolltest du durch die Hnde unsrer Vter die vertilgen, die unbarmherzige Mrder ihrer Kinder waren
12:6 und die sich zu Opfermahlen von Menschenfleisch zusammentaten und die sich mit Blut weihten in einer Opfergemeinde und die als Eltern ihre hilflosen Kinder mit eigner Hand tteten,
12:7 damit das Land, das dir von allen das liebste ist, als wrdige Bewohner die Kinder Gottes aufnehmen knnte.
12:8 Dennoch schontest du sie, weil auch sie Menschen waren, und sandtest deinem Heer Hornissen voraus, damit sie sie nur nach und nach vertilgen sollten.
12:9 Es war dir zwar nicht unmglich, die Gottlosen in einer Schlacht den Gerechten zu unterwerfen oder durch schreckliche Tiere oder durch ein hartes Wort auf einmal zu zerschmettern;
12:10 aber du richtetest sie nur nach und nach und gabst ihnen so Gelegenheit zur Bue, obgleich du wohl wutest, da ihr Ursprung bse und ihre Schlechtigkeit angeboren war und da sich ihr Sinn niemals mehr ndern wrde.
12:11 Denn sie waren ein verfluchtes Geschlecht von Anfang an. So hast du auch nicht darum, weil du jemand gescheut httest, ihre Snden unbestraft gelassen.
12:12 Denn wer darf zu dir sagen: Was tust du? Oder wer kann deinem Gericht widerstehen? Oder wer darf dich beschuldigen wegen des Untergangs von Vlkern, die du geschaffen hast? Oder wer darf kommen und vor dich hintreten als Verteidiger fr ungerechte Menschen?
12:13 Denn es gibt auer dir keinen Gott, der fr alle sorgte, so da du beweisen mtest, da du nicht ungerecht richtest.
12:14 Es kann dir auch weder ein Knig noch ein Tyrann die Stirn bieten um derer willen, die du bestrafst.
12:15 Weil du aber gerecht bist, so regierst du alle Dinge gerecht und siehst es als deiner Majestt nicht wrdig an, jemand zu verdammen, der die Strafe nicht verdient hat.
12:16 Denn deine Strke ist der Ursprung der Gerechtigkeit, und weil du ber alle Herr bist, so verschonst du auch alle.
12:17 Denn an denen, die an die Vollkommenheit deiner Macht nicht glauben, beweist du deine Strke, und an denen, die davon wissen, bestrafst du ihren bermut.
12:18 Du aber, der du Herr bist ber die Strke, richtest mit Milde und regierst uns mit viel Verschonen; denn du vermagst alles, wenn du willst.
12:19 Dein Volk aber lehrst du durch solche Werke, da der Gerechte menschenfreundlich sein soll, und deine Shne lt du voll guter Zuversicht sein, da du ihnen fr die Snden Gelegenheit zur Bue gibst.
12:20 Denn wenn du die Feinde deiner Kinder und die, die des Todes schuldig waren, mit solcher Vorsicht und Schonung bestraft und ihnen Zeit und Gelegenheit gegeben hast, von ihrer Schlechtigkeit zu lassen:
12:21 mit wieviel grerer Sorgfalt richtest du deine Shne, deren Vtern du Eid und Bund voll guter Verheiungen gegeben hast!
12:22 Whrend du also uns erziehst, plagst du unsre Feinde tausendfach, damit wir deine Gte bedenken, wenn wir richten, und auf deine Barmherzigkeit trauen, wenn wir gerichtet werden.
12:23 Daher qultest du auch die Ungerechten, die ein unverstndiges Leben fhrten, mit ihren eignen Gtzen.
12:24 Denn sie waren so weit auf Irrwege geraten, da sie, betrogen wie unverstndige Kinder, die Tiere fr Gtter hielten, die unter den verabscheuten Tieren die verchtlichsten sind.
12:25 Darum hast du ihnen wie unvernnftigen Kindern eine Strafe geschickt, die sie zum Gesptt machte.
12:26 Die sich aber durch Spott und Strafe nicht warnen lassen, werden das verdiente Gericht Gottes erfahren.
12:27 Denn sie wurden eben durch die geqult, die sie fr Gtter hielten, und als sie unter ihnen litten, rgerten sie sich ber sie und erkannten nun deutlich den als den wahren Gott, den sie vorher nicht erkennen wollten; darum kam auch das uerste an Strafe ber sie.
13:1 Es sind von Natur alle Menschen nichtig, die von Gott nichts wissen und an den sichtbaren Gtern den, der wirklich Gott ist, nicht zu erkennen vermgen und die, obwohl sie auf seine Werke achten, nicht begreifen, wer der Meister ist,
13:2 sondern das Feuer oder den Wind oder die flchtige Luft oder die Sterne oder mchtige Wasser oder die Lichter am Himmel fr Gtter halten, die die Welt regieren.
13:3 Wenn sie aber an ihrer Schnheit sich freuten und sie darum fr Gtter hielten, htten sie wissen sollen, um wieviel herrlicher der ist, der ber das alles der Herr ist. Denn der aller Schnheit Meister ist, hat das alles geschaffen.
13:4 Wenn sie aber schon ber ihre Macht und Kraft staunten, htten sie merken sollen, um wieviel mchtiger der ist, der das alles bereitet hat.
13:5 Denn es wird an der Gre und Schnheit der Geschpfe ihr Schpfer wie in einem Bild erkannt.
13:6 Trotzdem sind sie nicht zu sehr zu tadeln; denn sie irren vielleicht und suchen doch Gott und htten ihn gern gefunden.
13:7 Denn sie gehen zwar mit seinen Werken um und erforschen sie, aber sie lassen sich durch das, was vor Augen ist, gefangen nehmen, weil so schn ist, was man sieht.
13:8 Doch sind sie damit nicht entschuldigt.
13:9 Denn wenn sie so viel zu erkennen vermochten, da sie die Welt durchdringen konnten, warum haben sie nicht viel eher den Herrn ber das alles gefunden?
13:10 Aber die sind unglckselig und setzen ihre Hoffnung auf tote Dinge, die Werke von Menschenhand als Gtter anrufen, Gold und Silber, kunstvoll verarbeitet, und Abbilder von Tieren oder unntze Steine, behauen in alter Zeit.
13:11 Oder es sgt ein Holzschnitzer ein handliches Stck Holz heraus, schabt geschickt seine ganze Rinde ringsum ab, bearbeitet es kunstgerecht und macht daraus ein Gert, das fr den Gebrauch im Leben ntzlich ist.
13:12 Die Abflle von solcher Arbeit aber verbraucht er, um Speise zu kochen und sich zu sttigen.
13:13 Ein Stck Abfall aber, das zu nichts taugt, ein krummes, mit sten durchwachsenes Stck Holz nimmt er und schnitzt es mit Sorgfalt, wenn er Mue hat, und gestaltet es mit Geschick, wenn er Ruhe hat, und macht's dem Bild eines Menschen oder einem gewhnlichen Tier gleich.
13:14 Er bemalt es mit roter Farbe und frbt mit Schminke seine Oberflche rot, und wo ein Flecken daran ist, bermalt er ihn.
13:15 Und er macht ihm ein Haus, das seiner wrdig ist, und bringt es an der Wand an und befestigt es mit einem Stck Eisen.
13:16 Er sorgt dafr, da es nicht umfllt; denn er wei, da es sich selber nicht helfen kann, denn es ist ein Bild und bedarf der Hilfe.
13:17 Aber wenn er betet fr sein Hab und Gut, fr seine Ehe und fr seine Kinder, schmt er sich nicht, mit etwas Leblosem zu reden.
13:18 Er ruft das Schwache um Gesundheit an, bittet das Tote um Leben, fleht zu dem Unfhigsten um Hilfe und zu dem um glckliche Reise, was nicht einmal den Fu gebrauchen kann;
13:19 und fr sein Geschft und sein Gewerbe und das Glck seiner Hnde ruft er das um Kraft an, dessen Hnde ganz kraftlos sind.
14:1 Ebenso tut der, der sich einschiffen will und durch wilde Fluten zu fahren gedenkt und ein Holz anruft, das viel morscher ist als das Schiff, auf dem er fhrt.
14:2 Denn es ist erfunden worden, um Handel zu treiben, und die Knstlerin Weisheit hat es gebaut.
14:3 Aber deine Vorsehung, Vater, steuert es hindurch; denn du gibst auch im Meer Wege und mitten in den Wellen sichere Fahrt
14:4 und zeigst dadurch, wie du aus aller Not zu retten vermagst, damit man ein Schiff besteigen kann, auch ohne die Kunst des Seemanns zu verstehen.
14:5 Du willst aber, da nicht ungenutzt bleibt, was du durch deine Weisheit geschaffen hast. Deshalb vertrauen die Menschen ihr Leben auch ganz geringem Holz an und werden auf einem Flo gerettet, wenn sie durch die Meereswellen fahren.
14:6 Denn auch vor alters, als die hochmtigen Riesen umkamen, flchteten die, an denen die Hoffnung der Welt hing, auf ein Flo, das deine Hand lenkte, und hinterlieen so der Welt die Stammeltern fr ein neues Geschlecht.
14:7 Denn ein solches Holz, das einer gerechten Sache dient, soll gesegnet sein;
14:8 aber verflucht soll das sein, was mit Hnden geschnitzt ist, wie auch der, der es schnitzte; dieser, weil er's machte, jenes, weil es Gott genannt wird, obwohl es doch vergnglich ist.
14:9 Denn Gott sind beide gleich verhat, der Gottlose und sein gottloses Werk;
14:10 denn das Werk wird samt dem Meister bestraft werden.
14:11 Darum werden auch die Gtzen der Heiden heimgesucht; denn sie sind in der Schpfung Gottes zum Greuel und zum rgernis fr die Seelen der Menschen geworden und zum Fallstrick fr die Fe der Unverstndigen.
14:12 Denn Gtzenbilder zu ersinnen ist der Anfang der Hurerei, und sie zu erfinden ist des Lebens Verderben.
14:13 Von Anfang an sind sie nicht gewesen und werden auch nicht ewig bleiben;
14:14 sondern durch eitlen Wahn der Menschen sind sie in die Welt gekommen, und darum ist ihnen auch ein schnelles Ende zugedacht.
14:15 Denn als ein Vater ber seinen Sohn, der ihm allzu frh genommen wurde, Leid und Schmerzen trug, lie er ein Bild machen und verehrte den, der lngst tot war, jetzt als Gott und stiftete fr die Seinen geheime Gottesdienste und Feiern.
14:16 Danach festigte sich mit der Zeit solch gottloser Brauch und wurde wie ein Gesetz gehalten. Auch mute man Bilder verehren auf das Gebot der Tyrannen hin.
14:17 Die Leute konnten sie nicht von Angesicht zu Angesicht ehren, weil sie zu ferne wohnten, und machten sich aus der Ferne eine Vorstellung von ihrem Aussehen und fertigten ein sichtbares Bild des Knigs an, den sie ehren wollten, damit sie durch ihren Eifer dem Abwesenden schmeichelten, als ob er anwesend wre.
14:18 Damit er noch mehr verehrt wrde, lockte der Ehrgeiz der Knstler auch die an, die ihn nicht kannten.
14:19 Denn der, der vielleicht dem Frsten gefallen wollte, machte das Bild durch seine Kunst so, da es nicht nur hnlich, sondern auch schn aussah.
14:20 Die Menge aber, die von der Anmut des Werkes angezogen wurde, hielt jetzt den fr einen Gott, der kurz zuvor nur als Mensch geehrt worden war.
14:21 Dies wurde zu einer Gefahr fr das Leben: wenn den Leuten etwas Schlimmes zugestoen war oder wenn sie den Tyrannen dienen muten, gaben sie den Steinen und dem Holz den Namen, der keinem andern gebhrt.
14:22 Sodann lieen sie sich nicht daran gengen, da sie in der Erkenntnis Gottes irrten, sondern, obwohl sie in ihrer Unwissenheit wie im Kriege lebten, nannten sie das auch noch Frieden.
14:23 Denn entweder tten sie ihre Kinder zum Opfer oder kommen zu Gottesdiensten zusammen, die sie geheimhalten mssen, oder feiern wilde Gelage nach absonderlichen Satzungen
14:24 und halten so weder ihren Wandel noch ihre Ehen rein, sondern einer ttet den andern mit List oder krnkt ihn durch Ehebruch;
14:25 und berall herrschen ohne Unterschied Blutvergieen, Mord, Diebstahl, Betrug, Schndung, Untreue, Streit, Meineid, Beunruhigung der Guten,
14:26 Undank, Befleckung der Seelen, widernatrliche Unzucht, Zerrttung der Ehen, Ehebruch und Ausschweifungen.
14:27 Denn den namenlosen Gtzen zu dienen, das ist Anfang, Ursache und Ende alles Bsen.
14:28 Feiern sie ein Fest, so geraten sie in Raserei; weissagen sie, so ist's lauter Lge. Sie leben nicht recht und schwren leichtfertig falsche Eide.
14:29 Denn weil sie an leblose Gtzen glauben, frchten sie keinen Schaden, wenn sie falsch schwren.
14:30 Doch wird fr beides gerechte Strafe ber sie kommen: dafr, da sie nicht recht von Gott denken, weil sie sich zu den Gtzen halten, und dafr, da sie unrecht und falsch schwren und Frmmigkeit verachten.
14:31 Denn ber die Bosheit der Ungerechten kommt nicht die Macht derer, bei denen sie schwren, sondern immer die Strafe, die sie mit ihrem Sndigen verdienen.
15:1 Aber du, unser Gott, bist freundlich und treu und geduldig und regierst alles mit Barmherzigkeit.
15:2 Wenn wir auch sndigen, gehren wir doch dir und kennen deine Macht. Weil wir aber wissen, da wir dir angehren, sndigen wir nicht.
15:3 Denn dich kennen ist vollkommene Gerechtigkeit, und von deiner Macht wissen ist die Wurzel der Unsterblichkeit.
15:4 Denn uns verfhren nicht die arglistigen Einflle der Menschen noch die unntze Arbeit der Maler, nmlich eine Gestalt, die mit mancherlei Farbe beschmiert ist,
15:5 deren Anblick die Unverstndigen reizt, so da sie Verlangen haben nach dem leblosen und toten Bild.
15:6 Denn die es anfertigen und die danach verlangen und die es verehren, lieben das Bse und sind dessen wert, worauf sie hoffen.
15:7 Denn auch ein Tpfer, der den weichen Ton mhevoll knetet, macht jedes Gef zu unserm Gebrauch. Er macht aber aus demselben Ton Gefe, die zu sauberen Zwecken dienen, und andere zu gegenteiligen Zwecken, alle in gleicher Weise. Wozu aber jedes einzelne von den Gefen dann gebraucht wird, darber entscheidet der Tpfer.
15:8 Aber es ist ein bses Werk, wenn er aus demselben Ton einen nichtigen Gott macht, wo er doch selbst nicht lange zuvor aus Erde geschaffen worden ist und nach kurzer Zeit wieder dahinfhrt, von wo er genommen worden ist, wenn die anvertraute Gabe der Seele zurckgefordert wird.
15:9 Aber das macht ihm keine Sorge, da er davon mu und da er ein kurzes Leben hat, sondern er wetteifert mit den Gold- und Silberschmieden und ahmt die Erzgieer nach und hlt es fr eine Ehre, Trugbilder zu machen.
15:10 Die Gedanken seines Herzens sind wie Asche, und seine Hoffnung ist geringer als Erde und sein Leben verchtlicher als Ton,
15:11 weil er den nicht kennt, der ihn geschaffen und der ihm die wirkende Seele eingehaucht und den lebendigen Geist eingeblasen hat;
15:12 er hlt vielmehr unser menschliches Leben fr ein Spiel und unser menschliches Treiben fr einen Jahrmarkt; denn er gibt vor, man msse berall Gewinn suchen, auch aus bsen Dingen.
15:13 Solch einer wei besser als alle andern, da er sndigt, wenn er zerbrechliche Gefe und Bilder aus irdischem Stoff schafft.
15:14 Alle aber sind sie trichter und elender als ein kleines Kind - nmlich die Feinde deines Volks, die es unterdrcken -,
15:15 da sie alle Gtzenbilder der Heiden fr Gtter halten, die mit ihren Augen nicht sehen, mit ihren Nasen nicht Luft holen, mit ihren Ohren nicht hren, mit ihren Fingern an den Hnden nicht fhlen knnen und deren Fe zu faul zum Gehen sind.
15:16 Denn ein Mensch hat sie gemacht, und einer, dem der Geist nur geliehen ist, hat sie gebildet.
15:17 Ein Mensch kann ja nicht einmal einen Gott machen, der wenigstens einem lebendigen Menschen gleich ist; sondern weil er sterblich ist, schafft er nur etwas Lebloses mit seinen ruchlosen Hnden. Denn er selbst ist ja besser als das, was er verehrt; denn er lebt doch, jenes aber nie.
15:18 Sie verehren sogar die feindseligsten Tiere, die, an ihrem Verstand gemessen, noch tiefer stehen als die andern.
15:19 Auch sind sie nicht schn wie andre Tiere, so da man an ihrem Anblick Gefallen haben knnte; vielmehr ist ihnen das Lob und der Segen Gottes verloren gegangen.
16:1 Darum wurden die gypter mit Recht durch solche Tiere geplagt und durch eine Menge Ungeziefer geqult.
16:2 Statt solcher Plage tatest du deinem Volk Gutes und bereitetest ihm, weil es danach Verlangen trug, eine wunderbare Speise, nmlich Wachteln, zur Nahrung;
16:3 so sollte den gyptern, wenn sie nach Nahrung verlangten, wegen des scheulichen Anblicks der Tiere, die ihnen gesandt wurden, die natrliche Lust am Essen vergehen; die Israeliten aber, die nur kurze Zeit Mangel litten, sollten eine wunderbare Speise empfangen.
16:4 Denn es sollte ber die, die so tyrannisch handelten, ein unabwendbarer Mangel kommen; diesen aber sollte nur gezeigt werden, wie ihre Feinde geqult wurden.
16:5 Es kamen zwar ber die Israeliten auch bse, zornige Tiere, und sie wurden gebissen und vernichtet durch die sich krmmenden Schlangen.
16:6 Doch blieb dein Zorn nicht bis zum Ende, vielmehr wurden sie nur kurze Zeit zur Warnung erschreckt und erhielten ein rettendes Zeichen, damit sie an das Gebot deines Gesetzes denken sollten.
16:7 Denn die sich zu diesem Zeichen hinwandten, die wurden errettet, nicht durch das, was sie anschauten, sondern durch dich, den Heiland aller Menschen.
16:8 Und damit bewiesest du unsern Feinden, da du es bist, der aus allem Unheil erlsen kann.
16:9 Denn ber die gypter kam durch Heuschrecken und Fliegen Tod und Verderben, und sie konnten keine Hilfe fr ihr Leben finden; denn sie hatten's verdient, von solchen Tieren geplagt zu werden.
16:10 Aber deinen Kindern konnten auch die Zhne der giftigen Drachen nicht schaden; denn deine Barmherzigkeit trat dazwischen und machte sie gesund.
16:11 Denn sie wurden dadurch angestachelt, an deine Worte zu denken, und wurden schnell wieder geheilt, damit sie nicht in tiefes Vergessen versinken, sondern deinen Wohltaten zugewandt bleiben sollten.
16:12 Denn es heilte sie weder Kraut noch Pflaster, sondern dein Wort, Herr, das alles heilt.
16:13 Denn du hast Gewalt ber Leben und Tod; und du fhrst hinunter zu den Pforten des Totenreichs und fhrst wieder herauf.
16:14 Wenn aber ein Mensch in seiner Bosheit jemanden ttet, so kann er den entflohenen Geist nicht zurckholen und die hingeraffte Seele nicht wieder befreien.
16:15 Aber unmglich ist's, deiner Hand zu entfliehen.
16:16 Denn die Gottlosen, die dich nicht kennen wollten, sind durch deinen mchtigen Arm gegeielt worden, als sie durch ungewhnliche Regengsse, Hagelschlge und Unwetter, denen sie nicht entgehen konnten, verfolgt und vom Feuer verzehrt wurden.
16:17 Und das war das Verwunderlichste, da das Feuer noch strker im Wasser brannte, das doch sonst alles auslscht. Denn die Schpfung streitet fr die Gerechten.
16:18 Zuweilen nmlich brannte die Flamme schwcher, um nicht die Tiere zu verbrennen, die gegen die Gottlosen geschickt worden waren; sie sollten ja sehen und erkennen, da sie von Gottes Gericht so bedrngt wurden.
16:19 Zuweilen aber brannte die Flamme im Wasser strker als sonst, um die Frchte des ungerechten Landes zu verderben.
16:20 Dagegen nhrtest du dein Volk mit Engelspeise, und unermdlich gewhrtest du ihnen Brot vom Himmel, das ihnen Genu bereitete und jedem nach seinem Geschmack war.
16:21 Denn deine Gabe machte offenbar, wie freundlich du zu deinen Kindern bist. Denn jedem, der davon a, verwandelte sie sich nach seinem Verlangen in das, was er gern wollte.
16:22 Schnee und Eis hielten das Feuer aus und schmolzen nicht, damit man erkennen sollte, wie die Frchte der Feinde vom Feuer vernichtet wurden, das im Hagel brannte und in den Regengssen aufblitzte,
16:23 und wie dasselbe Feuer seine eigne Kraft vergessen mute, damit die Gerechten sich nhren konnten.
16:24 Denn die Schpfung, die dir als dem Schpfer dient, steigert ihre Krfte, um die Ungerechten zu bestrafen, und mindert sie, um denen wohlzutun, die dir vertrauen.
16:25 Darum lie sie sich auch damals in mancherlei verwandeln und diente damit dir, der mit seinen Gaben alle nhrt, nach dem Wunsch und der Bitte eines jeden,
16:26 damit deine Kinder, die du, Herr, lieb hast, lernen, da nicht die verschiedenen Frchte den Menschen ernhren, sondern da dein Wort die erhlt, die an dich glauben.
16:27 Denn das, was vom Feuer nicht verzehrt wurde, zerschmolz, sobald es von einem flchtigen Strahl der Sonne erwrmt wurde,
16:28 damit deutlich wrde, da man, ehe die Sonne aufgeht, dir danken soll und vor dich treten, wenn es hell wird.
16:29 Denn die Hoffnung des Undankbaren wird wie Reif und Frost vergehen und wie unntzes Wasser wegflieen.
17:1 Gro und unaussprechbar sind deine Gerichte, Herr; darum gingen auch die Unbelehrbaren in die Irre.
17:2 Denn als die Ungerechten meinten, das heilige Volk unterdrcken zu knnen, wurden sie Gebundene der Finsternis und Gefangene einer langen Nacht und lagen eingeschlossen unter ihren Dchern, auf der Flucht vor der ewigen Vorsehung.
17:3 Denn als sie meinten, sie knnten sich bei ihren verborgenen Snden verstecken unter der dunklen Decke der Vergessenheit, wurden sie zerstreut, furchtbar erschreckt und durch Gespenster gengstigt.
17:4 Denn auch der versteckte Winkel, in dem sie waren, konnte sie nicht vor der Furcht bewahren: Getse war um sie her, das sie erschreckte, und greuliche Gestalten mit dsteren Mienen erschienen ihnen.
17:5 Und die Macht des Feuers vermochte ihnen nicht zu leuchten, noch konnten die hellflammenden Sterne jene furchtbare Nacht licht machen.
17:6 Es erschien ihnen nur ein von selbst brennendes Feuer voller Schrecken. Wenn sie aber diese Erscheinung nicht mehr sahen, hielten sie in ihrem Entsetzen das, was sie gesehen hatten, fr schlimmer, als es war.
17:7 Auch das Gaukelwerk der Zauberkunst lag danieder, und das Pochen auf ihre Kunst wurde, wenn sie sich nun erweisen sollte, zum Spott.
17:8 Denn die versprochen hatten, Furcht und Schrecken von den kranken Seelen vertreiben zu knnen, wurden selbst krank vor lcherlicher Angst.
17:9 Denn wenn auch sonst nichts Schreckliches sie ngstigte, so wurden sie doch aufgescheucht durch das Vorbeilaufen wilder Tiere und durch das Zischen von Schlangen, und sie gingen zitternd zugrunde, weil sie sich sogar weigerten, die Luft auch nur anzusehen, die man doch nicht entbehren kann.
17:10 Denn die Bosheit, die von Natur aus feige ist, bezeugt selbst, da sie verdammt ist,
17:11 und vom Gewissen bedrckt, nimmt sie immer das Schlimmste an.
17:12 Denn Furcht ist nichts anderes, als da einer nicht wagt, sich von seinem Verstand helfen zu lassen.
17:13 Wenn aber die Hoffnung im Herzen zu schwach ist, hlt man die Ratlosigkeit fr schlimmer als die eigentliche Ursache der Plage.
17:14 In dieser wirklichen unentrinnbaren Nacht, die aus den Schlupfwinkeln des unentrinnbaren Totenreichs gekommen war, lagen alle im gleichen Schlaf:
17:15 die einen wurden bedrngt durch schreckliche Erscheinungen, die andern aber wurden dadurch gelhmt, da ihnen der Mut entsank. Denn es kam pltzlich und unversehens Furcht ber sie;
17:16 und so wurde, wer dort zusammenbrach, bewacht und eingeschlossen wie in einem Kerker ohne Eisen.
17:17 Ob es nun ein Bauer war oder ein Hirte oder ein Arbeiter, der sich in der Einsamkeit abmhte: er mute, pltzlich erfat, solch unvermeidliche Not tragen.
17:18 Denn sie waren alle zugleich mit ein und derselben Kette der Finsternis gefangen.
17:19 Ob etwa ein Wind pfiff oder die Vgel s sangen in den dichten Zweigen oder das Wasser gewaltig dahinscho oder die Felsen mit lautem Gepolter herabstrzten oder Tiere, die man nicht sehen konnte, vorbeisprangen oder die grausamen wilden Tiere heulten oder der Widerhall aus den Schluchten der Berge schallte: es erschreckte sie und machte sie verzagt.
17:20 Die ganze Welt hatte helles Licht und ging ungehindert ihren Geschften nach; nur ber die gypter hatte sich tiefe Nacht ausgebreitet, ein Bild der Finsternis, die ber sie kommen sollte; aber sie waren sich selbst noch mehr zur Last als die Finsternis.
18:1 Aber deine Heiligen hatten hellstes Licht, und die Feinde hrten zwar ihre Stimme, aber sahen ihre Gestalt nicht.
18:2 Und die gypter priesen sie selig, da sie nicht ebenso leiden muten, und dankten ihnen dafr, da sie, die vorher Unrecht erlitten hatten, ihnen jetzt keinen Schaden zufgten, und baten sie um Verzeihung, weil sie ihnen so feindlich gewesen waren.
18:3 Dagegen gabst du den Deinen eine feurige Sule, die ihnen den unbekannten Weg wies und ihnen eine unschdliche Sonne war auf jener ruhmvollen Wanderung.
18:4 Denn die gypter waren's auch wert, da sie des Lichts beraubt und in Finsternis gefangengehalten wurden, weil sie deine Kinder eingekerkert hielten, durch die der Welt das unvergngliche Licht des Gesetzes gegeben werden sollte.
18:5 Die gypter aber hatten beschlossen, die kleinen Kinder der Heiligen zu tten - aber nur eins von ihnen wurde ausgesetzt und dadurch gerettet -: da nahmst du ihnen zur Strafe die Menge ihrer Kinder weg und lieest sie alle zusammen umkommen in mchtigem Wasser.
18:6 Jene Nacht aber war unsern Vtern vorher angekndigt worden, damit ihnen die Verheiungen, an die sie glaubten, gewi wrden und sie darber frohen Mutes wren.
18:7 So wartete dein Volk auf das Heil der Gerechten und auf das Verderben der Feinde.
18:8 Denn womit du die Widersacher bestraftest, eben damit hast du uns zu dir gerufen und uns herrlich gemacht.
18:9 Denn im Verborgenen opferten die heiligen Kinder der Frommen und nahmen eintrchtig das gttliche Gesetz an, da die Heiligen in gleicher Weise an denselben Gtern und denselben Gefahren teilhaben sollten, nachdem sie vorher bereits die Lobgesnge der Vter angestimmt hatten.
18:10 Als Widerhall aber erscholl das wirre Geschrei der Feinde, und man hrte berall klgliches Weinen wegen ihrer Kinder.
18:11 Denn es erging gleiche Strafe ber Herr und Knecht, und der Knig mute ebenso wie der einfache Mann leiden.
18:12 So hatten sie alle zusammen unzhlige Tote, die den gleichen Tod gestorben waren, so da es nicht genug Lebende gab, um sie zu begraben; denn in einem einzigen Augenblick waren ihre edelsten Nachkommen dahingesunken.
18:13 Denn whrend sie vorher, durch ihre Zauberer verhindert, ganz unglubig waren, muten sie jetzt beim Untergang ihrer Erstgeborenen bekennen, da dies Volk Gottes Sohn ist.
18:14 Denn als alles still war und ruhte und eben Mitternacht war,
18:15 fuhr dein allmchtiges Wort vom Himmel herab, vom kniglichen Thron, ein harter Kriegsmann, mitten in das Land, das zugrunde gerichtet werden sollte.
18:16 Er trug ein scharfes Schwert, nmlich dein unerbittliches Gebot, und trat hin und erfllte alles mit Toten, und obwohl er auf der Erde stand, berhrte er doch den Himmel.
18:17 Da erschreckten sie pltzlich grauenhafte Trume, und unversehens kam Furcht ber sie,
18:18 und sie lagen halbtot da, der eine hier, der andre dort, und zeigten damit, aus welchem Grund sie sterben muten.
18:19 Denn die Trume, die sie erschreckten, hatten es ihnen vorher angezeigt, damit sie nicht zugrunde gingen, ohne zu wissen, warum sie so sehr geplagt wurden.
18:20 Aber auch die Gerechten muten die Anfechtung des Todes erfahren, und eine Menge wurde in der Wste dahingerafft. Aber der Zorn whrte nicht lange.
18:21 Denn eilends kam der untadelige Mann, der fr sie stritt, mit der Waffe seines Amts herbei, nmlich mit Gebet und shnendem Rucherwerk, und widerstand dem Zorn und machte dem Unheil ein Ende. Damit bewies er, da er dein Diener war.
18:22 Er berwand die Plage, nicht mit Krperkraft noch mit Waffengewalt, sondern mit dem Wort unterwarf er den Zchtiger, indem er an Gottes Eid und Bund mit den Vtern erinnerte.
18:23 Denn als schon die Toten haufenweise bereinanderlagen, trat er dazwischen und hielt den Zorn auf und schnitt ihm den Weg zu den Lebenden ab.
18:24 Denn auf seinem langen Gewand war die ganze Welt abgebildet, und die Ehrennamen der Vter waren in die vier Reihen der Steine eingegraben und deine Herrlichkeit auf dem Stirnband seines Haupts.
18:25 Davor mute der Verderber weichen, und davor mute er sich frchten; denn es war schon genug, da sie nur eine Probe des Zorns erfahren hatten.
19:1 Aber die Gottlosen berfiel der Zorn ohne Erbarmen bis zum Ende.
19:2 Denn Gott wute im voraus, was sie knftig tun wrden: da sie, nachdem sie den Israeliten erlaubt hatten wegzuziehen und sie eilig entlassen hatten, es bereuen und ihnen nachjagen wrden.
19:3 Denn als sie noch Leid trugen und an den Grbern der Toten klagten, verfielen sie auf ein anderes trichtes Vorhaben und verfolgten jetzt die als Flchtlinge, die sie eben mit flehentlichen Bitten fortgeschickt hatten.
19:4 Aber es mute so geschehen, damit sie zu einem solchen Ende kmen, wie sie es verdient hatten; und sie muten vergessen, was ihnen widerfahren war, damit sie noch die Strafe erlitten, die bisher an ihren Qualen gefehlt hatte,
19:5 und damit dein Volk seine wunderbare Wanderung erlebte, jene aber einen ungewhnlichen Tod fnden.
19:6 Denn die ganze Schpfung wurde in ihrer Eigenart wieder neugestaltet, um deinen Geboten zu dienen, damit deine Kinder unversehrt bewahrt blieben.
19:7 Da zeigte sich die Wolke und berschattete das Lager; wo vorher Wasser stand, sah man trockenes Land hervorkommen; da zeigte sich im Roten Meer ein Weg ohne Hindernis, und aus den mchtigen Fluten erhob sich ein grnes Feld.
19:8 Auf ihm zog das ganze Volk dahin, alle, die von deiner Hand beschirmt wurden, und dabei sahen sie wunderbare Wunder.
19:9 Sie gingen wie die Rosse auf der Weide und hpften wie die Lmmer und lobten dich, Herr, der sie erlst hatte.
19:10 Denn sie dachten noch daran, wie es ihnen in der Fremde ergangen war, wie anstatt der gewhnlichen Tiere die Erde Mcken hervorbrachte und der Flu anstatt der Fische eine Menge Frsche ausspie.
19:11 Danach aber sahen sie auch, wie eine neue Art Vgel entstand, als sie, von Gier getrieben, um leckere Speise baten.
19:12 Denn es kamen zu ihnen Wachteln aus dem Meer, um ihr Verlangen zu stillen.
19:13 Auch kamen die Strafen ber die Snder nicht ohne Zeichen, die vorher durch gewaltige Blitze geschahen; denn mit Recht litten sie um ihrer Bosheit willen, weil sie einen besonders schlimmen Ha gegen Fremde gezeigt hatten. Denn die Leute von Sodom hatten nur die Unbekannten, die zu ihnen kamen, nicht aufgenommen; diese aber zwangen die Gste, die ihnen Gutes getan hatten, zum Sklavendienst.
19:14 Und das nicht allein, sondern sie werden gewi auch fr das andere heimgesucht werden:
19:15 Denn jene empfingen die Fremden gleich feindselig, sie aber plagten mit schwerer Arbeit, die sie festlich aufgenommen und denen sie schon an ihren Rechten Anteil gewhrt hatten.
19:16 Sie wurden aber auch mit Blindheit geschlagen, so wie jene an der Tr des Gerechten, als sie von dichter Finsternis berfallen wurden und jeder den Zugang zu seiner Tr suchen mute.
19:17 Denn wie auf dem Psalter die Tne verschiedene Melodien hervorbringen, obwohl sie im Klang immer gleich bleiben, so tauschten die Elemente sich gegenseitig aus, wie man deutlich sehen kann, wenn man das Geschehene betrachtet.
19:18 Denn was auf dem Lande zu leben pflegt, das ging ins Wasser, und was im Wasser zu sein pflegt, stieg aufs Land.
19:19 Das Feuer wuchs im Wasser ber seine natrliche Kraft hinaus, und das Wasser verga seine Kraft zum Lschen.
19:20 Die Flammen dagegen verzehrten nicht das Fleisch der sterblichen Tiere, die darin umherliefen, und brachten nicht die himmlische Speise zum Schmelzen, die doch wie Eis leicht schmilzt.
19:21 Herr, du hast dein Volk in allem gro und herrlich gemacht und hast es nicht verachtet, sondern ihm allezeit und an allen Orten beigestanden.
1:1 Alle Weisheit kommt von Gott dem Herrn und ist bei ihm in Ewigkeit.
1:2 Wer kann sagen, wieviel Sand das Meer, wieviel Tropfen der Regen und wieviel Tage die Welt hat?
1:3 Wer kann erforschen, wie hoch der Himmel, wie breit die Erde, wie tief das Meer ist? Wer kann Gottes Weisheit ergrnden, die doch allem voraufgeht?
1:4 Denn seine Weisheit ist vor allem geschaffen; sein Verstand und seine Einsicht sind von Ewigkeit her.
1:5 Das Wort Gottes in der Hhe ist die Quelle der Weisheit, und sie verzweigt sich in die ewigen Gebote.
1:6 Wem sonst wre die Wurzel der Weisheit aufgedeckt, und wer knnte ihre geheimen Gedanken erkennen? -
1:7 Einer ist's, der Allerhchste, der Schpfer, allmchtig, ein gewaltiger Knig und sehr schrecklich,
1:8 der auf seinem Thron sitzt als Herrscher und Gott.
1:9 Er hat die Weisheit geschaffen durch seinen heiligen Geist; er hat sie gesehen, gezhlt und gemessen
1:10 und hat sie ausgeschttet ber alle seine Werke und ber alle Menschen nach seinem Gefallen und gibt sie denen, die ihn lieben.
1:11 Die Furcht des Herrn ist Ehre und Ruhm, Freude und eine schne Krone.
1:12 Die Furcht des Herrn macht das Herz frhlich und gibt Freude und Wonne und langes Leben.
1:13 Wer den Herrn frchtet, dem wird's am Ende gut gehen, und am Tage seines Todes wird er den Segen empfangen. -
1:14 Gott lieben, das ist die allerschnste Weisheit,
1:15 und wer sie erblickt, der liebt sie; denn er sieht, welch groe Wunder sie tut. -
1:16 Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang, und seinen Getreuen ist sie ins Herz gelegt. Sie geht einher mit den auserwhlten Frauen, und man findet sie bei den Gerechten und Glubigen.
1:17 Die Furcht des Herrn ist der rechte Gottesdienst;
1:18 der behtet und macht das Herz fromm und gibt Freude und Wonne.
1:19 Wer den Herrn frchtet, dem wird's gut gehen; und am Ende seines Lebens wird er gesegnet sein. -
1:20 Gott frchten schenkt Weisheit in Flle, und ihre Frchte machen satt.
1:21 Sie erfllt das ganze Haus mit ihren Gaben und die Scheunen mit ihren Schtzen. -
1:22 Die Furcht des Herrn ist eine Krone der Weisheit
1:23 und gibt reichen Frieden und Heil.
1:24 Diese Weisheit macht die Leute verstndig und klug; und wer an ihr festhlt, dem gibt sie hohe Ehren. -
1:25 Den Herrn frchten ist die Wurzel der Weisheit, und daraus erwchst langes Leben.
1:26 Die Furcht des Herrn vertreibt die Snde.
1:27 Denn wer ohne Furcht lebt, der gefllt Gott nicht; wenn sein Zorn aufwallt, mu er strzen.
1:28 Aber ein Langmtiger kann warten; es kommt die Zeit, in der ihm Freude erwchst.
1:29 Bis zur rechten Zeit unterdrckt er seine Worte;
1:30 dann aber werden viele seine Weisheit rhmen.
1:31 Aus dem Schatz der Weisheit kommen treffende Worte, aber dem Gottlosen ist Gottes Wort ein Greuel.
1:32 Mein Sohn, willst du weise werden, so halte die Gebote, dann wird dir Gott die Weisheit geben.
1:33 Denn die Furcht des Herrn ist die rechte Weisheit und Zucht; und Treue und Demut gefallen Gott gut. -
1:34 Sei nicht ungehorsam dem Gebot der Gottesfurcht, und diene Gott nicht mit falschem Herzen.
1:35 Suche nicht Ruhm bei den Leuten durch Heuchelei und achte darauf, was du redest.
1:36 berhebe dich nicht, damit du nicht fllst und zuschanden wirst
1:37 und der Herr deine geheimen Gedanken offenbart und dich ffentlich vor den Leuten strzt,
1:38 weil du Gott nicht in rechter Furcht gedient hast und dein Herz voller Falschheit gewesen ist.
2:1 Mein Kind, willst du Gottes Diener sein, so bereite dich auf Anfechtung vor.
2:2 Mache dein Herz bereit und steh fest und wanke nicht, wenn sie ber dich kommt.
2:3 Halt dich an Gott und weiche nicht, damit du am Ende erhht wirst.
2:4 Alles, was dir widerfhrt, das nimm auf dich, und sei geduldig bei jeder neuen Demtigung.
2:5 Denn wie das Gold durchs Feuer, so werden auch, die Gott gefallen, durchs Feuer der Trbsal erprobt. -
2:6 Vertraue Gott, so wird er sich deiner annehmen; geh gerade Wege und hoffe auf ihn!
2:7 Die ihr den Herrn frchtet, vertraut ihm, und euer Lohn wird nicht verloren gehen.
2:8 Die ihr den Herrn frchtet, hofft das Beste von ihm, hofft auf ewige Freude und Gnade.
2:9 Die ihr den Herrn frchtet, wartet auf seine Gnade und weicht nicht, damit ihr nicht zugrunde geht.
2:10 Blickt auf die frheren Geschlechter und besinnt euch:
2:11 Wer ist jemals zuschanden geworden, der auf den Herrn gehofft hat?
2:12 Wer ist jemals verlassen worden, der in der Furcht Gottes geblieben ist? Oder wer ist jemals von ihm bersehen worden, der ihn angerufen hat?
2:13 Denn der Herr ist gndig und barmherzig und vergibt Snden und hilft in der Not. -
2:14 Weh denen, die an Gott verzagen und nicht an ihm festhalten, und dem Gottlosen, der hin- und herschwankt!
2:15 Weh den Verzagten! denn sie glauben nicht; darum werden sie auch nicht beschirmt.
2:16 Weh denen, die die Geduld verloren haben:
2:17 wie wird es ihnen ergehen, wenn sie der Herr heimsucht? -
2:18 Die den Herrn frchten, glauben seinem Wort; und die ihn lieb haben, bleiben auf seinen Wegen.
2:19 Die den Herrn frchten, tun, was ihm gefllt;
2:20 und die ihn lieb haben, freuen sich an seinem Gesetz.
2:21 Die den Herrn frchten, machen ihr Herz bereit und demtigen sich vor ihm und sagen:
2:22 Wir wollen lieber in die Hnde des Herrn fallen als in die Hnde der Menschen;
2:23 denn seine Barmherzigkeit ist ja so gro, wie er selber ist.
3:1 Liebe Kinder, gehorcht der Weisung eures Vaters
3:2 und lebt nach ihr, damit es euch gut geht.
3:3 Denn der Herr will den Vater von den Kindern geehrt haben und das Recht der Mutter von den Shnen geachtet wissen.
3:4 Wer seinen Vater ehrt, macht damit Snden gut,
3:5 und wer seine Mutter ehrt, der sammelt sich einen bleibenden Schatz.
3:6 Wer seinen Vater ehrt, der wird auch Freude an seinen Kindern haben; und wenn er betet, so wird er erhrt.
3:7 Wer seinen Vater ehrt, der wird lnger leben; und wer dem Herrn gehorsam ist, an dem hat seine Mutter einen Trost.
3:8 Wer den Herrn frchtet, der ehrt auch den Vater und dient seinen Eltern, wie man Herrschern dient.
3:9 Ehre Vater und Mutter mit der Tat und mit Worten und mit aller Geduld,
3:10 damit ihr Segen ber dich kommt.
3:11 Denn der Segen des Vaters baut den Kindern Huser, aber der Fluch der Mutter reit sie nieder. -
3:12 Suche nicht Ehre auf Kosten deines Vaters, denn das ehrt dich nicht.
3:13 Denn den Vater ehren bringt dir selber Ehre, und deine Mutter verachten bringt dir selber Schande. -
3:14 Liebes Kind, nimm dich deines Vaters im Alter an, und betrbe ihn ja nicht, solange er lebt;
3:15 und habe Nachsicht mit ihm, selbst wenn er kindisch wird, und verachte ihn nicht im Gefhl deiner Kraft.
3:16 Denn was du deinem Vater Gutes getan hast, das wird nie mehr vergessen werden, sondern dir fr deine Snden zugute kommen.
3:17 Und in der Not wird an dich gedacht werden, und deine Snden werden vergehen wie das Eis vor der Sonne.
3:18 Wer seinen Vater verlt, der ist wie einer, der Gott lstert; und wer seine Mutter betrbt, der ist verflucht vom Herrn.
3:19 Liebes Kind, tu deine Arbeit in Demut; das ist besser als alles, wonach die Welt trachtet.
3:20 Je grer du bist, desto mehr demtige dich; so wirst du beim Herrn Gnade finden.
3:21 Denn gro ist allein die Majestt des Herrn, und von den Demtigen wird er gepriesen.
3:22 Strebe nicht nach dem, was zu hoch ist fr dich, und frage nicht nach dem, was deine Kraft bersteigt,
3:23 sondern was dir Gott befohlen hat, das halte dir immer vor Augen; denn es ntzt dir gar nichts, wenn du nach seinen vielen Werken gaffst.
3:24 Mit dem, was dich nichts angeht, gib dich nicht ab;
3:25 denn dir ist schon mehr gezeigt, als Menschenverstand fassen kann;
3:26 schon viele hat ihr Denken irregeleitet, und gefhrliche Vorstellungen haben sie gestrzt.
3:27 Wer sich in Gefahr begibt, der kommt darin um,
3:28 und ein starrkpfiger Mensch nimmt zuletzt ein schlimmes Ende.
3:29 Ein starrkpfiger Mensch macht es sich selber schwer, und der Snder huft Snde auf Snde.
3:30 Denn Hochmut tut niemals gut, und nichts als Unheil kann daraus erwachsen.
3:31 Ein vernnftiger Mensch lernt die Weisheit,
3:32 und wer sie lieb hat, der hrt aufmerksam zu.
3:33 Wie das Wasser ein brennendes Feuer lscht, so tilgt das Almosen die Snden.
3:34 Wer Wohltaten erweist, dem wird's Gott vergelten, der alles lenkt, und wenn er fllt, wird er eine Sttze finden.
4:1 Liebes Kind, la den Armen nicht Not leiden, und sei nicht hart gegen den Bedrftigen.
4:2 Verachte den Hungrigen nicht, und betrbe den Menschen nicht in seiner Armut.
4:3 Einem betrbten Herzen fge nicht noch mehr Leid zu, und la den Notleidenden auf deine Gabe nicht warten.
4:4 Die Bitte des Elenden schlage nicht ab, und wende dein Angesicht nicht weg von dem Armen.
4:5 Wende deine Augen nicht weg von dem Bittenden, und gib ihm keinen Anla, dir zu fluchen.
4:6 Denn der ihn gemacht hat, erhrt sein Gebet, wenn er mit bitterem Herzen dich verflucht.
4:7 Mach dich nicht unbeliebt in der Gemeinde, und vor einem Groen beuge dein Haupt.
4:8 Hre den Armen an, und antworte ihm freundlich auf seinen Gru.
4:9 Rette den, dem Gewalt geschieht, vor dem, der ihm Unrecht antut; und sei unerschrocken, wenn du ein Urteil sprechen sollst.
4:10 Sei zu den Waisen wie ein Vater, und tritt fr ihre Mutter ein, als wrst du ihr Mann,
4:11 dann wird der Hchste dich Sohn nennen, und er wird dich lieber haben, als dich deine Mutter hat.
4:12 Die Weisheit erhht ihre Kinder und nimmt die auf, die sie suchen.
4:13 Wer sie lieb hat, der hat das Leben lieb; und wer sie eifrig sucht, wird groe Freude haben.
4:14 Wer fest an ihr hlt, der wird groe Ehre erlangen; und wo er einkehrt, da segnet der Herr.
4:15 Wer ihr dient, der dient dem heiligen Gott; und wer sie lieb hat, den hat der Herr auch lieb.
4:16 Wer ihr gehorcht, der wird Vlker regieren; und wer sich zu ihr hlt, der wird sicher wohnen. -
4:17 Wenn er ihr vertraut, wird er sie erlangen; und auch seine Nachkommen werden sie besitzen.
4:18 Und wenn sie sich auch anfangs verstellt
4:19 und ihm angst und bange macht und ihn mit Strenge erzieht und ihn mit ihren Forderungen versucht, bis sie ihm vertrauen kann,
4:20 so wird sie doch dann wieder zu ihm kommen und sich nicht mehr verstellen und ihn erfreuen
4:21 und ihm ihre Geheimnisse offenbaren.
4:22 Wenn er aber abirrt, wird sie ihn verlassen und ihn dahingeben, so da er fallen mu.
4:23 Liebes Kind, tu nichts zu Unzeit, und hte dich vor Unrecht,
4:24 und um deines Heiles willen schme dich nicht, die Wahrheit zu sagen.
4:25 Denn man kann sich so schmen, da man in Snde gert, und man kann sich auch so schmen, da man Gnade und Ehre davon hat. -
4:26 Sieh nicht die Person an zum Schaden deiner Seele, und weiche nicht vom Recht dir zum Verderben.
4:27 Halt dein Wort nicht zurck,
4:28 wenn du andern damit helfen kannst;
4:29 denn im Wort gibt sich die Weisheit kund und Einsicht in dem, was die Zunge spricht. -
4:30 Widersprich nicht der Wahrheit, sondern dulde den Spott, wenn du die Sache nicht getroffen hast.
4:31 Schme dich nicht zu bekennen, wenn du gesndigt hast, sonst versuchst du vergeblich, den Lauf eines Stromes zu hemmen. -
4:32 Mach dich nicht zum Diener eines Narren und nimm auf einen Mchtigen keine Rcksicht,
4:33 sondern verteidige die Wahrheit bis in den Tod, so wird Gott der Herr fr dich streiten. -
4:34 Sei nicht wie die, die groe Worte machen, aber trge und lssig sind in ihren Taten.
4:35 Sei nicht wie ein Lwe in deinem Hause und kein Wterich gegen deine Hausgenossen. -
4:36 Deine Hand soll nicht offen sein, wenn's ums Nehmen geht, aber auch nicht geschlossen, wenn's ans Geben geht.
5:1 Warnung vor gefhrlicher Sicherheit Verla dich nicht auf deinen Reichtum und denke nicht: Ich habe genug fr mich. -
5:2 Folge deinem Begehren nicht, auch wenn du es knntest, und gehorche deinen Trieben nicht,
5:3 und denke nicht: Wer will mir's verwehren? Denn der Herr wird's zu strafen wissen.
5:4 Denke nicht: Ich habe schon oft gesndigt, und doch ist mir nichts Bses widerfahren. Denn der Herr ist zwar geduldig, aber er wird dich nicht unbestraft lassen.
5:5 Rechne nicht so fest auf Vergebung, da du darum Snde auf Snde hufst.
5:6 Denke auch nicht: Gott ist sehr barmherzig; er wird sich vershnen lassen, wenn ich auch noch so viel sndige.
5:7 Er kann sehr bald so zornig werden, wie er gndig ist; und sein Zorn ber die Gottlosen hrt nicht auf.
5:8 Darum zgere nicht, dich zum Herrn zu bekehren, und verschieb es nicht von einem Tag auf den andern;
5:9 denn sein Zorn kommt pltzlich; dann wird er vergelten und dich zugrunde richten. -
5:10 Auf unrechtes Gut verla dich nicht; denn es hilft dir nichts, wenn die Anfechtungen kommen werden.
5:11 La dich nicht treiben von jedem Wind, und folge nicht jedem Weg wie die doppelzngigen Snder,
5:12 sondern bleibe fest bei dem, was du erkannt hast, und rede nicht bald so, bald anders. -
5:13 Sei schnell bereit zum Hren und la dir Zeit, freundlich zu antworten.
5:14 Verstehst du etwas von der Sache, so erklre es deinem Nchsten, wenn nicht, so halt deinen Mund.
5:15 Denn Reden bringt Ehre, aber Reden bringt auch Schande; und der Mensch kommt durch seine eigne Zunge zu Fall. -
5:16 Mache niemand heimlich schlecht, und rede nicht hinterhltig!
5:17 Denn ber den Dieb kommt Schande, doch schlimmer Tadel ber den Doppelzngigen. -
5:18 Achte nichts gering, es sei klein oder gro;
6:1 sonst machst du dich deinem Freund zum Feind; denn wer einen schlechten Ruf hat, trgt Schimpf und Schande davon, und so ergeht es dem Doppelzngigen.
6:2 La dich nicht berwltigen von deiner Leidenschaft, die deine Kraft anschwellen lt und dich fortreit.
6:3 Sie wird dich zurcklassen wie einen verdorrten Baum; denn deine Bltter werden ihr zum Opfer fallen, und deine Frchte wird sie dir rauben.
6:4 So richten wilde Leidenschaften einen Menschen zugrunde und machen ihn zum Gesptt seiner Feinde.
6:5 Wer freundlich redet, der macht sich viele Freunde; und wer wohlwollend spricht, der verbreitet Gte um sich. -
6:6 Lebe in Frieden mit vielen, aber zum Ratgeber nimm unter tausend nur einen.
6:7 Willst du einen Freund finden, so erprobe zuerst seine Treue, und vertrau ihm nicht allzu rasch.
6:8 Denn mancher ist ein Freund, solange es ihm gefllt; aber in der Not hlt er nicht stand.
6:9 Und mancher Freund wird bald zum Feind und macht dir zur Schmach euren Streit bekannt.
6:10 Und mancher Freund ist nicht mehr als dein Kostgnger und hlt in der Not nicht stand.
6:11 Solange dir's gut geht, tritt er auf wie du selbst und lebt in deinem Hause, als wre er der Hausherr;
6:12 geht dir's aber schlecht, so stellt er sich gegen dich und lt sich nirgends mehr finden.
6:13 Halte dich fern von deinen Feinden, aber sei auch vor den Freunden auf der Hut.
6:14 Ein treuer Freund ist ein starker Schutz; wer den findet, der findet einen groen Schatz.
6:15 Ein treuer Freund ist nicht mit Geld oder Gut zu bezahlen, und sein Wert ist nicht hoch genug zu schtzen.
6:16 Ein treuer Freund ist ein Trost im Leben; wer Gott frchtet, der bekommt solchen Freund.
6:17 Denn wer Gott frchtet, der wird auch gute Freundschaft halten; und sein Nchster wird so werden, wie er selbst ist.
6:18 Liebes Kind, la dich von der Weisheit erziehen von Jugend auf, so wirst du sie gewinnen bis ins hohe Alter.
6:19 Geh an sie heran wie einer, der ackert und st, und warte auf ihre guten Frchte.
6:20 Du brauchst dich nur ein wenig um sie zu mhen, dann wirst du bald ihre Frchte genieen.
6:21 Unzugnglich ist sie fr alle, die sich nicht erziehen lassen, und ein Unverstndiger hlt es bei ihr nicht aus.
6:22 Denn sie ist fr ihn ein schwerer Prfstein, und er wirft sie bald von sich.
6:23 Denn von der Weisheit, wie ihr Name sagt, wissen nur wenige.
6:24 Liebes Kind, gehorche meiner Lehre und weise meinen Rat nicht zurck.
6:25 La deine Fe von der Weisheit fesseln und ihr Halseisen dir um den Hals legen.
6:26 Beuge deine Schultern, nimm sie auf dich und sperre dich nicht gegen ihre Bande.
6:27 Wende dich ihr zu von ganzer Seele, und halte ihre Wege ein mit aller deiner Kraft.
6:28 Forsche nach ihr und suche sie, so wirst du sie finden; und wenn du sie ergriffen hast, so la sie nicht mehr los.
6:29 Denn am Ende wirst du Trost an ihr haben, und dein Leid wird in Freude verwandelt werden,
6:30 und ihre Fesseln werden zum starken Schutz und ihr Halseisen ein herrlicher Schmuck fr dich.
6:31 Denn ihr Joch wird zum goldenen Stab und ihre Bande zu Purpurbndern.
6:32 Wie ein Festgewand wirst du sie anziehen und als schne Krone sie dir aufsetzen. -
6:33 Liebes Kind, wenn dir daran liegt, so wirst du weise; und setzt du dein Herz daran, so wirst du klug.
6:34 Hrst du gerne zu, so wirst du sie empfangen, und neigst du deine Ohren, so wirst du weise werden.
6:35 Lerne gern von den Alten, und wo ein weiser Mann ist, schlie dich ihm an. La dir gern von Gottes Taten erzhlen, und la dir keinen Weisheitsspruch entgehen.
6:36 Wo du einen verstndigen Mann siehst, den suche hufig auf, und geh stets ein und aus bei ihm.
6:37 Betrachte immer Gottes Gebote und denke stets an seine Befehle; der wird dein Herz verstndig machen und dir Weisheit geben, wie du begehrst.
7:1 Tu nichts Bses, so widerfhrt dir nichts Bses.
7:2 Halt dich fern vom Unrecht, so trifft dich kein Unglck.
7:3 Se nicht in die Furchen des Unrechts, so brauchst du es nicht siebenfach zu ernten.
7:4 Warnung vor Ehrgeiz Begehre vom Herrn nicht die Herrschaft und vom Knig keinen Ehrenplatz.
7:5 Poche nicht auf dein Recht vor Gott und nicht auf deine Weisheit vor dem Knig.
7:6 Begehre nicht, Richter zu werden, wenn du das Unrecht nicht aus der Welt schaffen kannst; es knnte sonst sein, da du vor einem Mchtigen zurckschrickst und trotz all deiner Rechtschaffenheit Ansto gibst.
7:7 Setz dich nicht ins Unrecht vor deinen Mitbrgern, und erniedrige dich nicht vor der Menge.
7:8 Spiel nicht mit dem Gedanken, eine Snde ein zweites Mal zu tun; denn schon fr das erste Mal bleibst du nicht unbestraft.
7:9 Denke auch nicht: Gott wird dafr die Menge meiner Opfergaben ansehen, und wenn ich dem Allerhchsten opfere, so wird er's annehmen. -
7:10 Wenn du betest, so tu's nicht mit halbem Herzen,
7:11 und la nicht nach im Almosengeben. -
7:12 Einen bekmmerten Menschen verlache nicht; denn es gibt einen, der erniedrigen und erhhen kann.
7:13 Streu keine Lgen ber deinen Bruder aus und auch nicht ber deinen Freund.
7:14 Gewhne dich nicht an die Lge; denn das ist eine Gewohnheit, die dir Schaden bringt. -
7:15 Sei nicht schwatzhaft im Kreis der Alten, und wenn du betest, so mache nicht viele Worte. -
7:16 Verachte die beschwerliche Arbeit nicht und den Ackerbau, den der Hchste gestiftet hat.
7:17 Halt dich nicht fr etwas Besseres unter der Masse der Snder,
7:18 sondern denke daran, da Gottes Zorn nicht auf sich warten lt.
7:19 Darum demtige dich von Herzen; denn Feuer und Wrmer sind die Strafe fr die Gottlosen.
7:20 Gib deinen Freund um keinen Preis auf und auch deinen wahren Bruder nicht um des besten Goldes willen.
7:21 Trenne dich nicht von einer verstndigen und tchtigen Frau; denn ihre Anmut ist schner als alles Gold.
7:22 Behandle einen Sklaven nicht schlecht, der treu arbeitet, und auch einen Tagelhner nicht, der sein Bestes gibt.
7:23 Einen umsichtigen Sklaven habe lieb und hindere ihn nicht, wenn er frei werden kann.
7:24 Hast du Vieh, so kmmere dich darum, und bringt dir's Nutzen, so behalte es.
7:25 Hast du Shne, so erziehe sie streng, und beuge ihnen den Nacken von Jugend auf.
7:26 Hast du Tchter, so gib gut auf sie acht, und zeige ihnen dein Wohlwollen nicht allzu sehr.
7:27 Verheirate deine Tochter, dann hast du eine schwere Arbeit hinter dir; aber gib sie einem verstndigen Mann.
7:28 Hast du eine Frau nach deinem Herzen, so verstoe sie nicht; aber einer ungeliebten vertrau dich nicht an.
7:29 Ehre deinen Vater von ganzem Herzen und vergi nicht, welche Schmerzen deine Mutter um dich gelitten hat,
7:30 und denke daran, da du von deinen Eltern das Leben hast; womit kannst du ihnen denn vergelten, was du ihnen verdankst?
7:31 Frchte den Herrn von ganzer Seele, und halte seine Priester in allen Ehren. Liebe den, der dich geschaffen hat, mit allen Krften; und vergi seine Diener nicht.
7:32 Frchte den Herrn und ehre den Priester
7:33 und gib ihm seinen Anteil, wie dir geboten ist:
7:34 Erstlinge und Schuldopfer
7:35 und Schwingopfer und alle Opfergaben und Zehnten.
7:36 Reiche dem Armen deine Hand, damit du reich gesegnet wirst.
7:37 Erfreue jeden, der lebt, mit einer Gabe, ja, erweise auch den Toten deine Freundlichkeit.
7:38 La die Weinenden nicht ohne Beistand, sondern traure mit den Trauernden.
7:39 La dich's nicht verdrieen, die Kranken zu besuchen; denn dafr wird man dich lieben.
7:40 Was du auch tust, so bedenke dein Ende, dann wirst du nie etwas Bses tun.
8:1 Streite nicht mit einem Mchtigen, damit du ihm nicht in die Hnde fllst.
8:2 Zanke nicht mit einem Reichen, damit er sein Gewicht nicht gegen dich geltend macht.
8:3 Denn viele lassen sich mit Geld bestechen, und es bewegt sogar das Herz der Knige.
8:4 Streite nicht mit einem gromuligen Schwtzer, damit du nicht noch Holz zu seinem Feuer trgst.
8:5 Treibe nicht deinen Scherz mit einem Ungebildeten, damit er nicht dich und deine Vorfahren beschimpft. -
8:6 Halte dem nicht seine Snde vor, der sich bessert, und denke daran, da wir alle auch Schuld tragen.
8:7 Verachte einen Menschen nicht, weil er alt ist; denn wir werden ja wohl auch alt werden.
8:8 Freue dich nicht, wenn dein Feind stirbt; denke daran, da wir alle sterben mssen. -
8:9 Verachte nicht, was die Weisen vortragen, sondern richte dich nach ihren Weisheitssprchen.
8:10 Denn von ihnen kannst du Bildung empfangen und lernen, wie du dich gegenber groen Leuten verhalten sollst.
8:11 Sag dich nicht los von der Unterweisung der Alten, denn auch sie haben von ihren Vtern gelernt;
8:12 denn von ihnen kannst du lernen, wie du verstndig antworten sollst, wenn es notwendig ist. -
8:13 Blase nicht das Feuer des Gottlosen an, damit du nicht darin verbrennst.
8:14 Setze dich nicht mit einem Streitschtigen auseinander, damit er dir nicht aus deinen Worten einen Strick dreht. -
8:15 Leihe keinem etwas, der mchtiger ist als du; leihst du ihm aber etwas, so schreib es gleich ab.
8:16 Verbrge dich nicht hher, als du kannst; wenn du aber brgst, so rechne damit, da du zahlen mut. -
8:17 Zieh einen Richter nicht vor Gericht; denn man spricht das Urteil, wie er will.
8:18 Mach dich nicht mit einem Waghals auf den Weg, damit er dich nicht ins Unglck bringt; denn er richtet sich nach seinem eignen Kopf, und du mut um seiner Torheit willen mit ihm Schaden erleiden.
8:19 Fang nicht mit einem Zornigen Streit an, und reise nicht allein mit ihm durch eine einsame Gegend; denn er scheut sich nicht, Blut zu vergieen, und wenn du keine Hilfe hast, so bringt er dich um. -
8:20 Mit einem Narren mach keine Plne, denn er kann dein Geheimnis nicht wahren.
8:21 Vor einem Fremden tu nichts, was geheim bleiben soll; denn du weit nicht, was er daraus macht.
8:22 ffne dein Herz nicht jedem; er knnte es dir schlecht danken.
9:1 Wache nicht zu eiferschtig ber die Frau in deinen Armen, sonst bringst du sie dahin, dir Bses anzutun.
9:2 La deiner Frau keine Gewalt ber dich, damit sie nicht ber dich Herr wird. -
9:3 Meide die Frau, die dich verfhren will, damit du ihr nicht ins Netz gehst.
9:4 La dich nicht hinreien von der Sngerin, damit sie dich nicht mit ihren Knsten fngt.
9:5 Schau nicht zu viel nach den Mdchen, es knnte dich teuer zu stehen kommen.
9:6 Hnge dich nicht an die Huren, damit du nicht um dein Vermgen kommst.
9:7 Gaffe nicht umher in den Straen der Stadt, und laufe nicht durch alle einsamen Winkel.
9:8 Wende den Blick weg von schnen Frauen, und schau nicht nach Reizen, die dich nichts angehn;
9:9 denn schne Frauen haben schon viele betrt,
9:10 und Leidenschaft hat sie wie Feuer verzehrt.
9:11 Sitze nicht bei der Frau eines andern
9:12 und schmause nicht mit ihr
9:13 und scherze nicht mit ihr beim Wein, damit nicht dein Herz sich ihr zuneigt und dein Blut vergossen wird und du zur Grube fhrst.
9:14 Gib einen alten Freund nicht auf; denn du weit nicht, was du am neuen hast.
9:15 Ein neuer Freund ist wie neuer Wein; la ihn erst alt werden, so wird er dir gut schmecken. -
9:16 Reg dich nicht auf, wenn der Gottlose in hohen Ehren steht; denn du weit nicht, welch schlimmes Ende er nehmen wird.
9:17 Hab keinen Gefallen an dem, was den Gottlosen gefllt; bedenke, da sie nicht bis in den Tod unbestraft bleiben. -
9:18 Halt dich fern von dem, der Gewalt hat zu tten, so brauchst du dich nicht zu frchten, da er dich ttet.
9:19 Mut du aber um ihn sein, so tu keinen Migriff, damit er dir nicht das Leben nimmt, ehe du dich's versiehst;
9:20 und wisse, da du zwischen Fuangeln leben mut und dich auf hohen Zinnen bewegst. -
9:21 Sieh dir deinen Nchsten genau an, und wenn du Rat brauchst, so suche ihn nur bei weisen Leuten,
9:22 und besprich dich mit den Verstndigen, und richte all das Deine nach Gottes Wort.
9:23 Lade dir rechtschaffene Leute zu Gast, und dein Ruhm sei, Gott zu frchten.
9:24 Das Werk lobt den Meister, und einen weisen Frsten ehrt weise Rede.
9:25 Es ist gefhrlich, wenn ein Schwtzer regiert, und wer redet, bevor er denkt, der erntet Ha.
10:1 Ein weiser Regent schafft seinem Volk Bestand; und wo ein Verstndiger am Ruder ist, da herrscht Sicherheit.
10:2 Wie der Regent ist, so sind auch seine Amtleute; wie der Rat ist, so sind auch die Brger.
10:3 Ein zuchtloser Knig richtet Land und Leute zugrunde; wenn aber die Mchtigen klug sind, so gedeiht die Stadt.
10:4 Alle Herrschaft auf Erden liegt in Gottes Hnden; und zur rechten Zeit schickt er den rechten Mann.
10:5 Es liegt in Gottes Hnden, ob ein Mann Erfolg hat, mit dem Gesetzgeber gibt er seine Wrde.
10:6 Rechne deinem Nchsten seine Missetat nicht an, und behandle ihn niemals von oben herab!
10:7 Den Hoffrtigen sind Gott und die Welt feind; denn das Unrecht ist allen beiden verhat.
10:8 Durch Gewalt, Unrecht und Habgier geht die Knigsherrschaft von einem Volk aufs andre ber. -
10:9 Was berhebt sich der Mensch, der nur Schmutz und Kot ist?
10:10 Nichts anderes scheiden ja seine Eingeweide aus, solange er lebt.
10:11 Eine leichte Krankheit - der Arzt scherzt;
10:12 und doch heit's: Heute Knig, morgen tot!
10:13 Und wenn der Mensch tot ist, so fressen ihn Maden und Wrmer. -
10:14 Daher kommt aller Hochmut: wenn ein Mensch von Gott abfllt und sein Herz von seinem Schpfer weicht.
10:15 Hochmut treibt zu allen Snden, und wer an ihm festhlt, der richtet viel Greuel an.
10:16 Darum hat der Herr die Hochmtigen schrecklich heimgesucht und am Ende gestrzt.
10:17 Gott hat die hoffrtigen Frsten vom Thron geworfen und Demtige darauf gesetzt.
10:18 Gott hat die berheblichen Heiden mit der Wurzel ausgerottet und Demtige an ihre Stelle gesetzt.
10:19 Gott hat das Land der Heiden verheert und vllig zugrunde gerichtet.
10:20 Er hat viele von ihnen absterben lassen und vernichtet und ihren Namen von der Erde getilgt.
10:21 Da die Menschen hoffrtig und bsartig sind, das ist von Gott nicht geschaffen.
10:22 
10:23 Wer Gott frchtet, der wird mit Ehren bestehen; wer aber Gottes Gebote bertritt, der verliert seine Ehre.
10:24 Unter Brdern steht der lteste in Ehren, aber der Herr sieht die an, die ihn frchten.
10:25 Es sollen sich Reiche und Arme, Groe und Kleine allein dessen rhmen, da sie Gott frchten. -
10:26 Es ist nicht recht, einen Verstndigen zu verachten, weil er arm ist, und einen Gottlosen zu ehren, weil er reich ist.
10:27 Frsten, Herren und Regenten stehen in hohem Ansehen; aber so gro sind sie doch nicht wie der, der Gott frchtet.
10:28 Einem weisen Knecht mu sein Herr dienen, und wenn er vernnftig ist, murrt er nicht darber. -
10:29 Spiele nicht den Klugen, wenn du nur deinem Verlangen nachgibst, und spiele nicht den Starken, wenn du nicht weiter weit;
10:30 besser arbeiten und dabei reich werden als aufschneiden und ein Bettler bleiben. -
10:31 Mein Kind, in aller Demut achte dich doch selbst, und halte dich nicht fr weniger, als du bist;
10:32 wer wird dem sein Recht geben, der sich selber schlecht macht, und wer wird dem Ehre geben, der sich selbst verachtet? -
10:33 Der Arme wird geehrt um seiner Klugheit willen und der Reiche um seiner Gter willen.
10:34 Wird aber die Klugheit schon an einem Armen gelobt, wieviel mehr erst an einem Reichen! Und was einem Reichen bel ansteht, das steht dem Armen noch viel bler an.
11:1 Die Weisheit des Geringen bringt ihn zu Ehren und setzt ihn mitten unter die Frsten. -
11:2 Du sollst niemand rhmen um seiner Schnheit willen noch jemand verachten, weil er hlich aussieht.
11:3 Denn die Biene ist klein unter allem, was Flgel hat, und bringt doch die allerseste Frucht. -
11:4 Rhme dich nicht wegen deiner herrlichen Kleider, und berhebe dich nicht an deinem Ehrentag; denn nur der Herr ist wunderbar in seinen Werken, und niemand wei, was er tun wird.
11:5 Viele Tyrannen haben sich auf die Erde heruntersetzen mssen, und die Krone ist dem aufgesetzt worden, an den man nicht gedacht htte.
11:6 Viele groe Herren sind gestrzt worden, und hochangesehene Mnner sind andern in die Hnde gefallen.
11:7 Verdamme niemand, bevor du die Sache untersucht hast; wge erst ab und tadle dann.
11:8 Du sollst nicht urteilen, ehe du die Sache gehrt hast, und la die Leute erst ausreden.
11:9 Misch dich nicht in fremde Hndel, und aus dem Streit der Gottlosen halt dich heraus.
11:10 Mein Kind, verliere dich nicht in viele Geschfte; denn wenn du dir zuviel vornimmst, bleibst du nicht ohne Schuld. Wenn du dich noch so sehr anstrengst, so erlangst du doch nichts; und wenn du auch davonlaufen mchtest, so kommst du doch nicht heraus.
11:11 Mancher lt sich's sauer werden, mht sich und rennt dem Reichtum nach und fllt doch immer mehr zurck.
11:12 Mancher aber lt sich Zeit, der wohl Hilfe ntig htte, wird immer schwcher und immer rmer:
11:13 den sieht Gott an in Gnaden und hilft ihm aus dem Elend und bringt ihn zu Ehren, so da sich viele ber ihn wundern. -
11:14 Es kommt alles von Gott: Glck und Unglck, Leben und Tod, Armut und Reichtum.
11:15 Den Frommen gibt Gott Gter, die bleiben;
11:16 und was er verleiht, das gedeiht immer und ewig. -
11:17 Mancher kargt und spart und wird dadurch reich
11:18 und denkt, er habe es zu etwas gebracht,
11:19 und sagt: Nun will ich mir ein gutes Leben machen, essen und trinken von dem, was ich habe -, doch er wei nicht, da sein Stndlein so nahe ist und da er alles anderen lassen und sterben mu. -
11:20 Bleibe bei dem, was dir anvertraut ist, und be dich darin, und halt aus in deinem Beruf, und la dich nicht davon beirren, wie die Gottlosen zu Geld kommen,
11:21 sondern vertraue du Gott und bleibe in deinem Beruf;
11:22 denn dem Herrn ist es ein leichtes, einen Armen pltzlich reich zu machen.
11:23 Der Segen Gottes ist der Lohn des Frommen, und in kurzer Zeit gibt er schnstes Gedeihen. -
11:24 Sage nicht: Wieviel fehlt mir noch, und was werde ich knftig besitzen?
11:25 Sage aber auch nicht: Ich habe genug, was kann mir knftig zustoen?
11:26 Wenn dir's gut geht, so bedenke, da dir's wieder schlecht gehen kann; und wenn dir's schlecht geht, so bedenke, da dir's wieder gut gehen kann.
11:27 Denn der Herr kann jedem im Tod leicht vergelten, wie er's verdient hat.
11:28 Eine bse Stunde lt alle Freude vergessen; und wenn der Mensch stirbt, tritt erst hervor, wie er gelebt hat.
11:29 Darum rhme niemand vor seinem Ende; denn was einer fr ein Mensch gewesen ist, das zeigt sich in seiner Todesstunde.
11:30 Nimm nicht jeden bei dir auf; denn die Welt ist voller List und Verleumdung.
11:31 Wer ein falsches Herz hat, ist wie ein Lockvogel und wie ein Kundschafter, der nach einer schwachen Stelle spht.
11:32 Denn was er Gutes sieht, deutet er aufs Schlimmste, und den Allerbesten sagt er das Schndlichste nach.
11:33 Aus einem Funken macht er ein groes Feuer, und der Gottlose lauert darauf, Blut zu vergieen.
11:34 Hte dich vor solchen Buben - sie haben nichts Gutes im Sinn -, da sie dir nicht ewige Schande anhngen.
11:35 Nimmst du einen Fremden bei dir auf, so wird er dir Unruhe bringen und dich in deinem eignen Haus zum Fremden machen.
12:1 Vorsicht beim Wohltun Willst du Gutes tun, so sieh zu, wem du es tust; dann verdienst du Dank damit.
12:2 Tu dem Frommen Gutes, so wird dir's reichlich vergolten, wenn nicht von ihm, so doch gewi vom Herrn.
12:3 Tu denen nichts Gutes, die beharrlich Bses tun und die selbst nicht gern Almosen geben;
12:4 gib dem Gottesfrchtigen, doch nimm dich des Gottlosen nicht an.
12:5 Tu Gutes dem Demtigen, aber dem Gottlosen gib nichts. Verweigere ihm dein Brot und gib ihm nichts, damit er dadurch nicht strker wird als du:
12:6 du wirst doppelt soviel Schlechtes durch ihn empfangen, wie du ihm Gutes getan hast. Denn auch der Allerhchste ist den Sndern feind und wird die Gottlosen bestrafen.
12:7 Wenn's einem gut geht, so lernt man keinen Freund richtig kennen; wenn's einem aber schlecht geht, so wird sich der Feind nicht verbergen.
12:8 Denn wenn's einem gut geht, so macht das den Feind verdrossen; wenn's einem aber schlecht geht, so ziehen auch die Freunde sich zurck. -
12:9 Trau niemals deinem Feinde;
12:10 denn wie das Eisen immer wieder rostet, so lt auch er nicht von seiner Niedertracht.
12:11 Und wenn er sich auch verneigt und verbeugt, so halte dich dennoch zurck und hte dich vor ihm. Und wenn du auch an ihm polierst wie an einem Spiegel, so bleibt er doch rostig.
12:12 Stelle ihn nicht neben dich, damit er dich nicht wegstt und an deinen Platz tritt. Setze ihn auch nicht neben dich, damit er sich nicht auf deinen Stuhl setzt und du zuletzt an meine Worte denken mut und es dich reuen wird, da du nicht auf sie gehrt hast. -
12:13 Wer hat Mitleid mit einem Schlangenbeschwrer, der gebissen wird, oder mit einem Tierbndiger, der zerrissen wird? So geht's auch dem, der sich mit den Gottlosen einlt und sich in ihre Snden verwickelt.
12:14 Er bleibt wohl eine Weile bei dir; aber wenn du strauchelst, so hlt er dich nicht fest.
12:15 Der Feind gibt wohl gute Worte und beklagt dich sehr und stellt sich freundlich,
12:16 kann sogar dabei weinen; aber im Herzen plant er schon, dich in die Grube zu strzen, und wenn er Gelegenheit findet, bekommt er nicht genug von deinem Blut.
12:17 Wenn dir Unheil widerfhrt, so ist er als erster zur Stelle
12:18 und tut so, als wollte er dir helfen, aber bringt dich hinterrcks zu Fall.
12:19 Mit dem Kopf nickt er Beifall und klatscht in die Hnde; er beklagt dich hhnisch und zeigt dir sein wahres Gesicht.
13:1 Wer Pech angreift, der besudelt sich damit; und wer sich zum Hochmtigen gesellt, der lernt Hochmut.
13:2 Geselle dich nicht zum Mchtigen und Reichen; du ldst sonst eine schwere Last auf dich.
13:3 Was soll der irdene Topf beim ehernen Kessel? Denn wenn sie aneinanderstoen, so zerbricht er. -
13:4 Der Reiche tut unrecht und brstet sich noch damit; aber der Arme mu es erleiden und sich dazu noch entschuldigen.
13:5 Solange du dem Reichen ntzlich bist, lt er dich fr sich arbeiten; aber wenn du nicht mehr kannst, so lt er dich fallen.
13:6 Solange du etwas hast, bleibt er bei dir, und es bekmmert ihn nicht, wenn er dir den Beutel leert.
13:7 Wenn er dich braucht, so tuscht er dich geschickt: er lchelt dich an, verheit dir viel, gibt dir die besten Worte und fragt: Brauchst du etwas?
13:8 und ldt dich grozgig ein, um dich spter zwei- oder dreimal auszunehmen, und verspottet dich noch zuletzt.
13:9 Und wenn er dann deine Not sieht, lt er dich fallen und schttelt den Kopf ber dich.
13:10 Darum sieh zu, da du dich nicht tuschen lt
13:11 und deine Einfalt dich nicht ins Unglck bringt. -
13:12 Wenn dich ein Mchtiger zu sich heranziehen will, so halte dich zurck, dann sucht er dich umso mehr zu sich heranzuziehen.
13:13 Drnge dich nicht selbst zu ihm hin, damit du nicht verstoen wirst; halte dich auch nicht zu fern, damit man dich nicht vergit.
13:14 Geh nicht darauf aus, mit ihm zu reden wie mit deinesgleichen, und traue seinen vielen Worten nicht; denn er versucht dich damit, und mit freundlichem Lcheln horcht er dich aus.
13:15 Unbarmherzig ist, wer unachtsam redet:
13:16 schwerlich entgeht er der Strafe und dem Gefngnis.
13:17 Darum gib gut acht und sieh dich vor:
13:18 du lebst in groer Gefahr! -
13:19 Jedes Tier liebt seinesgleichen und jeder Mensch den, der ihm am nchsten steht.
13:20 Jedes Geschpf hlt sich zu seiner eignen Art; so soll auch der Mensch sich gesellen zu seinesgleichen.
13:21 Wie wenn sich der Wolf zum Schaf gesellt, gerade so ist es, wenn ein Gottloser sich zum Frommen gesellt.
13:22 Wie die Hyne mit dem Hund nicht Frieden hlt, so auch der Reiche nicht mit dem Armen.
13:23 Wie der Lwe das Wild in der Steppe frit, so fressen die Reichen die Armen.
13:24 Wie der Hochmtige verachtet, was gering ist, so verachtet auch der Reiche den Armen. -
13:25 Wenn der Reiche zu fallen droht, so sttzen ihn seine Freunde; wenn der Arme fllt, stoen ihn selbst seine Freunde zu Boden.
13:26 Wenn ein Reicher den Halt verliert, so gibt es viele, die ihm beistehen; wenn er sich mit Worten vergriffen hat, so gibt man ihm noch recht.
13:27 Wenn aber ein Armer den Halt verliert, so bauscht man es noch auf; und wenn er auch verstndig redet, so lt man's doch nicht gelten.
13:28 Wenn der Reiche redet, so schweigen alle, und seine Worte hebt man in den Himmel.
13:29 Wenn aber der Arme redet, so fragt man: Wer ist denn das? und wenn er Ansto erregt, so fallen sie ber ihn her.
13:30 Reichtum ist nur dann gut, wenn keine Snde an ihm klebt, und allein der Gottlose nennt die Armut bse. -
13:31 Was einer im Sinn hat, das sieht man ihm an den Augen an, es sei Gutes oder Bses.
13:32 Hat er Gutes im Sinn, so blickt er frhlich auf; wer aber arglistige Gedanken hegt, dem sieht man an, wie er sich damit qult. -
14:1 Wohl dem, der sich nicht mit Reden vergeht und davon ein bses Gewissen hat!
14:2 Wohl dem, der kein bses Gewissen hat und der seine Zuversicht nicht verloren hat! -
14:3 Zu einem kleinlichen Kerl pat es nicht recht, wenn er reich ist; und was soll Geld und Gut einem Geizkragen?
14:4 Wer viel sammelt und sich selber nichts Gutes gnnt, der sammelt's fr andere, und andere werden's verprassen.
14:5 Wer sich selbst nichts Gutes gnnt, was sollte der andern Gutes tun? Er wird aber auch wenig Freude an seinem Eigentum haben.
14:6 Es ist nichts schlimmer, als wenn einer sich selbst nichts Gutes gnnt; und das ist die rechte Strafe fr seinen Geiz.
14:7 Tut er etwas Gutes, so tut er's nur aus Versehen; zuletzt kommt doch wieder seine Habgier zum Vorschein.
14:8 Das ist ein bser Mensch, der nicht mit ansehen kann, da man den Leuten Gutes tut, sondern sein Angesicht wegwendet und sich ber niemand erbarmt.
14:9 Ein habgieriger Mensch hat nie genug an dem, was ihm beschieden ist, und kann vor lauter Geiz nicht gedeihen.
14:10 Ein Neidhammel mignnt den andern das Brot, und es tut ihm weh, wenn er auftischen mu. -
14:11 Mein Kind, tu dir selbst so viel Gutes an, wie du kannst, und gib dem Herrn die Opfer, die ihm gebhren.
14:12 Bedenke, da der Tod nicht auf sich warten lt und da du keinen Vertrag mit dem Tod hast.
14:13 Tu dem Freund Gutes noch vor deinem Ende, und gib dem Armen nach deinen Krften.
14:14 Versume keinen frhlichen Tag, und la dir die Freuden nicht entgehen, die dir beschieden sind.
14:15 Denn du mut doch alles, was du sauer erworben hast, andern lassen und den Ertrag deiner Arbeit den Erben geben.
14:16 Schenke und la dich beschenken, und gnne dir, was dir zusteht;
14:17 denn wenn du tot bist, so hast du nichts mehr davon.
14:18 Alles Lebendige veraltet wie ein Kleid, denn es ist das uralte Gesetz: Du mut sterben!
14:19 Wie mit den grnen Blttern auf einem schnen Baum - die einen fallen ab, die andern wachsen wieder -, so geht's mit dem Menschengeschlecht auch: die einen sterben, die andern werden geboren.
14:20 Alles vergngliche Werk mu ein Ende nehmen;
14:21 und die es bewirken, fahren auch mit dahin.
14:22 Wohl dem, der ber die Weisheit nachsinnt und sie aufnimmt in sein ganzes Denken;
14:23 der ihre Wege von Herzen betrachtet und ihren Geheimnissen immer weiter nachforscht, ihr wie ein Spher nachschleicht und auf ihren Wegen auf sie wartet
14:24 und guckt zu ihrem Fenster hinein und horcht an ihrer Tr,
14:25 sucht Herberge nahe bei ihrem Hause und schlgt seine Pflcke bei ihren Mauern ein und richtet an ihrer Wand sein Zelt auf, so da er eine gute Herberge hat.
14:26 Er bringt auch seine Kinder unter ihr Dach und bleibt unter ihrem Schatten;
14:27 da wird er vor der Hitze beschirmt und hat eine herrliche Wohnung. -
15:1 Das alles tut nur, wer den Herrn frchtet; und wer sich an Gottes Wort hlt, der findet die Weisheit.
15:2 Und sie wird ihm begegnen wie eine Mutter und wird ihn empfangen wie eine junge Frau.
15:3 Sie reicht ihm die Speise der Einsicht und den Trank der Weisheit.
15:4 Er wird durch sie feststehen, da er nicht fllt, und wird sich an sie halten, da er nicht zuschanden wird.
15:5 Sie wird ihn erhhen ber seine Nchsten und ihm den Mund auftun in der Gemeinde.
15:6 Sie wird ihn krnen mit Freude und Wonne und ihm einen ewigen Namen verleihen. -
15:7 Aber die Narren finden die Weisheit nicht, und die Gottlosen knnen sie nicht entdecken.
15:8 Sie ist weit weg von den Hochmtigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr. -
15:9 Es schickt sich nicht fr den Gottlosen, Gott zu loben; denn es ist ihm vom Herrn nicht gegeben.
15:10 Denn zu rechtem Lob gehrt die Weisheit, dann gibt Gott Gnade dazu.
15:11 Du darfst nicht sagen: Bin ich abtrnnig geworden, so hat's Gott getan -; denn was er hat, das solltest du nicht tun.
15:12 Du darfst nicht sagen: Er selbst hat mich verfhrt -; denn er braucht keinen Gottlosen.
15:13 Der Herr hat alles, was ein Greuel ist; und wer ihn frchtet, der scheut sich davor. -
15:14 Er hat im Anfang den Menschen geschaffen und ihm die Entscheidung berlassen.
15:15 Wenn du willst, so kannst du die Gebote halten und in rechter Treue tun, was ihm gefllt.
15:16 Er hat dich vor Feuer und Wasser gestellt; ergreife das, was du willst!
15:17 Der Mensch hat vor sich Leben und Tod; was er davon will, das wird ihm gegeben werden. -
15:18 Denn die Weisheit des Herrn ist gro, er ist stark und mchtig
15:19 und sieht alles:
15:20 seine Augen sehen auf die, die ihn frchten, und er wei genau, was recht getan oder Heuchelei ist.
15:21 Er hat niemand geboten, gottlos zu sein, und niemand erlaubt zu sndigen.
16:1 Wnsche dir nicht viele Kinder, wenn sie dann miraten, und freue dich nicht ber Shne, wenn sie dann gottlos werden, und freue dich nicht darber, da du viele Kinder hast, wenn sie nicht den Herrn frchten.
16:2 Verla dich nicht darauf, da sie am Leben bleiben, und vertraue nicht auf ihre groe Zahl.
16:3 Denn besser ein frommes Kind als tausend gottlose,
16:4 und besser ohne Kinder sterben als gottlose Kinder haben.
16:5 Ein frommer Mann kann einer Stadt zur Blte verhelfen, aber wie zahlreich die Gottlosen auch sind, so wird ihre Stadt doch verden. -
16:6 Das hab ich mit eignen Augen oft gesehen und mit eignen Ohren noch Schlimmeres gehrt:
16:7 Feuer bricht aus im Haufen der Gottlosen, und Gottes Zorn entbrannte ber das ungehorsame Volk.
16:8 Der Herr verschonte die Riesen der Vorzeit nicht, die auf ihre Strke pochten und abtrnnig wurden.
16:9 Er schonte auch die nicht, bei denen Lot als Fremdling lebte, sondern verdammte sie um ihres bermuts willen.
16:10 Und er erbarmte sich nicht ber das Volk, das er dem Untergang geweiht hatte, sondern trieb sie aus ihrem Land um ihrer Snde willen.
16:11 So hat er auch die Sechshunderttausend hinweggerafft, weil sie allesamt ungehorsam waren. Wie sollte denn ein einzelner Ungehorsamer unbestraft bleiben? -
16:12 Denn Gott ist zwar barmherzig, aber er ist auch zornig. Er lt sich vershnen, aber er straft auch schrecklich. So gro wie seine Barmherzigkeit ist, so gro ist auch seine Strafe; und er richtet jeden, wie er's verdient.
16:13 Der Gottlose wird mit seinem Raub nicht entkommen, doch was der Fromme erhofft, wird nicht ausbleiben.
16:14 Jede Wohltat findet ihre Sttte bei Gott, und jedem wird widerfahren, wie er's verdient hat. -
16:15 Sage nicht: Der Herr sieht nach mir nicht; wer fragt im Himmel nach mir?
16:16 Unter dem groen Haufen bemerkt er mich nicht; was bin ich gegen die ganze groe Welt?
16:17 Denn siehe, der ganze Himmel, das Meer und die Erde erbeben, wenn er sie heimsucht;
16:18 die Berge und die Grundfesten der Erde erzittern, wenn er sie nur anschaut.
16:19 Doch um mich kann er sich dabei nicht kmmern, und wer achtet schon auf meine Wege? Wenn ich sndige, sieht mich kein Auge;
16:20 wenn ich ganz im geheimen betrge, wer merkt es? Und wer macht schon bekannt, was an gerechten Taten geschieht?
16:21 Was soll einer da noch hoffen, wenn er sich ans Gesetz hlt? -
16:22 Das meinen nur Leute, denen es an Verstand fehlt, und nur ein beschrnkter Mensch denkt so.
16:23 Mein Kind, hre mir zu und lerne Weisheit und beherzige meine Worte!
16:24 Ich will dir eine zuverlssige Lehre geben und dich mit Sorgfalt unterrichten:
16:25 Als der Herr im Anfang seine Werke erschuf
16:26 und von ihrem Ursprung an ihnen ihre Bestimmung gab,
16:27 da hat er fr immer geordnet, was sie tun, und fr alle Zeit, wie weit ihre Herrschaft reichen sollte, da sie nicht mde noch matt werden noch ihren Dienst versumen
16:28 und keins das andere behindern, sondern da alle immer seinem Befehl gehorsam sein sollten.
16:29 Danach hat er auf die Erde geblickt und sie mit seinen Gtern erfllt
16:30 und das Erdreich mit Tieren bevlkert, die wieder zur Erde zurckkehren. -
17:1 Gott hat die Menschen aus Erde geschaffen
17:2 und sie wieder zur Erde zurckkehren lassen;
17:3 er bestimmte ihnen die Zeit ihres Lebens und gab ihnen Macht ber das, was auf Erden ist, und verlieh ihnen Kraft, wie er selber sie hat, und schuf sie nach seinem Bilde.
17:4 Er bestimmte, da alle Geschpfe sie frchten muten und sie herrschen sollten ber Tiere und Vgel.
17:5 Er gab ihnen Vernunft, Sprache, Augen, Ohren und Verstand zum Denken.
17:6 Er erfllte sie mit kluger Erkenntnis und zeigte ihnen Gutes und Bses.
17:7 Er hat sein Licht in ihre Herzen gegeben,
17:8 um ihnen die Gre seiner Werke zu zeigen, damit sie seinen heiligen Namen loben und seine groen Taten erzhlen sollten.
17:9 Er hat sie gelehrt und ihnen das Gesetz des Lebens gegeben.
17:10 Er hat einen ewigen Bund mit ihnen geschlossen und ihnen die Ordnungen seines Rechts offenbart.
17:11 Sie haben mit ihren Augen seine hohe Majestt gesehen und mit ihren Ohren seine herrliche Stimme gehrt.
17:12 Und er sprach zu ihnen: Htet euch vor allem Unrecht! und befahl jedem, fr seinen Nchsten zu sorgen. -
17:13 Ihre Wege hat er immer vor Augen, und nichts ist vor ihm verborgen.
17:14 Jedem Volk hat er einen Herrscher gegeben,
17:15 aber ber Israel ist er selbst Herr geworden.
17:16 Alle ihre Werke sind ihm so wenig verborgen wie die Sonne, und seine Augen sehen ohne Unterla all ihre Wege.
17:17 Auch alle ihre Ungerechtigkeiten sind ihm nicht verborgen, und alle ihre Snden sind vor ihm offenbar.
17:18 Er hlt die Wohltaten eines Menschen so wert wie einen Siegelring und seine guten Werke wie einen Augapfel.
17:19 Und zuletzt wird er aufstehen und jedem vergelten auf seinen Kopf, wie er's verdient hat.
17:20 Aber die reumtig sind, lt er wieder zu Gnaden kommen, und die mde werden, trstet er, da sie nicht verzagen. -
17:21 So bekehre dich nun zum Herrn und la dein sndiges Leben;
17:22 flehe zum Herrn, und gib kein rgernis mehr!
17:23 Kehre zum Hchsten zurck und wende dich vom Unrecht ab
17:24 und hasse unvershnlich, was ihm ein Greuel ist.
17:25 Wer kann den Hchsten loben bei den Toten?
17:26 Denn allein die Lebendigen knnen loben; die Toten, die kein Leben haben, knnen nicht mehr loben.
17:27 Darum: wer lebt und gesund ist, der lobe den Herrn! -
17:28 Wie ist die Barmherzigkeit des Herrn so gro! Er zeigte sich denen gndig, die sich zu ihm bekehren.
17:29 Denn der Mensch ist nicht vollkommen, da er ja nicht unsterblich ist.
17:30 Was ist heller als die Sonne? Und doch verfinstert sie sich. So kann erst recht nicht gut sein, was Fleisch und Blut sich ausdenkt.
17:31 Das Heer der Himmelshhe hlt der Herr in Ordnung; aber alle Menschen sind Erde und Staub. -
18:1 Der ewig lebt, der hat alles miteinander geschaffen.
18:2 Der Herr allein ist gerecht. Niemand kann seine Werke aufzhlen. Wer kann seine groen Taten erforschen?
18:3 Wer kann seine groe Macht ermessen?
18:4 Wer kann seine groe Barmherzigkeit genug preisen?
18:5 Man kann sie weder vermindern noch vermehren und kann seine groen Wunder nicht erforschen.
18:6 Selbst wenn ein Mensch dabei sein Bestes getan hat, so ist's noch kaum angefangen; und wenn er aufhrt, merkt er erst, wieviel noch fehlt. -
18:7 Aber was ist der Mensch? Wozu taugt er? Was kann er nutzen oder schaden?
18:8 Wenn er lange lebt, so lebt er hundert Jahre. Wie ein Trpflein Wasser im Meer und wie ein Krnlein Sand, so gering sind seine Jahre im Vergleich mit der Ewigkeit. -
18:9 Darum hat Gott Geduld mit den Menschen und schttet seine Barmherzigkeit ber sie aus.
18:10 Er sieht und wei, wie bitter ihr Ende ist;
18:11 darum erbarmt er sich um so herzlicher ber sie. -
18:12 Die Barmherzigkeit eines Menschen gilt allein seinem Nchsten; aber Gottes Barmherzigkeit gilt der ganzen Welt.
18:13 Er weist zurecht, erzieht und belehrt und fhrt zurck wie ein Hirt seine Herde.
18:14 Er erbarmt sich ber alle, die sich erziehen lassen und eifrig auf sein Wort hren.
18:15 Mein Kind, wenn du jemand Gutes tust, so tu's nicht mit tadelnden Worten; und wenn du jemand etwas gibst, so krnke ihn nicht dabei.
18:16 Wie der Tau die Hitze khlt, so ist ein gutes Wort besser als eine Gabe.
18:17 Ja, ein Wort ist oft wichtiger als eine groe Gabe, und ein freundlicher Mensch gibt sie beide.
18:18 Ein Narr aber macht lieblose Vorwrfe, und eine unfreundliche Gabe fhrt zu Trnen.
18:19 Unterrichte dich, bevor du das Wort nimmst;
18:20 sorge fr deine Gesundheit, bevor du krank wirst;
18:21 prfe dich selbst, bevor das Gericht kommt, so wirst du in der Stunde der Heimsuchung Gnade finden. -
18:22 Demtige dich vor Gott, noch bevor du krank wirst, und kehre um, sobald du gesndigt hast. La dich nicht aufhalten, dein Gelbde bald zu erfllen, und warte nicht bis an den Tod, um es einzulsen.
18:23 Bevor du ein Gelbde tust, berlege dir's gut, damit du Gott nicht versuchst.
18:24 Denk an den Zorn, der am Ende kommen wird, und an die Stunde der Strafe, in der er sein Antlitz abwendet. -
18:25 Wenn man satt ist, soll man bedenken, da man vielleicht wieder hungern mu; und wenn man reich ist, soll man bedenken, da man wieder arm werden kann.
18:26 Denn es kann vor Abend ganz anders werden, als es am Morgen war; so schnell wandelt sich alles vor Gott.
18:27 Ein weiser Mensch ist in allem sorgsam, und wenn andre sndigen, htet er sich vor Verfehlungen. -
18:28 Wer verstndig ist, ehrt die Weisheit und preist den, der sie gefunden hat.
18:29 Wer Weisheitslehren recht versteht, der ist selbst ein Weiser und kann andere mit trefflichen Sprchen strken.
18:30 Folge deinen bsen Leidenschaften nicht, sondern zgle dein Verlangen.
18:31 Denn wenn du deinen bsen Leidenschaften folgst, so wirst du dich deinen Feinden selbst zum Spott machen.
18:32 Sei kein Prasser und gewhne dich nicht ans Schlemmen,
18:33 damit du nicht zum Bettler wirst, der andre auf Borgen bewirtet, weil er selber kein Geld mehr im Beutel hat.
19:1 Ein Arbeiter, der sich gern vollsuft, der wird nicht reich; und wer mit wenigem nicht haushlt, der kommt bald zu Fall.
19:2 Wein und Weiber betren die Weisen;
19:3 und wer sich an Huren hngt, der wagt zuviel; den fressen Maden und Wrmer, und wer so verwegen lebt, der wird hinweggerafft.
19:4 Wer leichtglubig ist, der ist leichtsinnig, und wer sndigt, der schadet sich selbst.
19:5 Wer sich ber eine Bosheit freut, den wird man verachten, und wer etwas nachschwatzt, dem fehlt es an Verstand.
19:6 Hrst du etwas Bses, das schwatze nicht nach, denn solches Schweigen schadet dir nichts.
19:7 Du sollst es weder Freund noch Feind sagen;
19:8 und offenbare es nicht, wenn du es ohne bses Gewissen verschweigen kannst.
19:9 Denn man hrt dir wohl zu, aber man htet sich vor dir, und zu gelegener Zeit lt man dich den Ha spren.
19:10 Hast du etwas gehrt, so la es mit dir sterben; sei ohne Sorge, du wirst ja nicht davon platzen!
19:11 Aber aus einem Narren bricht es heraus wie ein Kind, das geboren werden will.
19:12 Wenn ein Wort im Narren steckt, dann ist's genau so, wie wenn ein Pfeil in der Hfte steckt. -
19:13 Stell deinen Nchsten zur Rede: vielleicht hat er's nicht getan; oder wenn er's getan hat, damit er's nicht wieder tut.
19:14 Stell deinen Nchsten zur Rede: vielleicht hat er's nicht gesagt; wenn er's aber gesagt hat, damit er's nicht wieder sagt.
19:15 Stell deinen Freund zur Rede, denn man verleumdet die Leute gern; darum glaube nicht alles, was du hrst.
19:16 Oft entfhrt einem ein Wort, das doch nicht bse gemeint war; denn wem ist noch nie ein bses Wort entfahren?
19:17 Stell deinen Nchsten zur Rede, bevor du ihm drohst, und bedenke, was Gottes Gesetz fordert.
19:18 Alle Weisheit besteht in der Furcht Gottes, und zu aller Weisheit gehrt das Tun des Gesetzes.
19:19 Kenntnis des Bsen ist nicht Weisheit, und die Plne der Gottlosen sind nicht Klugheit zu nennen.
19:20 Es gibt eine Schlauheit, die man verabscheuen mu, und ein Tor ist, dem es an Weisheit fehlt.
19:21 Besser ist geringe Klugheit mit Gottesfurcht als groe Klugheit mit bertretung des Gesetzes. -
19:22 Es ist mancher scharfsinnig, aber ein Bsewicht, und kann eine Sache so drehen, da er recht behlt.
19:23 Es kann einer sehr ernsthaft aussehen, und sein Herz ist doch voll Arglist.
19:24 Er schlgt die Augen nieder und stellt sich taub; und wenn du nicht auf ihn achtgibst, so wird er dich bervorteilen.
19:25 Und wenn er auch zu schwach ist, um dir zu schaden, so wird er's doch tun, wenn er seine Zeit gekommen sieht. -
19:26 Man sieht's einem an, was fr ein Mann er ist, und einen Vernnftigen erkennt man an seinem Auftreten.
19:27 Denn Kleidung, Lachen und Gang zeigen, was an ihm ist.
20:1 Es tadelt einer oft seinen Nchsten zur Unzeit, doch wre es klger, wenn er schwiege.
20:2 Es ist besser, offen zu tadeln, als heimlich Ha zu tragen;
20:3 und wer's mit Dank annimmt, dem bringt's Nutzen.
20:4 Wer mit Gewalt ein Urteil erzwingen mchte, der ist wie ein Verschnittener, der eine Jungfrau schnden will.
20:5 Der eine schweigt und wird deshalb fr weise gehalten; der andere macht sich unbeliebt, weil er viel redet.
20:6 Der eine schweigt, weil er nichts zu antworten wei; der andere aber schweigt und wartet auf seine Zeit.
20:7 Ein weiser Mann schweigt, bis er seine Zeit gekommen sieht; aber ein Prahler und Narr achtet nicht auf die rechte Zeit.
20:8 Wer viele Worte macht, wird verabscheut; und wer sich zu viel anmat, macht sich verhat.
20:9 Manches Unglck fhrt einen zum Guten, und mancher Gewinn fhrt zum Schaden.
20:10 Manche Gaben bringen keinen Gewinn; andere dagegen werden doppelt vergolten.
20:11 Mancher, der in hohem Ansehen steht, fllt tief; und mancher, der sich bcken mu, kommt empor.
20:12 Mancher kauft zunchst viel fr wenig Geld; aber nachher mu er's siebenfach bezahlen.
20:13 Ein weiser Mann macht sich durch seine Worte beliebt, aber die freundlichen Worte der Narren haben keinen Wert.
20:14 Das Geschenk des Narren wird dir nicht viel ntzen; denn mit einem Auge gibt er, und mit sieben Augen wartet er, was er dafr bekommt.
20:15 Er gibt wenig und hlt es einem vielfach vor und schreit's aus wie ein Ausrufer.
20:16 Heute leiht er, morgen will er's wieder haben. Das sind widerwrtige Leute.
20:17 Der Narr klagt: Niemand ist mein Freund; niemand dankt mir fr meine Wohltaten.
20:18 Auch die mein Brot essen, reden nichts Gutes von mir.
20:19 Wie oft und von wie vielen wird er verspottet!
20:20 Besser, es kommt einer auf schlpfrigem Boden zu Fall als durch sein Reden; so geht's den Bsen: pltzlich mssen sie fallen.
20:21 Ein dummer Mensch fllt auf durch unpassende Reden; im Munde unerzogener Leute sind sie gang und gbe.
20:22 Auch wenn ein Narr etwas Richtiges sagt, so findet es doch keinen Anklang; denn er redet's nicht zur rechten Zeit.
20:23 Manchen hindert nur seine Armut daran, Bses zu tun; kommt er zur Ruhe, so hat er kein schlechtes Gewissen.
20:24 Mancher setzt sein Leben aufs Spiel aus Furcht vor Schande; aber um trichter Leute willen verliert er es.
20:25 Mancher macht aus Scham seinem Freund Versprechungen, und eben dadurch bekommt er ihn zum Feinde.
20:26 Die Lge ist ein hlicher Schandfleck an einem Menschen und ist im Munde unerzogener Leute gang und gbe.
20:27 Schlimmer als ein Dieb ist ein Mensch, der stndig lgt; aber zuletzt kommen sie beide an den Galgen.
20:28 Ein verlogener Mensch ist ehrlos, und sein schndliches Verhalten hrt nicht auf.
20:29 Ein weiser Mann bringt sich selbst zu Ehren durch seine Worte, und ein kluger Mann gefllt den Mchtigen.
20:30 Wer einen Acker fleiig bebaut, der macht seinen Garbenhaufen gro; und wer dem Mchtigen gefllt, kann Unrecht gutmachen.
20:31 Geschenke und Gaben verblenden die Weisen und legen ihnen einen Zaum ins Maul, so da sie niemand mehr zurechtweisen knnen.
20:32 Verheimlichte Weisheit und ein vergrabener Schatz, was ntzen sie beide?
20:33 Es ist besser, da einer seine Torheit verbirgt, als da einer seine Weisheit verheimlicht.
21:1 Mein Kind, hast du gesndigt, so hre damit auf und bitte, da dir die bisherigen Snden vergeben werden.
21:2 Fliehe vor der Snde wie vor einer Schlange; denn wenn du ihr zu nahe kommst, so sticht sie dich.
21:3 Ihre Zhne sind wie Lwenzhne und tten den Menschen.
21:4 Jede Snde ist wie ein zweischneidiges Schwert und verwundet so, da niemand heilen kann. -
21:5 Wer Gewalt und Unrecht tut, mu zuletzt zum Bettler werden; und wer hochmtig ist, kommt zuletzt von Haus und Hof.
21:6 Sobald der Elende ruft, so hrt's Gott, und seine Rache wird eilends kommen. -
21:7 Wer sich nichts sagen lt, der ist schon auf der Bahn des Gottlosen; aber wer Gott frchtet, der nimmt es zu Herzen.
21:8 Wer zu reden versteht, ist weithin bekannt, und ein Kluger merkt, wo er entgleist. -
21:9 Wer sein Haus baut mit fremdem Hab und Gut, der sammelt Steine fr sein Grab. -
21:10 Die Schar der Gottlosen ist wie ein Haufe Werg, das vom Feuer verzehrt wird.
21:11 Die Gottlosen gehen zwar auf einem gepflasterten Weg; aber an seinem Ende ist der Abgrund der Hlle.
21:12 Wer Gottes Gebot hlt, der folgt seinem eignen Kopf nicht;
21:13 und Gott mit Ernst frchten ist Weisheit.
21:14 Wer nicht klug ist, der lt sich nicht erziehen;
21:15 es gibt aber eine Klugheit, die viel Bitterkeit schafft. -
21:16 Die Erkenntnis eines weisen Mannes wchst wie eine Flut, und sein Rat ist wie eine lebendige Quelle.
21:17 Das Herz des Narren ist wie ein Topf mit einem Sprung: es kann keine Lehre behalten.
21:18 Wenn ein Vernnftiger eine gute Lehre hrt, so lobt er sie und fgt noch etwas hinzu; hrt sie aber einer, der ppig lebt, so mifllt sie ihm, und er kehrt ihr den Rcken. -
21:19 Die Rede des Narren drckt wie eine Last beim Gehen; aber wenn ein Weiser redet, da hrt man gern zu.
21:20 In der Gemeinde gibt man auf das acht, was der Weise redet; und was er rt, nimmt man sich zu Herzen.
21:21 Fr den Narren ist Weisheit wie ein eingefallenes Haus; und die Erkenntnis des Unverstndigen hllt sich in leere Worte.
21:22 Wenn man den Narren erziehen will, so stellt er sich an, als wollte man ihm Fesseln an Hnde und Fe legen;
21:23 aber ein Weiser hlt Zucht fr goldenen Schmuck und fr ein Geschmeide am rechten Arm. -
21:24 Ein Narr luft einem ohne weiteres ins Haus; aber ein Besonnener scheut sich davor.
21:25 Ein Narr guckt einem ohne weiteres zum Fenster hinein; aber ein Guterzogener bleibt drauen stehen.
21:26 Der ist unerzogen, der an der Tr horcht; fr den Vernnftigen wre es sogar eine groe Schmach. -
21:27 Die Schwtzer reden, wovon sie nichts verstehen; die Weisen aber wgen ihre Worte mit der Goldwaage.
21:28 Die Narren tragen ihr Herz auf der Zunge; aber die Weisen haben ihren Mund im Herzen.
21:29 Ein Narr lacht berlaut; ein Weiser lchelt nur ein wenig. -
21:30 Wenn der Gottlose seinem Widersacher flucht, so flucht er sich selber.
21:31 Die Verleumder bringen sich selbst in Schande, und niemand hat sie gern um sich.
22:1 Ein fauler Mensch ist wie ein kotbeschmutzter Stein, und jeder zischt ihn aus, weil er so ekelhaft ist.
22:2 Ein fauler Mensch ist wie ein Mistklumpen; wer ihn aufhebt, der mu sich die Hnde abwischen. -
22:3 Ein ungeratener Sohn ist fr seinen Vater eine Schande, und eine miratene Tochter bringt ihm Schaden.
22:4 Eine vernnftige Tochter kriegt einen Mann; aber eine Tochter, die sich schndlich auffhrt, bleibt sitzen, und sie macht ihrem Vater Kummer;
22:5 und welche frech ist, die ist fr den Vater wie den Mann eine Schande und wird von beiden verachtet. -
22:6 Eine Rede, die zur Unzeit geschieht, ist wie frhliches Saitenspiel, wenn einer traurig ist. Strenge Erziehung aber ist zu jeder Zeit weise.
22:7 Wer einen Narren lehrt, der leimt Scherben zusammen oder handelt wie einer, der jemand aus tiefem Schlaf weckt.
22:8 Wer mit einem Narren redet, der redet mit einem Schlafenden,
22:9 der am Ende fragt: Was ist denn? -
22:10 ber einen Toten soll man trauern, denn das Licht ist ihm erloschen; und ber einen Narren soll man trauern, denn der Verstand ist ihm erloschen.
22:11 Doch soll man ber einen Toten nicht zu sehr trauern; denn er ist zur Ruhe gekommen;
22:12 aber das Leben des Narren ist schlimmer als der Tod.
22:13 Sieben Tage trauert man ber einen Toten, aber ber Narren und Gottlose ihr Leben lang. -
22:14 Rede nicht viel mit einem Narren; und geh nicht zu einem Unverstndigen.
22:15 Hte dich vor ihm, da du nicht Mhe durch ihn hast und durch das befleckt wirst, was er ausspeit.
22:16 Weiche ihm aus, so bleibst du in Frieden und kommst nicht in Angst und Not durch seine Torheit.
22:17 Was ist schwerer als Blei? Wie kann man ihn anders nennen als Narr?
22:18 Es ist leichter, Sand, Salz und Eisen zu tragen als einen unverstndigen Menschen zu ertragen.
22:19 Wie ein Haus, das mit Holzbalken fest gefgt ist, im Sturmwind nicht zerfllt, so ist auch ein Herz, das seiner Sache gewi ist: das frchtet sich vor keinem Schrecken.
22:20 Wie eine gute Tnche an glatter Wand, so ist ein Herz, das festhlt an verstndiger Erkenntnis.
22:21 Wie ein Zaun auf hohem Berge dem Wind nicht standhalten kann,
22:22 so hlt ein zaghaftes Herz, das Trichtes vorhat, keinem Schrecken stand.
22:23 Wenn man jemand ins Auge trifft, ruft man Trnen hervor;
22:24 und wenn man jemand ins Herz trifft, lst man Kummer aus.
22:25 Wer einen Stein unter die Vgel wirft, der scheucht sie weg; und wer seinen Freund schmht, der zerstrt die Freundschaft. -
22:26 Selbst wenn du ein Schwert gezckt hast gegen deinen Freund, so gib die Hoffnung nicht auf; denn ihr knnt wieder Freunde werden.
22:27 Hast du gegen deinen Freund den Mund aufgetan, so sei ohne Sorge; denn ihr knnt euch wieder vershnen; nur Schmhungen, Miachtung, Preisgabe von Geheimnissen und hinterlistige Nachrede: das verjagt jeden Freund. -
22:28 Bleib deinem Freund in seiner Armut treu, damit du dich mit ihm freuen kannst, wenn's ihm wieder gut geht.
22:29 Halt zu ihm, wenn's ihm schlecht geht, damit du auch sein Glck mit ihm teilen kannst. -
22:30 Rauch und Qualm gehen voraus, ehe ein Feuer brennt; so kommt's vom Schmhen zum Blutvergieen. -
22:31 Ich schme mich nicht, den Freund zu schtzen, und ziehe mich nicht von ihm zurck.
22:32 Widerfhrt mir aber etwas Bses seinetwegen, dann wird sich jeder vor ihm hten, der davon hrt.
22:33 Knnte doch ein Schlo an meinen Mund gelegt und ein Siegel fest auf meine Lippen gedrckt werden, damit ich nicht zu Fall komme und meine Zunge mich nicht verdirbt!
23:1 Herr, Vater und Herrscher ber mein Leben, verla mich nicht, wenn sie mich verfhren wollen, und la mich durch sie nicht zu Fall kommen.
23:2 Knnte doch jemand eine Geiel fr meine Gedanken beschaffen und eine Zuchtrute zur Weisheit fr mein Herz, da ich nicht geschont werde, wenn ich falsch handle, und meine Snden nicht unbestraft bleiben,
23:3 damit meine Torheiten nicht noch mehr werden und meine Snden nicht zunehmen, damit ich nicht zu Fall komme vor meinen Feinden und ihnen zum Spott werde! -
23:4 Herr, Vater und Gott meines Lebens,
23:5 behte mich vor lsternem Blick und wende von mir alle bsen Begierden!
23:6 La mich nicht in Wollust und Unkeuschheit geraten und behte mich vor schamlosem Sinn!
23:7 Liebe Kinder, lernt den Mund halten; denn wer ihn hlt, der wird sich mit seinen Worten nicht verfangen,
23:8 wie der Gottlose sich verfngt und der Lsterer und Stolze durch sie zu Fall kommen. -
23:9 Gewhne deinen Mund nicht ans Schwren und nicht daran, den Namen des Heiligen stndig zu nennen.
23:10 Denn wie ein Knecht, der beim Verhr oft geschlagen wird, nicht ohne Striemen ist,
23:11 so kann auch der nicht rein von Snde bleiben, der oft schwrt und Gottes Namen stndig nennt.
23:12 Wer oft schwrt, der sndigt oft, und die Plage wird seinem Hause nicht fernbleiben.
23:13 Schwrt er unbedacht, so sndigt er dennoch; hlt er's nicht, so sndigt er zweifach;
23:14 schwrt er aber falsch, so wird er nicht gerecht gesprochen; sein Haus wird hart bestraft werden. -
23:15 Es gibt eine Art zu reden, die dem Tod gleicht; davor behte Gott das Haus Jakob!
23:16 Die Gottesfrchtigen fliehen dies alles und besudeln sich nicht mit dieser Snde.
23:17 Gewhne deinen Mund nicht an rohe und schmutzige Reden; denn dabei kommt es zur Snde.
23:18 Denk an deinen Vater und deine Mutter, wenn du unter vornehmen Leuten sitzt,
23:19 damit du dich nicht vor ihnen vergit und nicht durch dein Benehmen zum Narren wirst und schlielich wnschst, du wrst nie geboren, und den Tag deiner Geburt verfluchst.
23:20 Wer sich daran gewhnt, schndlich zu reden, der nimmt sein Leben lang keine Zucht an.
23:21 Zwei Arten von Menschen begehen viele Snden, und die dritte bringt Strafe ber sich:
23:22 wer voll brnstiger Gier ist, der ist wie ein brennendes Feuer und hrt nicht auf, bis er sich selbst verzehrt hat.
23:23 Ein Mann, der an sich selbst Unzucht treibt, hat keine Ruhe, bis das Feuer ausgebrannt ist.
23:24 Einem sittenlosen Menschen scheint alle Speise s, und er lt nicht ab, bis er ein Ende nimmt. -
23:25 Ein Mann, der seine Ehe bricht und denkt bei sich: Wer sieht mich schon?
23:26 Es ist finster um mich, und die Wnde verbergen mich, so da mich niemand sieht; was soll ich scheuen? Der Allerhchste achtet auf meine Snden nicht -,
23:27 der scheut nur die Augen der Menschen
23:28 und bedenkt nicht, da die Augen des Herrn vieltausendmal heller sind als die Sonne und alles sehen, was die Menschen tun, und auch in die verborgenen Winkel schauen;
23:29 alle Dinge sind ihm bekannt, ehe sie geschaffen werden, und ebenso, wenn sie vollbracht sind.
23:30 Dieser Mann wird ffentlich in der Stadt bestraft werden,
23:31 und er wird ergriffen werden, wenn er sich's am wenigsten versieht. -
23:32 Ebenso wird's auch einer Frau ergehen, die ihren Mann betrgt und einen Erben von einem andern bekommt.
23:33 Erstens ist sie dem Gebot des Hchsten ungehorsam; zum andern versndigt sie sich an ihrem Mann; zum dritten bekommt sie durch ihren Ehebruch Kinder von einem andern.
23:34 Eine solche Frau wird man der Gemeinde vorfhren, und ihre Kinder mssen's ben.
23:35 Ihre Kinder werden nicht Wurzel schlagen, und ihre Zweige werden nicht Frucht bringen.
23:36 Wenn man sich an sie erinnert, flucht man ihr, und ihre Schande wird niemals ausgetilgt.
23:37 Daran lernen die Nachkommen, da nichts besser ist als Gott zu frchten und nichts ser als auf Gottes Gebote zu achten.
24:1 Die Weisheit preist sich selbst, und unter dem Volk rhmt sie sich.
24:2 Sie tut ihren Mund auf in der Gemeinde des Hchsten
24:3 und lobt sich vor seinem himmlischen Heer und spricht:
24:4 Ich ging vom Munde des Hchsten aus
24:5 und bedeckte wie Nebel die Erde.
24:6 Mein Zelt war in der Hhe und mein Thron auf den Wolken.
24:7 Ich allein durchwanderte das Himmelsgewlbe
24:8 und durchzog die Tiefen des Abgrunds.
24:9 Auf den Wogen im Meer, berall auf Erden,
24:10 unter allen Menschen und Vlkern gewann ich Besitz.
24:11 Bei diesen allen suchte ich Wohnung, um bei einem von ihnen einen Erbbesitz zu finden. -
24:12 Da gebot mir der Schpfer aller Dinge, und der mich geschaffen hat, gab mir eine bleibende Wohnung
24:13 und sprach: In Jakob sollst du wohnen, und in Israel soll dein Erbbesitz sein.
24:14 Vor der Welt, im Anfang bin ich geschaffen und werde ewig bleiben.
24:15 Ich habe vor ihm im heiligen Zelt gedient und danach auf dem Zion eine feste Sttte gefunden; so hat er mich in die geliebte Stadt gesetzt, da ich in Jerusalem regieren sollte.
24:16 Ich bin eingewurzelt bei einem geehrten Volk, das Gottes Erbteil ist.
24:17 Ich bin hoch gewachsen wie eine Zeder auf dem Libanon und wie eine Zypresse auf dem Gebirge Hermon.
24:18 Ich bin aufgewachsen wie ein Palmbaum in En-Gedi und wie die Rosenstcke in Jericho,
24:19 wie ein schner lbaum auf freiem Felde; ich bin aufgewachsen wie eine Platane.
24:20 Ich strmte einen lieblichen Geruch aus wie Zimt und kstliche Wrze und duftete wie die beste Myrrhe,
24:21 wie Galbanum und Onych und Stakte und wie der Weihrauch im Tempel.
24:22 Ich breitete meine Zweige aus wie eine Terebinthe, und meine Zweige waren schn und prchtig.
24:23 Ich sprote lieblich wie der Weinstock,
24:24 und meine Blte brachte herrliche und reiche Frucht. -
24:25 Kommt her zu mir, alle, die ihr nach mir verlangt,
24:26 und sttigt euch an meinen Frchten!
24:27 Denn an mich zu denken ist ser als Honig, und mich zu besitzen ser als Honigseim.
24:28 Wer von mir it, den hungert immer nach mir;
24:29 und wer von mir trinkt, den drstet immer nach mir.
24:30 Wer mir gehorcht, der wird nicht zuschanden;
24:31 und wer mir dient, der wird unschuldig bleiben. -
24:32 Dies alles ist das Buch des Bundes, den der hchste Gott aufgerichtet hat,
24:33 nmlich das Gesetz, das uns Mose befohlen hat, das Erbe der Gemeinde Jakobs.
24:34 Es lt Weisheit flieen wie der Pischon
24:35 und wie der Tigris im Frhling;
24:36 es lt Verstand berstrmen wie der Euphrat und wie der Jordan in der Ernte.
24:37 Das Gesetz lt Belehrung hervorbrechen wie der Nil, wie der Gihon im Herbst.
24:38 Es hat nie einen gegeben, der mit dem Lernen der Weisheit zu Ende gekommen wre, und es wird nie einer kommen, der sie ergrnden knnte.
24:39 Denn ihr Sinn ist reicher als das Meer und ihr Rat tiefer als der groe Abgrund. -
24:40 So ging auch ich, die Weisheit, hervor wie ein Seitenarm aus dem Strom und wie ein Wassergraben, der in den Lustgarten geleitet wird.
24:41 Ich sprach: Ich will meinen Garten bewssern
24:42 und meine Beete trnken.
24:43 Da wurde mein Wasserarm zum Strom
24:44 und mein Strom zum Meer.
24:45 Nun lasse ich meine Lehre leuchten weithin wie der lichte Morgen und lasse sie scheinen bis in die Ferne.
24:46 Auch schtte ich meine Lehre aus wie Prophetenworte und hinterlasse sie kommenden Geschlechtern.
24:47 Da seht ihr, da ich mich nicht fr mich allein gemht habe, sondern fr alle, die Weisheit begehren.
25:1 Drei Dinge gefallen mir, die Gott und den Menschen wohlgefallen:
25:2 wenn Brder eins sind und die Nachbarn sich liebhaben und wenn Mann und Frau gut miteinander umgehen. -
25:3 Drei Dinge gibt es, denen ich von Herzen feind bin, und es mifllt mir sehr, da es sie gibt:
25:4 wenn ein Armer hoffrtig ist und ein Reicher gern lgt und ein alter Narr ein Ehebrecher ist.
25:5 Wenn du in der Jugend nicht sammelst, wie kannst du im Alter etwas finden?
25:6 Wie schn ist's, wenn die grauen Hupter urteilen knnen und die Alten Rat wissen.
25:7 Wie schn ist bei Greisen Weisheit und bei Angesehenen berlegung und Rat.
25:8 Das ist die Krone der Alten, wenn sie viel erfahren haben; und ihre Ehre ist's, wenn sie Gott frchten.
25:9 Neun Dinge kommen mir in den Sinn, die ich in meinem Herzen lobe, und das zehnte will ich mit meinem Munde preisen:
25:10 Ein Mann, der Freude an seinen Kindern hat. Wer erlebt, da er seine Feinde untergehen sieht.
25:11 Wohl dem, der eine verstndige Frau hat! Wer mit seinen Reden nicht entgleist. Wer denen nicht dienen mu, die seiner nicht wert sind.
25:12 Wohl dem, der einen treuen Freund hat! Wohl dem, der klug ist! Und der da lehrt, wo man's gern hrt!
25:13 Wie gro ist der, der weise ist!
25:14 Aber wer Gott frchtet, ber dem ist niemand;
25:15 denn die Furcht Gottes geht ber alles.
25:16 Wer sie festhlt, mit wem kann man den vergleichen?
25:17 Es ist kein Leiden so gro wie Herzeleid.
25:18 Es ist keine Bosheit so schlimm wie Frauenbosheit.
25:19 Es ist keine Heimsuchung so schwer wie die Heimsuchung durch Menschen, die hassen.
25:20 Es ist keine Rachgier so malos wie Rachgier von Feinden.
25:21 Es ist kein Gift so stark wie Schlangengift und ist kein Zorn so bitter wie Feindeszorn.
25:22 Ich wollte lieber bei Lwen und Drachen wohnen als bei einem bsen Weib.
25:23 Wenn sie bse wird, so verzerren sich ihre Zge, und sie verfinstert ihr Gesicht wie ein Br.
25:24 Ihr Mann mu unwillkrlich vor Bitterkeit aufseufzen, wenn er mitten unter seinen Freunden sitzt.
25:25 Alle Schlechtigkeit ist gering gegen die Schlechtigkeit einer Frau; es geschehe ihr das, was den Gottlosen geschieht!
25:26 Ein schwatzhaftes Weib ist fr einen stillen Mann wie ein sandiger Weg bergauf fr einen alten Mann.
25:27 Fall nicht auf die Schnheit einer Frau herein, und begehre sie nicht deswegen.
25:28 Wenn die Frau ihren Mann ernhrt,
25:29 so gibt es lauter Streit, Beschimpfung und groe Schande.
25:30 Ein bses Weib schafft ein betrbtes Herz, ein trauriges Angesicht und Herzeleid.
25:31 Eine Frau, die ihren Mann nicht glcklich macht, lt seine Hnde schlaff werden und lhmt seine Knie.
25:32 Die Snde nahm ihren Anfang bei einer Frau, und um ihretwillen mssen wir alle sterben.
25:33 Wie man Wasser nicht durchbrechen lassen soll, so soll man einem bsen Weibe seinen Willen nicht lassen.
25:34 Will sie dir nicht folgen, so scheide dich von ihr.
26:1 Wohl dem, der eine gute Frau hat! Der lebt noch einmal so lange.
26:2 Eine tchtige Frau ist fr ihren Mann eine Freude, und er verbringt seine Jahre in Frieden.
26:3 Eine gute Frau ist eine kstliche Gabe und wird dem gegeben, der Gott frchtet.
26:4 Ob er reich oder arm ist, sein Herz ist guter Dinge, und er ist allezeit frhlich. -
26:5 Vor drei Dingen scheut sich mein Herz, und vor dem vierten graut mir:
26:6 bse Gerchte in der Stadt, Volksauflauf, Verleumdung
26:7 - alles rger als der Tod -;
26:8 das aber ist Herzeleid und Kummer, wenn eine Frau gegen die andre eifert; doch die Geiel der Zunge ist allen gemeinsam.
26:9 Ein bses Weib gleicht einem schlecht sitzenden Joch;
26:10 wer sie nimmt, der fat einen Skorpion an. -
26:11 Ein betrunkenes Weib erregt rgernis, sie wird auch ihre Scham nicht verdeckt lassen.
26:12 Ein lsternes Weib erkennt man an ihrem Blick und an ihren frechen Augen.
26:13 Wenn deine Tochter nicht auf sich hlt, so bewache sie scharf, damit sie Nachgiebigkeit nicht ausnutzt.
26:14 Wenn du merkst, da sie frech um sich sieht, so pa gut auf; sonst wundere dich nicht, wenn sie dir Schande macht.
26:15 Wie ein Wanderer, der durstig ist, lechzt und vom nchstbesten Wasser trinkt, das er bekommen kann, so setzt sie sich vor jedem Zelt nieder und bietet sich an. -
26:16 Eine anmutige Frau erfreut ihren Mann, und wenn sie verstndig mit ihm umgeht, mehrt sie sein Wohlergehen.
26:17 Eine Frau, die schweigen kann, ist eine Gabe Gottes,
26:18 und eine wohlerzogene Frau ist nicht zu bezahlen.
26:19 Es gibt nichts Liebenswerteres auf Erden als eine Frau, die auf sich hlt,
26:20 und nichts kommt einer solchen Frau gleich.
26:21 Wie die Sonne, wenn sie aufgeht, an dem hohen Himmel des Herrn eine Zierde ist, so ist die Schnheit einer guten Frau eine Zierde in ihrem Hause.
26:22 Ein schnes Antlitz auf hoher Gestalt ist wie die helle Lampe auf dem heiligen Leuchter.
26:23 Schne Beine auf schlanken Fesseln
26:24 sind wie goldene Sulen auf silbernen Fen.
26:25 Zwei Dinge sind's, die mich verdrieen, und das dritte erregt meinen Zorn:
26:26 wenn man einen tchtigen Mann schlielich Armut leiden lt und wenn man einsichtsvolle Mnner am Ende verachtet
26:27 und wenn sich einer von der Gerechtigkeit zur Snde wendet - den hat Gott zum Schwert verurteilt.
26:28 Ein Kaufmann kann sich schwer hten vor Unrecht und ein Hndler frei bleiben von Snden.
27:1 Wegen eines Vorteils tun viele Unrecht; und die reich werden wollen, nehmen es nicht immer genau.
27:2 Wie ein Nagel in der Mauer zwischen zwei Steinen steckt,
27:3 so steckt auch Snde zwischen Kauf und Verkauf.
27:4 Hlt einer sich nicht in der Furcht des Herrn, so wird sein Haus sehr bald zerstrt werden.
27:5 Wenn man siebt, so bleibt Unrat zurck; ebenso haftet dem Nachdenken des Menschen etwas Unreines an.
27:6 Wie der Ofen die neuen Tpfe erprobt, so kann man den Menschen erproben an seiner Rede.
27:7 An den Frchten merkt man, wie der Baum gepflegt ist; ebenso merkt man an der Rede, was das Herz denkt.
27:8 Du sollst niemand loben, bevor du ihn gehrt hast; denn an der Rede erkennt man den Menschen. -
27:9 Folgst du der Gerechtigkeit nach, so wirst du sie erlangen und anziehen wie einen schnen Rock.
27:10 Die Vgel gesellen sich zu ihresgleichen; ebenso hlt sich die Wahrheit zu denen, die sie tun.
27:11 Wie der Lwe auf den Raub lauert, so lauert die Snde auf die, die Unrecht tun. -
27:12 Ein Gottesfrchtiger redet allezeit, was weise ist; ein Narr aber ist wandelbar wie der Mond.
27:13 Wenn du unter Unverstndigen bist, so geize mit deiner Zeit; aber unter Weisen kannst du jederzeit bleiben.
27:14 Die Rede der Narren ist unertrglich, und sie lachen, wenn sie in Snden schwelgen.
27:15 Wo man viel schwren hrt, da stehen einem die Haare zu Berge; und wo es Streit gibt, mu man sich die Ohren zuhalten.
27:16 Wenn die Hoffrtigen miteinander streiten, so gibt's Blutvergieen, und es ist widerlich zu hren, wenn sie sich so beschimpfen.
27:17 Wer ein Geheimnis preisgibt, der verliert das Vertrauen und wird nie mehr einen treuen Freund finden.
27:18 Liebe deinen Freund und halt ihm die Treue.
27:19 Wenn du aber preisgibst, was er dir anvertraut hat, so wirst du ihm vergeblich nachlaufen.
27:20 Denn wie einer seinen Feind vernichtet, so hast du die Freundschaft mit deinem Nchsten zerstrt.
27:21 Wie wenn du einen Vogel aus der Hand lt, so hast du deinen Freund verlassen
27:22 und wirst ihn nicht wieder zurckholen. Lauf ihm nicht nach! Er ist zu weit weg, er ist entsprungen wie ein Reh aus der Schlinge.
27:23 Wunden kann man verbinden, Scheltworte kann man shnen;
27:24 aber wenn man ein Geheimnis preisgibt, ist's ganz aus.
27:25 Wer mit den Augen winkt, der hat Bses im Sinn, und niemand bringt ihn davon ab.
27:26 Vor dir versteht er, s zu reden, und lobt sehr, was du redest; aber hinter deinem Rcken redet er anders und verdreht dir deine Worte.
27:27 Vieles hasse ich, aber nichts so wie ihn, und der Herr hat ihn auch. -
27:28 Wer einen Stein in die Hhe wirft, dem fllt er auf den Kopf; wer hinterhltig sticht, der verwundet sich selbst.
27:29 Wer eine Grube grbt, der fllt selbst hinein; wer eine Falle stellt, der fngt sich selbst.
27:30 Wer dem andern Schaden tun will, dem kommt's selbst ber den Hals, ohne da er wei, woher es kommt. -
27:31 Die Hoffrtigen hhnen und spotten; aber die Strafe lauert auf sie wie ein Lwe.
27:32 Die sich freuen, wenn's dem Frommen schlecht geht, werden mit der Schlinge gefangen; Schmerz wird sie verzehren, ehe sie sterben.
27:33 Zorn und Wten sind Greuel, und der Gottlose hlt an ihnen fest.
28:1 Wer sich rcht, an dem wird sich der Herr wieder rchen und wird ihm seine Snden auch anrechnen.
28:2 Vergib deinem Nchsten, was er dir zuleide getan hat, so werden auch dir deine Snden vergeben, wenn du darum betest.
28:3 Ein Mensch hlt gegen den andern am Zorn fest - und will bei dem Herrn Gnade suchen?
28:4 Er ist unbarmherzig gegen seinesgleichen - und will fr seine Snden bitten?
28:5 Er ist nur Fleisch und Blut und hlt am Zorn fest - wer will denn ihm seine Snden vergeben?
28:6 Denk an das Ende und la die Feindschaft fahren.
28:7 Denk an das Verderben und an den Tod und bleibe bei den Geboten.
28:8 Denk an die Gebote und la deinen Groll gegen deinen Nchsten.
28:9 Denk an den Bund des Hchsten und vergib, was dein Nchster gefehlt hat, ohne es zu wissen.
28:10 Halte dich fern vom Streit, so wirst du weniger sndigen.
28:11 Denn ein zorniger Mensch entfacht Streit, und der Gottlose bringt gute Freunde auseinander und hetzt gegeneinander, die in Frieden leben.
28:12 Wenn viel Holz da ist, wird das Feuer umso grer, und wenn der Streit hart ist, entbrennt er umso heftiger; wenn einer Macht hat, wird sein Zorn umso grer, und wenn einer reich ist, wird sein Zorn umso heftiger.
28:13 Schnell sein zum Zank zndet ein Feuer an, und schnell sein zum Streit fhrt zu Blutvergieen.
28:14 Blst du in einen Funken, so wird ein Feuer daraus; speist du aber darauf, so verlscht er; und beides kann aus deinem Munde kommen.
28:15 Den Verleumder und Doppelzngigen soll man verfluchen; denn er richtet viele zugrunde, die in Frieden leben.
28:16 Ein Schandmaul bringt viele Leute zu Fall und vertreibt sie aus einem Land ins andre.
28:17 Es reit feste Stdte ein und zerstrt die Palste der Frsten.
28:18 Ein Schandmaul verstt redliche Frauen
28:19 und raubt ihnen, was sie sauer erwarben.
28:20 Wer darauf hrt, hat keine Ruhe mehr und kann nicht in Frieden leben.
28:21 Die Geiel macht Striemen; aber die Zunge zerschmettert die Knochen.
28:22 Viele sind gefallen durch die Schrfe des Schwerts, aber nirgends so viele wie durch die Zunge.
28:23 Wohl dem, der vor ihr bewahrt bleibt und von ihrem Zorn verschont wird und ihr Joch nicht tragen mu und mit ihren Fesseln nicht gebunden ist!
28:24 Denn ihr Joch ist eisern und ihre Fesseln ehern;
28:25 der Tod durch sie ist ein bitterer Tod, doch immer noch besser, als mit ihr zu leben;
28:26 aber den Gottesfrchtigen wird sie nicht unterdrcken, und er wird in ihrem Feuer nicht verbrennen.
28:27 Wer aber den Herrn verlt, der wird hineinfallen und darin verbrennen, und es wird nicht ausgelscht werden; es wird ihn berfallen wie ein Lwe und ihn zerfleischen wie ein Panther. -
28:28 Du umzunst dein Hab und Gut mit Dornen; warum machst du nicht vielmehr vor deinen Mund Tr und Riegel?
28:29 Du wgst dein Silber und Gold, bevor du es aufbewahrst; warum wgst du nicht auch deine Worte auf der Goldwaage?
28:30 Hte dich, da du nicht dadurch ausgleitest und hinfllst vor denen, die auf dich lauern.
29:1 Der Barmherzige leiht seinem Nchsten, und wer ihm aufhilft, der hlt die Gebote.
29:2 Leihe deinem Nchsten, wenn er's ntig hat, und gib's auch dem Nchsten wiederum zurck zur bestimmten Zeit.
29:3 Halte, was du zugesagt hast, und handle ehrlich mit ihm, so findest du allezeit, was du brauchst.
29:4 Mancher meint, er habe gefunden, was er doch geborgt hat, und macht dem rger, der ihm geholfen hat.
29:5 Er kt einem die Hand, bis er's empfngt, und redet unterwrfig, weil der Nchste Geld hat;
29:6 aber wenn er's zurckgeben soll, so verzgert er's und klagt sehr, es sei schwere Zeit.
29:7 Und wenn er's auch kann, gibt er kaum die Hlfte zurck und rechnet's jenem als Gewinn an.
29:8 Kann er's aber nicht, so bringt er jenen um sein Geld und macht ihn schlielich sich zum Feind nicht ohne Schuld;
29:9 denn er bezahlt ihn mit Fluchen und Schelten und gibt ihm Schmhworte statt Dank.
29:10 Mancher leiht ungern, nicht aus Bosheit, sondern weil er frchtet, schuldlos um das Seine zu kommen.
29:11 Doch habe Geduld mit deinem Nchsten in der Not, und la ihm aus Barmherzigkeit Zeit.
29:12 Hilf dem Armen um des Gebots willen, und la ihn in der Not nicht leer von dir weggehen.
29:13 Verlier lieber dein Geld um deines Bruders und Freundes willen, und, vergrabe es nicht unter einen Stein, wo es doch verrostet.
29:14 Sammle dir einen Schatz nach dem Gebot des Allerhchsten; der wird fr dich besser sein als Gold.
29:15 Lege dir einen Schatz von Wohltaten an; der wird dich erretten aus allem Unglck
29:16 und fr dich streiten gegen deinen Feind
29:17 besser als ein starker Schild oder ein schwerer Spie.
29:18 Ein rechtschaffener Mann wird Brge fr seinen Nchsten;
29:19 aber ein Schamloser lt ihn im Stich.
29:20 Vergi nicht, was dein Brge fr dich getan hat;
29:21 denn er hat sich mit seinem Leben fr dich eingesetzt.
29:22 Der Gottlose bringt seinen Brgen um Hab und Gut,
29:23 und ein Undankbarer lt seinen Retter im Stich.
29:24 Brge werden hat viele reiche Leute zugrunde gerichtet und hin und her geworfen wie die Wellen im Meer.
29:25 Es hat mchtige Leute von Haus und Hof vertrieben, so da sie in fremden Lndern umherirren muten.
29:26 Ein Gottloser, der sich zur Brgschaft drngt und Gewinn davon haben will, der wird der Strafe nicht entgehen.
29:27 Hilf deinem Nchsten aus, soviel du kannst; doch sieh dich vor, da du nicht selbst darber zu Schaden kommst.
29:28 Das Erste zum Leben sind Wasser und Brot, Kleider und Haus - das braucht man am ntigsten.
29:29 Besser ein armes Leben in der eignen Htte als ein kstlich gedeckter Tisch in fremden Husern.
29:30 La dir gengen, ob du wenig oder viel hast; dann wirst du nicht die Schmhung hren, da du ein Fremder bist; denn es ist ein schlimmes Leben, von Haus zu Haus zu ziehen.
29:31 Und wo du fremd bist, darfst du deinen Mund nicht auftun.
29:32 Ein Fremdling wirst du bleiben und Schmhworte herunterschlucken mssen;
29:33 dazu mut du bittere Worte hren, nmlich: Du Fremder, geh hin und bereite den Tisch und la mich essen, was du hast!
29:34 oder: Zieh aus, du Fremder, ich habe einen besseren Gast gekriegt; mein Bruder zieht zu mir, ich mu das Haus haben.
29:35 Das ist schwer fr einen vernnftigen Menschen, da er um der Bleibe willen gescholten und als Glubiger gekrnkt wird.
30:1 Wer seinen Sohn liebhat, der hlt fr ihn die Rute bereit, damit er spter Freude an ihm erlebt.
30:2 Wer seinen Sohn in Zucht hlt, der wird sich an ihm freuen und braucht sich bei den Bekannten seinetwegen nicht zu schmen.
30:3 Wer seinen Sohn gut erzieht, der macht seinen Feind neidisch, aber vor seinen Freunden kann er ber ihn frohlocken;
30:4 denn wenn sein Vater stirbt, so ist's, als wre er nicht gestorben; denn er hat sein Ebenbild hinterlassen.
30:5 Als er noch lebte, sah er ihn mit Freuden an; als er starb, brauchte er sich nicht zu sorgen;
30:6 denn er hat einen Sohn hinterlassen, der an seinen Feinden Rache bt, aber den Freunden wieder Gutes tut. -
30:7 Wer aber zu weich ist gegen seinen Sohn, der verbindet ihm die Wunden und erschrickt, wenn dieser weint.
30:8 Ein ungebndigtes Pferd wird strrisch, und ein zgelloser Sohn wird ungebrdig.
30:9 Verhtschelst du dein Kind, so mut du dich vor ihm frchten; spielst du mit ihm, so wird es dich betrben.
30:10 Spotte nicht gemeinsam mit ihm, damit du nicht mit ihm trauern und zuletzt die Zhne zusammenbeien mut.
30:11 La ihm seinen Willen nicht in der Jugend und entschuldige seine Verfehlungen nicht.
30:12 Beuge ihm den Nacken, solange es noch jung ist; blue ihm den Rcken, solange es noch klein ist, damit es nicht halsstarrig und dir ungehorsam wird und dir Herzeleid bereitet.
30:13 Erzieh deinen Sohn und la ihn nicht mig gehen, damit du nicht ber seiner Torheit zuschanden wirst.
30:14 Es ist besser, arm zu sein und dabei frisch und gesund als reich und nicht gesund.
30:15 Gesund und frisch sein ist besser als alles Gold, und ein gesunder Krper ist besser als groes Gut.
30:16 Kein Reichtum ist zu vergleichen mit einem gesunden Krper, und kein Gut gleicht der Freude des Herzens. -
30:17 Der Tod ist besser als ein bitteres Leben und ewige Ruhe besser als stete Krankheit.
30:18 Ein gutes Gericht vor einem Mund, der nicht essen kann, ist wie die Speise, die man einem Toten aufs Grab stellt.
30:19 Was ntzt einem Gtzen das Opfermahl, das er doch weder essen noch riechen kann?
30:20 So ist's mit dem, der vom Herrn heimgesucht wird.
30:21 Er sieht es zwar mit den Augen und seufzt, aber ist wie ein Verschnittener, der eine Jungfrau in den Armen hlt und seufzt.
30:22 Gib dich nicht der Traurigkeit hin, und plage dich nicht selbst mit deinen eignen Gedanken.
30:23 Denn ein frhliches Herz ist des Menschen Leben, und seine Freude verlngert sein Leben.
30:24 Ermuntere dich und trste dein Herz, und vertreibe die Traurigkeit von dir.
30:25 Denn die Traurigkeit ttet viele Leute und dient doch zu nichts.
30:26 Eifer und Zorn verkrzen das Leben, und Sorge macht alt vor der Zeit.
30:27 Ein Herz, das heiter und beim Mahl frhlich ist, sorgt fr gutes Essen.
31:1 Wachen um des Reichtums willen verzehrt den Leib, und sich darum sorgen lt nicht schlafen.
31:2 Wenn einer wach liegt und sich sorgt, so kann er nicht einschlafen, und schwere Krankheit verscheucht den Schlaf. -
31:3 Der Reiche arbeitet und kommt dabei zu Geld, und wenn er ausruht, kann er's auch genieen.
31:4 Der Arme arbeitet und lebt doch krglich, und wenn er ausruht, wird er zum Bettler. -
31:5 Wer Geld liebhat, der bleibt nicht ohne Snde; und wer Gewinn sucht, der wird damit zugrunde gehen.
31:6 Viele kommen zu Fall um Geldes willen, und ihr Verderben steht ihnen vor Augen;
31:7 die danach trachten, strzen darber, und die Unverstndigen verfangen sich darin. -
31:8 Wohl dem Reichen, der untadelig geblieben ist und nicht das Geld sucht!
31:9 Wo ist der? so wollen wir ihn loben; denn er tut groe Dinge unter seinem Volk.
31:10 Wer bewhrt sich darin bis ans Ende? Der soll gelobt werden. Wer konnte das Gesetz bertreten und tat's doch nicht, konnte Bses tun und tat's auch nicht?
31:11 Seine Gter werden bleiben, und die Gemeinde wird seine Almosen preisen.
31:12 Wenn du am Tisch eines reichen Mannes sitzt, so sperr deinen Mund nicht auf
31:13 und denke nicht: Hier gibt's viel zu fressen!,
31:14 sondern bedenke, da ein neidisches Auge schlimm ist;
31:15 denn was ist neidischer als das Auge? Darum weint es schon beim geringsten Anla.
31:16 Greif nicht nach dem, wohin der andre sieht
31:17 damit du nicht mit ihm in der Schssel zusammenstt.
31:18 berlege dir, was dein Nchster gern oder ungern hat, und bedenke alles, was du tust.
31:19 I, was dir vorgesetzt wird, wie ein Mensch, und greif nicht gierig zu, damit man dich nicht miachtet.
31:20 Um des Anstandes willen hre du zuerst auf, und sei kein unersttlicher Vielfra, damit du keinen Ansto erregst.
31:21 Wenn du mit vielen zu Tisch sitzt, so greif nicht zuerst zu.
31:22 Ein wohlerzogener Mensch ist mit wenig zufrieden; darum braucht er in seinem Bett nicht so zu sthnen.
31:23 Und wenn der Magen mig gehalten wird, so schlft man gut und kann frh am Morgen aufstehen und fhlt sich wohl.
31:24 Aber ein unersttlicher Vielfra schlft unruhig und hat Leibschmerzen und Bauchweh.
31:25 Wenn du gentigt worden bist, viel zu essen, so steh auf, erbrich dich und geh weg, dann wirst du Ruhe haben. -
31:26 Mein Kind, gehorche mir und verachte mich nicht, so wirst du zuletzt meine Worte wahr finden.
31:27 Bei allem, was du tust, sei eifrig, so wirst du auch nicht krank werden. -
31:28 Einen gastfreien Mann loben die Leute und sagen, er sei ein trefflicher Mann; und das stimmt;
31:29 aber von einem Geizhals redet die ganze Stadt schlecht, und man spricht mit Recht so von ihm.
31:30 Sei kein Held beim Weinsaufen; denn der Wein bringt viele Leute um.
31:31 Das Feuer prft den Stahl, wenn er in Wasser getaucht ist; so prft der Wein die Mutwilligen, wenn sie in Streit geraten.
31:32 Der Wein erquickt die Menschen, wenn man ihn mig trinkt.
31:33 Und was ist das Leben ohne Wein?
31:34 Denn er ist geschaffen, da er die Menschen frhlich machen soll.
31:35 Der Wein, zu rechter Zeit und in rechtem Ma getrunken, erfreut Herz und Seele.
31:36 Aber wenn man zuviel davon trinkt, bringt er Herzeleid, weil man sich gegenseitig reizt und miteinander streitet.
31:37 Die Trunkenheit macht einen Narren noch toller,
31:38 bis er strauchelt und kraftlos hinfllt und sich verletzt. -
31:39 Schilt deinen Nchsten nicht beim Wein und verachte ihn nicht, wenn er lustig wird.
31:40 Gib ihm keine bsen Worte und drnge ihn nicht, wenn er dir etwas zurckzuzahlen hat.
32:1 Hat man dich zum Tischltesten eingesetzt, so berhebe dich nicht ber die andern, sondern stelle dich ihnen gleich. Sorge erst fr sie, dann magst du dich setzen.
32:2 Und wenn du alles getan hast, was notwendig war, dann setz dich zu ihnen,
32:3 damit du dich ber ihre Ehrung freuen kannst und einen Kranz erhltst, weil du alles so gut geordnet hast. -
32:4 Du, der du zu den lteren zhlst, kannst reden, weil es dir zukommt
32:5 und du Erfahrung hast; aber hindere die Spielleute nicht.
32:6 Und wenn man lauscht, so schwatz nicht dazwischen und spare dir deine Weisheit fr andere Zeiten.
32:7 Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert Musik das Festmahl.
32:8 Wie ein Smaragd auf schnem Golde,
32:9 so wirken Lieder beim guten Wein. -
32:10 Auch du, Jngling, darfst reden, wenn's ntig ist, aber hchstens zweimal,
32:11 wenn man dich fragt. Mach es kurz, und sage mit wenigen Worten viel;
32:12 und mach es wie einer, der zwar Bescheid wei, aber doch schweigt.
32:13 Stell dich nicht den Vornehmen gleich, und wo Alte sind, schwatz nicht viel.
32:14 Vor dem Donner leuchtet der Blitz; und dem Bescheidenen geht groe Gunst voraus. -
32:15 Steh beizeiten auf und sei nicht der Letzte;
32:16 sondern geh eilends heim und sei nicht leichtsinnig. Dort freue dich nach Herzenslust, doch sndige nicht im bermut;
32:17 sondern danke fr das alles dem, der dich geschaffen und mit seinen Gtern gesttigt hat.
32:18 Wer den Herrn frchtet, der nimmt Belehrung an, und wer frhzeitig danach trachtet, der wird Gnade finden.
32:19 Wer nach dem Gesetz fragt, der wird's reichlich empfangen; wer's aber nicht mit Ernst meint, der wird daran zu Fall kommen.
32:20 Wer den Herrn frchtet, der findet das Recht, und seine Urteile leuchten wie ein Licht.
32:21 Ein Gottloser lt sich nicht zurechtweisen und findet eine Begrndung, wie er sie gerade braucht. -
32:22 Ein vernnftiger Mann verachtet nicht guten Rat;
32:23 aber ein bermtiger frchtet sich vor nichts.
32:24 Tu nichts ohne Rat, so gereut's dich nicht nach der Tat. -
32:25 Geh nicht den Weg, auf dem du fallen oder dich an Steinen stoen knntest.
32:26 Verla dich nicht darauf, da der Weg eben ist; ja, hte dich auch vor deinen eignen Kindern.
32:27 Bei allem, was du tust, hab acht auf dich selbst; denn auch so hlt man die Gebote. -
32:28 Wer dem Gesetz vertraut, der achtet auf die Gebote; und wer dem Herrn vertraut, dem wird nichts fehlen.
33:1 Wer den Herrn frchtet, dem widerfhrt nichts Bses; sondern wenn er angefochten ist, wird er wieder erlst werden.
33:2 Ein Weiser lt sich das Gesetz nicht verleiden; aber ein Heuchler treibt umher wie ein Schiff im Sturm.
33:3 Ein verstndiger Mensch vertraut dem Gesetz, und das Gesetz gibt ihm zuverlssige Weisung wie eine Losentscheidung durch Gott. -
33:4 berlege zuvor, was du sagen willst, dann wird man dich anhren; la dich zuvor belehren, dann kannst du recht antworten.
33:5 Des Narren Herz ist wie ein Rad am Wagen, und seine Gedanken drehen sich wie die Nabe. -
33:6 Wie ein Hengst, der unter jedem Reiter wiehert, so ist ein Freund, der Lust zum Spott hat.
33:7 Warum mu ein Tag heiliger sein als der andre, obwohl doch alle Tage im Jahre gleichermaen von der Sonne herkommen?
33:8 Die Weisheit des Herrn hat sie so unterschieden, und er hat die Zeiten des Jahres und die Feiertage so geordnet:
33:9 Er hat einige ausgezeichnet und geheiligt, und andere hat er in die Reihe der brigen Tage gestellt.
33:10 Wie alle Menschen aus der Erde und Adam aus dem Staube geschaffen sind,
33:11 so hat sie doch der Herr unterschieden in seiner groen Weisheit und ihre Wege verschieden bestimmt.
33:12 Einige hat er gesegnet, erhht und geheiligt und zu seinem Dienst bestellt; andere aber hat er verflucht und erniedrigt und aus ihrer Stellung gestrzt.
33:13 Denn sie sind in seiner Hand wie Ton in des Tpfers Hand; er macht alle seine Werke, wie es ihm gefllt.
33:14 So sind auch die Menschen in der Hand dessen, der sie gemacht hat, er gibt einem jeden, wie er es fr recht hlt.
33:15 Wie das Gute dem Bsen und das Leben dem Tod gegenbergestellt ist, so der Gottesfrchtige dem Gottlosen.
33:16 So schau alle Werke des Hchsten an: es sind immer jeweils zwei, und dabei eins dem andern gegenbergestellt.
33:17 Als letzter bin auch ich am Werk gewesen wie einer, der im Herbst Nachlese hlt; und Gott hat mir den Segen dazu gegeben, da auch ich meine Kelter fllen konnte wie bei der Hauptlese.
33:18 Schaut, wie ich nicht fr mich allein gearbeitet habe, sondern fr alle, die gern lernen wollen!
33:19 Gehorcht mir, ihr Vornehmen im Volk, und ihr Vorsteher in der Gemeinde, vernehmt es!
33:20 La den Sohn, die Frau, den Bruder, den Freund nicht ber dich verfgen, solange du lebst; und bergib niemand dein Hab und Gut, damit es dich nicht reut und du sie darum bitten mut.
33:21 Solange du lebst und atmen kannst, berla deinen Platz keinem andern Menschen.
33:22 Es ist besser, da deine Kinder dich brauchen, als da du aus ihren Hnden nehmen mut.
33:23 Bei allem, was du tust, behalte die Entscheidung in der Hand, und la dir deine Ehre nicht nehmen.
33:24 Wenn dein Ende kommt, da du davon mut, dann teile dein Erbe aus. -
33:25 Der Esel braucht Futter, den Stock und seine Last und der Sklave Brot, Strafe und Arbeit.
33:26 Halte den Sklaven zur Arbeit an, so hast du Ruhe vor ihm; lt du ihn mig gehen, so will er frei sein.
33:27 Joch und Riemen beugen den Nacken; ein bser Sklave gehrt in den Block und verdient Schlge!
33:28 Treibe ihn zur Arbeit an, da er nicht mig geht;
33:29 denn Miggang lehrt viel Bses.
33:30 Lege ihm Arbeiten auf, die einem Sklaven gebhren; gehorcht er dann nicht, so fele seine Fe. Doch lege keinem zu viel auf und tu nichts, ohne ein Recht darauf zu haben.
33:31 Hast du einen Sklaven, so halt's mit ihm wie mit dir selbst; denn du hast ihn teuer erworben. Hast du einen Sklaven, so behandle ihn wie einen Bruder; denn du hast ihn ntig wie dein eignes Leben.
33:32 Behandelst du ihn aber schlecht, so da er sich aufmacht und davonluft: wo willst du ihn dann suchen?
34:1 Unweise Leute betrgen sich selbst mit trichten Hoffnungen, und Narren verlassen sich auf Trume.
34:2 Wer auf Trume hlt, der greift nach dem Schatten und will den Wind haschen.
34:3 Trume sind nichts anderes als Bilder ohne Wirklichkeit.
34:4 Was unrein ist, wie kann das rein sein? und was falsch ist, wie kann das wahr sein?
34:5 Eigne Weissagung und Zeichendeutung und Trume sind nichts, und man sieht dabei Wahnbilder wie eine Gebrende;
34:6 und wenn es nicht kommt durch Eingebung des Hchsten, so halt nichts davon.
34:7 Denn Trume betrgen viele Leute, und es schlgt denen fehl, die darauf bauen.
34:8 Aber das Gesetz trgt nicht und erfllt sich, und was die Weisheit spricht mit wahrhaftigem Mund, das geschieht auch.
34:9 Ein Mann, der viel herumgekommen ist, versteht viel, und einer mit viel Erfahrung kann Weisheit lehren.
34:10 Wer nicht erfahren ist, der versteht wenig;
34:11 wer aber weit herumgekommen ist, der ist voll Klugheit.
34:12 Weil ich weit herumgekommen bin, konnte ich viel lernen, und ich wei mehr, als ich sage.
34:13 Oft bin ich in Todesgefahr gekommen, doch durch mein Wissen daraus errettet worden.
34:14 Der Geist der Gottesfrchtigen wird am Leben bleiben;
34:15 denn ihre Hoffnung richtet sich auf den, der ihnen helfen kann.
34:16 Wer den Herrn frchtet, der braucht vor nichts zu erschrecken noch zu verzagen; denn er ist seine Zuversicht.
34:17 Wohl dem, der den Herrn frchtet!
34:18 Worauf verlt er sich? Wer ist sein Halt?
34:19 Die Augen des Herrn sehen auf die, die ihn liebhaben. Er ist ein gewaltiger Schild, eine starke Sttze, ein Schutz gegen die Hitze, ein schtzendes Dach am heien Mittag, er bewahrt vor dem Straucheln, er hilft vor dem Fall;
34:20 er erfreut das Herz und macht das Angesicht frhlich und gibt Gesundheit, Leben und Segen.
34:21 Wer von unrechtem Gut opfert, dessen Opfer ist eine Lsterung;
34:22 und solche Gaben der Gottlosen sind nicht wohlgefllig.
34:23 Die Gaben der Gottlosen gefallen dem Hchsten gar nicht, auch vergibt er Snden nicht, selbst wenn man viel opfert. -
34:24 Wer vom Besitz der Armen opfert, der ist wie einer, der den Sohn vor den Augen des Vaters schlachtet.
34:25 Der Arme hat nichts zum Leben als ein wenig Brot; wer ihn auch noch darum bringt, der ist ein Mrder.
34:26 Wer seinem Nchsten die Nahrung nimmt, der ttet ihn.
34:27 Wer dem Arbeiter seinen Lohn nicht gibt, der ist ein Bluthund. -
34:28 Wenn einer baut und der andre einreit: was haben sie davon anderes als Mhe?
34:29 Wenn einer betet und der andre flucht: wessen Stimme soll der Herr erhren?
34:30 Wer sich wscht, wenn er einen Toten angerhrt hat, und rhrt ihn wieder an: was hilft ihm sein Waschen?
34:31 So ist der Mensch, der fr seine Snden fastet und sndigt immer wieder: wer soll sein Gebet erhren, und was hilft ihm sein Fasten?
35:1 Gottes Gebote halten, das ist ein reiches Opfer.
35:2 Gottes Gebote ehren, das ist das rechte Dankopfer.
35:3 Gott danken, das ist das rechte Speisopfer.
35:4 Barmherzigkeit ben, das ist das rechte Lobopfer.
35:5 Von Snden lassen, das ist ein Gottesdienst, der dem Herrn gefllt; und aufhren, Unrecht zu tun, das ist ein rechtes Shnopfer.
35:6 Im Haus des Herrn aber sollst du nicht mit leeren Hnden erscheinen;
35:7 denn das alles mu man tun um des Gebotes willen.
35:8 Des Gerechten Opfer macht den Altar reich, und Opfergeruch ist dem Hchsten wohlgefllig.
35:9 Des Gerechten Opfer ist angenehm und wird nicht mehr vergessen.
35:10 Ehre Gott mit deinen Opfern gern und reichlich, und gib deine Erstlingsgaben, ohne zu geizen.
35:11 Was du gibst, das gib gern, und bringe den Zehnten frhlich dar.
35:12 Gib dem Hchsten, wie er dir gegeben hat, und gib gern und reichlich nach deinem Vermgen.
35:13 Denn der Herr, der vergilt, wird dir's siebenfach vergelten.
35:14 Bring deine Gabe nicht, um Gott zu bestechen; denn eine solche wird er nicht annehmen.
35:15 Verla dich nicht auf ein ungerechtes Opfer; denn der Herr ist ein Richter, und vor ihm gilt kein Ansehen der Person.
35:16 Er hilft dem Armen ohne Ansehen der Person und erhrt das Gebet des Unterdrckten.
35:17 Er verachtet das Gebet der Waisen nicht noch die Witwe, wenn sie klagt.
35:18 Die Trnen der Witwen flieen die Backen herab
35:19 und schreien gegen den, der sie hervorgerufen hat.
35:20 Wer Gott dient, wie es ihm gefllt, der ist ihm angenehm, und sein Gebet reicht bis in die Wolken.
35:21 Das Gebet der Elenden dringt durch die Wolken und lt nicht ab, bis es vor Gott kommt, und hrt nicht auf, bis der Hchste darauf achtet. -
35:22 Und der Herr wird recht richten und bestrafen und nicht sumen noch Langmut zeigen, bis er den Unbarmherzigen die Lenden zerschmettert
35:23 und an solchen Leuten Vergeltung bt und alle Gewaltttigen vernichtet und die Macht der Ungerechten zerschlgt.
35:24 Er wird den Menschen nach ihren Taten vergelten und wird an ihnen handeln nach ihren Plnen,
35:25 er wird seinem Volk Recht schaffen und es erfreuen mit seiner Barmherzigkeit.
35:26 Wie der Regen erquickt, wenn es lange trocken gewesen ist, so lieblich ist seine Barmherzigkeit in der Zeit der Not.
36:1 Herr, allmchtiger Gott, erbarme dich unser,
36:2 sieh hin und versetze alle Vlker in Schrecken!
36:3 Erhebe deine Hand gegen die fremden Vlker, da sie deine Macht sehen.
36:4 Wie du vor ihren Augen dich heilig erwiesen hast an uns, so zeige dich mchtig an ihnen vor unsern Augen,
36:5 damit sie dich erkennen, wie wir erkannt haben, da es keinen andern Gott gibt als dich, Herr.
36:6 Tu neue Zeichen und neue Wunder.
36:7 Verherrliche deine Hand und deinen rechten Arm.
36:8 Errege Grimm und schtte Zorn aus.
36:9 Wirf den Widersacher nieder und vertilge den Feind;
36:10 fhre bald die Zeit herbei und denke an deinen Eid, damit man deine Wundertaten preist.
36:11 Der Zorn des Feuers soll die verzehren, die sich so sicher fhlen; und die deinem Volk Leid antun, sollen umkommen.
36:12 Zerschmettre die Kpfe der Frsten, die uns feind sind und sagen: Auer uns gibt es niemand! -
36:13 Versammle alle Stmme Jakobs und la sie dein Erbe sein wie am Anfang.
36:14 Herr, erbarme dich ber dein Volk, das von dir den Namen hat, und ber Israel, das du einen Erstgeborenen genannt hast.
36:15 Erbarme dich ber die Stadt Jerusalem, wo dein Heiligtum ist und wo du wohnst.
36:16 Erflle Zion mit deiner Majestt und dein Volk mit deiner Herrlichkeit.
36:17 Bekenne dich zu denen, die von Anfang an dein Eigentum gewesen sind; und erflle die Verheiungen, die in deinem Namen verkndigt worden sind.
36:18 Lohne es denen, die auf dich warten, damit das Wort deiner Propheten besttigt wird.
36:19 Nach dem Segen Aarons ber dein Volk erhre, Herr, das Gebet derer, die dich anrufen, damit alle, die auf Erden wohnen, erkennen, da du der Herr bist, der ewige Gott.
36:20 Der Bauch nimmt verschiedene Speisen zu sich; doch ist die eine Speise besser als die andre.
36:21 Wie die Zunge das Wildbret schmeckt, so merkt ein verstndiges Herz die falschen Worte.
36:22 Ein tckischer Mensch kann einen ins Unglck bringen; aber ein erfahrner wei es ihm zu vergelten. -
36:23 Eine Frau wird jeden zum Manne nehmen; aber unter den Tchtern nimmt man die eine lieber als die andre.
36:24 Eine schne Frau erfreut den Mann, und er sieht nichts lieber;
36:25 wenn sie dazu freundliche und liebliche Worte spricht, so ist ihr Mann nicht zu vergleichen mit andern. -
36:26 Wer eine Frau erwirbt, erwirbt damit noch mehr: eine Gehilfin, die zu ihm pat, und eine Sule, an die er sich lehnt.
36:27 Wo kein Zaun ist, wird Hab und Gut geraubt; und wo keine Frau ist, da irrt der Mann seufzend umher.
36:28 Wie man einem bewaffneten Ruber nicht traut, der von einer Stadt in die andre schleicht, so traut man auch nicht einem Mann, der kein Heim hat und dort bleiben mu, wo er am Abend hinkommt.
37:1 Jeder Freund sagt zwar: Ich bin auch dein Freund -; aber einige sind nur dem Namen nach Freunde.
37:2 Wenn ein Gefhrte und Freund einem feind wird, so bleibt der Gram darber bis in den Tod.
37:3 Ach wo kommt doch das bel her, da alle Welt so voll Falschheit ist?
37:4 Wenn's dem Freund gut geht, so freuen sie sich mit ihm; wenn's ihm aber schlecht geht, werden sie seine Feinde.
37:5 Sie stehen ihm bei, wenn es um den Bauch geht; aber wenn es Kampf gibt, verstecken sie sich hinter dem Schild.
37:6 Vergi den Freund nicht in deinem Herzen,
37:7 und denke an ihn, wenn du reich wirst.
37:8 Jeder Ratgeber will raten, aber einige raten zu ihrem eignen Nutzen.
37:9 Darum hte dich vor dem Ratgeber: berlege zuvor, was ihm ntzlich sein kann, denn er denkt vielleicht daran, zu seinem Vorteil zu raten; la ihn nicht ber dich bestimmen,
37:10 damit er nicht sagt: Du bist auf dem rechten Weg -, selbst aber beiseite steht und achtgibt, wie es dir ergehen wird.
37:11 Berate dich nicht mit dem, der dich mignstig betrachtet, und vor denen, die dich beneiden, verbirg deinen Plan.
37:12 Man fragt ja auch nicht eine Frau um Rat, wie man ihre Nebenbuhlerin freundlich behandeln soll, oder einen ngstlichen, wie man Krieg fhren soll, oder einen Kaufmann, wie hoch er deine und seine Ware schtzt, oder einen Kufer, wie teuer du etwas verkaufen sollst,
37:13 oder einen Mignstigen, wie man denken, oder einen Unbarmherzigen, wie man barmherzig sein soll, oder einen Faulen, wie man viel arbeiten kann,
37:14 oder einen fr ein Jahr angeworbenen Tagelhner, ob seine Arbeit schon zu Ende ist, oder einen trgen Hausknecht, wieviel man leisten kann. Alle diese Leute frag nicht um Rat,
37:15 sondern halte dich stets zu gottesfrchtigen Leuten, von denen du weit, da sie Gottes Gebote halten;
37:16 die gesinnt sind, wie du bist, die Mitleid mit dir haben, wenn du strauchelst.
37:17 Und bleibe bei dem, was dir dein Herz rt; denn du wirst keinen treueren Ratgeber finden.
37:18 Denn mit seinem Herzen kann ein Mann oft mehr erkennen als sieben Wchter, die oben auf der Warte sitzen.
37:19 Doch bei alledem rufe den Allerhchsten an, da er dein Tun gelingen und nicht fehlschlagen lt.
37:20 Ehe du etwas anfngst, berleg dir's zuvor; und ehe du etwas tust, geh mit dir zu Rate.
37:21 Denn wenn man etwas Neues vorhat, so treten vier Dinge auf: Gutes und Bses, Leben und Tod; und darber regiert allezeit die Zunge. -
37:22 Mancher ist zwar fhig, vielen andern zu raten, aber sich selbst kann er nicht helfen.
37:23 Mancher mchte klug raten und wird doch nicht gern gehrt, und so bleibt er ein Bettler;
37:24 denn er hat nicht vom Herrn die Gnade dazu, und es ist keine Weisheit in ihm. -
37:25 Mancher ist weise nur fr sich selbst; der schafft mit seinem Rat nur fr sich selbst Nutzen.
37:26 Ein weiser Mann lehrt sein Volk und schafft mit seinem Rat bleibenden Nutzen.
37:27 Ein weiser Mann wird sehr gelobt, und alle, die ihn sehen, preisen ihn.
37:28 Jeder hat eine bestimmte Zeit zu leben; aber Israels Tage sind nicht zu zhlen.
37:29 Ein Weiser hat in seinem Volk groes Ansehen, und sein Name bleibt ewig.
37:30 Mein Kind, prfe, was fr deinen Leib gesund ist; und sieh, was fr ihn ungesund ist, das gib ihm nicht.
37:31 Denn nicht alles ist jedem ntzlich, auch mag nicht jeder alles.
37:32 berfri dich nicht, wenn es dir schmeckt, und sei nicht gierig bei leckeren Speisen.
37:33 Denn viel Fressen macht krank, und ein unersttlicher Vielfra wird sich erbrechen.
37:34 Viele haben sich zu Tode gefressen; wer aber mig it, der lebt desto lnger.
38:1 Ehre den Arzt mit gebhrender Verehrung, damit du ihn hast, wenn du ihn brauchst;
38:2 denn der Herr hat ihn geschaffen, und die Heilung kommt von dem Hchsten, und Knige ehren ihn mit Geschenken.
38:3 Die Kunst des Arztes erhht ihn und macht ihn gro bei Frsten und Herren.
38:4 Der Herr lt die Arznei aus der Erde wachsen, und ein Vernnftiger verachtet sie nicht.
38:5 Wurde nicht das bittere Wasser s durch Holz, damit man seine Kraft erkennen sollte?
38:6 Und er hat solche Kunst den Menschen gegeben, um sich herrlich zu erweisen durch seine wunderbaren Mittel.
38:7 Damit heilt er und vertreibt die Schmerzen, und der Apotheker macht Arznei daraus,
38:8 damit Gottes Werke kein Ende nehmen und es Heilung durch ihn auf Erden gibt.
38:9 Mein Kind, wenn du krank bist, so miachte dies nicht; sondern bitte den Herrn, dann wird er dich gesund machen.
38:10 La ab von der Snde und handle rechtschaffen und reinige dein Herz von aller Missetat.
38:11 Opfre lieblichen Geruch und feinstes Mehl zum Gedenkopfer, und gib ein fettes Opfer, als mtest du sterben.
38:12 Danach la den Arzt zu dir, denn der Herr hat ihn geschaffen; und weise ihn nicht von dir, denn du brauchst auch ihn.
38:13 Es kann die Stunde kommen, in der dem Kranken allein durch die Hand der rzte geholfen wird;
38:14 denn auch sie werden den Herrn bitten, da er's ihnen gelingen lt, damit es sich mit ihm bessert und er gesund wird und wieder fr sich sorgen kann.
38:15 Wer vor seinem Schpfer sndigt, der soll dem Arzt in die Hnde fallen!
38:16 Mein Kind, wenn einer stirbt, so beweine ihn und klage wie einer, dem groes Leid geschehen ist, und verhlle seinen Leib, wie es ihm zukommt, und bestatte ihn mit Ehren.
38:17 Du sollst bitterlich weinen und von Herzen betrbt sein und Leid tragen, wie er es verdient hat,
38:18 etwa einen Tag oder zwei, damit man nicht schlecht von dir redet; und trste dich auch wieder, damit du nicht allzu traurig wirst.
38:19 Denn vom Trauern kommt der Tod, und die Traurigkeit des Herzens schwcht die Krfte.
38:20 In der Anfechtung bleibt die Traurigkeit, und ein Leben in Armut tut dem Herzen weh.
38:21 La die Traurigkeit nicht in dein Herz, sondern weise sie ab und denk ans Ende und vergi es nicht;
38:22 denn es gibt kein Wiederkommen. Du hilfst ihm nicht, und dir tust du Schaden.
38:23 Denke daran: wie er gestorben, so mut du auch sterben. Gestern war's an mir, heute ist's an dir.
38:24 Weil der Tote nun seine Ruhe hat, so hre auch du auf, ihn zu beklagen, und trste dich wieder, weil sein Geist von ihm geschieden ist.
38:25 Wer Weisheit lernt, braucht viel Zeit, und nur wer sonst nichts zu tun hat, wird Weisheit gewinnen.
38:26 Wie kann der Weisheit erlernen, der den Pflug fhrt und stolz die Ochsen mit dem Stecken antreibt und nur mit solchen Arbeiten umgeht und mit nichts anderm als mit Ochsen zu reden wei?
38:27 Er mu daran denken, wie er ackern soll, und mu spt und frh den Khen Futter geben. -
38:28 Ebenso geht es den Zimmerleuten und Baumeistern, die Tag und Nacht arbeiten, oder denen, die Siegel stechen und fleiig Bilder malen; die mssen daran denken, da das Bild hnlich wird, und frh und spt darauf bedacht sein, da sie es vollenden. -
38:29 Ebenso geht es dem Schmied bei seinem Ambo, der auf das Schmiedewerk achtet und vom Feuer versengt wird und sich in der Hitze des Ofens mde arbeitet.
38:30 Das Hmmern drhnt ihm in die Ohren, und er sieht darauf, wie er das Werk richtig macht,
38:31 und mu daran denken, wie er's fertigbringt, und frh und spt darauf bedacht sein, da es schn aussieht.
38:32 Ebenso geht es dem Tpfer; der mu bei seiner Arbeit sitzen und die Scheibe mit seinen Fen drehen und mu immer um sein Werk besorgt sein und sein bestimmtes Ma an Arbeit tun.
38:33 Er mu mit seinen Armen aus dem Ton sein Gef formen und mu sich mit seinen Fen abmhen.
38:34 Er mu daran denken, wie er's fein glasiert, und frh und spt den Ofen fegen. -
38:35 Diese alle vertrauen auf ihre Hnde, und jeder versteht sich auf sein Handwerk.
38:36 Man kann sie beim Bau der Stadt nicht entbehren,
38:37 sie sind weder Beisassen noch brauchen sie umherzuziehen - doch zur Beratung des Volks werden sie nicht herangezogen, und in der Gemeinde treten sie nicht hervor;
38:38 auf dem Stuhl des Richters sitzen sie nicht, auf Bund und Gesetz verstehen sie sich nicht; sie knnen Recht und Gerechtigkeit nicht lehren,
38:39 und weise Sprche werden bei ihnen nicht gefunden: doch sie sttzen den Bestand der Welt und denken daran, wie sie ihre Arbeit verrichten knnen.
39:1 Wer sich aber vorgenommen hat, ber das Gesetz des Hchsten nachzusinnen, der mu die Weisheit aller Alten erforschen und in den Propheten studieren.
39:2 Er mu die Geschichten berhmter Leute kennen und ber die Sprche nachdenken, was sie bedeuten und lehren.
39:3 Er mu den verborgenen Sinn der Gleichnisse erforschen und mit Rtselsprchen vertraut sein.
39:4 Der kann den Frsten dienen und vor den Herren erscheinen.
39:5 Er durchzieht fremde Lnder; denn er sucht zu erfahren, was bei den Menschen gut und bse ist.
39:6 Er denkt daran, in der Frhe den Herrn zu suchen, der ihn geschaffen hat, und betet vor dem Hchsten.
39:7 Er tut seinen Mund getrost auf und betet fr seine Snden.
39:8 Und wenn es dem groen Gott gefllt, so gibt er ihm den Geist der Weisheit reichlich.
39:9 Er kann weisen Rat und Lehre geben in Flle, dafr dankt er dem Herrn in seinem Gebet.
39:10 Er richtet sein Wollen und sein Wissen darauf, die Geheimnisse des Herrn zu verstehen.
39:11 Danach gibt er seine Belehrung und rhmt sich des Gesetzes des Herrn.
39:12 Und viele preisen seine Weisheit, und sie wird niemals untergehen.
39:13 Er wird niemals mehr vergessen werden, und noch nach seinem Tode bleibt ihm dieser Name.
39:14 Was er gelehrt hat, wird man in aller Welt verknden, und die Gemeinde wird ihn rhmen.
39:15 Solange er lebt, hat er einen grern Namen als tausend andre; und noch nach seinem Tode bleibt er ihm.
39:16 Ich habe mir noch mehr berlegt und will es sagen; denn rund wie der Vollmond bin ich voll von Gedanken.
39:17 Gehorcht mir, ihr frommen Shne, und ihr werdet wachsen wie die Rosen, an den Bchen gepflanzt,
39:18 und werdet lieblichen Duft geben wie Weihrauch und blhen wie die Lilien. Verbreitet Wohlgeruch
39:19 und singt ein Loblied! Lobt den Herrn fr alle seine Werke, preist seinen Namen herrlich!
39:20 Dankt ihm und lobt ihn mit Singen und Klingen und stimmt dies Danklied an:
39:21 Alle Werke des Herrn sind sehr gut; und was er gebietet, das geschieht zur rechten Zeit.
39:22 Und man darf nicht sagen: Was ist das? Was soll das? Denn zur rechten Zeit trifft alles ein, wie damals, als durch sein Gebot das Wasser stand wie eine Mauer und durch sein Wort die Wasser standen, wie in ein Gef gefat.
39:23 Durch sein Gebot schafft er alles, was er will, und wenn er hilft, kann's niemand hindern.
39:24 Die Werke aller Menschen sind vor ihm, und vor seinen Augen ist nichts verborgen.
39:25 Er sieht alles vom Anfang der Welt bis ans Ende der Welt, und vor ihm ist kein Ding zu wunderbar.
39:26 Man darf nicht sagen: Was ist das? was soll das? Denn er hat alles geschaffen, damit es zu etwas dienen soll.
39:27 Denn sein Segen fliet daher wie ein Strom und trnkt die Erde wie eine groe Flut.
39:28 Ebenso trifft sein Zorn die Heiden, wie damals, als er ein wasserreiches Land in ein Salzmeer verwandelte.
39:29 Sein Tun ist bei den Heiligen recht; aber die Gottlosen stoen sich daran.
39:30 Von Anfang an ist das Gute fr die Frommen geschaffen und ebenso das Bse fr die Gottlosen.
39:31 Der Mensch bedarf zu seinem Leben vor allem Wasser, Feuer, Eisen, Salz, Mehl, Milch, Honig, Wein, l und Kleider.
39:32 Das alles kommt den Frommen zugut, aber fr die Gottlosen wandelt es sich zum Bsen.
39:33 Es gibt Winde, die sind zur Strafe geschaffen, und durch ihr Strmen richten sie schweren Schaden an;
39:34 und wenn die Strafe kommen soll, so toben sie und besnftigen dadurch den Zorn dessen, der sie geschaffen hat.
39:35 Feuer, Hagel, Hunger, Tod, das alles ist zur Strafe geschaffen.
39:36 Wilde Tiere, Skorpione, Schlangen und das Schwert sind auch zur Strafe geschaffen, um die Gottlosen zugrunde zu richten.
39:37 Mit Freuden erfllen sie seinen Befehl und sind bereit, wenn er sie auf Erden braucht; und wenn ihre Zeit kommt, widersetzen sie sich ihm nicht.
39:38 Darum war ich von Anfang an meiner Sache gewi und bedachte es und schrieb's nieder,
39:39 da alle Werke des Herrn gut sind und jedes zu seiner Zeit einen Zweck erfllt
39:40 und da man nicht sagen darf: Es ist nicht alles gut; denn alles ist zu seiner Zeit sinnvoll.
39:41 Darum soll man den Namen des Herrn loben und danken mit Herz und Mund.
40:1 Groes Elend ist jedem Menschen zugeteilt, und ein schweres Joch liegt auf den Menschenkindern von Mutterleib an, bis sie zur Erde zurckkehren, die unser aller Mutter ist.
40:2 Da sind immer Sorge, Furcht, Hoffnung und zuletzt der Tod
40:3 sowohl bei dem, der in hohen Ehren sitzt, wie bei dem, der im Staube liegt;
40:4 sowohl bei dem, der Purpur und Krone trgt, wie bei dem, der einen groben Kittel anhat. Da sind immer Zorn, Eifersucht, Kummer, Unfriede und Todesfurcht, Ha und Streit.
40:5 Und wenn einer des Nachts auf seinem Bett ruhen und schlafen soll, beunruhigen ihn allerlei Gedanken.
40:6 Wenn er schon ein wenig ruht, so ist's doch nichts damit; denn bald ist ihm im Schlaf, als wre es Tag und er she die Feinde kommen, und er erschrickt im Traum, als fliehe er aus der Schlacht;
40:7 und im Augenblick der Not wacht er auf und ist heilfroh, da die Furcht umsonst war.
40:8 Dies widerfhrt allem Fleisch, sowohl Menschen wie Vieh, aber den Gottlosen siebenmal mehr:
40:9 Mord, Blutvergieen, Streit, Schwert, Unglck, Hunger, Verderben und Plage:
40:10 Das alles ist den Gottlosen zugeteilt; denn auch die Sintflut mute um ihretwillen kommen.
40:11 Alles, was aus der Erde kommt, mu wieder zu Erde werden, wie alle Wasser wieder ins Meer flieen.
40:12 Alle Geschenke und unrechten Zuwendungen werden untergehen; aber die Redlichkeit bleibt ewig.
40:13 Die Gter der Gottlosen versiegen wie ein Bach, wie ein starker Donner im Regen verhallt.
40:14 Sie sind frhlich, solange sie Geschenke nehmen; aber zuletzt gehen sie doch zugrunde.
40:15 Die Nachkommen der Gottlosen bringen keine Zweige hervor, und die Wurzel der Ungerechten steht auf einem nackten Felsen.
40:16 Und selbst wenn sie wie das Riedgras sehr feucht und am Wasser stnden, werden sie doch ausgerottet eher als alles Gras. -
40:17 Wohltun aber ist wie ein gesegneter Garten, und Barmherzigkeit bleibt ewig.
40:18 Wer von seiner Arbeit lebt und wer bescheiden ist, der hat ein gutes Leben; aber besser als beide hat es der, der einen Schatz findet.
40:19 Kinder zeugen und Stdte grnden machen einen bleibenden Namen; aber eine untadelige Frau wird mehr geschtzt als beides.
40:20 Wein und Saitenspiel erfreuen das Herz; aber die Weisheit ist liebenswerter als sie beide.
40:21 Flte und Harfe klingen schn; aber eine freundliche Rede ist besser als sie beide.
40:22 Anmut und Schnheit sieht das Auge gern, aber eine grne Saat lieber als beides.
40:23 Einem Freund und einem Gefhrten begegnet man gern, aber lieber hat man die Frau, mit der man lebt.
40:24 Brder und Helfer sind gut in der Not, aber mehr als beide rettet Almosengeben.
40:25 Gold und Silber lassen einen Mann sicher stehen, aber mehr als beides ein guter Rat.
40:26 Reichtum und Macht erhhen den Mut, aber mehr als beides die Furcht des Herrn.
40:27 In der Furcht des Herrn fehlt einem nichts, und man braucht keine Hilfe.
40:28 Die Furcht des Herrn ist wie ein gesegneter Garten, und nichts ist so schn wie sie.
40:29 Mein Kind, verleg dich nicht aufs Betteln; es ist besser, zu sterben als zu betteln.
40:30 Wer sich nach fremden Tischen umsieht, dessen Leben kann nicht als rechtes Leben gelten; denn er macht sich unrein mit fremden Speisen;
40:31 aber gerade davor htet sich ein vernnftiger, wohlerzogener Mann.
40:32 Betteln schmeckt dem unverschmten Maul gut; aber im Bauch wird es wie Feuer brennen.
41:1 O Tod, wie bitter bist du, wenn an dich ein Mensch denkt, der gute Tage und genug hat und ohne Sorgen lebt
41:2 und dem es wohl geht in allen Dingen und der noch gut essen kann!
41:3 O Tod, wie wohl tust du dem Armen,
41:4 der schwach und alt ist, der in allen Sorgen steckt und nichts Besseres zu hoffen noch zu erwarten hat!
41:5 Frchte den Tod nicht! Denke an die, die vor dir gewesen sind und nach dir kommen werden. So ist es vom Herrn verordnet ber alle Menschen.
41:6 Und was wehrst du dich gegen den Willen des Hchsten? Ob du zehn oder hundert oder tausend Jahre lebst,
41:7 im Tod fragt man nicht, wie lange einer gelebt hat.
41:8 Die Kinder der Gottlosen und die sich zu den Gottlosen gesellen, die werden verworfen.
41:9 Das Erbteil der Kinder von Gottlosen geht verloren; und ihre Nachkommen werden immer verachtet sein.
41:10 Die Kinder werden den gottlosen Vater anklagen; denn um seinetwillen sind sie verachtet.
41:11 Weh euch, ihr Gottlosen, die ihr des Hchsten Gesetz verlat!
41:12 Werdet ihr geboren, so werdet ihr zum Fluch geboren; und sterbt ihr, so fallt ihr dem Fluch zum Opfer.
41:13 Wie alles, was aus der Erde kommt, wieder zu Erde wird, so kommen die Gottlosen aus dem Fluch zur Verdammnis.
41:14 Die Menschen trauern zwar um ihren Leib, aber bei den Gottlosen wird auch der Name vertilgt, denn er taugt nichts.
41:15 Sieh zu, da du einen guten Namen behltst; der bleibt dir gewisser als tausend groe Schtze Gold.
41:16 Ein Leben, es sei so gut, wie es wolle, whrt nur eine kurze Zeit; aber ein guter Name bleibt ewig.
41:17 Meine Kinder, bewahrt willig, was man euch gelehrt hat. Eine Weisheit, die man verbirgt, und ein Schatz, der vergraben ist - was hat man von beiden? Besser ist ein Mensch, der seine Torheit verbirgt, als einer, der seine Weisheit verbirgt.
41:18 So schmt euch nun der Dinge, die ich jetzt aufzhle. -
41:19 Man schmt sich oft, wo man sich nicht zu schmen brauchte, und billigt oft, was man nicht billigen sollte. -
41:20 Schmt euch vor Vater und Mutter der Unzucht; vor dem Frsten und Herrn der Lge;
41:21 vor dem Richter und Rat des Unrechts; vor Gemeinde und Volk, das Gesetz zu bertreten;
41:22 vor dem Nchsten und Freund, treulos zu sein; vor den Nachbarn, zu stehlen. -
41:23 Schme dich, Eid und Vertrag zu ndern und dich beim Essen mit deinem Arm aufzusttzen.
41:24 Schme dich, da du schlecht bestehst, wenn du abrechnen sollst, und nicht dankst, wenn man dich grt.
41:25 Schme dich, nach den Huren zu sehen und dein Angesicht von deinen Blutsfreunden abzuwenden.
41:26 Schme dich, Erbteil und Morgengabe an dich zu bringen und nach einer verheirateten Frau zu blicken.
41:27 Schme dich, die Magd eines andern zu begehren und an ihr Bett zu treten.
41:28 Schme dich, deinen Freund zu schmhen, und wenn du ihm etwas gegeben hast, so wirf es ihm nicht vor.
41:29 Schme dich, alles weiterzusagen, was du gehrt hast, und auszuplaudern, was dir anvertraut wurde. So schmst du dich mit Recht und wirst allen Leuten lieb und wert sein.
42:1 Aber ber folgendes schme dich nicht, und nimm keine falsche Rcksicht, durch die du sndigen knntest: Schme dich nicht, Gesetz und Bund des Hchsten zu halten,
42:2 den Gottlosen, wenn er recht hat, gerecht zu sprechen;
42:3 mit dem Nchsten und Gefhrten genau abzurechnen; das Erbteil der Freunde gerecht zu verteilen;
42:4 rechtes Ma und Gewicht zu halten; zufrieden zu sein, ob du viel oder wenig gewinnst;
42:5 Gewinn zu erzielen beim Handeln mit Kaufleuten; die Kinder streng zu erziehen; den bsen Sklaven krftig zu zchtigen;
42:6 auf eine schlechte Frau gut aufzupassen; alles gut zu verschlieen, wo viele zugreifen knnen;
42:7 alles zu zhlen und abzuwiegen, was du herausgibst; jede Ausgabe und Einnahme aufzuschreiben;
42:8 die Unverstndigen und Toren zurechtzuweisen, auch die alten Leute, da sie nicht mit den jungen zanken. So wirst du ein aufrechter Mann sein und bei allen Leuten geachtet.
42:9 Eine Tochter bereitet dem Vater viele unruhige Nchte, von denen niemand wei, und die Sorge um sie nimmt ihm den Schlaf: solange sie jung ist, da sie verblhen knnte, oder wenn sie einen Mann hat, da er ihrer berdrssig wird,
42:10 oder solange sie noch unberhrt ist, da sie verfhrt und im Haus ihres Vaters schwanger werden knnte; oder wenn sie bei ihrem Mann ist, da sie sich nicht ordentlich hlt oder er kein Kind von ihr haben kann.
42:11 Wenn deine Tochter nicht auf sich hlt, so bewache sie scharf, da sie dich nicht vor deinen Feinden zum Spott macht und die ganze Stadt von dir redet und du in aller Munde bist und dich vor allen Leuten schmen mut. -
42:12 Sieh dich nicht um nach schnen Menschen, und suche nicht die Gesellschaft von Frauen!
42:13 Denn wie aus den Kleidern Motten kommen, so kommt von Frauen viel Schlechtigkeit.
42:14 Es ist besser, bei einem groben Mann zu sein als bei einer freundlichen Frau, die einen zu Hohn und Spott macht.
42:15 Ich will nun preisen des Herrn Werke und verknden, was ich gesehen habe. Durch das Wort des Herrn sind seine Werke geworden.
42:16 Die Sonne blickt auf alle Welt herab und gibt ihr Licht, und des Herrn Werk ist seiner Herrlichkeit voll.
42:17 Es ist selbst den Engeln des Herrn nicht gegeben, alle seine Wunderwerke zu verknden, die der allmchtige Herr geschaffen hat, damit das All durch seine Herrlichkeit besteht.
42:18 Er allein erforscht den Abgrund und das Herz der Menschen und durchschaut, was sie vorhaben.
42:19 Denn der Hchste wei alle Dinge und sieht voraus, was geschehen wird.
42:20 Er verkndet, was vergangen und was zuknftig ist, und offenbart, was verborgen ist; es entgeht ihm kein Gedanke, und nichts ist ihm verborgen.
42:21 Er hat die Werke seiner Weisheit fest gegrndet, wie er selber ist von Ewigkeit zu Ewigkeit.
42:22 Man kann sie weder grer noch geringer machen, und er hat keinen Ratgeber ntig.
42:23 Wie herrlich sind alle seine Werke, obwohl man kaum einen Funken davon erkennen kann.
42:24 Dies alles lebt und bleibt fr immer, und wenn er sie braucht, sind sie alle gehorsam.
42:25 Es sind immer zwei; eins steht dem andern gegenber, und dem, was er gemacht hat, fehlt nichts.
42:26 Er hat es so geordnet, da eins dem andern ntzt.
43:1 Und wer kann sich an seiner Herrlichkeit satt sehen? Die Schnheit der Hhe ist das helle Firmament, das Bild des Himmels ist herrlich anzusehen.
43:2 Wenn die Sonne aufgeht, verkndet sie den Tag; sie ist ein Wunderwerk des Hchsten.
43:3 Am Mittag trocknet sie das Land aus, und wer kann ihre Hitze ertragen?
43:4 Ein Ofen erhitzt Werkstcke, bis sie glhen, aber dreimal mehr erhitzt die Sonne die Berge; sie verbreitet Gluthauch und gibt so hellen Glanz von sich, da sie die Augen blendet.
43:5 Gro ist der Herr, der sie gemacht und ihr befohlen hat, ihre Bahn zu durcheilen.
43:6 Und der Mond mu berall scheinen zu seiner Zeit und die Zeiten anzeigen und ein Zeichen fr immer sein.
43:7 Nach dem Mond rechnet man die Feste; er ist ein Licht, das abnimmt und wieder zunimmt.
43:8 Er gibt dem Monat seinen Namen; er wchst und verndert sich wunderbar
43:9 und ist ein Feldzeichen fr das himmlische Heer, wenn er aufstrahlt am Firmament des Himmels. Die hellen Sterne zieren den Himmel,
43:10 ein leuchtender Schmuck an der Himmelshhe des Herrn.
43:11 Durch Gottes Wort halten sie ihre Ordnung ein und werden nicht mde, wenn sie Wache halten.
43:12 Sieh den Regenbogen an und lobe den, der ihn gemacht hat! denn er hat sehr schne Farben.
43:13 Er zieht am Himmel einen glnzenden Bogen; die Hand des Hchsten hat ihn gespannt.
43:14 Auf sein Wort hin fllt viel Schnee, und er lt Blitze herabfahren, mit denen er richtet. Darum tut sich der Himmel auf,
43:15 und die Wolken ziehen, wie die Vgel fliegen.
43:16 Er drckt durch seine Kraft die Wolken zusammen, da Hagelkrner herausfallen.
43:17 Sein Donner erschreckt die Erde, und Berge zittern vor ihm.
43:18 Durch seinen Willen wehen der Sdwind und der Nordwind und der Wirbelsturm.
43:19 Und wie die Vgel fliegen, so streut er den Schnee; der fllt herab, wie Heuschrecken sich niederlassen.
43:20 Er ist so wei, da er die Augen blendet, und das Herz mu sich wundern ber solch seltsamen Regen.
43:21 Er schttet den Reif auf die Erde wie Salz; und wenn es friert, so wird er spitz wie Dornen.
43:22 Und wenn der kalte Nordwind weht, so wird das Wasser zu Eis; wo Wasser ist, da weht er darber hin und zieht dem Wasser einen Harnisch an.
43:23 Was auf den Bergen steht, verbrennt er wie Gluthauch, und alles, was grn ist, versengt er wie Feuer.
43:24 Dagegen hilft der feuchte Nebel; und der Tau nach der Hitze erquickt alles wieder.
43:25 Durch sein Wort brachte der Herr das Meer zur Ruhe und ste Inseln darein.
43:26 Die auf dem Meer fahren, erzhlen von seinen Gefahren, und wir, die es hren, verwundern uns.
43:27 Dort gibt es erstaunliche Dinge, mancherlei Tiere und groe Fische. Durch den Herrn findet jeder Weg sein Ziel,
43:28 und durch sein Wort besteht alles.
43:29 Wenn wir auch viel sagen, so reicht es doch nicht aus; mit einem Wort: Er ist alles.
43:30 Wenn wir auch alles hoch rhmen - was ist das? Er ist doch noch viel hher als alle seine Werke.
43:31 Der Herr ist zu frchten und unaussprechlich gro, und seine Macht ist wunderbar.
43:32 Lobt und preist den Herrn, so hoch ihr knnt; er ist doch noch hher.
43:33 Preist ihn aus allen Krften und lat nicht ab;
43:34 dennoch reicht es nicht aus!
43:35 Wer hat ihn gesehen, da er von ihm erzhlen knnte? Wer kann ihn so hoch preisen, wie er ist?
43:36 Wir sehen von seinen Werken nur das wenigste; denn viele noch grere sind uns verborgen.
43:37 Denn alles, was da ist, das hat der Herr gemacht, und den Gottesfrchtigen gibt er Weisheit.
44:1 Lat uns loben die berhmten Mnner und unsre Vter, einen nach dem andern!
44:2 Viel Herrliches hat der Herr an ihnen getan von Anfang an durch seine groe Macht.
44:3 Es gab solche, die in ihren Knigreichen gut regiert haben, und Mnner, die wegen ihrer Macht gerhmt wurden, die durch ihre Einsicht Rat erteilt und Weissagungen verkndet haben,
44:4 die Land und Leute regiert haben mit Klugheit und Scharfsinn, die weise Lehren gegeben haben in ihren Schriften und kluge Sprche in ihren Anordnungen,
44:5 die Lieder und Weisen ersonnen und Gedichte geschrieben haben,
44:6 Mnner, die reich und mchtig gewesen sind und in Frieden an ihrem Ort gelebt haben.
44:7 Sie alle sind zu ihren Zeiten gepriesen und zu ihren Lebzeiten gerhmt worden.
44:8 Sie haben einen solchen Namen hinterlassen, da man noch heute von ihnen erzhlt und sie lobt.
44:9 Aber andere haben keinen Ruhm und sind umgekommen, als wren sie nie gewesen. Und als sie noch lebten, war es, als lebten sie nicht, und ebenso ihre Kinder nach ihnen.
44:10 Aber jene waren begnadete Leute, deren Gerechtigkeit nicht vergessen wird; bei ihren Nachkommen bleibt ihr Glck und ihr Erbe bei ihren Kindeskindern.
44:11 Ihre Nachkommen sind im Bunde Gottes geblieben und um ihretwillen auch ihre Kinder; fr immer bleibt ihr Geschlecht,
44:12 und ihr Lob wird nicht untergehen.
44:13 Sie sind in Frieden begraben; aber ihr Name bleibt ewig.
44:14 Die Leute reden von ihrer Weisheit,
44:15 und die Gemeinde verkndet ihr Lob.
44:16 Henoch gefiel dem Herrn und wurde hinweggenommen, um fr die Welt ein Beispiel der Bue zu sein. -
44:17 Noah wurde als vollkommen gerecht befunden, und zur Zeit des Zorns hat er Gnade gefunden;
44:18 seinetwegen ist ein Rest briggeblieben auf Erden, als die Sintflut kam.
44:19 Ein ewiger Bund wurde mit ihm geschlossen, da nicht mehr alles Leben durch eine Sintflut vertilgt werden sollte.
44:20 Abraham war der hochberhmte Vater vieler Vlker und wurde geehrt wie kein andrer.
44:21 Er hielt das Gesetz des Hchsten, und Gott schlo mit ihm einen Bund und besttigte diesen Bund an seinem Fleisch; und er wurde fr treu befunden, als er versucht wurde.
44:22 Darum verhie ihm Gott mit einem Eid, da durch sein Geschlecht die Vlker gesegnet werden sollten und er zahlreich werden sollte wie der Staub der Erde
44:23 und seine Nachkommen wie die Sterne erhht und Erben werden sollten von einem Meer bis ans andre und vom Euphrat bis an die Enden der Erde.
44:24 Er hat diesen Segen fr alle Menschen und ebenso den Bund dem Isaak besttigt um seines Vaters Abraham willena
44:25 und hat ihn auf Jakob kommen lassen.
44:26 Ihn hat er gndig gesegnet und ihm das Erbe gegeben und seine Anteile bestimmt und in zwlf Stmme aufgeteilt.
45:1 Er hat aus ihm kommen lassen Mose, den begnadeten Mann, der aller Welt lieb und wert war und dem Gott und Menschen zugetan waren, dessen Name hoch gepriesen wird.
45:2 Er hat ihm Glanz und Herrlichkeit wie den Engeln gegeben und ihn hoch erhoben, so da die Feinde ihn frchten muten, und lie ihn mit Worten viele Zeichen tun.
45:3 Er machte ihn herrlich vor Knigen und gab ihm Befehle an sein Volk und zeigte ihm seine Herrlichkeit.
45:4 Er hat ihn auserkoren um seiner Treue und Demut willen und aus allen Menschen erwhlt.
45:5 Er lie ihn seine Stimme hren und fhrte ihn in die dunkle Wolke.
45:6 Er hat ihm die Gebote gegeben von Angesicht zu Angesicht, das Gesetz des Lebens und der Weisheit, damit er Jakob den Bund lehren sollte und Israel seine Satzungen.
45:7 Aaron und Pinhaser hat Aaron, den Bruder des Mose, aus dem Stamm Levi, gleich ihm auserkoren und erhrt.
45:8 Er schlo einen ewigen Bund mit ihm und gab ihm das Priestertum im Volk.
45:9 Er hat ihn prchtig und schn gekleidet und zog ihm ein herrliches Gewand an und legte ihm prachtvollen Schmuck an.
45:10 Er zierte ihn mit kostbarem Geschmeide und legte ihm die Beinkleider an, das Untergewand und das Obergewand
45:11 und hngte ringsum viele Granatpfel und goldne Schellen daran, damit es klingen sollte, wenn er aus- und einging, und der Klang im Heiligtum gehrt und so seines Volkes vor Gott gedacht wrde;
45:12 die heiligen Gewnder, mit Gold, blauem und rotem Purpur bestickt;
45:13 die Brusttasche fr die Losentscheidungen, aus Scharlachfden kunstvoll gewirkt, mit den edlen Steinen, in Gold gefat durch die Arbeit eines Steinschneiders, in die die Namen der zwlf Stmme Israels eingegraben waren, damit ihrer gedacht wrde vor Gott;
45:14 das goldne Stirnblatt an dem Kopfbund, in das eingegraben war: Heilig dem Herrn. Das alles war herrlich und kostbar, schn und vollkommen.
45:15 Man hat so Schnes nie zuvor gesehen.
45:16 Es durfte sie niemals ein andrer anziehen, auer allein seine Shne und Nachkommen.
45:17 Seine Opfer sollten tglich zweimal dargebracht werden.
45:18 Mose fllte ihm die Hnde und salbte ihn mit dem heiligen l.
45:19 Es wurde ein ewiger Bund mit ihm und seinen Shnen geschlossen, da sie Gott dienen und Priester sein und sein Volk in seinem Namen segnen sollten, solange der Himmel besteht.
45:20 Der Herr hat ihn erwhlt aus allen Lebenden, damit er ihm Speisopfer und wohlriechende Rucheropfer zum Gedchtnis opfern sollte, um fr das Volk Shne zu schaffen.
45:21 Er bertrug ihm in seinen Geboten das Amt des Gesetzes und Rechts, da er Jakob seine Satzungen lehren und Israel mit seinem Gesetz erleuchten sollte.
45:22 Es rotteten sich zwar andere gegen ihn zusammen und waren neidisch auf ihn in der Wste: die Leute um Dathan und Abiram und die wtende Rotte Korach.
45:23 Aber der Herr sah es, und es gefiel ihm nicht; und sie wurden verschlungen im grimmigen Zorn.
45:24 Er tat ein schreckliches Zeichen an ihnen und verschlang sie mit seinem Feuer.
45:25 Aaron aber verlieh er noch mehr Herrlichkeit und gab ihm ein Erbteil: nmlich alle Erstlinge teilte er ihm zu; vor allem sicherte er ihm reichlich Nahrung.
45:26 Denn sie sollten die Opfer des Herrn essen, die er ihm und seinen Nachkommen gab.
45:27 Aber sie durften keinen Anteil am Landbesitz haben noch ein Erbe gemeinsam mit dem Volk, sondern der Herr selbst war ihr Erbteil.
45:28 Pinhas, der Sohn Eleasars, kam als Dritter zu solcher Herrlichkeit, weil er sich aus Gottesfurcht voller Eifer fr den Herrn eingesetzt hatte.
45:29 Denn als das Volk abfiel, stand er treu und entschlossen und schaffte Shne fr Israel.
45:30 Darum wurde ihm der Bund des Friedens gegeben, dem Heiligtum und dem Volk vorzustehen, damit er und seine Nachkommen das Hohepriestertum fr immer haben sollten.
45:31 Wie mit David, dem Sohn Isais aus dem Stamm Juda, der Bund geschlossen wurde, da allein aus seinen Shnen einer Knig sein soll:
45:32 so soll auch das Erbe Aarons seinen Shnen gehren. Er gebe euch Weisheit in euer Herz, sein Volk zu regieren mit Gerechtigkeit, damit euer Glck und eure Herrlichkeit nicht untergehe, sondern fr immer bei euch bleibe.
46:1 Josua, der Sohn Nuns, war ein gewaltiger Kriegsheld und der Nachfolger des Mose im Prophetenamt,
46:2 der Groes tat zur Rettung der Auserwhlten Gottes, wie sein Name sagt, und sie rchte an den Feinden, von denen sie angegriffen wurden, damit Israel sein Erbe bekme.
46:3 Wie herrlich stand er da, als er die Hand ausreckte und das Schwert zckte gegen die Stdte.
46:4 Wer konnte ihm standhalten? Denn er fhrte die Kriege des Herrn.
46:5 Auf seinen Befehl hin stand die Sonne still, und ein Tag wurde so lang wie zwei.
46:6 Er rief den Hchsten und Mchtigen an, als ihn seine Feinde ringsum bedrngten; und der Hchste erhrte ihn und lie Hagel wie Steine auf die Feinde fallen
46:7 und schlug die Widersacher tot, als sie herunterzogen. Und die Heiden erkannten, was fr Waffen er hatte
46:8 und da der Herr selbst gegenwrtig war im Kampf, weil er dem Allmchtigen treu nachgefolgt war.
46:9 Und zur Zeit des Mose handelten er und Kaleb, der Sohn Jefunnes, recht: sie stellten sich der Gemeinde entgegen, um das Volk von der Snde abzuhalten und das bse Murren zu unterdrcken.
46:10 Darum sind allein sie beide am Leben geblieben unter sechshunderttausend Mann und haben das Volk in sein Erbteil gebracht in ein Land, darin Milch und Honig fliet.
46:11 Und der Herr erhielt den Kaleb in voller Kraft bis in sein Alter, so da er hinaufzog aufs Gebirge im Lande; und seine Nachkommen besaen das Erbe,
46:12 damit alle Israeliten sehen konnten, wie gut es ist, dem Herrn zu gehorchen.
46:13 Und die Richter, jeder nach seinem Namen, die nicht Abgtterei trieben noch vom Herrn abfielen - auch ihr Gedchtnis bleibe im Segen!
46:14 Ihre Gebeine mgen grnen, wo sie liegen;
46:15 und ihr Name, auf ihre Kinder vererbt, werde gepriesen! -
46:16 Und Samuel, der Prophet des Herrn, von seinem Gott geliebt, richtete ein Knigreich auf und salbte Frsten ber sein Volk.
46:17 Er richtete die Gemeinde nach dem Gesetz des Herrn, und der Herr sah Jakob wieder gndig an.
46:18 Und der Prophet erwies sich als treu und gewissenhaft, und man erkannte, da seine Weissagungen wahr wurden.
46:19 Er rief den Herrn, den Mchtigen, an, als seine Feinde ihn ringsum bedrngten, und opferte ein Milchlamm.
46:20 Und der Herr donnerte vom Himmel herab und lie seine Stimme hren im Gewitter
46:21 und zerschlug die Anfhrer der Feinde und alle Frsten der Philister.
46:22 Und vor seinem Ende, ehe er starb, bezeugte er vor dem Herrn und seinem Gesalbten, da er von keinem Menschen Geld, auch nicht einen Schuh genommen htte; und kein Mensch konnte ihn anklagen.
46:23 Und nachdem er entschlafen war, weissagte er und verkndete dem Knig sein Ende; er lie seine Stimme hren aus der Erde, als er weissagte, da die gottlosen Leute umkommen wrden.
47:1 Danach, zur Zeit Davids, weissagte Nathan.
47:2 Und David war unter den Israeliten auserkoren, wie das Fett vom Opfer fr Gott bestimmt ist.
47:3 Er spielte mit Lwen wie mit jungen Bcken und mit Bren wie mit Lmmern.
47:4 In seiner Jugend schlug er den Riesen tot und nahm die Schmach von seinem Volk weg.
47:5 Er hob seine Hand mit der Steinschleuder und zerbrach den Hochmut des Goliat.
47:6 Denn er rief den Herrn, den Hchsten, an; der strkte ihm seine Hand, da er den erfahrenen Kriegsmann ttete und seinem Volk den Sieg gab.
47:7 Deshalb rhmte man ihn als Sieger ber zehntausend und ehrte ihn mit Lobliedern auf den Herrn, als er die knigliche Krone empfing.
47:8 Er schlug die Feinde ringsumher und vernichtete die Philister, seine Widersacher, und zerbrach ihre Macht bis zum heutigen Tag.
47:9 Bei jeder Tat dankte er dem Heiligen, dem Hchsten, mit einem Lobpreis.
47:10 Von ganzem Herzen rhmte er und liebte den, der ihn geschaffen hatte.
47:11 Er lie Snger vor den Altar treten und Psalmen singen
47:12 und ordnete an, da man die Feiertage wrdig begehen und die Jahresfeste prchtig feiern sollte, damit der heilige Name des Herrn gelobt und vom frhen Morgen an das Heiligtum davon erfllt wrde.
47:13 Der Herr vergab ihm seine Snden und erhhte seine Macht fr alle Zeit und schlo einen Bund mit ihm, da das Knigtum und der knigliche Thron in Israel bei ihm bleiben sollten.
47:14 Nach ihm wurde Knig sein kluger Sohn Salomo, dem der Vater ein gesichertes Reich hinterlassen hatte, so da er im Frieden regieren konnte.
47:15 Denn Gott hatte ihm ringsumher Ruhe verschafft, damit er seinem Namen ein Haus baute und ein Heiligtum aufrichtete fr alle Zeit.
47:16 Wie weise warst du in deiner Jugend und voller Einsicht, wie der Strom das Land bewssert!
47:17 So hast du alles mit Weisheitssprchen erfllt. Und dein Name drang bis zu den fernsten Inseln, und wegen deiner Friedensherrschaft wurdest du geliebt.
47:18 Alle Lande bewunderten deine Lieder, Sprche, Gleichnisse und Auslegungen.
47:19 Du wurdest genannt mit dem Namen des Herrn, der da heit der Gott Israels.
47:20 Du brachtest so viel Gold zusammen wie Zinn und so viel Silber wie Blei.
47:21 Dein Herz hngte sich an die Frauen, und du lieest dich durch sie beherrschen und beflecktest deine Ehre
47:22 und vergeudetest deine Kraft, so da der Zorn ber deine Nachkommen erging und sie klagen muten wegen deiner Torheit,
47:23 als das Knigreich geteilt wurde und in Ephraim ein abgttisches Knigreich entstand.
47:24 Aber der Herr lie nicht ab von seiner Barmherzigkeit und hob seine Verheiungen nicht auf und rottete die Nachkommen seines Auserwhlten nicht vllig aus und raffte die Shne dessen nicht weg, der ihn geliebt hatte,
47:25 sondern behielt einen Rest brig aus Jakob und eine Wurzel von David.
47:26 Und Salomo wurde bestattet bei seinen Vtern
47:27 und hinterlie als Nachfolger Rehabeam, einen seiner Shne, einen Mann ohne Weisheit
47:28 und Verstand, der das Volk durch seinen Eigensinn zum Abfall brachte,
47:29 und Jerobeam, den Sohn Nebats, der Israel zur Abgtterei verleitete und Ephraim auf den Weg der Snde fhrte.
47:30 Und ihre Snden wurden so zahlreich, da sie zuletzt aus ihrem Lande vertrieben wurden.
47:31 Denn sie versuchten es mit jeder Art von Abgtterei, bis die Strafe ber sie kam.
48:1 Und der Prophet Elia brach hervor wie ein Feuer, und sein Wort brannte wie eine Fackel;
48:2 er brachte eine Hungersnot ber sie und verrringerte ihre Anzahl durch seinen Eifer.
48:3 Denn durch das Wort des Herrn schlo er den Himmel zu; dreimal brachte er Feuer herab.
48:4 Wie herrlich bist du gewesen, Elia, mit deinen Wunderzeichen! Wer kann sich rhmen, dir gleich zu sein?
48:5 Durch das Wort des Hchsten hast du einen Toten auferweckt und aus dem Totenreich zurckgebracht.
48:6 Du hast Knige und Hochangesehene von ihrem Lager gestrzt und umgebracht.
48:7 Du hast auf dem Sinai die knftige Strafe gehrt und auf dem Horeb die Gerichtsurteile.
48:8 Du hast Knige, die die Strafe vollziehen sollten, gesalbt und Propheten als Nachfolger.
48:9 Du bist hinweggenommen worden in einem Wetter auf einem Wagen mit feurigen Rossen.
48:10 Du bist bestimmt worden, zur gegebenen Zeit die Strafe zu vollziehen, den Zorn zu stillen, ehe der Grimm kommt, das Herz der Vter den Kindern wieder zuzuwenden und die Stmme Jakobs wieder aufzurichten.
48:11 Wohl denen, die dich gesehen haben und in Liebe zu dir entschlafen sind!
48:12 Da werden auch wir das rechte Leben haben.
48:13 Als Elia im Wetter hinweggenommen worden war, kam sein Geist auf Elisa. Zu seiner Zeit erschrak er vor keinem Herrscher, und niemand hatte Gewalt ber ihn.
48:14 Nichts war ihm zu schwer, und als er tot war, wirkte noch sein Leichnam prophetische Taten.
48:15 Als er lebte, tat er Zeichen, und als er tot war, tat er Wunder.
48:16 Trotzdem besserte sich das Volk nicht und lie von seinen Snden nicht ab, bis es aus seinem Lande vertrieben und in alle Lnder zerstreut wurde
48:17 und nur ein kleines Huflein brigblieb und ein Frst im Hause David.
48:18 Unter ihnen taten die einen, was Gott gefiel; die andern aber sndigten schwer.
48:19 Hiskia befestigte seine Stadt und leitete Wasser hinein; er lie mit Eisen eine Leitung in den Fels hauen und Brunnen machen.
48:20 Zu seiner Zeit zog Sanherib herauf und sandte den Rabschake; der erhob seine Hand gegen Zion und prahlte lsterlich in seinem Hochmut.
48:21 Da zitterten ihre Herzen und Hnde, und es wurde ihnen bange wie einer Frau in Geburtswehen.
48:22 Und sie riefen den barmherzigen Herrn an und hoben ihre Hnde zu ihm auf.
48:23 Und der Heilige erhrte sie sogleich vom Himmel her und erlste sie durch Jesaja.
48:24 Er schlug das Heer der Assyrer, und sein Engel vernichtete sie.
48:25 Denn Hiskia tat, was dem Herrn wohlgefiel, und blieb bestndig auf dem Wege Davids, seines Vaters, wie ihn Jesaja lehrte, der ein groer Prophet war und in seiner Botschaft wahrhaftig.
48:26 Zu dessen Zeit ging die Sonne wieder zurck, und so verlngerte er dem Knig das Leben.
48:27 Er schaute geisterfllt, was zuletzt geschehen sollte, und gab den Betrbten in Zion Trost.
48:28 Fr alle Zeiten verkndete er, was geschehen sollte, und das Verborgene, ehe es kam.
49:1 Der Name des Josia ist wie ein edles Rucherwerk aus der Apotheke;
49:2 er ist s wie Honig im Munde und wie ein Saitenspiel beim Wein.
49:3 Er war dazu ausersehen, das Volk zu bekehren und die Greuel der Abgtterei zu beseitigen.
49:4 Er richtete sein Herz auf den Herrn und stellte den rechten Gottesdienst wieder her, als das Land voll Abgtterei war.
49:5 Alle Knige, ausgenommen David, Hiskia und Josia, sind schuldig geworden;
49:6 denn sie verlieen das Gesetz des Hchsten.
49:7 Danach war es aus mit den Knigen von Juda; denn sie muten ihr Knigreich andern berlassen und ihre Hoheit einem fremden Volk.
49:8 Die verbrannten die auserwhlte Stadt des Heiligtums und machten ihre Straen de, wie Jeremia geweissagt hatte.
49:9 Den mihandelten sie schwer, der doch schon im Mutterleib zum Propheten auserkoren war, da er ausrotten, zerbrechen und zerstren und wiederum auch bauen und pflanzen sollte.
49:10 Heskiel schaute die Herrlichkeit des Herrn, die er ihm zeigte auf dem Wagen der Cherubim.
49:11 Er hat auch den Hiob genannt, der auf den Wegen der Gerechtigkeit ging.
49:12 Und die Gebeine der zwlf Propheten mgen grnen, wo sie liegen. Denn sie haben Jakob getrstet und Erlsung verheien, auf die er zuversichtlich hoffen sollte.
49:13 Wie wollen wir Serubbabel preisen, der wie ein Siegelring an der rechten Hand war,
49:14 und Jeschua, den Sohn Jozadaks, die zu ihrer Zeit den Tempel bauten und das heilige Haus dem Herrn wieder aufrichteten, das bestimmt war zu ewiger Herrlichkeit!
49:15 Und Nehemia ist allezeit zu loben, der uns die zerstrten Mauern wieder aufgerichtet und mit Toren und Riegeln versehen und unsre Huser wieder gebaut hat.
49:16 Niemand ist auf Erden geschaffen, der Henoch gleich wre; denn er ist von der Erde hinweggenommen worden.
49:17 Auch dem Josef war keiner gleich, der seine Brder gefhrt und sein Volk erhalten hat.
49:18 Seine Gebeine wurden wieder mit heimgebracht.
49:19 Set und Sem standen bei den Menschen in groen Ehren,
49:20 ber allem aber, was lebt in der Schpfung, steht Adam.
50:1 Simon, der Sohn des Onias, der Hohepriester, besserte zu seiner Zeit das Haus des Herrn aus und befestigte den Tempel;
50:2 er errichtete ihn in doppelter Hhe und baute die hochragende Ringmauer des Heiligtums;
50:3 zu seiner Zeit wurde fr das Wasser ein Teich ausgehauen, ein Becken fast so gro wie ein Meer;
50:4 er bewahrte sein Volk vor Schaden und befestigte die Stadt gegen eine Belagerung.
50:5 Wie herrlich war er, wenn das Volk einherzog!
50:6 Wenn er hinter dem Vorhang hervortrat, so leuchtete er wie der Morgenstern durch die Wolken wie der volle Mond an den Festtagen,
50:7 wie die Sonne scheint auf den Tempel des Hchsten, wie der Regenbogen glnzt mit seinen schnen Farben,
50:8 wie eine Rosenblte im Lenz, wie die Lilien am Wasser, wie das Grn des Libanon im Sommer,
50:9 wie angezndeter Weihrauch im Ruchergef,
50:10 wie ein Kelch von getriebenem Gold, mit vielerlei Edelsteinen verziert,
50:11 wie ein fruchtbarer lbaum und wie ein hochragender Zypressenbaum.
50:12 Wenn er das herrliche Gewand anzog und den prachtvollen Schmuck anlegte und zum heiligen Altar hinaufschritt, so verlieh er dem Heiligtum herrlichen Glanz.
50:13 Wenn er aber aus den Hnden der Priester die Opferstcke nahm und bei dem Feuer stand, das auf dem Altar brannte,
50:14 so standen seine Brder rings um ihn her wie die Zedern auf dem Libanon, und wie Palmzweige umringten ihn
50:15 alle Shne Aaron in ihrem Schmuck, mit dem Opfer fr den Herrn in ihren Hnden vor der ganzen Gemeinde Israel.
50:16 Und wenn er seinen Dienst am Altar verrichtet und dem Hchsten, dem Allmchtigen, ein Opfer dargebracht hatte,
50:17 dann streckte er seine Hand aus nach dem Trankopfer und opferte roten Wein und go ihn an den Fu des Altars zum lieblichen Geruch dem Hchsten, der ber alles Knig ist.
50:18 Dann lieen sich die Shne Aaron vernehmen und bliesen schallend mit silbernen Trompeten, damit der Hchste an das Volk denken sollte.
50:19 Da fielen sogleich alle miteinander zur Erde auf ihr Angesicht und beteten zu ihrem Herrn, dem allmchtigen, hchsten Gott.
50:20 Und die Snger lobten ihn mit Psalmen, und das ganze Haus hallte wider von wunderschnen Liedern.
50:21 Und das Volk betete zum Herrn, dem Hchsten, dem Barmherzigen, bis der Gottesdienst beendet war und sie ihre priesterlichen Pflichten vollbracht hatten.
50:22 Wenn er nun wieder herabschritt, so hob er seine Hand auf ber die ganze Gemeinde Israel und rief ber sie den Segen des Herrn aus, und sein Ruhm war es, den Namen des Herrn auszusprechen.
50:23 Da beteten sie abermals und nahmen den Segen vom Hchsten an.
50:24 Nun danket alle Gott, der groe Dinge tut an allen Enden, der uns von Mutterleib an lebendig erhlt und uns alles Gute tut.
50:25 Er gebe uns ein frhliches Herz und verleihe immerdar Frieden zu unsrer Zeit in Israel,
50:26 und da seine Gnade stets bei uns bleibe und uns erlse, solange wir leben.
50:27 Zwei Vlker sind mir zuwider, das dritte aber ist fr mich berhaupt kein Volk:
50:28 das Volk, das auf dem Gebirge Ser wohnt, die Philister und die trichten Leute von Sichem.
50:29 Lehre zur Weisheit und zur Erkenntnis hat in dies Buch geschrieben Jesus, der Sohn Eleasars, des Sohnes Sirachs, aus Jerusalem, und hat aus seinem Herzen Weisheit strmen lassen.
50:30 Wohl dem, der sich darin bt! und wer's zu Herzen nimmt, der wird weise werden.
50:31 Denn wenn er das tut, so wird er zu allen Dingen tchtig sein; denn des Herrn Licht leitet ihn.
51:1 Ich danke dir, Herr, mein Knig, und lobe dich, Gott, meinen Heiland.
51:2 Ich danke deinem Namen, da du mein Schutz und meine Hilfe bist
51:3 und meinen Leib aus dem Verderben, vom Strick der falschen Zunge und den Lgenmulern erlst hast;
51:4 und du hast mir geholfen gegen die Feinde und mich errettet nach deiner groen und hochgerhmten Barmherzigkeit aus den Zhnen derer, die mich fressen wollten;
51:5 aus der Hand derer, die mir nach dem Leben trachteten; aus vielen Trbsalen, in die ich geriet;
51:6 aus der erstickenden Hitze, die mich umgab, mitten aus dem Feuer, das ich nicht angezndet hatte, aus dem tiefen Rachen des Todes;
51:7 von den Verleumdern und Lgnern, von den Pfeilen der falschen Zunge.
51:8 Ich war dem Tod nahe, und mein Leben war fast ins Grab gesunken;
51:9 ich war umringt, und niemand half mir;
51:10 ich suchte Hilfe bei den Menschen, und fand keine.
51:11 Da dachte ich, Herr, an deine Barmherzigkeit und wie du allezeit geholfen hast;
51:12 denn du errettest alle, die auf dich warten, und erlst sie aus den Hnden der Heiden.
51:13 Ich erhob von der Erde her mein Flehen und bat um Erlsung vom Tod
51:14 und rief den Herrn an, meinen Vater und Herrscher, da er mich nicht verlassen sollte in der Not, wenn ich den berheblichen gegenber hilflos bin.
51:15 Ich lobe deinen Namen ohne Unterla, und preise dich und danke dir; denn mein Gebet ist erhrt,
51:16 und du hast mich errettet aus dem Verderben am Tage der Not.
51:17 Darum will ich dir danken, Herr, und dich loben und deinen Namen preisen.
51:18 Schon als ich jung und noch nicht weit herumgekommen war, suchte ich offen und ehrlich die Weisheit;
51:19 in meinem Gebet am Tempel bat ich darum und will sie bis an mein Ende suchen.
51:20 Mein Herz freute sich ber sie von ihrer Blte an, bis ihre Trauben reiften.
51:21 Ich ging geradewegs zu ihr und forschte von Jugend auf nach ihr; ich hrte auf sie und nahm sie an.
51:22 Da lernte ich viel und hatte reichen Gewinn.
51:23 Darum danke ich dem, der mir Weisheit gab.
51:24 Ich nahm mir vor, danach zu tun und dem Guten nachzueifern; und ich wurde dabei nicht zuschanden.
51:25 Ich rang von Herzen nach ihr und achtete genau darauf, danach zu leben.
51:26 Ich hob meine Hnde auf zum Himmel
51:27 und klagte, da ich sie nicht oft genug erkannt hatte.
51:28 Ich richtete aber meinen Sinn auf sie und fand sie in Reinheit. Mit ihr gewann ich von Anfang an Einsicht; darum werde ich nicht verworfen werden.
51:29 Mein Herz verlangte nach ihr, und ich erwarb sie als einen guten Schatz.
51:30 Der Herr hat mir als Lohn eine neue Zunge gegeben; damit will ich ihn loben.
51:31 Kommt her zu mir, ihr Unerfahrenen, und geht bei mir in die Schule!
51:32 Warum sagt ihr, da es euch daran fehlt und da ihr sehr durstig seid?
51:33 Ich habe meinen Mund aufgetan und gelehrt. Kauft euch nun Weisheit, weil ihr sie ohne Geld haben knnt.
51:34 Beugt euren Nacken unter ihr Joch und lat euch erziehen; sie ist nahe und leicht zu finden.
51:35 Seht mich an: ich habe eine kurze Zeit Mhe und Arbeit gehabt und habe groen Trost gefunden.
51:36 Nehmt die Lehre an, auch wenn sie euch viel Silber kostet, und ihr gewinnt viel Gold durch sie.
51:37 Freut euch an der Barmherzigkeit Gottes und schmt euch nicht, ihn zu loben.
51:38 Tut, was euch geboten ist, solange ihr noch Zeit habt, so wird er euch belohnen zu seiner Zeit.
1:1 Dies ist der Inhalt des Buches, das Baruch, der Sohn Nerijas, des Sohnes Machsejas, des Sohnes Zedekias, des Sohnes Hasadjas, des Sohnes Hilkijas, niedergeschrieben hat in Babel
1:2 im fnften Jahr, am siebenten Tage des Monats, in dem die Chalder Jerusalem erobert und mit Feuer verbrannt hatten.
1:3 Und Baruch las dies Buch vor den Ohren Jechonjas, des Sohnes Jojakims, des Knigs von Juda, und vor den Ohren des ganzen Volks, das dazukam,
1:4 und vor den Ohren der Oberen und der Shne der Knige und vor den ltesten und vor dem ganzen Volk, klein und gro, das in Babel am Flu Sud wohnte.
1:5 Und sie weinten, fasteten und beteten vor dem Herrn
1:6 und legten Geld zusammen, soviel wie jeder vermochte,
1:7 und sandten es hin nach Jerusalem zu dem Priester Jojakim, dem Sohn Hilkijas, des Sohnes Schallums, und zu den andern Priestern und zu dem ganzen Volk, das bei ihm in Jerusalem war.
1:8 Das geschah, nachdem Baruch am zehnten Tag des Monats Siwan die Gefe des Hauses des Herrn, die aus dem Tempel weggenommen worden waren, empfangen hatte, damit sie wieder ins Land Juda gebracht wrden: nmlich die silbernen Gefe, die Zedekia, der Knig von Juda, der Sohn des Josia, hatte machen lassen,
1:9 als Nebukadnezar, der Knig von Babel, den Jechonja und die Oberen und die Schmiede und die Mchtigen und das Volk des Landes aus Jerusalem weggefhrt und sie nach Babel gebracht hatte.
1:10 Und sie schrieben ihnen: Siehe, wir senden euch Geld; dafr kauft Brandopfer, Sndopfer und Weihrauch und richtet Speisopfer zu und opfert auf dem Altar des Herrn, unseres Gottes.
1:11 Und betet fr das Leben Nebukadnezars, des Knigs von Babel, und fr das Leben Belsazars, seines Sohnes, da ihre Tage seien wie die Tage des Himmels ber der Erde.
1:12 So wird der Herr uns Kraft geben und unsere Augen hell machen, und wir werden leben unter dem Schatten Nebukadnezars, des Knigs von Babel, und unter dem Schatten Belsazars, seines Sohnes, und ihnen lange Zeit dienen und Gnade vor ihnen finden.
1:13 Betet auch fr uns zu dem Herrn, unserm Gott; denn wir haben uns versndigt an dem Herrn, unserm Gott, und sein Grimm und Zorn hat sich nicht von uns gewandt bis auf den heutigen Tag.
1:14 Und lest dies Buch vor; denn wir haben es darum zu euch gesandt, damit ihr's im Hause des Herrn vorlesen sollt am Feiertag und an andern Festtagen,
1:15 und sprecht: Der Herr, unser Gott, ist gerecht; wir aber tragen heute mit Recht unsre Schande, wir, die Mnner von Juda und die Einwohner von Jerusalem
1:16 und unsre Knige, unsre Oberen, unsre Priester, unsre Propheten und unsre Vter,
1:17 weil wir vor dem Herrn gesndigt und ihm nicht geglaubt haben
1:18 und nicht gehorcht der Stimme des Herrn, unsres Gottes, nach seinen Geboten zu leben, die er uns gegeben hat.
1:19 Ja, von der Zeit an, da der Herr unsre Vter aus gyptenland gefhrt hat, bis auf den heutigen Tag sind wir dem Herrn, unserm Gott, ungehorsam gewesen und haben es verachtet, seiner Stimme zu gehorchen.
1:20 Darum sind nun ber uns die Strafe und der Fluch gekommen, die der Herr durch Mose, seinen Knecht, angekndigt hat, als der Herr unsre Vter aus gyptenland fhrte, um uns ein Land zu geben, in dem Milch und Honig fliet.
1:21 Und wir gehorchten nicht der Stimme des Herrn, unsres Gottes, wie sie uns die Propheten sagten, die er zu uns sandte;
1:22 sondern jeder trieb es weiter nach den Gedanken seines bsen Herzens, und wir dienten fremden Gttern und taten, was bse war vor dem Herrn, unserm Gott.
2:1 Und der Herr hat sein Wort gehalten, das er gegen uns geredet hat und gegen unsre Richter, Knige und Obere, die Israel regierten, und gegen Israel und Juda,
2:2 und er hat eine so groe Strafe ber uns ergehen lassen, da unter dem ganzen Himmel nie geschehen ist, was ber Jerusalem ergangen ist, wie geschrieben steht im Gesetz des Mose,
2:3 da jeder von uns das Fleisch seines Sohnes und seiner Tochter essen soll.
2:4 Und er machte sie zu Sklaven in allen Knigreichen ringsumher, zur Schmach und zum Fluch bei allen Vlkern um uns, unter die sie der Herr zerstreut hat.
2:5 Und sie werden immer unterdrckt und knnen nicht mehr hochkommen; denn wir haben uns versndigt an dem Herrn, unserm Gott, indem wir seiner Stimme nicht gehorcht haben.
2:6 Der Herr, unser Gott, ist gerecht; wir aber und unsre Vter tragen heute mit Recht unsre Schande.
2:7 Alles Unglck, das der Herr gegen uns geredet hat, ist ber uns gekommen.
2:8 Wir haben ja auch nicht gefleht zu dem Herrn, da sich jeder abgewandt htte von den Gedanken seines bsen Herzens.
2:9 Doch der Herr hat dies Unglck gewollt und hat's ber uns kommen lassen. Denn der Herr ist gerecht in allen seinen Werken, die er uns geboten hat;
2:10 wir aber gehorchten seiner Stimme nicht und lebten nicht nach den Geboten des Herrn, die er uns gegeben hat.
2:11 Und nun, Herr, Gott Israels, der du dein Volk aus gyptenland gefhrt hast mit starker Hand, durch Zeichen und Wunder, mit groer Macht und hoher Gewalt, und dir einen Namen gemacht hast, so wie es heute ist:
2:12 Ach Herr, unser Gott, wir haben ja gesndigt und sind gottlos gewesen und haben Unrecht getan gegen alle deine Gebote.
2:13 La ab von deinem Grimm ber uns; denn nur noch wenige von uns sind briggeblieben unter den Heiden, unter die du uns zerstreut hast.
2:14 Erhre, Herr, unser Gebet und unser Flehen und hilf uns um deinetwillen; la uns Gnade finden bei denen, die uns weggefhrt haben,
2:15 damit alle Welt erkennt, da du, Herr, unser Gott bist; denn Israel und seine Nachkommen sind ja nach dir genannt.
2:16 Sieh herab, Herr, von deinem heiligen Haus und denke doch an uns; neige, Herr, dein Ohr und hre doch;
2:17 tu deine Augen auf, Herr, und sieh doch! Denn nicht die Toten in der Unterwelt, deren Lebensodem aus ihrem Leibe gewichen ist, rhmen die Herrlichkeit und Gerechtigkeit des Herrn;
2:18 sondern die leben und sehr betrbt, gebeugt und schwach sind, mit ausgeweinten Augen und hungriger Seele, die rhmen, Herr, deine Herrlichkeit und Gerechtigkeit.
2:19 Und nun, Herr, unser Gott, liegen wir vor dir mit unserm Gebet, nicht wegen der Gerechtigkeit unsrer Vter und unsrer Knige;
2:20 denn du hast deinen Grimm und Zorn ber uns ergehen lassen, wie du geredet hast durch die Propheten, deine Knechte:
2:21 So spricht der Herr: Beugt eure Schultern und seid untertan dem Knig von Babel, so werdet ihr im Lande bleiben, das ich euren Vtern gegeben habe;
2:22 wenn ihr aber der Stimme des Herrn nicht gehorchen und dem Knig von Babel nicht untertan sein werdet,
2:23 so will ich von den Stdten Judas und von Jerusalem den Jubel der Freude und Wonne und die Stimme des Brutigams und der Braut wegnehmen, und das ganze Land soll wst werden und niemand darin wohnen.
2:24 Wir aber gehorchten deiner Stimme nicht und wurden dem Knig von Babel nicht untertan. Darum hast du dein Wort gehalten, das du geredet hast durch die Propheten, deine Knechte, da man die Gebeine unsrer Knige und die Gebeine unsrer Vter aus ihren Grbern geworfen und zerstreut hat,
2:25 so da sie am Tag in der Sonne und des Nachts im Tau gelegen haben. So sind sie jmmerlich umgekommen durch Hunger, Schwert und Pest.
2:26 Und um der Missetat willen des Hauses Israel und des Hauses Juda hast du dein Haus, das nach deinem Namen genannt war, so zerstren lassen, wie es jetzt ist.
2:27 Und du, Herr, unser Gott, bist sehr gndig und barmherzig mit uns umgegangen,
2:28 wie du durch Mose, deinen Knecht, geredet hast an dem Tag, als du ihm gebotest, dein Gesetz vor den Israeliten zu schreiben, und sprachst:
2:29 Wenn ihr meiner Stimme nicht gehorchen werdet, so wird gewi diese groe und zahlreiche Menge ganz klein werden unter den Heiden, unter die ich sie zerstreuen will.
2:30 Denn ich wei genau, da sie mir nicht gehorchen werden; denn es ist ein halsstarriges Volk. Sie werden aber in dem Land, in dem sie gefangen sind, in sich gehen
2:31 und erkennen, da ich, der Herr, ihr Gott bin. Und ich will ihnen ein verstndiges Herz geben und Ohren, die hren.
2:32 Dann werden sie mich preisen in dem Land, in dem sie gefangen sind, und an meinen Namen denken
2:33 und sich von ihrer Hartnckigkeit und von ihren Snden abkehren. Denn sie werden daran denken, wie es ihren Vtern ergangen ist, die vor dem Herrn sndigten.
2:34 Und ich will sie zurckbringen in das Land, das ich ihren Vtern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe, und sie sollen darin herrschen, und ich will sie mehren und nicht mindern.
2:35 Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen aufrichten, da ich ihr Gott sein will und sie mein Volk; und ich will mein Volk Israel nicht mehr aus dem Land vertreiben, das ich ihnen gegeben habe.
3:1 Allmchtiger Herr, du Gott Israels, in Angst und Not schrei ich zu dir:
3:2 Hre und sei gndig, Herr; denn wir haben vor dir gesndigt!
3:3 Du regierst in Ewigkeit; wir aber vergehen fr immer.
3:4 Allmchtiger Herr, du Gott Israels, hre nun das Gebet der Israeliten, die dem Tod im Rachen stecken, und das Gebet der Shne, die sich an dir versndigt und der Stimme des Herrn, ihres Gottes, nicht gehorcht haben; darum ist auch die Strafe stets hinter uns her gewesen.
3:5 Denke nicht an die Missetaten unsrer Vter, sondern denke jetzt an die Taten deiner Hand und an deinen Namen!
3:6 Denn du bist ja der Herr, unser Gott; und wir wollen, Herr, dich loben.
3:7 Denn darum hast du die Furcht vor dir in unser Herz gegeben, damit wir deinen Namen anrufen und dich in unserer Gefangenschaft loben. Denn alle Missetaten unsrer Vter, die vor dir gesndigt haben, haben wir aus unserm Herzen getilgt,
3:8 wir, die jetzt in Gefangenschaft sind, in die du uns verstoen hast zur Schmach, zum Fluch und zur Strafe fr alle Missetaten unsrer Vter, die von dem Herrn, ihrem Gott, abgewichen sind.
3:9 Hre, Israel, die Gebote des Lebens; achtet gut darauf, da ihr Klugheit lernt!
3:10 Wie kommt es, Israel, da du im Land deiner Feinde bist,
3:11 da du in einem fremden Land alt wirst, da du dich unrein machst unter den Toten, da du zu denen gerechnet wirst, die in die Grube fahren?
3:12 Das ist die Ursache: weil du die Quelle der Weisheit verlassen hast.
3:13 Wrst du auf Gottes Weg geblieben, du httest wohl immer im Frieden gewohnt.
3:14 So lerne nun, wo es rechte Weisheit, Tchtigkeit und Einsicht gibt, damit du zugleich erfhrst, wo es langes Leben und Glck, leuchtende Augen und Frieden gibt.
3:15 Wer wei, wo die Weisheit wohnt? Wer ist in ihre Schatzkammern gekommen?
3:16 Wo sind die Frsten der Vlker und die, die ber die Tiere auf Erden herrschen,
3:17 die mit den Vgeln unter dem Himmel spielen, die Silber und Gold sammeln, worauf die Menschen ihr Vertrauen setzen und wovon sie nie genug haben knnen,
3:18 die das Silber bearbeiten und sich darum mhen und deren Werke nicht zu begreifen sind?
3:19 Sie sind verschwunden und zu den Toten gefahren, und andere sind an ihre Stelle getreten.
3:20 Die Nachkommen sahen zwar das Licht und wohnten auf dem Erdboden und fanden doch den Weg der Weisheit nicht
3:21 und erkannten die Pfade nicht, die zu ihr fhren; auch ihre Kinder erfaten sie nicht und sind irregegangen.
3:22 In Kanaan hrte man nichts von ihr; in Teman sah man sie nicht.
3:23 Die Kinder Hagars forschten der irdischen Weisheit zwar nach, die Kaufleute von Midian und Teman dichteten zwar Fabeln und strebten nach Einsicht; aber sie fanden doch den Weg zur Weisheit nicht, und an ihre Pfade dachten sie nicht.
3:24 O Israel, wie gro ist das Haus Gottes! Wie weit ist die Sttte, die er besitzt!
3:25 Sie ist gro und hat kein Ende und ist unermelich hoch.
3:26 Da waren vorzeiten Riesen, groe, berhmte Leute und gute Krieger;
3:27 die hat der Herr nicht erwhlt noch ihnen den Weg der Erkenntnis offenbart.
3:28 Und weil sie die Weisheit nicht hatten, sind sie untergegangen in ihrer Torheit.
3:29 Wer ist zum Himmel gefahren und hat sie geholt und aus den Wolken herabgebracht?
3:30 Wer ist bers Meer gefahren und hat sie gefunden und fr kostbares Gold hergebracht?
3:31 Es gibt niemand, der den Weg wei, wo man die Weisheit findet, noch ber den Pfad zu ihr nachdenkt.
3:32 Der aber alle Dinge wei, kennt die Weisheit und hat sie durch seinen Verstand gefunden, er, der die Erde auf ewige Zeit gegrndet und sie mit vielerlei Tieren erfllt hat,
3:33 der den Blitz sendet, und er fhrt dahin, und wenn er ihn zurckruft, so gehorcht er mit Zittern.
3:34 Die Sterne leuchten in ihrer Ordnung mit Freuden, und wenn er sie ruft, antworten sie:
3:35 Hier sind wir! und leuchten mit Freuden fr den, der sie geschaffen hat.
3:36 Das ist unser Gott, und keiner ist ihm zu vergleichen.
3:37 Er hat jeden Weg der Erkenntnis gefunden und hat sie Jakob, seinem Diener, und Israel, seinem Geliebten, gegeben.
3:38 Danach ist sie auf Erden erschienen und hat bei den Menschen gewohnt.
4:1 Diese Weisheit ist das Buch von den Geboten Gottes und das Gesetz, das ewig ist. Alle, die fest an ihr halten, werden leben; die sie aber verlassen, werden sterben.
4:2 Kehre um, Jakob, und nimm sie an; geh in ihrem Licht, das dir entgegenleuchtet!
4:3 berla nicht deine Ehre einem andern und deinen Schatz einem fremden Volk!
4:4 Selig sind wir, Israel! denn Gott hat uns seinen Willen offenbart.
4:5 Sei getrost, mein Volk: An Israel wird noch gedacht werden!
4:6 Ihr seid an die Heiden verkauft, doch nicht ganz zum Verderben. Weil ihr Gott erzrnt habt, seid ihr euren Feinden bergeben.
4:7 Denn ihr habt den, der euch erschaffen hat, dadurch zum Zorn gereizt, da ihr nicht Gott, sondern den Teufeln geopfert habt.
4:8 Ihr habt den ewigen Gott vergessen, der euch ernhrt hat, und habt Jerusalem betrbt, das euch grogezogen hat.
4:9 Denn es hat den Zorn Gottes gesehen, der ber euch gekommen ist, und hat gesagt: Hrt zu, ihr Nachbarn Zions! Gott hat mir groes Leid geschickt;
4:10 denn ich habe die Gefangenschaft meiner Shne und Tchter gesehen, die der Ewige ber sie gebracht hat.
4:11 Ich habe sie mit Freuden grogezogen; mit Weinen aber und Herzeleid mute ich sie ziehen lassen.
4:12 Niemand mache sich lustig ber mich, weil ich eine Witwe und von vielen verlassen bin; ich bin einsam geworden wegen der Snden meiner Kinder.
4:13 Denn sie sind vom Gesetz Gottes abgewichen und haben sich um seine Rechte nicht gekmmert; sie haben nicht nach Gottes Geboten gelebt und sind nicht auf den Pfaden der Zucht in seiner Gerechtigkeit gegangen.
4:14 Kommt her, ihr Nachbarn Zions, und denkt an die Gefangenschaft meiner Shne und Tchter, in die der Ewige sie gebracht hat!
4:15 Denn er hat ein Volk von fern her ber sie gebracht, ein freches Volk mit einer unbekannten Sprache,
4:16 die keine Rcksicht auf die Alten nehmen noch sich der Kinder erbarmen; die haben die geliebten Shne der Witwe weggefhrt und die Einsame ihrer Tchter beraubt.
4:17 Aber wie kann ich euch helfen?
4:18 Denn nur der dies Unglck ber euch gebracht hat, wird euch aus der Hand eurer Feinde erretten.
4:19 Zieht hin, liebe Kinder, zieht hin! Ich aber bin verlassen und einsam.
4:20 Ich habe mein Freudenkleid ausgezogen und das Trauerkleid angezogen; ich will zu dem Ewigen schreien, solange ich lebe.
4:21 Seid getrost, Kinder! Schreit zu Gott, so wird er euch aus der Gewalt und Hand der Feinde erlsen;
4:22 denn ich hoffe doch, da der Ewige euch helfen wird, und ich werde Freude von dem Heiligen empfangen wegen der Barmherzigkeit, die euch von unserm ewigen Helfer bald widerfahren wird.
4:23 Ich habe euch ziehen lassen mit Trauern und Weinen; Gott aber wird euch mir wiedergeben mit Wonne und Freude fr immer.
4:24 Denn wie die Nachbarn Zions nun eure Gefangenschaft gesehen haben, so werden sie auch bald die Hilfe eures Gottes sehen, die ber euch kommen wird mit groer Herrlichkeit und dem Glanz des Ewigen.
4:25 Ihr Kinder, leidet geduldig den Zorn, der von Gott ber euch kommt. Denn dein Feind hat dich verfolgt; aber du wirst in kurzem sein Verderben sehen, und auf seinen Nacken wirst du treten.
4:26 Meine zarten Kinder muten auf rauhem Wege gehen; sie sind wie eine Herde weggefhrt, vom Feinde geraubt.
4:27 Seid getrost, ihr Kinder, und schreit zu Gott! denn der euch hat wegfhren lassen, wird euch nicht vergessen.
4:28 Denn wie ihr darauf aus wart, von Gott abzuweichen, so trachtet nun zehnmal mehr danach, ihn zu suchen.
4:29 Denn der diese Strafe hat ber euch kommen lassen, der wird euch helfen und erfreuen fr alle Zeit.
4:30 Jerusalem, sei getrost! Der wird dich trsten, der dich mit Namen genannt hat.
4:31 Unglcklich sollen werden, die dir Leid angetan und sich ber deinen Fall gefreut haben.
4:32 Unglcklich sollen die Stdte werden, denen deine Kinder gedient haben, und unglcklich die Stadt, die deine Kinder gefangen hlt.
4:33 Denn wie sie ber deinen Fall gejauchzt und ber dein Verderben sich gefreut hat, so soll sie betrbt sein, wenn sie selbst verwstet wird.
4:34 Und ich will die Menge ihres Volkes, auf die sie stolz ist, wegnehmen und ihre Prahlerei in Klage verwandeln.
4:35 Denn ein Feuer wird von dem Ewigen ber sie kommen viele Tage lang, und Teufel werden ihre Wohnung in ihr haben lange Zeit.
4:36 Sieh umher, Jerusalem, nach Osten und schaue den Trost, der dir von Gott kommt!
4:37 Siehe, deine Kinder kommen, die du hast ziehen lassen mssen! Ja, sie kommen versammelt vom Osten und vom Westen durch das Wort des Heiligen und freuen sich ber Gottes Herrlichkeit.
5:1 Zieh dein Trauerkleid aus, Jerusalem, und zieh den herrlichen Schmuck von Gott an fr immer!
5:2 Zieh den Mantel der Gerechtigkeit Gottes an und setze die Krone der Herrlichkeit des Ewigen auf dein Haupt!
5:3 Gott wird deinen Glanz unter dem ganzen Himmel offenbaren;
5:4 denn dein Name wird von Gott genannt werden fr alle Zeit: Friede der Gerechtigkeit; Lobpreis der Frmmigkeit.
5:5 Mache dich auf, Jerusalem, und tritt auf die Hhe und sieh umher nach Osten und schaue deine Kinder, die vom Westen und vom Osten versammelt sind durch das Wort des Heiligen und sich freuen, da Gott wieder an sie gedacht hat!
5:6 Sie zogen aus von dir zu Fu, weggefhrt von den Feinden; Gott aber bringt sie zu dir, in Ehren getragen wie auf einem Knigsthron.
5:7 Denn Gott will alle hohen Berge und die ewigen Hgel niedrig machen und die Tler auffllen, damit das Land eben wird und Israel sicher heimziehen kann unter Gottes Herrlichkeit.
5:8 Die Wlder aber und alle wohlriechenden Bume werden Israel auf Gottes Befehl Schatten geben.
5:9 Denn Gott wird Israel zurckbringen mit Freuden im Licht seiner Herrlichkeit, mit seiner Barmherzigkeit und Gerechtigkeit.
6:1 Dies ist die Abschrift des Briefes, den Jeremia an die gesandt hat, die von dem Knig von Babel nach Babel gefangen weggefhrt werden sollten, worin er ihnen verkndigte, wie es ihm Gott befohlen hatte.
6:2 Wegen eurer Snden, die ihr gegen Gott begangen habt, werdet ihr nach Babel gefangen weggefhrt werden von Nebukadnezar, dem Knig von Babel.
6:3 Und ihr werdet in Babel bleiben mssen viele Jahre und eine lange Zeit bis zum siebenten Geschlecht; danach will ich euch von dort wieder herausfhren mit Frieden.
6:4 Nun werdet ihr aber in Babel sehen, da man auf den Schultern die silbernen, goldenen und hlzernen Gtzen tragen wird, vor denen sich die Heiden frchten.
6:5 Darum seht euch vor, da ihr ihnen das nicht nachtut und den Heiden nicht gleich werdet und Furcht vor den Gtzen auch euch ergreift.
6:6 Und wenn ihr seht, wie das Volk vor und hinter den Gtzen hergeht und sie anbetet, so sprecht in eurem Herzen: Herr, dich soll man anbeten!
6:7 Denn mein Engel ist bei euch und will euer Leben erhalten.
6:8 Ihre Zunge ist vom Knstler fein gemacht; sie selbst sind mit Gold und Silber berzogen; aber sie sind Truggebilde und knnen nicht reden.
6:9 Sie schmcken sie mit Gold wie ein putzschtiges Mdchen und setzen ihnen Kronen aufs Haupt.
6:10 Es kommt aber auch vor, da die Priester das Gold und Silber von den Gtzen stehlen und es fr sich verwenden, ja sogar den Huren im Freudenhaus davon geben.
6:11 Und sie schmcken die silbernen, goldenen und hlzernen Gtzen mit Kleidern, als wren's Menschen.
6:12 Die Gtzen knnen sich aber nicht vor Rost und Motten schtzen.
6:13 Und wenn man ihnen ein Purpurkleid anzieht, so mu man ihnen den Staub des Tempels vom Gesicht abwischen, der dick auf ihnen liegt.
6:14 Und der Gtze trgt ein Zepter in der Hand wie ein Knig und kann doch niemand bestrafen, der ihm ein Leid antut.
6:15 Er hat auch ein Schwert und eine Axt in der Hand; er kann sich aber des Kriegsvolks und der Ruber nicht erwehren. Daran sieht man deutlich, da sie nicht Gtter sind. Darum frchtet sie nicht!
6:16 Wie ein Gef, das ein Mensch braucht, nutzlos ist, wenn es zerbrochen wird, so sind ihre Gtzen,
6:17 wenn man sie in ihre Tempel setzt. Ihre Augen werden voll Staub von den Fen derer, die hineingehen.
6:18 Die Priester verwahren die Tempel der Gtzen mit Tren, Schlssern und Riegeln, damit sie von den Rubern nicht gestohlen werden, so wie man einen gefangensetzt und verwahrt, der sich am Knig vergriffen hat und zum Tode verurteilt ist.
6:19 Sie znden ihnen Lampen an, sogar mehr als fr sich selbst, von denen sie keine einzige sehen knnen.
6:20 Die Gtzen sind wie die Balken im Hause, deren Inneres, wie man sagt, herausgefressen wird; von den Wrmern, die auf der Erde kriechen und sie und ihre Kleider fressen, fhlen sie nichts.
6:21 In ihrem Angesicht sind sie schwarz vom Rauch im Hause.
6:22 Und die Fledermuse, Schwalben und andere Vgel setzen sich auf ihre Leiber und auf ihre Kpfe, ebenso auch die Katzen.
6:23 Daran knnt ihr merken, da es nicht Gtter sind. Darum frchtet sie nicht!
6:24 Das Gold, mit dem man sie behngt, um sie damit zu schmcken, glnzt nicht, wenn man den Rost nicht abwischt. Nicht einmal, als sie gegossen wurden, fhlten sie es.
6:25 Fr teures Geld hat man sie gekauft, und es ist doch kein Leben in ihnen.
6:26 Weil sie nicht gehen knnen, mu man sie auf den Schultern tragen; daran knnen die Leute sehen, wie nichtig sie sind.
6:27 Es mssen sich auch die schmen, die ihnen dienen. Denn wenn die Gtter zu Boden fallen, mssen sie von ihnen wieder aufgerichtet werden; wenn man sie aufrecht hinsetzt, knnen sie sich nicht von selbst bewegen; wenn sie sich zur Seite geneigt haben, knnen sie sich nicht aufrichten. Und wie Toten setzt man ihnen die Gaben vor.
6:28 Was ihnen aber geopfert wird, das verkaufen und verbrauchen ihre Priester; hnlich handeln auch ihre Frauen: sie salzen davon ein und geben weder dem Armen noch dem Kranken etwas davon.
6:29 Unreine Frauen und Wchnerinnen rhren ihre Opfer an. Daran knnt ihr merken, da es nicht Gtter sind. Darum frchtet sie nicht!
6:30 Denn woher sollen sie Gtter genannt werden? Denn Frauen setzen den silbernen, goldenen und hlzernen Gtzen Speisen vor.
6:31 Und die Priester sitzen in ihren Tempeln mit zerrissenen Gewndern, scheren den Bart ab und tragen Glatzen, sitzen da mit bloen Kpfen,
6:32 heulen und schreien vor ihren Gtzen, wie es bei einem Begrbnis Sitte ist.
6:33 Die Priester stehlen ihnen die Kleider und kleiden ihre Frauen und Kinder damit.
6:34 Ob man ihnen Bses oder Gutes tut, sie knnen es doch nicht vergelten. Sie knnen einen Knig weder einsetzen noch absetzen.
6:35 Ebenso knnen sie weder Geld noch Gut geben. Gelobt ihnen jemand etwas und hlt es nicht, so werden sie es gewi nicht einfordern.
6:36 Sie knnen einen Menschen vom Tod nicht erretten noch einen Schwcheren dem Starken entreien;
6:37 sie knnen keinen Blinden sehend machen; sie knnen einem Menschen in der Not nicht helfen;
6:38 sie erbarmen sich der Witwen nicht und tun den Waisen nichts Gutes.
6:39 Denn sie sind aus Holz, mit Gold und Silber berzogen, den Steinen gleich, die man aus dem Berg haut. Darum mssen, die ihnen dienen, zuschanden werden.
6:40 Wie soll man sie denn fr Gtter halten oder so nennen? Ja, selbst die Chalder halten nichts von ihnen.
6:41 Wenn sie einen Stummen sehen, der nicht reden kann, bringen sie den Bel herbei und fordern vom Stummen, er sollte zu ihm schreien, als ob Bel das vernehmen knnte.
6:42 Und obwohl sie das wissen, vermgen sie nicht, die Gtzen zu verlassen, die doch nichts vernehmen knnen.
6:43 Die Jungfrauen aber sitzen an den Wegen, mit Stricken umgrtet, und ruchern Kleie.
6:44 Und wenn jemand vorbergeht und eine von ihnen mitnimmt und bei ihr schlft, verspottet sie die andere, weil diese nicht so wert gewesen sei wie sie und ihr der Grtel nicht gelst wurde.
6:45 Alles, was mit den Gtzen geschieht, ist nichts als Betrug. Wie soll man sie denn fr Gtter halten oder so nennen?
6:46 Von Knstlern und Goldschmieden sind sie gemacht; und was die Handwerker wollen, das mu daraus werden und nichts anderes.
6:47 Und die sie gemacht haben, leben nicht lange. Wie sollten denn das Gtter sein, die von ihnen gemacht worden sind?
6:48 Sie hinterlassen ja den Nachkommen nichts als Betrug und Spott.
6:49 Denn wenn Krieg oder sonst ein Unglck ber sie kommt, beraten sich die Priester, wo sie sich zugleich mit den Gtzen verbergen knnen.
6:50 Wie sollte man da nicht merken, da es keine Gtter sind, wenn sie sich selber weder vor Krieg noch vor anderm Unglck schtzen knnen?
6:51 Denn da sie aus Holz und mit Gold und Silber berzogen sind, wird man zuletzt erkennen, da es Truggebilde sind; allen Heiden und Knigen wird offenbar werden, da sie nicht Gtter, sondern von Menschenhnden gemacht sind und da keine Gotteskraft in ihnen ist.
6:52 Darum kann jeder deutlich merken, da es nicht Gtter sind.
6:53 Denn sie erwecken keinen Knig ber ein Land, sie geben den Menschen nicht Regen
6:54 und schaffen ihnen kein Recht, noch retten sie den, dem Unrecht geschieht; sie sind auch gar nicht dazu imstande, so wenig wie die Krhen, die in der Luft hin und her fliegen.
6:55 Wenn im Hause der hlzernen, vergoldeten und versilberten Gtzen Feuer ausbricht, so laufen die Priester davon und retten sich; die Gtzen aber verbrennen wie Balken.
6:56 Sie knnen weder Knigen noch Feinden widerstehen. Wie soll man sie denn fr Gtter halten oder so nennen?
6:57 Die hlzernen, versilberten und vergoldeten Gtzen knnen sich vor Dieben und Rubern nicht schtzen.
6:58 Denn die sie in ihre Gewalt bekommen, die ziehen ihnen das Gold und Silber ab und das Gewand, mit dem sie bekleidet sind, und gehen damit fort; so knnen sie sich selber nicht helfen.
6:59 Darum ist's viel besser, ein Knig zu sein, der seine Macht beweisen kann, oder ein ntzlicher Hausrat zu sein, den der Besitzer gebrauchen kann, oder eine Tr, die das Haus verwahrt, oder eine hlzerne Sule in einem kniglichen Saal, als solche ohnmchtigen Gtzen.
6:60 Sonne, Mond und Sterne, die hell scheinen und ntzlich sein sollen, sind gehorsam.
6:61 Ebenso ist auch der Blitz, wenn er aufleuchtet, herrlich anzusehen; ebenso weht der Wind in jedem Land;
6:62 und die Wolken ziehen ber die ganze Welt und tun, was Gott ihnen befiehlt.
6:63 Auch das Feuer, das von oben her gesandt ist, um Berge und Wlder zu verzehren, tut, was ihm geboten ist.
6:64 Die Gtzen aber sind ihnen allen weder an Gestalt noch an Krften zu vergleichen. Darum soll man sie nicht fr Gtter halten oder so nennen; denn sie knnen weder strafen noch den Menschen helfen.
6:65 Weil ihr also wit, da es nicht Gtter sind, so frchtet euch nicht vor ihnen.
6:66 Denn sie knnen Knige weder verfluchen noch segnen.
6:67 Sie knnen auch keine Zeichen am Himmel den Heiden geben; sie knnen es nicht hell machen wie die Sonne noch einen Schein geben wie der Mond.
6:68 Die unvernnftigen Tiere sind besser daran als sie; die knnen doch in eine Hhle fliehen und sich selber helfen.
6:69 Darum ist uns auf jede Weise offenbar geworden, da sie keine Gtter sind. Darum frchtet sie nicht!
6:70 Denn wie eine Vogelscheuche, die im Garten nichts bewachen kann, so sind auch ihre hlzernen, vergoldeten und versilberten Gtzen.
6:71 Und wie eine Hecke im Garten ist, auf die sich mancherlei Vgel setzen, oder wie ein Toter, der im Grabe liegt, so sind ihre hlzernen, vergoldeten und versilberten Gtzen.
6:72 Auch daran kann man es merken, da sie nicht Gtter sind: der Scharlach und die kostbare Leinwand, die sie umhaben, werden zerfallen und sie selbst endlich auch dazu, so da alle ber sie spotten.
6:73 Wohl dem Menschen, der gerecht ist und keine Gtzen hat! Der wird nicht zu Spott.
1:1 Es war ein Mann in Babylon mit Namen Jojakim;
1:2 der hatte eine Frau, die hie Susanna, eine Tochter Hilkijas; die war sehr schn und dazu gottesfrchtig.
1:3 Denn sie hatte fromme Eltern, die sie nach dem Gesetz des Mose unterwiesen hatten.
1:4 Und Jojakim war sehr reich und hatte einen schnen Garten an seinem Hause. Und die Juden kamen stets bei ihm zusammen, weil er der Angesehenste von allen war.
1:5 Es wurden aber im selben Jahr zwei lteste aus dem Volk als Richter bestellt; das waren solche Leute, von denen der Herr gesagt hatte: Bosheit ging aus von Babylon von den ltesten und Richtern. In ihnen sah man die Fhrer des Volks.
1:6 Die kamen tglich zu Jojakim; und wer eine Streitsache hatte, mute dorthin vor sie kommen.
1:7 Und wenn das Volk mittags weggegangen war, pflegte Susanna sich im Garten ihres Mannes zu ergehen.
1:8 Und als die beiden ltesten sie tglich darin umhergehen sahen, entbrannten sie in Begierde nach ihr
1:9 und wurden darber zu Narren und warfen die Augen so sehr auf sie, da sie nicht mehr zum Himmel aufsehen konnten und nicht mehr an gerechte Urteile dachten.
1:10 Sie waren beide zugleich fr sie entbrannt, verrieten jedoch einander ihre Leidenschaft nicht
1:11 und schmten sich, einander ihre Begierde zu verraten; denn jeder htte sich gern zu ihr gelegt.
1:12 Und sie warteten tglich gespannt auf sie, um sie nur sehen zu knnen.
1:13 Es sprach aber einer zum andern: Komm, la uns heimgehen! Denn es ist nun Essenszeit. Und sie gingen hinaus und trennten sich.
1:14 Danach kehrte jeder wieder um, und sie kamen an derselben Stelle wieder zusammen. Als nun einer den andern nach dem Grund fragte, bekannten sie beide ihre Begierde. Danach kamen sie miteinander berein, darauf zu warten, wann sie die Frau allein finden knnten.
1:15 Und als sie auf einen gnstigen Tag lauerten, kam Susanna nur mit zwei Mgden, wie es ihre Gewohnheit war, in den Garten, um zu baden; denn es war sehr hei.
1:16 Und es war kein Mensch im Garten auer den beiden ltesten, die sich heimlich versteckt hatten und auf sie lauerten.
1:17 Und sie sagte zu ihren Mgden: Holt mir l und Salben und schliet den Garten zu, damit ich baden kann!
1:18 Und die Mgde taten, wie sie befohlen hatte, und schlossen den Garten zu und gingen zur hinteren Tr hinaus, um ihr zu bringen, was sie haben wollte; aber sie sahen die ltesten nicht, denn die hatten sich versteckt.
1:19 Als nun die Mgde hinausgegangen waren, kamen die beiden ltesten hervor, liefen zu ihr und sagten:
1:20 Siehe, der Garten ist zugeschlossen, und niemand sieht uns, und wir sind in Liebe zu dir entbrannt; darum sei uns zu Willen!
1:21 Willst du aber nicht, so werden wir dich beschuldigen, da wir einen jungen Mann allein bei dir gefunden haben und da du deine Mgde deshalb hinausgeschickt hast.
1:22 Da seufzte Susanna und sagte: In wie groer Bedrngnis bin ich! Denn wenn ich das tue, so bin ich des Todes; tu ich's aber nicht, so komme ich nicht aus euren Hnden.
1:23 Doch ich will lieber unschuldig in eure Hnde fallen als gegen den Herrn sndigen.
1:24 Und Susanna fing an, laut zu schreien; aber die ltesten schrien gegen sie an.
1:25 Und der eine lief hin zu der Tr des Gartens und ffnete sie.
1:26 Als nun die Leute im Haus das Geschrei im Garten hrten, liefen sie durch die hintere Tr herbei, um zu sehen, was ihr widerfahren wre.
1:27 Und als die ltesten anfingen, gegen sie auszusagen, schmten sich die Diener ihretwegen sehr; denn so etwas war bisher nie ber Susanna gesagt worden.
1:28 Und am andern Tag, als das Volk im Hause Jojakims, ihres Mannes, zusammenkam, da kamen auch die beiden ltesten in der schndlichen Absicht, Susanna dem Tod zu berliefern;
1:29 und sie sagten vor allem Volk: Schickt hin und lat Susanna, die Tochter Hilkijas, Jojakims Frau, herholen! Da schickten sie hin.
1:30 Und sie kam mit ihren Eltern und Kindern und ihrer ganzen Verwandtschaft.
1:31 Sie aber war sehr schn von Gestalt und Angesicht;
1:32 darum lieen die Bsewichte ihr den Schleier wegreien, mit dem sie verhllt war, um sich an ihrer Schnheit zu ergtzen.
1:33 Und alle, die bei ihr standen und sie sahen, weinten um sie.
1:34 Und die beiden ltesten traten auf mitten unter dem Volk und legten die Hnde auf ihr Haupt.
1:35 Sie aber weinte und hob die Augen auf zum Himmel; denn ihr Herz vertraute auf den Herrn.
1:36 Und die ltesten fingen an und sagten: Als wir beide allein im Garten umhergingen, kam sie hinein mit zwei Mgden und schlo den Garten zu und schickte die Mgde fort.
1:37 Da kam ein junger Mann zu ihr, der sich versteckt hatte, und legte sich zu ihr.
1:38 Als wir aber in einem Winkel im Garten solche Schande sahen, liefen wir eilends hinzu und fanden sie beieinander.
1:39 Aber den jungen Mann konnten wir nicht berwltigen; denn er war uns zu stark und stie die Tr auf und sprang davon.
1:40 Sie aber ergriffen wir und fragten, wer der junge Mann wre. Aber sie wollte es uns nicht sagen. Das bezeugen wir.
1:41 Und das Volk glaubte den beiden als ltesten und Richtern im Volk, und man verurteilte Susanna zum Tode.
1:42 Sie aber schrie mit lauter Stimme: Herr, ewiger Gott, der du alle Heimlichkeiten kennst und alle Dinge zuvor weit, ehe sie geschehen,
1:43 du weit, da diese mich zu Unrecht beschuldigt haben. Und nun siehe, ich mu sterben, obwohl ich doch nicht begangen habe, was sie so bsartig gegen mich zusammengelogen haben.
1:44 Und Gott erhrte ihr Rufen.
1:45 Und als man sie zum Tode fhrte, erweckte Gott den heiligen Geist eines jungen Mannes, der hie Daniel; der fing an, laut zu rufen:
1:46 Ich will unschuldig sein an diesem Blut!
1:47 Und die Menge wandte sich ihm zu und fragte ihn, was er mit solchen Worten meinte.
1:48 Er aber trat unter sie und sprach: Seid ihr Mnner von Israel solche Narren, da ihr eine Tochter Israels verdammt, ehe ihr die Sache erforscht und Gewiheit erlangt habt?
1:49 Kehrt wieder um vors Gericht, denn diese haben sie zu Unrecht beschuldigt!
1:50 Und die Menge kehrte eilends wieder um. Und alle ltesten sagten zu Daniel: Setze dich her zu uns und berichte uns; denn dir hat Gott gegeben, was er sonst nur dem Alter gibt.
1:51 Und Daniel sagte zu ihnen: Stellt die beiden weit auseinander, so will ich jeden fr sich verhren!
1:52 Als nun der eine vom andern getrennt war, rief er den einen und sagte zu ihm: Du alter Bsewicht, jetzt treffen dich deine Snden, die du bisher begangen hast,
1:53 als du ungerechte Urteile gesprochen und die Unschuldigen verdammt, aber die Schuldigen losgesprochen hast, obwohl doch der Herr geboten hat:, Du sollst den Unschuldigen und Gerechten nicht tten.
1:54 Hast du nun diese Frau gesehen, so sag doch: Unter welchem Baum hast du die zwei beieinander gefunden? Er aber antwortete: Unter einer Linde.
1:55 Da sagte Daniel: Ganz recht! Mit deiner Lge bringst du dich selbst um dein Leben. Denn schon hat der Engel des Herrn von Gott dein Urteil empfangen und wird dich mittendurch spalten.
1:56 Und er lie ihn wegbringen und den andern vor sich kommen und sagte zu ihm: Du Mann nach Kanaans und nicht nach Judas Art, die Schnheit hat dich betrt, und die Begierde hat dein Herz verkehrt.
1:57 So seid ihr mit den Tchtern Israels verfahren, und sie haben euch aus Furcht zu Willen sein mssen. Aber diese Tochter Judas hat nicht in eure Schlechtigkeit gewilligt.
1:58 Nun sage mir: Unter welchem Baum hast du sie beieinander ertappt? Er aber antwortete: Unter einer Eiche.
1:59 Da sagte Daniel: Ganz recht! Mit deiner Lge bringst du dich selbst um dein Leben. Der Engel des Herrn wartet schon mit seinem Schwert und wird dich mittendurch hauen, um euch so beide zu vernichten.
1:60 Da fing das ganze Volk an, mit lauter Stimme zu rufen, und sie priesen Gott, der denen hilft, die auf ihn hoffen und vertrauen.
1:61 Und sie erhoben sich gegen die beiden ltesten, weil Daniel sie aus ihren eignen Worten berfhrt hatte, da sie falsche Zeugen waren.
1:62 Und man tat mit ihnen nach dem Gesetz des Mose, wie sie gedacht hatten, ihrem Nchsten zu tun, und ttete sie. So wurde an diesem Tage unschuldiges Blut errettet.
1:63 Aber Hilkija und seine Frau lobten Gott um Susannas, ihrer Tochter, willen, mit Jojakim, ihrem Mann, und der ganzen Verwandtschaft, da nichts Unehrenhaftes an ihr gefunden worden war.
1:64 Und Daniel wurde gro vor dem Volk von dem Tage an und blieb es auch weiterhin.
2:1 Nach dem Tod des Knigs Astyages kam das Knigreich an Kyrus aus Persien. Und Daniel war stets um den Knig und angesehener als alle Freunde des Knigs.
2:2 Nun hatten die Babylonier einen Gtzen, der hie Bel; dem mute man tglich opfern zwlf Sack Weizenmehl und vierzig Schafe und sechs Eimer Wein.
2:3 Selbst der Knig diente dem Gtzen und ging tglich hin, um ihn anzubeten; aber Daniel betete seinen Gott an.
2:4 Und der Knig sagte zu ihm: Warum betest du nicht auch den Bel an? Er aber sagte: Ich diene nicht den Gtzen, die mit Hnden gemacht sind, sondern dem lebendigen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat und ein Herr ist ber alles, was lebt.
2:5 Da sagte der Knig zu ihm: Hltst du denn den Bel nicht fr einen lebendigen Gott? Siehst du nicht, wieviel er tglich it und trinkt?
2:6 Aber Daniel lachte und sagte: Mein Knig, la dich nicht tuschen; denn dieser Bel ist innen nur Ton und auen nur Kupfer und hat noch nie etwas gegessen oder getrunken.
2:7 Da wurde der Knig zornig und lie seine Priester rufen und sprach zu ihnen: Werdet ihr mir nicht sagen, wer dies Opfer verzehrt, so mt ihr sterben!
2:8 Knnt ihr aber beweisen, da der Bel es verzehrt, so mu Daniel sterben; denn er hat den Bel gelstert. Und Daniel sprach zum Knig: Es geschehe, wie du gesagt hast.
2:9 Es gab aber siebzig Priester des Bel, ohne ihre Frauen und Kinder. Und der Knig ging mit Daniel in den Tempel des Bel.
2:10 Da sagten die Priester des Bel: Siehe, wir wollen hinausgehen; und du, Knig, sollst die Speise selbst hinstellen und den Trank selbst mischen und hinsetzen und die Tr hinter dir zuschlieen und mit deinem eignen Ring versiegeln.
2:11 Und wenn du morgen frh wiederkommst und findest, da der Bel nicht alles verzehrt hat, so wollen wir gern sterben; sonst mu Daniel gettet werden, der uns verleumdet hat.
2:12 Sie verlieen sich aber darauf, da sie einen geheimen Gang bis unter den Opfertisch gemacht hatten; durch den gingen sie immer wieder hinein und verzehrten, was da war.
2:13 Als nun die Priester hinausgegangen waren, lie der Knig dem Bel die Speise vorsetzen. Aber Daniel befahl seinen Dienern, Asche zu holen, und lie sie durch den ganzen Tempel streuen vor dem Knig, als er nur noch allein drin war. Danach gingen sie hinaus und schlossen die Tr zu und versiegelten sie mit dem Ring des Knigs und gingen davon.
2:14 Die Priester aber gingen in der Nacht hinein nach ihrer Gewohnheit mit ihren Frauen und Kindern und aen und tranken alles, was da war.
2:15 Und frh am Morgen stand der Knig auf und Daniel mit ihm.
2:16 Und der Knig fragte: Ist das Siegel unversehrt, Daniel?
2:17 Er aber antwortete: Ja, mein Knig. Und sobald die Tr aufgetan war, sah der Knig auf den Tisch und rief mit lauter Stimme: Bel, du bist ein groer Gott, und bei dir gibt es keinen Betrug, auch nicht einen!
2:18 Aber Daniel lachte und hielt den Knig zurck, damit er nicht hineinging, und sagte: Sieh auf den Boden und erkenne, wessen Futapfen das sind.
2:19 Der Knig sagte: Ich sehe die Futapfen von Mnnern, Frauen und Kindern.
2:20 Da wurde der Knig zornig und lie die Priester mit ihren Frauen und Kindern ergreifen. Und sie muten ihm die geheimen Gnge zeigen, durch die sie ein- und ausgegangen waren und verzehrt hatten, was auf dem Tisch lag.
2:21 Und der Knig lie sie tten und gab den Bel in Daniels Gewalt; der zerstrte ihn und seinen Tempel.
2:22 Es gab da auch einen groen Drachen, den die Babylonier anbeteten.
2:23 Und der Knig sagte zu Daniel: Wie? Willst du von dem auch behaupten, da er nichts als ein eherner Gtze ist? Siehe, er lebt ja, denn er it und trinkt, und du kannst nicht behaupten, da er kein lebendiger Gott ist. Darum bete ihn an!
2:24 Aber Daniel antwortete: Ich will den Herrn, meinen Gott, anbeten; denn er ist der lebendige Gott.
2:25 Du aber, mein Knig, erlaube es mir, dann will ich diesen Drachen umbringen ohne Schwert und Spie. Und der Knig sagte: Ja, es sei dir erlaubt.
2:26 Da nahm Daniel Pech, Fett und Haare und kochte es zusammen, machte Fladen daraus und warf sie dem Drachen ins Maul; und der Drache barst davon mitten entzwei. Und Daniel sagte: Seht, das sind eure Gtter!
2:27 Als nun die Babylonier das hrten, verdro es sie sehr, und sie machten einen Aufruhr gegen den Knig und sagten: Unser Knig ist ein Jude geworden; denn er hat den Bel zerstrt und den Drachen gettet und die Priester umgebracht.
2:28 Und sie traten vor den Knig und sagten: Gib uns Daniel heraus; sonst werden wir dich und dein ganzes Haus umbringen!
2:29 Als nun der Knig sah, da sie mit Gewalt auf ihn eindrangen, mute er ihnen Daniel herausgeben.
2:30 Und sie warfen ihn zu den Lwen in den Graben; darin lag er sechs Tage lang.
2:31 Und es waren sieben Lwen im Graben; denen gab man tglich zwei Menschen und zwei Schafe. Aber whrend dieser Tage gab man ihnen nichts, damit sie Daniel fressen sollten.
2:32 Es war aber ein Prophet, Habakuk, in Juda; der hatte einen Brei gekocht und Brot eingebrockt in eine tiefe Schssel und ging damit aufs Feld, um es den Schnittern zu bringen.
2:33 Und der Engel des Herrn sprach zu Habakuk: Bring das Essen, das du trgst, zu Daniel nach Babel in den Lwengraben.
2:34 Und Habakuk antwortete: Herr, ich habe die Stadt Babel nie gesehen und wei nicht, wo der Graben ist.
2:35 Da fate ihn der Engel des Herrn beim Schopf, trug ihn im Windesbrausen an den Haaren nach Babel und setzte ihn oben am Graben nieder.
2:36 Und Habakuk rief: Daniel, Daniel, nimm das Essen, das dir Gott gesandt hat!
2:37 Und Daniel sprach: Gott, du denkst ja noch an mich und verlt die nicht, die dich lieben!
2:38 Und er stand auf und a. Aber der Engel Gottes brachte Habakuk sogleich wieder an seinen Ort.
2:39 Und der Knig kam am siebenten Tage, um Daniel zu beklagen. Und als er zum Graben kam und hineinschaute, siehe, da sa Daniel mitten unter den Lwen.
2:40 Und der Knig rief laut: Herr, du Gott Daniels, du bist ein groer Gott, und es gibt keinen andern auer dir!
2:41 Und er lie ihn aus dem Graben ziehen; aber die andern, die seinen Tod gewollt hatten, lie er in den Graben werfen; und sie wurden sofort vor seinen Augen von den Lwen verschlungen.
3:1 Und Asarja stand mitten im glhenden Ofen und tat seinen Mund auf und betete:
3:2 Gelobt seist du, Herr, du Gott unsrer Vter, und dein Name soll gepriesen und verherrlicht werden ewiglich!
3:3 Denn du bist gerecht in allem, was du an uns getan hast; alle deine Werke sind bestndig, und deine Wege sind gerade, und alle deine Gerichte sind gerecht.
3:4 Du tust uns recht, da du uns bestraft hast mit all den Strafen, die du ber uns hast ergehen lassen und ber Jerusalem, die heilige Stadt unsrer Vter; ja, du tust recht und billig mit alledem um unsrer Snden willen.
3:5 Denn wir haben gesndigt und bse gehandelt, weil wir von dir gewichen sind. Und wir haben in allem schwer gesndigt
3:6 und deinen Geboten nicht gehorcht noch sie bewahrt und haben nicht getan, wie du uns befohlen hast, damit es uns gut gehen sollte.
3:7 Darum hast du recht daran getan, da du das alles ber uns hast kommen lassen und uns das alles angetan hast
3:8 und uns bergeben hast den Hnden unsrer Feinde, der gottlosen, abtrnnigen Widersacher, und dem ungerechten, grausamsten Knig auf Erden.
3:9 Und nun drfen wir unsern Mund nicht auftun: so sehr sind deine Knechte und alle, die dich frchten, zuschanden und zu Spott geworden.
3:10 Aber dennoch verstoe uns nicht ganz um deines heiligen Namens willen, und verwirf deinen Bund nicht,
3:11 und nimm deine Barmherzigkeit nicht von uns um Abrahams, deines geliebten Freundes, willen und deines Knechtes Isaak und Israels, deines Heiligen,
3:12 denen du verheien hast, ihre Nachkommen zu mehren wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meers.
3:13 Denn, Herr, wir sind geringer geworden als alle Heiden und sind heute die Verachtetsten auf Erden um unsrer Snden willen.
3:14 Wir haben jetzt keinen Frsten, Propheten noch Vorsteher mehr und weder Brandopfer noch Schlachtopfer noch Speisopfer noch Rucherwerk und haben keine Sttte, wo wir vor dir opfern und Gnade finden knnten;
3:15 sondern mit betrbtem Herzen und demtigem Geist kommen wir vor dich,
3:16 als brchten wir Brandopfer von Widdern und Rindern und viel tausend fetten Schafen. So wollest du unser Opfer heute vor dir gelten und wohlgefllig sein lassen; denn du lt nicht zuschanden werden, die auf dich hoffen.
3:17 Und nun kommen wir mit ganzem Herzen und suchen dein Angesicht mit Furcht.
3:18 Darum la uns nicht zuschanden werden; sondern tu mit uns, Herr, nach deiner Gnade und nach deiner groen Barmherzigkeit!
3:19 Und errette uns nach deinen Wundertaten und gib deinem Namen die Ehre, da sich alle schmen mssen, die deinen Knechten Leid antun,
3:20 und alle zuschanden werden mit ihrer groen Macht und ihre Gewalt zerstrt wird,
3:21 damit sie erfahren, da du, Herr, allein Gott bist, herrlich auf dem ganzen Erdkreis.
3:22 Und die Diener des Knigs, die sie in den Ofen geworfen hatten, hrten nicht auf, ihn mit Erdharz, Pech, Werg und drren Reisern zu heizen,
3:23 und die Flamme, etwa neunundvierzig Ellen hoch, schlug oben aus dem Ofen,
3:24 fra um sich und verbrannte die Chalder, die sie vor dem Ofen erreichte.
3:25 Aber der Engel des Herrn war zugleich mit Asarja und denen, die bei ihm waren, in den Ofen gestiegen;
3:26 hatte die Feuerflamme aus dem Ofen herausgestoen und lie es mitten im Ofen so sein, als ob ein Wind wehte, der khlen Tau bringt. So rhrte das Feuer sie berhaupt nicht an und fgte ihnen weder Schmerz noch Schaden zu.
3:27 Da fingen die drei wie mit einem Munde an zu singen, priesen und lobten Gott in dem Ofen und sprachen:
3:28 Gelobt seist du, Herr, du Gott unsrer Vter, und sollst gepriesen und hoch gerhmt werden ewiglich!
3:29 Gelobt sei dein herrlicher und heiliger Name und soll gepriesen und hoch gerhmt werden ewiglich!
3:30 Gelobt seist du in deinem heiligen, herrlichen Tempel und sollst gepriesen und hoch gerhmt werden ewiglich!
3:31 Gelobt seist du, der du sitzt ber den Cherubim und siehst in die Tiefen, und sollst gepriesen und hoch gerhmt werden ewiglich!
3:32 Gelobt seist du auf deinem kniglichen Thron und sollst gepriesen und hoch gerhmt werden ewiglich!
3:33 Gelobt seist du in der Feste des Himmels und sollst gepriesen und hoch gerhmt werden ewiglich!
3:34 Lobt den Herrn, alle seine Werke, und preist und rhmt ihn ewiglich!
3:35 Ihr Himmel, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:36 Lobt den Herrn, ihr Engel des Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:37 Alle Wasser droben am Himmel, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:38 Alle Heerscharen des Herrn, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:39 Sonne und Mond, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:40 Alle Sterne am Himmel, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:41 Regen und Tau, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:42 Alle Winde, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:43 Feuer und Hitze, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:44 Frost und Klte, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich! Tropfen und Flocken, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:45 Tag und Nacht, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:46 Licht und Finsternis, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:47 Eis und Frost, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:48 Reif und Schnee, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:49 Blitze und Wolken, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:50 Die Erde lobe den Herrn, sie preise und rhme ihn ewiglich!
3:51 Berge und Hgel, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:52 Alles, was auf der Erde wchst, lobe den Herrn, preise und rhme ihn ewiglich!
3:53 Ihr Quellen, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:54 Meer und Wasserstrme, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:55 Walfische und alles, was sich im Wasser regt, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:56 Alle Vgel unter dem Himmel, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:57 Alle zahmen und wilden Tiere, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:58 Ihr Menschenkinder, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:59 Israel, lobe den Herrn, preise und rhme ihn ewiglich!
3:60 Ihr Priester des Herrn, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:61 Ihr Knechte des Herrn, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:62 Ihr Geister und Seelen der Gerechten, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:63 Ihr Heiligen und die ihr von Herzen demtig seid, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich!
3:64 Hananja, Asarja und Mischal, lobt den Herrn, preist und rhmt ihn ewiglich! Denn er hat uns erlst aus dem Totenreich und uns errettet vom Tode, er hat uns befreit aus dem glhenden Ofen und hat uns mitten aus dem Feuer gerissen.
3:65 Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Gte whret ewiglich.
3:66 Alle, die den Herrn frchten, lobt den Gott aller Gtter, preist ihn und rhmt, da seine Gte ewiglich whrt!
1:1 Herr, Allmchtiger, Gott unsrer Vter, Abrahams, Isaaks und Jakobs, und ihrer gerechten Nachkommen,
1:2 der du Himmel und Erde und alles, was darinnen ist, gemacht hast
1:3 und hast das Meer gebunden durch dein Gebot und hast die Tiefe verschlossen und versiegelt
1:4 durch deinen furchterregenden und herrlichen Namen, da jedermann vor dir erschrecken und sich vor deiner groen Macht frchten mu!
1:5 Denn nicht zu ertragen ist dein Zorn, mit dem du die Snder bedrohst.
1:6 Aber die Barmherzigkeit, die du verheit, ist unermelich und unausforschlich.
1:7 Denn du bist der Herr, der Allerhchste ber dem ganzen Erdkreis, von groer Geduld und sehr gndig, und du bestrafst die Menschen nicht gern. Du, Herr, hast nach deiner groen Gte Bue zur Vergebung der Snden verheien.
1:8 Du hast aber, Herr, du Gott der Gerechten, die Bue nicht bestimmt den Gerechten, Abraham, Isaak und Jakob, die nicht an dir gesndigt haben.
1:9 Ich aber habe gesndigt, und meine Snden sind zahlreicher als der Sand am Meer, und ich gehe gekrmmt in schweren, eisernen Banden und finde keine Ruhe,
1:10 weil ich deinen Zorn erweckt und viel Bses vor dir damit getan habe, da ich solche greulichen Gtzenbilder aufgestellt und so viele rgernisse angerichtet habe.
1:11 Nun aber beuge ich die Knie meines Herzens und bitte dich, Herr, um Gnade.
1:12 Ach Herr, ich habe gesndigt, ja, ich habe gesndigt und erkenne meine Missetat.
1:13 Ich bitte und flehe: Vergib mir, Herr, vergib mir!
1:14 La mich nicht in meinen Snden verderben und la die Strafe nicht auf mir bleiben;
1:15 sondern du wollest mir Unwrdigem helfen nach deiner groen Barmherzigkeit; so will ich mein Leben lang dich loben.
1:16 Denn dich lobt das ganze Himmelsheer, ja, dich soll man preisen immer und ewig. Amen.
1:1 So lautete aber das Schreiben: Der Groknig Artaxerxes entbietet den Statthaltern der hundertundsiebenundzwanzig Provinzen vom Indus bis zum Nil und den Frsten, die seiner Herrschaft untertan sind, seinen Gru.
1:2 Obwohl ich ber viele Vlker herrsche und ber die ganze Erde Gewalt habe, wollte ich doch nicht berheblich werden in meiner Macht, sondern war darauf bedacht, meine Untertanen gndig und mild zu regieren, damit ein jeder ohne Furcht in Ruhe leben und den lieben Frieden genieen knnte, nach dem jedermann verlangt.
1:3 Daher berlegte ich mit meinen Ratgebern, wie das geschehen knnte. Da wies mich Haman, mein besonnenster, ergebenster und getreuester Ratgeber, der nach dem Knig der Hchste ist, darauf hin, da es ein Volk gibt, ber die ganze Erde zerstreut, das seine besonderen Gesetze hlt und dadurch berall zu Land und Leuten im Gegensatz steht, die Gebote der Knige unablssig miachtet und Frieden und Einigkeit im Reich durch seinen Eigensinn verhindert.
1:4 Wir vernahmen also, da sich ein einziges Volk gegen alle Welt stellt, verkehrte Gesetze hlt und unsern Geboten ungehorsam ist, wodurch es groen Schaden tut und Frieden und Einigkeit in unserm Reich strt. Deshalb haben wir befohlen: Alle, die Haman, der Hchste nach dem Knig, der ber alle Provinzen gesetzt ist und den wir wie einen Vater ehren, benennen wird, sollen mit Weib und Kind durchs Schwert der Feinde ohne alles Erbarmen umgebracht und niemand verschont werden, und zwar am vierzehnten Tag im Adar, dem zwlften Monat, in diesem Jahr. So sollen diese ruchlosen Menschen an einem einzigen Tag erschlagen werden und damit unserm Reich den Frieden zurckgeben, den sie gestrt haben.
2:1 Und Mordechai betete zum Herrn und dachte an alle seine Wunderwerke und sprach: Herr, Herr, du bist der allmchtige Knig; es steht alles in deiner Macht, und deinem Willen kann niemand widerstehen, wenn du Israel retten willst.
2:2 Du hast Himmel und Erde gemacht und alles, was unter dem Himmel ist.
2:3 Du bist Herr ber alle, und niemand kann deiner Herrlichkeit widerstehen.
2:4 Du weit alle Dinge; du, Herr, weit auch, da es weder aus Hochmut noch aus Stolz noch aus Ehrgeiz geschehen ist, wenn ich vor diesem berheblichen Haman nicht niedergefallen bin; denn ich wre bereit, ihm sogar die Fusohlen zu kssen, wenn ich Isarel damit retten knnte. Ich habe es vielmehr aus Furcht davor getan, die Ehre, die meinem Gott gebhrt, einem Menschen zu geben und einen andern anzubeten als meinen Gott.
2:5 Und nun, Herr, Gott, Knig, Gott Abrahams, erbarme dich ber dein Volk! Denn unsere Feinde wollen uns vertilgen und dein Erbe ausrotten, das von Anfang an dir gehrt hat.
2:6 Verachte dein Eigentum nicht, das du dir aus gypten erlst hast!
2:7 Erhre mein Gebet und sei deinem Erbteil gndig und verwandle unser Trauern in Freude, damit wir leben und deinen Namen, Herr, preisen; und la denen nicht den Mund gestopft werden, die dich loben!
2:8 Und ganz Israel rief mit aller Kraft zum Herrn; denn sie hatten den sicheren Tod vor Augen.
3:1 Auch die Knigin Ester nahm in Todesangst zum Herrn ihre Zuflucht
3:2 und legte ihre kniglichen Kleider ab und zog Trauerkleider an, und statt der kostbaren Salben tat sie Asche und Staub auf ihr Haupt und demtigte ihren Leib durch Fasten, und wo sie frher frhlich gewesen war, raufte sie sich jetzt die Haare.
3:3 Und sie betete zum Herrn, dem Gott Israels, und sprach:
3:4 Du mein Herr, der du allein unser Knig bist, hilf mir; denn ich bin allein und habe keinen andern Helfer als dich und mu mich nun in Gefahr strzen.
3:5 Ich habe von meinem Vater gehrt, da du, Herr, Israel von allen Heiden abgesondert hast und unsere Vter von all ihren Vorfahren, damit sie dein ewiges Erbe sein sollten, und da du ihnen gehalten hast, was du zugesagt hattest.
3:6 Wir haben vor dir gesndigt; darum hast du uns in die Hnde unserer Feinde gegeben, weil wir ihre Gtter geehrt haben; Herr, du bist gerecht!
3:7 Aber nun gengt es ihnen nicht, uns in harter Knechtschaft zu halten; sondern sie schreiben die Gewalt, die sie ben, der Macht ihrer Gtzen zu, wollen deine Verheiungen zunichte machen und dein Erbe ausrotten und denen den Mund stopfen, die dich loben, und deinen herrlichen Tempel und Altar zerstren. Das Maul der Heiden aber wollen sie auftun, die Macht der Gtzen preisen und einen sterblichen Knig rhmen immer und ewig.
3:8 Herr, gib nicht dein Zepter denen, die doch nichts sind; la sie nicht spotten ber unsern Untergang, sondern la ihr Vorhaben auf sie zurckschlagen und brandmarke den, der das gegen uns angezettelt hat!
3:9 Denk an uns, Herr, und zeige dich in unsrer Not und gib mir Mut, du Knig aller Gtter und Herrscher ber alle Gewalt! Lehre mich, wie ich recht reden soll vor dem Lwen, und verwandle sein Herz, da er unserm Feinde feind wird, damit der samt all seinen Anhngern umkommt!
3:10 Uns aber errette durch deine Hand und hilf mir; denn ich habe keine andre Hilfe als dich, Herr, allein, der du alle Dinge weit
3:11 und erkennst, da ich die Ehre hasse, die ich bei den Gottlosen habe, und die Ehe mit dem Unbeschnittenen wie berhaupt mit einem Fremden verabscheue. Du weit, welche Not es mir macht, da ich das stolze Zeichen meiner Herrlichkeit, das ich verabscheue, doch auf meinem Haupte trage, wenn ich mich zeigen mu; ich verabscheue es wie einen beschmutzten Lappen und trag's nicht, wenn ich mich nicht zu zeigen brauche. Auch hab ich nie an Hamans Tisch gegessen noch an einem Gelage des Knigs Gefallen gehabt noch vom Opferwein getrunken. Und deine Magd hat sich niemals gefreut, seit ich hierher gebracht worden bin, bis auf diesen Tag,
3:12 auer an dir allein, Herr, du Gott Abrahams. Erhre, Gott, der du Macht hast ber alle, die Stimme derer, die keine andre Hoffnung haben, und errette uns aus der Hand der Gottlosen und befreie mich aus meinen ngsten!
4:1 Und am dritten Tage zog sie die Bukleider aus und legte ihren kniglichen Schmuck an.
4:2 Und als sie in ihrer Herrlichkeit erschien, rief sie Gott, den Heiland, an, der alles sieht, und nahm zwei Dienerinnen mit sich und lehnte sich vornehm auf die eine; die andere aber folgte ihr und trug ihr die Schleppe.
4:3 Und sie erstrahlte in voller Schnheit, und ihr Angesicht war heiter und lieblich, aber ihr Herz war wie abgeschnrt vor Angst und Sorge.
4:4 Und als sie alle Tren durchschritten hatte, trat sie vor den Knig, der auf seinem kniglichen Thron sa in seinen kniglichen Kleidern, berst von Gold und Edelsteinen; und er war furchterregend anzusehen.
4:5 Als er nun aufblickte und sie in hchstem Zorn ansah, erblate die Knigin und sank in Ohnmacht und lie das Haupt auf die Dienerin sinken.
4:6 Da wandelte Gott dem Knig das Herz zur Milde, und ihm wurde angst um sie, und er sprang auf von seinem Thron und umfing sie mit seinen Armen, bis sie wieder zu sich kam, und sprach sie freundlich an: Was ist dir, Ester? Ich bin dein Bruder; frchte dich nicht! Du sollst nicht sterben. Denn dies Verbot betrifft alle andern, aber doch nicht dich!
4:7 Tritt heran!
4:8 Und er hob das goldene Zepter auf und legte es auf ihre Schulter, kte sie und sagte: Sprich doch!
4:9 Und sie antwortete: Als ich dich ansah, Herr, war mir, als she ich einen Engel Gottes; darum erschrak ich vor deiner Majestt.
4:10 Denn du bist bewundernswrdig, Herr, und dein Angesicht ist voller Huld.
4:11 Und als sie so redete, sank sie abermals in Ohnmacht und fiel zu Boden.
4:12 Der Knig aber erschrak, und all seine Diener sprachen ihr Mut zu.
5:1 Artaxerxes, der Groknig, entbietet den Statthaltern der hundertundsiebenundzwanzig Provinzen vom Indus bis zum Nil samt den Frsten, die unserm Befehl gehorsam sind, seinen Gru.
5:2 Wir befinden, da viele die Gnade ihrer Frsten mibrauchen und von der Ehre, die ihnen widerfhrt, so bermtig werden, da sie nicht allein darauf ausgehen, die Untertanen ihrer Knige zu bedrcken, sondern auch nicht mehr ertragen knnen, da ihnen Ehren verliehen worden sind, und deshalb sogar denen Schlingen legen, denen sie alles verdanken.
5:3 Und sie begngen sich nicht damit, den empfangenen Wohltaten gegenber undankbar zu sein und das zu verletzen, was unter Menschen recht und billig ist, sondern sie meinen sogar, sie knnten dem Urteil Gottes entgehen, der doch alles wahrnimmt.
5:4 Sie betrgen auch arglose Frsten, um unschuldiges Blut vergieen und diejenigen, die treu und redlich dienen, in alles Unglck bringen zu knnen.
5:5 Davon findet man Beispiele nicht allein in den alten berlieferungen, sondern auch in dem, was sich tglich ereignet, wieviel Unrecht solche ungetreuen Wrdentrger in ihrer Verderbtheit anrichten.
5:6 Uns aber gebhrt, darauf zu sehen, da hinfort Friede im Reich bleibe.
5:7 Dabei mssen wir je nach den Umstnden und Notwendigkeiten des Augenblicks unsere Anweisungen ndern und ber das, was uns vor Augen kommt, mit grter Sorgfalt urteilen.
5:8 So hat nun Haman, der Sohn Hammedathas, ein Mazedonier, der in Wahrheit nicht persischen Blutes ist und daher keinen Anspruch auf unsre Gromut hat, bei uns gastliche Aufnahme gefunden und all die Leutseligkeit erfahren, die wir allen Nationen erweisen, und das so sehr, da wir ihn unsern Vater genannt haben und er von jedermann als der Erste nach dem Knig geehrt worden ist. Da ist er so anmaend geworden, da er darauf ausging, uns um Knigreich und Leben zu bringen.
5:9 Denn er hat Mordechai, der durch seine Treue und sein Verdienst unser Leben errettet hat, und unsere untadelige Gemahlin, die Knigin Ester, samt ihrem ganzen Volk mit einem Netz hinterlistiger Anschlge verklagt, damit sie umgebracht wrden. Wenn sie dann beseitigt und wir ohne Sttze wren, gedachte er, auch uns nachzustellen und das Reich der Perser an die Mazedonier zu bringen.
5:10 Wir befinden aber, da die Juden, die dieser Erzfrevler tten lassen wollte, vllig unschuldig sind, vielmehr nach gerechten Gesetzen leben und Kinder des hchsten, grten und ewigen Gottes sind, der unsern Vorfahren und uns dies Reich gegeben hat und noch erhlt.
5:11 Darum sollt ihr euch nicht verhalten nach dem Schreiben, das Haman ausgesandt hat.
5:12 Denn um solcher Untat willen ist er mit seinem ganzen Geschlecht vor den Toren von Susa an den Galgen gehngt worden; und so hat ihm Gott sehr bald vergolten, wie er's verdient hat.
5:13 Aber dies Gebot, das wir euch jetzt zuschicken, sollt ihr in allen Stdten verknden, damit die Juden frei nach ihren Gesetzen leben knnen.
5:14 Und wo man ihnen am Tag ihrer Not, am dreizehnten Tage des zwlften Monats, des Adar, Gewalt antun will, da sollt ihr ihnen beistehen, da sie sich an eben diesem Tage wehren knnen. Denn diesen Tag, an dem sie, das, auserwhlte Volk, umkommen sollten, hat ihnen der allmchtige Gott zur Freude gemacht.
5:15 Darum sollt auch ihr neben den andern Feiertagen diesen Tag feiern mit aller Freude, damit er uns und allen, die den Persern treu sind, Heil bedeute, aber denen, die gegen uns Rnke schmieden, eine Mahnung sei an ihren sicheren Untergang.
5:16 Jedes Land aber und jede Stadt, die dies Gebot nicht halten, die sollen mit Schwert und Feuer vertilgt werden, so da weder Mensch noch Tier noch Vogel hinfort darin wohnen knnen, zum warnenden Beispiel, wie Verachtung und Ungehorsam bestraft werden.
6:1 Im zweiten Jahr des Groknigs Artaxerxes, am ersten Tage des Monats Nisan, hatte Mordechai, der Sohn Jars, des Sohnes Simeis, des Sohnes des Kisch, vom Stamm Benjamin, einen Traum. Er war ein Jude und wohnte in der Stadt Susa und war ein vornehmer Mann und einer der Ersten am kniglichen Hofe.
6:2 Er war aber einer der Gefangenen, die Nebukadnezar, der Knig von Babel, mit Jechonja, dem Knig von Juda, von Jerusalem weggefhrt hatte. Und das war sein Traum:
6:3 Es erhob sich Geschrei und Getmmel, Donner und Erdbeben und ein Schrecken auf Erden. Und siehe, da erschienen zwei groe Drachen, die gingen kampfbereit aufeinander los.
6:4 Und auf ihr Geschrei hin machten alle Vlker sich auf, um gegen ein Volk von Gerechten zu kmpfen.
6:5 Und es war ein Tag groer Finsternis, Trbsal und Angst; groer Jammer und Schrecken war auf Erden.
6:6 Und das Volk der Gerechten war sehr bestrzt, und sie befrchteten Unheil fr sich und machten sich auf den Tod gefat,
6:7 und sie schrien zu Gott. Und auf ihr Schreien hin ergo sich ein groer Wasserstrom aus einer kleinen Quelle.
6:8 Und die Sonne ging auf, und es wurde hell; und die Geringen wurden erhht und brachten die Angesehenen um.
6:9 Als nun Mordechai nach dem Traum erwachte, bedachte er, was Gott damit meinte, und behielt den Traum in seinem Herzen und dachte ihm nach bis in die Nacht und htte gern gewut, was er bedeutete.
7:1 Und Mordechai sagte: Gott hat das alles geschickt.
7:2 Ich denke an meinen Traum; denn nichts davon ist unerfllt geblieben.
7:3 Die kleine Quelle, die ein groer Wasserstrom wurde, als die Sonne schien und es hell wurde, das ist Ester, die der Knig zur Gemahlin genommen und zur Knigin gemacht hat.
7:4 Die beiden Drachen sind ich und Haman.
7:5 Die Vlker, die zusammenkamen, sind die, die den Namen der Juden austilgen wollten.
7:6 Mein Volk, das ist Israel, das zum Herrn rief; und der Herr half seinem Volk und erlste uns aus allen diesen Nten. Und er tat groe Zeichen und Wunder unter den Vlkern. So hatte denn Gott einst zwei Lose gemacht, eins fr das Volk Gottes und das andere fr alle brigen Vlker. Und diese beiden Lose kamen vor Gott, zur Zeit und zur Stunde und zum Tag des Gerichts, und zwar fr alle Vlker. Und Gott dachte an sein Volk und gab seinem Erbteil den Sieg.
7:7 Und diese Tage soll man halten im Monat Adar, am vierzehnten und fnfzehnten Tag desselben Monats: mit allem Eifer und mit Freuden soll das Volk zusammenkommen; und es soll fortan so gehalten werden von Geschlecht zu Geschlecht im Volk Israel.
7:8 Im vierten Jahr des Knigs Ptolemus und der Kleopatra brachten Dositheus, der sich als Priester aus dem Stamm Levi vorstellte, und Ptolemus, sein Sohn, dies Schreiben ber das Purimfest und sagten, da es Lysimachus, ein Sohn des Ptolemus, in Jerusalem bersetzt htte.
